Roberto Zapperi

 4.4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Eine italienische Kindheit, Abschied von Mona Lisa und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Roberto Zapperi

Sortieren:
Buchformat:
Eine italienische Kindheit

Eine italienische Kindheit

 (2)
Erschienen am 25.08.2011
Abschied von Mona Lisa

Abschied von Mona Lisa

 (2)
Erschienen am 20.01.2010
Das Inkognito

Das Inkognito

 (1)
Erschienen am 24.08.2010
Die Päpste und ihre Maler

Die Päpste und ihre Maler

 (0)
Erschienen am 12.09.2014
Freud und Mussolini

Freud und Mussolini

 (0)
Erschienen am 01.09.2016
Der wilde Mann von Teneriffa

Der wilde Mann von Teneriffa

 (0)
Erschienen am 18.08.2004

Neue Rezensionen zu Roberto Zapperi

Neu
W

Rezension zu "Eine italienische Kindheit" von Roberto Zapperi

Rezension zu "Eine italienische Kindheit" von Roberto Zapperi
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Als Autor großer historischer Werke vor allem zu Goethe und zu berühmten Malern ist er bekannt geworden, der italienische Privatgelehrte Roberto Zapperi. Während er für diese Werke oft sehr lange in den Archiven forschte, musste er sich für sein hier vorlegendes Buch „Eine italienische Kindheit“ „auf ein Archiv eigener Art verlassen, das Archiv meines Gedächtnisses“.

Und er geht weit zurück bis in seine Kindheit. Er wurde in Catania auf Sizilien geboren, einer damals sehr armen Stadt. Als er acht Jahre alt war, begegnet er zum ersten Mal den vorrückenden deutschen Soldaten. Sie repräsentieren für den kleinen Jungen eine andere Welt. Selbst in einer noch vormodernen Umwelt groß geworden, sind die Deutschen mit ihrer technischen Ausrüstung, aber auch mit ihrer Disziplin und Ordnung, für ihn Vorbilder an Perfektion.

Roberto Zapperi erzählt, wie er mit seiner Familie von der Insel flüchten muss, zunächst in die Toskana, und dann in das von den Amerikanern besetzte Rom kommt. Nach wie vor hegt er eine stille Bewunderung für die Deutschen, die sich aber mit zunehmender Reife differenziert. Er lernt die Gräueltaten der Deutschen kennen, irgendwann nach dem Krieg bekommt er auch Kenntnis vom Holocaust.

Doch auch diese Ernüchterung kann nicht seine Bewunderung und seine Liebe für die deutsche Sprache und die deutschen Kultur schmälern, der er später seine schönsten Werke widmen wird. Zapperis persönliche Erinnerungen lassen nicht nur das Leben der einfachen Menschen im Vor- und Nachkriegsitalien wieder aufleben, sondern sie sind auch ein überzeugendes Beispiel für frühes Europäertum und Völkerverständigung. Gleichzeitig ist das Buch eine faszinierende Reise durch die europäische Geschichte mit überraschenden Erkenntnissen.

Kommentieren0
8
Teilen

Rezension zu "Abschied von Mona Lisa" von Roberto Zapperi

Rezension zu "Abschied von Mona Lisa" von Roberto Zapperi
HeikeGvor 9 Jahren

Die Mona Lisa - nur der Einbildungskraft da Vinicis entsprungen?
.
Um nur wenige Meisterwerke der Kunstgeschichte rankt sich so viel Unerklärliches und Mysteriöses. Das Lächeln der Mona Lisa gilt als Inbegriff des Weiblich-Rätselhaften, ihr Porträt als Symbol des Geheimnisvoll-Distanzierten. Die einen behaupten, es stelle die namensgebende florentinische Kaufmannsgattin Lisa Giocondo (im Italienischen heißt das Bild “La Gioconda“ im Französischen „Joconda“) dar, andere sehen in ihr die aus Neapel stammende Edel-Kurtisane Isabelle Gualandi. Auch eine Mätresse von Charles d’Amboise oder Isabella d’Este, die Marquise von Mantua sowie die Mutter da Vincis werden in die Waagschale geworfen. Allerjüngste Versuche, die Identität der Dame mit dem Silberblick herauszufinden, gehen sogar soweit, den auf Chateau Clos Lucé vermuteten Leichnam von Leonardo da Vinci zu exhumieren und durch eine Gesichtsrekonstruktion herauszufinden, ob es sich bei der Mona Lisa tatsächlich um ein Selbstporträt des Renaissance-Künstlers und Erfinders handelt.
.
Der in Rom lebende Renaissanceforscher und Historiker Roberto Zapperi geht einen ziemlich radikalen, einen anderen Weg, um das bekannteste Gemälde der Welt „zu entschlüsseln“. Fernab sensationeller Enthüllungen, Indizienbeweise und geheimer Botschaften untersucht er akribisch und bis ins kleinste Detail hinein die verfügbaren historischen Quellen. Natürlich kommt auch er nicht umhin, Vermutungen aufzustellen, „um die Lücken in der spärlichen Überlieferung zu überbrücken“, aber er beschränkt sie auf ein äußerstes Minimum. „Die festen Grundlagen sind dabei aber immer die historischen Dokumente geblieben.“, äußerst sich Zapperi im Schlusswort. „Mit einem Wort: Ich habe mit den Werkzeugen des Historikers gearbeitet.“
.
Ausgehend von der einzigen überlieferten Selbstaussage Leonardo da Vincis, dass der Auftraggeber des Gemäldes Giuliano de‘Medici sei und es sich um eine „gewisse Florentiner Dame“ handele, rekonstruiert Zapperi in seinem Buch gründlich und in aller Ausführlichkeit die Umstände, unter denen das Bild entstand bzw. entstanden sein könnte. Allein knapp 100 Seiten widmet er da Vincis Gönner - Giuliano de‘Medici -, dem Bruder des Papstes Leo X. und jüngsten Sohn von Lorenzo dem Prächtigen (Lorenzo il Magnifico). Denn genau dieser und seine ständigen amourösen Verstrickungen sollen die Ursache der Auftragsvergabe an den Meister gewesen sein.
.
Aus einer dieser Liebschaften ging ein illegitimer Sohn - Ippolito - hervor, der von dem Medici-Spross aufgezogen wurde, da seine Mutter kurz nach der Geburt (1511) starb. Das Gemälde wäre demnach als Erinnerungsbild für den kleinen Jungen gedacht, der seine Mutter real nie gekannt hatte und immer nach ihr fragte. „Da er aber weder ein Bildnis noch eine Totenmaske zur Hand hatte, ließ er Leonardo freie Hand, ihre Physiognomie nach seiner summarischen und ungenauen mündlichen Beschreibung zu rekonstruieren. Das Bildnis (...) war also ein imaginäres, eine Erfindung des Künstlers. (...) Er wollte mit dem Lächeln die tröstende, aber auch melancholisch verschattete Liebe der Mutter zu ihrem Kind darstellen und malte das traurige Lächeln einer Frau, die weiß, daß keine Vereinigung mit ihrem Kind mehr möglich ist.“
Krankheit und Tod Giulianos hinderten ihn letztendlich daran, sich das Bildnis aushändigen zu lassen, um es für seinen Sohn zu bewahren.
.

Fazit:
Welche Frau könnte Giuliano de‘Medici - als ziemlich sicheren Auftraggeber der „Mona Lisa“ - so wichtig gewesen sein, den berühmten Leonardo da Vinci zu beauftragen, ein Porträt von ihr zu malen? Die schlüssigen Ausführungen Roberto Zapperis werden die Diskussionen um die Identität der „Gioconda“ sicherlich erneut anheizen. Auf jeden Fall ist ihm ein interessantes und informatives Buch gelungen, das zudem einen tiefgreifenden Einblick in das Leben Giuliano de‘Medicis gibt. Komplettiert ist es mit 16 farbigen Bildtafeln und 9 Abbildungen im Text.
.
„Abschied von MONA LISA“ ist Dan Browns „Da Vinci Code“ in Form eines fundierten Sachbuches.

Kommentieren0
22
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 10 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks