Ich habe „Das Labor“ in einem Bücherschrank gefunden und aufgrund des Klappentexts mitgenommen, obwohl Medizinthriller nicht unbedingt mein Fall sind. Später habe ich gesehen, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe handelt, das – so kann ich nach der Lektüre verkünden – störte gleichwohl nicht.
Dr. Jack Stapleton war mir auf Anhieb sympathisch: Einerseits Gerichtsmediziner, lebte er in einem der abgerocktesten Viertel New Yorks, wo er abends mit schwarzen Gangmitgliedern Basketball spielte, die zu seinen engsten Bekannten zählten. Mit seiner Kollegin Laurie und Terese, der Mitarbeiterin einer Werbeagentur, hatte er gleich zwei Frauen, die sich gut an seiner Seite machen würden, und ich mochte beide.
Auf eine faszinierende Weise gelang es dem Autor trotz Inklusion zahlreicher medizinischer Fachausdrücke, den Text nicht zu fachlich oder zu irgendeinem Zeitpunkt unverständlich wirken zu lassen – vielleicht, weil ständig Laien mit Dr. Stapleton zu tun hatten, welchen er die Dinge simpel erklären musste.
Der Plot war sogar überraschend spannend, gespickt nicht nur mit tollen Settings, sondern auch dem ständigen Gefühl wachsender Bedrohung, einer Verschwörungsatmosphäre. Dr. Stapleton knüpfte als Einziger Zusammenhänge zwischen den Ausbrüchen mehrerer ungewöhnlicher Krankheiten und musste sich mehrmals über die Anweisungen seines Vorgesetzten hinwegsetzen, damit er diesbezüglich Nachforschungen anstellen konnte. Dabei kam selbst Action nicht zu kurz, denn er war ein überaus sportlicher Gerichtsmediziner, auf den seine Kontrahenten bald Mordanschläge zu verüben begannen …
(SPOILER) Am Ende stellte sich Tereses Bruder als Täter heraus, der für sie AmeriCare in Verruf bringen sollte, da ihre Werbefirma einen konkurrierenden Konzern in der Gesundheitsbranche als Kunde hatte. Einerseits war ich ein wenig traurig, dass sie sich als Kriminelle entpuppte, immerhin hatte sie gut zu Dr. Stapleton gepasst, (SPOILER ENDE) andererseits war dies ein genialer Plottwist. Einen dramatischen Showdown vermisste man selbstverständlich auch nicht.
Fazit: „Das Labor“ gefiel mir äußerst gut! Der Roman schlitterte knapp an den fünf Sternen vorbei, schaffte es aber auf jeden Fall, mein Interesse für Robin Cook sowie seine Reihe um Dr. Stapleton zu wecken.
Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite 69 steht „vermutete hatte“ statt „vermutet hatte“, auf Seite 74 „schaltete Jack sich wieder in“ statt „schaltete Jack sich wieder ein“, auf Seite 105 „indem“ statt „in den“ und auf Seite 127 fehlt bei „Aber es doch grauenhaft“ das „ist“. Auf Seite 178 steht „ich werden“ statt „ich werde“, auf Seite 178 „Jack erledigte sich seines Schutzanzugs“ statt „Jack entledigte sich seines Schutzanzugs“ und bei 212 fehlt bei folgendem Satz irgendein Wort beziehungsweise das G: „Reginald fummelte mit einem Zahnstocher in seinem Mund herum und so geräuschvoll die Spucke durch seine Zähne.“ Auf Seite 226 fehlt das Anführungszeichen am Anfang eines Sprechtexts, auf Seite 316 steht „ataypische“ statt „atypische“, auf Seite 331 befindet sich eine unnötige Leerzeile, auf Seite 339 ist „sie“ groß- statt kleingeschrieben und auf Seite 363 „Ihre“ klein statt groß.




















