Roberto Saviano Gomorrha

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Inhaltsangabe zu „Gomorrha“ von Roberto Saviano

Die süditalienische Camorra mischt mit im internationalen Drogenhandel, verschiebt riesige Mengen Giftmülls in Italien, macht gewaltige Geschäfte mit der Herstellung billiger wie hochwertiger Textilien, hat praktisch das Monopol auf den Handel mit Zement und Geschäftsbeziehungen, die bis nach Deutschland, Schottland oder China reichen. Auf ihr Konto gehen jedes Jahr Hunderte von Toten.

Der junge Journalist Roberto Saviano stammt selbst aus Neapel. Er hat unter Einsatz seines Lebens vor Ort recherchiert, Beweise geliefert und ein brillantes Buch geschrieben, das dem Leser den Atem nimmt. Die Macht der Camorra wie anderer Verbrecherorganisationen stützt sich auf Schweigen. Saviano hat diesem Schweigen die Macht des Wortes entgegengestellt. Damit hat er sich auch tödlicher Gefahr ausgesetzt, lebt seitdem an geheimen Orten und begibt sich nur unter dem Schutz von Bodyguards in die Öffentlichkeit.

Roberto Saviano erhielt den Geschwister-Scholl-Preis 2009 für sein Buch ›Das Gegenteil von Tod‹ - aber darüber hinaus für sein engagiertes Schreiben insgesamt.

'Mancher denkt, dass Drohungen und Einschüchterungen zum Verbergen der Worte führen. Gerade dies passiert aber oft nicht. Statt der Stille geht man den unbegehbaren Weg des täglichen Kampfes, des andauernden und leisen Nahkampfes, wie bei einem Schattenkampf, zwischen dem, was das eigene Gewissen auferlegt, und den legitimen Sorgen eines bedrohten Lebens. Für mich persönlich ist das Schreiben gleichbedeutend damit, nicht auf meine Worte zu verzichten, mich nicht zu verlieren, mich nicht geschlagen zu geben, nicht zu verzweifeln, wenn alles mich zur Verzweiflung und Einsamkeit bringt.'

Auszug aus der Dankesrede von Roberto Saviano bei der Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2009 (aus dem Italienischen von Beatrix Lux)

Packend, nüchtern, aufrüttelnd!

— bella__Italia

Erschreckend und ungeheuer spannend.

— taraline

Sicherlich beeindruckend, aber hatte mir mehr literarische Finesse erhofft.

— Gulan

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    Gomorrha

    bella__Italia

    29. April 2017 um 07:12

    „Gomorrah“ bietet einen Blick ins Innere der Camorra. Ein Buch, das seinen Autor zur Zielscheibe der Mafia gemacht hat. Packend, nüchtern und aufrüttelnd öffnet der Journalist Roberto Saviano darin den Lesern die Augen über den Machtapparat Camorra, über die Strukturen, Ziele und Mechanismen im Hintergrund. Der Inhalt: Los geht die „Reise in das Reich der Camorra“ mit einem Container voller Schädel und Skelette am Hafen in Neapel; denn für ihre Ziele geht die Camorra über Leichen, wie Saviano m Laufe des schockierenden Tatsachberichts immer wieder beschreibt. Die Camorra lässt Kinder Giftmüll-Lkws ins Hinterland Kalabriens kippen, Näherinnen für einen Hungerlohn in Kellern Designermode für Promis wie Angelina Jolie produzieren und nimmt in Kauf, dass Neubauten aus Profitgier einstürzen und Menschen in den Trümmern sterben. „Gomorrah“ hat mich sehr getroffen. Knallhart schildert Saviano, wie die Camorra Mensch und Natur ausbeutet und damit das große Geld macht – in der Baubranche mit Drogen, Giftmüll und Mode … Sie schreckt vor nichts zurück. Tipp: Wer einen leichtverdaulichen Mafiaroman oder Thriller erwarten, sollte lieber die Finger von diesem schockierenden Tatsachenbericht lassen. Mehrmals führt Saviano lange Listen mit kryptischen Namen und Orten auf; sicher nicht um den Leser zu langweilen, sondern um endlich einmal schwarz auf weiß festzuhalten, wer verantwortlich für das Grauen ist. Mein Tipp: diese Aufzählungen überfliegen und danach wieder einsteigen. Mein Fazit: An manchen Stellen ist Gomorrah sehr schwer verdauliche Kost. Insgesamt überwiegt aber meine Bewunderung für Savianos Mut, dieses Buch zu veröffentlichen! Ein wichtiges Werk und ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie die Camorra funktioniert und warum sie so gefährlich ist.

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  • Rezension zu Ich war eine Mafia-Chefin

    Ich war eine Mafia-Chefin

    KruemelGizmo

    Giuseppina Vitale wächst als jüngstes von fünf Geschwistern in einer Bauernfamilie auf. Als ihre Brüder der Cosa Nostra beitreten, gehört die ganze Familie nun zur Mafia. Sie wird zum verlängerten Arm ihrer Brüder, und als ihre Brüder alle im Gefängnis sind, wird sie zur Chefin des Clans erhoben. Nach ihrer eigenen Inhaftierung wird zu zur Kronzeugin. Leider verspricht der Titel eine ganz andere Geschichte und mit dieser Erwartung bin ich an Buch gegangen. Aber es wird die Geschichte der jungen Giuseppina erzählt, ihre Kindheit, ihre Jugend, garniert mit Fakten der jeweiligen Prozesse in Italien gegen die Mafia und Ermordung diverser Leute. Erst kurz zum Schluss wird sie zur Chefin des Clans und wird auch dann schnell verhaftet. Eigentlich eine gute Biografie, die aufzeigt wie es ist als Mädchen in einer Mafiafamilie groß zu werden, wo Frauen nicht viel gelten und zu tun und zu lassen haben was die Männer befehlen. Nur war es nicht das was ich lesen wollte, ich hatte ein Buch über die Mafia und deren Strukturen und Verflechtungen erwartet. Dies kam aber nur am Rande vor und jeder Zeitungsartikel über das Thema ist informativer. Der Schreibstil ist wirklich gut und flott zu lesen, auch wenn die unterschiedlichen italienischen Namen etwas verwirren, vorallem wenn sie dann noch einen zusätzlichen Namen tragen. Ich hätte dem Buch vielleicht mehr Sterne gegeben, wenn es als Biografie über eine Frau, die in einer Mafiafamilie aufwächst, verkauft worden wäre,und ich das hätte lesen wollen, so bin ich aber leider ein wenig enttäuscht. 

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  • Gomorrha - Die Reise in das Reich der Camorra

    Gomorrha

    lesemaus

    18. October 2013 um 08:41

    Camorra, auch die italienische Mafia, aus Neapel. Der Journalist, Roberto Saviano, recherchiert und schleust sich bei der Camorra ein, um mehr über sie zu erfahren. So arbeitet er in der Textilfabrik, die Kleidung für Stars herstellt. Denn bald erkennt er sein Kleid im Fernseher, welches eine berühmte Frau trägt. Weiter geht seine Reise in ein Zementwerk, welches Geschäftsbeziehungen in ganz Europa, wie Deutschland, hat. Roberto Saviano erzählt seine Geschichte, was ihm wiederfahren ist und beschreibt auch seine Heimatstadt: Neapel. Neapel versinkt immer mehr im Dreck, Unrat und Gewalt. Roberto bringt sich mit seinen Nachforschungen oft in Gefahr, kann sich daraus, für den Leser zum Glück, immer glimmrig retten. Die ersten Seiten des Buches haben mich geschockt und ließ ein Bild von Italien auferstehen, was ich noch nie so gesehen habe. Wobei ich schon vorher wusste, dass die Mafia eine riesige Macht in Italien ist. Roberto Saviano bracht sich mit der Veröffentlichung des Buches in großer Gefahr, denn er verriet viele Namen von hohen Tieren. Er setzte sich eines Mordes aus und hat es trotz der vielen Versuche bis heute überlebt. Eine Zeit später kam der Film zu dem Buch raus. Den Film habe ich mir angeschaut und war an einigen Stellen unschlüssig, da ich es aus dem Buch anders kannte. Ich wünsche den Autor, Roberto Saviano, ganz viele glückliche Jahre und weiterhin eine tolle Spürnase für Kriminalität.

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  • Rezension zu "Gomorrha - Riese in das Reich der Camorra" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    awogfli

    08. July 2013 um 12:00

    Ausgezeichnet! Ein Camorra-Sachbuch aus der Innensicht des teilnehmenden Beobachters im Günther Wallraff Stil, geschrieben wie ein spannender Thriller mit vielen Hintergründen, persönlichen Elementen bzw. Ansichten und Querverbindungen. Bereits am Beginn fällt ein ganzer Haufen Leichen im Hafen von Neapel aus einem Container. Ausgehend von dieser Story wird die italienische Textilindustrie, über die Bauindustrie bis zur Müllentsorgung beleuchtet und genau beschrieben, wie das System Camorra legale Aktivitäten mit illegalen verknüpft und wie die Bevölkerung mit der Mafiavereinigung interagiert bzw. kollaboriert. Bedauerlicherweise leidet die Sachbuchkomponente ein bisschen unter diesem dramatischen Stilelement. Bei allen Namen, Spitznamen und Familienzugehörigkeiten ging mir total der Überblick verloren, wer nun wen abgemurkst hat und wer mit wem verbandelt ist. Ein paar grafische Erläuterungen der Clanstruktur hätte ich gerne gehabt, weshalb ich einen Stern abziehe. Aber vielleicht ist das eh total egal, weil alle mausetot sind ;-). Nichtsdestotrotz eines der grossartigsten Mafiabücher, das ich bisher gelesen habe und das waren einige, weil dies auch mein Diplomprüfungsthema in Italienisch an der Uni war. Fazit: Wer sich für das Thema Mafia (Camorra) und Wirtschaftsverflechtungen interessiert, unbedingt dieses Buch lesen. Es ist spannend, aktuell, persönlich, flüssig zu lesen und man hat am Ende sehr genau gelernt, wie das System Camorra in Italien und internatioal funktioniert.

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

    Gomorrha

    farbrausch

    11. August 2011 um 22:15

    Dieses Buch wollte ich schon lange lesen und habe mich demnach gleich darauf gestürzt, als es endlich mal in der Bibliothek verfügbar war. Der Anfang war auch noch fesselnd, weil man sich als Leser durch die Nebeneinanderstellung verschiedenster Namen, Fakten und Ereignisse an einem roten Faden entlanghangeln kann. Der rote Faden nämlich, mit dem Saviano die Millionengeschäfte mit gefälschten Waren thematisiert und beschreibt, wie er selbst Zugang zu den beteiligten Kreisen erhielt. Bald schon wird dieser Handlungsstrang allerdings fallengelassen und der Autor geht dazu über, schlicht einzelne Personen und Geschehnisse aufzulisten. Leider konnte ich dabei keine wirkliche Struktur erkennen und Saviano unterlässt es, größere Zusammenhänge aufzuzeigen, wie er es am Anfang noch getan hat. Das Kapitel zu den Bandenkriegen wurde durch dieses Vorgehen für mich unerträglich. Die bloße Aneinanderreihung zahlloser brutaler Hinrichtungen machte zwar das Grauen deutlich, aber mir fehlte ein reflektierendes Innehalten angesichts dieser Greuel und das Anerkennen der Singularität jedes dieser sinnlosen Tode. Daher habe ich dieses Kapitel übersprungen, aber auch danach fand ich die Lektüre nicht befriedigender und habe aufgegeben. Roberto Saviano hat ganz sicher ein sehr wichtiges Buch geschrieben und verdient höchste Achtung für den Mut, dies getan zu haben. Dennoch war ich enttäuscht. Als Leser hätte ich mir gewünscht, stärker an die Hand genommen und durch die Fülle des Materials geleitet zu werden, anstatt einfach darin allein gelassen zu werden.

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

    Gomorrha

    laughing_buddha

    19. January 2011 um 09:20

    "The Game is the Game...always". Ich bin froh, dass ich dieses Buch über die Mafia von heute beenden konnte. Erschreckend sind die Zwangsläufigkeit, mit der Menschen in den Strudel des Verbrechens gezogen werden, wie die Bosse ihr kriminelles Portfolio auf Profitmaximierung optimieren und sich dabei wie im Film aufführen (und nicht andersherum). Es ist schön, dass in meinem Leben Armut, Gewalt und organisiertes Verbrechen keine Rolle spielen. Das ist Glück. Denn wäre ich an einem anderen Ort geboren, z. B. in Casal di Principe, wäre es wahrscheinlich anders verlaufen. Ich räume das Buch nun mit dem dankbaren Gefühl ins Regal, dass es mich dies wieder einmal erkennen ließ und ein wenig schuldbewusst, weil ich in meine Welt diese Abgründe der Menschheit nicht reinlassen will. Und den Mut, so ein Buch zu schreiben, hätte ich auch nicht gehabt.

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    mama2009

    14. June 2010 um 20:06

    Schonungsloser Bericht über die Machenschaften der Camorra. Gut geschriebenes wortwitziges Sachbuch. Respekt auch vor dem Mut des Autors dies so offen zu schreiben, was leider für ihn Anonymität bedeutet.

  • Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

    Gomorrha

    Bibipiano

    28. November 2009 um 21:50

    Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen... Interessant ja, aber das Thema wird mir zu dokumentarisch abgehandelt. Der journalistische Charakter und das Prinzip der Genauigkeit (vor allem bei der Vielzahl an Namen) stören!

  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    Riahnnon

    05. September 2009 um 23:37

    groß gehypt, wars zwar aufschlussreich, aber viel weniger spannend und interessant als erwartet

  • Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

    Gomorrha

    schmiddey

    31. August 2009 um 15:41

    Nach so vielen Rezensionen möchte ich nicht weiter auf den Inhalt eingehen und meine Meinung zum Buch nennen. Ich fand dieses Buch wirklich spannend, jemand der die Camorra selbst erfahren hat schreibt wie sie funktioniert. Es war aufregend zu erfahren, wie sich die Mafia Geld beschafft, sei es durch Müll, Waffenverkauf, Drogen, Immobilien oder sonstiges. Man versteht durch dieses Buch das System der Mafia einfach besser. Dazu ist es schonungslos ehrlich, die kleinen Storys die ihm selbst wiederfuhren sind einfach unglaublich. Schwierig wird es dann, wenn zu viele Namen ins Spiel kommen, so beschreibt er die Kriege zwischen den "Spaniern" und einer Familie, die noch in Neapel blieb, und zwar mit so vielen Namen, dass man am Ende nicht mehr weiß wer zu wem gehört und wer wie in die Sache involviert ist. Alles im allem aber finde ich es ein richtig gut informatives Buch, dass einem mit dem Autor mitfühlen lässt, und man die Camorra nun besser versteht und wahrnimmt.

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    glowinggloom

    06. May 2009 um 17:07

    Der Journalist Roberto Saviano hat jahrelang im Milieu der organisierten Kriminalität seiner Heimatstadt Neapel, der Camorra, recherchiert, dies ist sein Bericht. Die Clans der Camorra, bilden die größte kriminelle Organisation in Europa. Das Denken der Camorra-Bosse ist radikaler Neoliberalismus; leben um wirklich zu herrschen, ist das Einzige, was zählt. Dafür wurden 3600 Menschen zwischen 1979 und 2005 ermordet. Seit 1991 wurden in der Region Neapel 71 Gemeindeverwaltungen abgesetzt und unter staatliche Aufsicht gestellt, weil sie von der Camorra unterwandert waren. Alles was anderswo, wegen Gesetzen, Tarifverträgen, Marken- und Patentschutz unmöglich war, konnte man in Neapel bekommen. Die Clans hatten die Textil-,Schuh- und Lederindustrie organisiert. Mit traditioneller Schutzgeld-Erpressung, hält man sich heute kaum noch auf, sie ist durch effizientere Methoden, wie Preisabsprachen, Vertriebsmonopole, Wucherzinsen und Betriebsübernahmen ersetzt worden. Die Camorra brachte den Drogenhandel in Schwung, indem sie jedermann am Geschäft mit Kokain teilnehmen ließen. Der Rentner, der seine Rente dem Vermittler des Clans anvertraute, konnte nach einem Monat mit der Verdoppelung seiner Einlage rechnen. So machte ein Clan, durch Drogenhandel, einen Umsatz von € 500.000 pro Tag. Die Dealer werden wöchentlich mit Festgehältern bezahlt. Ein Schmiere-Steher erhält € 100, der Kassierer € 500, der Pusher € 800, wer Drogen zu Hause lagert € 1000. Beim Produzenten kostet 1 kg Kokain € 1000, beim Großhändler € 30.000. Nach dem Verschnitt, werden aus daraus 5 kg mit einem Marktwert von € 500.000. Der Verschnitt bestimmt die Qualität. Schlecht gestrecktes Rauschgift, bedeutet tote Konsumenten, Polizei, Verhaftungen, ist also Geschäftsschädigend. Ob der Verschnitt verträglich ist, testet man zunächst an menschlichen Versuchskaninchen. Hierzu melden sich Süchtige freiwillig. In der Müllentsorgung ist die Camorra führend in Europa und strich in 4 Jahren € 44 Milliarden ein. Selbstverständlich läuft auch dieses Geschäft nicht auf legale Art. Giftmüll wird mit normalem Müll gemischt, Begleitpapiere manipuliert, Kontrolleure geschmiert. Das Hinterland von Neapel ist mit Müll zugepflastert. Von 2000 bis 2005 wurden 3 Millionen Tonnen Müll illegal entsorgt. Ist eine Mülldeponie voll, wird sie angezündet um wieder Platz zu schaffen. Bei diesen Bränden wird die Umgebung mit Dioxin verseucht. Es wurden auch Fässer mit radioaktivem Müll, vor Somalia, im Meer versenkt, Gießereiabfälle mit Kompost vermischt und damit Felder "gedüngt". Die Auseinandersetzungen unter den Clans, werden ausführlich geschildert, bis hin zur Beschreibung von bestialisch zugerichteten Mordopfern. Beim Morden geht man durchaus differenziert vor. Das Spektrum reicht vom Mord mit "Feingefühl", als notwendiger chirurgischer Eingriff, durch einen Kopfschuß vollstreckt und keine erbitterte Feindschaft signalisierend, bis zur völligen Auslöschung durch hunderte von Schüssen. Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs", ergriff die Camorra die Gelegenheit, ihre Arsenale in Osteuropa aufzufüllen. Aus den Beständen des dortigen Militärs, beschaffte man sich Gewehre, Panzerfäuste und Handgranaten. Man bezahlte die Offiziere und Wachmannschaften und hatte mit den Kasernen die idealen Waffenverstecke. Durch diese Beziehungen, wurde die Camorra zu einer Top-Adresse im internationalen Waffenschmuggel. Kunden sind u.a. die baskische ETA und kolumbianische Guerrilleros. Offensichtlich ist die Camorra in weiten Teilen der Bevölkerung Neapels akzeptiert. So randalierten hunderte Frauen gegen eine Razzia der Polizei, bewarfen diese und zündeten Müll-Container an. Sitzt ein Clan-Mitglied im Gefängnis, zahlt der Clan seiner Frau oder Freundin eine monatliche Unterstützung, was die Clan-Mitglieder für viele Frauen attraktiv macht. Wie es Leuten ergeht, die gegen die Omertà, die "Mauer des Schweigens" verstoßen, wird am Beispiel einer 35-jährigen Kindergärtnerin gezeigt. Als diese zufällig Zeugin eines Mordes wurde, schlug sie nicht die Augen nieder, wie alle anderen Anwesenden, sondern ging zur Polizei und identifizierte den Täter. Daraufhin wurde sie von ihrem Verlobten verlassen, verlor ihre Arbeitsstelle und ein Teil ihrer Familie distanzierte sich von ihr. Heute muß sie von staatlicher Unterstützung an einem geschützten Ort leben. Ergreifend schildert Saviano auch das Schicksal des Pfarrers Don Peppino Diana, der es gewagt hatte, die Camorra von der Kanzel herab anzuprangern und dafür in seiner Kirche erschossen wurde. Roberto Saviano stemmt sich der Macht der Camorra entgegen und nennt in diesem Buch unzählige Verbrecher mit vollem Namen, Wohnort und ihren Untaten. Anders sei für ihn ein menschenwürdiges Dasein nicht möglich. Da er genau weiß, was ihn erwarten könnte, eine heldenhaft konsequente Einstellung.

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

    Gomorrha

    Buchhomsa

    11. April 2009 um 16:21

    Interessante Einsichten über die Bedeutung der mafiotischen Schattenwirtschaft für die Globalisierung, spannende Reportage über das Leben in der von der Camorra dominierten Welt. Insgesamt aber etwas langatmig.

  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    verena83

    02. April 2009 um 22:04

    ich hab zwar einige zeit gebraucht, bis ich mit dem buch fertig war, aber schlussendlich hat es sich doch gelohnt es zu lesen... stellenweise war es zwar etwas kompliziert die zusammenhänge zu verstehen, aber es war auch einfach total interessant mehr über die camorra zu erfahren es ist einfach unvorstellbar, welche macht diese und andere kriminelle vereinigungen weltweit haben... dies und die tatsache, dass so viele menschen diesen vereinigungen auf die ein oder andere weise zum opfer fallen, ist wirklich schockierend und traurig zugleich

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    Ovidia

    24. February 2009 um 21:56

    Nun hat es doch etwas länger gedauert, bis ich die 365 Seiten dieses wirklich packenden Berichts gelesen habe. Das lag nicht am Buch, sondern daran, dass ich mir nicht so viel Zeit zum Lesen genommen habe, wie ich ursprünglich vorhatte. Eines gleich zu Beginn: Ich bin in meinen Erwartungen nicht enttäuscht worden und werde mit auf jeden Fall auch die Verfilmung von Matteo Garrone anschauen, die im März auf DVD erscheinen wird! Nun zum Buch selber: Roberto Saviano berichtet bildhaft, schonungslos und sehr eindrucksvoll aus seiner Heimat Neapel und über die Organisation, die dort alles im Griff hat, die Camorra. Schon der Einstieg des Buches ist von einer erschreckenden Anschaulichkeit! Aus einem flüchtig verladenen Container purzelt eine Vielzahl von Leichen in den Hafen, die Chinesen hatten noch zu Lebzeiten eine Reise zu ihrer eigenen Beerdigung in der Heimat gebucht. Zwei Teile hat das Buch, jeder Teil besteht aus fünf Kapiteln. Das erste veranschaulicht diesen Hafen, als Umschlagplatz für alle Güter die Welt, die verladen werden, bevor eine Überprüfung der Ladung nur denkbar ist. Eine sich stets bewegende Masse von kommenden und gehenden Gütern und Arbeitern. Das System der Camorra wird erläutert, die Fehden zwischen den einzelnen Clans werden geschildert, in aller Deutlichkeit, Morde werden bis ins Detail geschildert. Neben dem Hafen als Umschlagsplatz werden auch die Verstrickungen der Mafia in Bauwirtschaft, Textilindustrie, Drogenhandel, Müllverschiebung und ihre internationalen Geschäftsbeziehungen beschrieben. Besonders beeindruckt hat mich das Kapitel über Don Peppino Diana, einen Priester der für seinen offenen Widerstand gegen die Mafia mit dem Leben bezahlen musste. Der Mut Savianos, der sich für seine Recherchen als Hafenarbeiter verdingte und nach dem Erscheinen des Buches von den Camorristen gejagt wird, ist bewundernswert. Dieses Buch ist authentisch und der Autor schreckte nicht davor zurück, alle “Beteiligten” beim vollen Namen zu nennen. Nicht selten sich beim Lesen eine Gänsehaut ein, Ungläubigkeit und Entsetzen waren die vorherrschenden Emotionen. Ein wirklich packendes Buch, das jeder lesen sollte, der dies noch nicht getan hat!!!

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  • Rezension zu "Gomorrha" von Roberto Saviano

    Gomorrha

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. February 2009 um 09:02

    5 Sterne für den unglaublichen Mut eine schmerzhafte Wahrheit zu präsentieren..

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