Robin Detje

Lebenslauf von Robin Detje

Robin Detje lebt als Autor und Übersetzer in Berlin. Er ist Teil der Künstlergruppe bösediva. Für seine literarischen Übersetzungen wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung ausgezeichnet.       

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Lady im See (ISBN: 9783257246520)

Die Lady im See

 (5)
Neu erschienen am 28.09.2022 als Taschenbuch bei Diogenes. Es ist der 9. Band der Reihe "Philip Marlowe".

Alle Bücher von Robin Detje

Cover des Buches Die Mütter (ISBN: 9783499273445)

Die Mütter

 (39)
Erschienen am 15.10.2019
Cover des Buches Die Rückkehr (ISBN: 9783832162955)

Die Rückkehr

 (29)
Erschienen am 03.12.2014
Cover des Buches Northline (ISBN: 9783833306662)

Northline

 (25)
Erschienen am 19.06.2010
Cover des Buches Erbin des verlorenen Landes (ISBN: 9783833309175)

Erbin des verlorenen Landes

 (26)
Erschienen am 16.07.2013
Cover des Buches Motel Life (ISBN: 9783833351129)

Motel Life

 (25)
Erschienen am 01.02.2013
Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257246308)

Die kleine Schwester

 (20)
Erschienen am 27.04.2022
Cover des Buches Vorsicht, bissiger Gott (ISBN: 9783833308314)

Vorsicht, bissiger Gott

 (17)
Erschienen am 09.06.2012
Cover des Buches Snack Daddys abenteuerliche Reise (ISBN: 9783833305436)

Snack Daddys abenteuerliche Reise

 (11)
Erschienen am 26.05.2008

Neue Rezensionen zu Robin Detje

Cover des Buches Die Mütter (ISBN: 9783498006839)
schokoloko29s avatar

Rezension zu "Die Mütter" von Brit Bennett

Mütter
schokoloko29vor einem Monat

In erster Linie geht es in diesem Buch über Nadia. Ihre Mutter begeht Selbstmord und ihr Vater ist gefangen von dem Verlust, so dass er sich nicht um seine Tochter und ihrer Trauer widmen kann. In diesem Vakkuum der Trauer lernt sich Luke kennen und lieben. Er ist Pastorensohn und vor seinem Unfall erfolgreiche Footballspieler. Auch er hat einen tiefen Verlust erlebt, den Verlust seiner körperlichen Versehrtheit. Durch ein Spiel hat er einen komplizierten Bruch am Unterschenkel, so dass er seine professionelle Footballkarriere an den Nagel hängen konnte. Leider ist diese Beziehung zwischen Nadia und Luke nicht optimal gelaufen. Er bekennt sich nicht öffentlich zu ihr und lässt es im geheimen. Darüber hinaus hatten sie mehrmals unverhüteten Sex, so dass Nadia ungewollt mit 17 schwanger wird. Sie entscheidet sich für eine Abtreibung und Luke ist bereit ihr das Geld für die Abreibung zu geben. Nach der Abreibung distanziert sich Luke von ihr. Sie bleibt mit gebrochenem Herzen zurück und geht dann in eine weitentfernte Uno studieren.


Immer wieder kehrt Nadia wieder zurück nach Kalifornien. Sie führt ein unstetes Leben mit wechselnden, nichts bedeutenden Affären und Reisen ins Ausland. Es kommt immer wieder zu Komplikationen in Nadias Leben, wobei auch Luke, die Abreibung eine Rolle spielen. Diese Geschehnisse prägen Nadias Leben und auch Luke trauert um seine nicht vorhandenen Vaterschaft des verlorenen Kindes.


Für mich war der Roman sehr lesenswert. Er ist toll geschrieben. Die Autorin versteht es gut die unterschiedlichen Perspektiven der handelnden Personen zu beschreiben und so als Leser selbst eine Meinung zu bilden.


Fazti:


Ein sehr lesenswerter Roman und definitiv eine meiner Lieblingsautorin!

Kommentare: 5
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Cover des Buches Tuff (ISBN: 9783442716661)
BettinaR87s avatar

Rezension zu "Tuff" von Paul Beatty

Vom Dealer zum Lokalpolitiker
BettinaR87vor 5 Monaten

Winston Forshay, genannt Tuff oder Tuffy, lebt mit Frau, Kind und Freunden in Harlem. Als er sehr knapp dem klischeevollen Tod eines Schwarzen Dealers – der Kugel eines Konkurrenten – entgeht, sortiert er sein Leben neu. Der groß gebaute, waffenscheue Tuff sucht nach Orientierung und findet sie nicht nur in seinem Umfeld, sondern auch in sich selbst. Inez, eine ehemalige Mitarbeiterin von Malcom X, finanziert ihm den Wahlkampf für dem Stadtrat. Seine Freunde sind seine Bindung zu seiner Herkunft und der Schwarze Rabbi Spencer begleitet ihn als Journalist. Dass man als Politiker in etwa so viel verdient wie als Drogenhändler rundet das Paket in Tuffs Augen nur noch besser ab …

Der Leseindruck

Der Ton ist das erste, was den meisten Leser:innen auffallen dürfte. Einige haben ihn beispielsweise auf Instagram direkt abgelehnt: rassistisch, sehr umgangssprachlich. Lasst uns hier kurz reflektieren: Warum fällt es negativ auf? Weil die jungen, Schwarzen Protagonist:innen sich nicht wie die gehobene Mittelschicht Deutschlands ausdrücken? Wäre das denn überhaupt akkurat? Nein. Den Ton eines Buchs über Minderheiten dafür zu kritisieren, dass er nicht dem der Mehrheit entspricht, ist tiefgreifend falsch. Wer als Mehrheits-Angehörige:r divers lesen möchte, muss dafür offen sein, dass Bücher nicht auf deinen persönlichen Geschmack zugeschnitten sind, sondern etwas reflektieren, das einfach mal gar nichts mit dir zu tun hat. Und wer als nicht-Minderheit dieses Buch liest, taucht in diesem Fall ein in Harlem, in dem eben ganz absichtlich nicht-weiße Protagonist:innen sprechen. Das ist eine neue Darstellung für dich? Dann lehn sie nicht wegen ihren ureigenen Eigenarten ab, sondern setz dich hin und hör‘ erst mal zu. Es ist alles wirklich völlig neu für dich, eine ganz neue Welt, wie du sie noch nie gesehen hast? Dann solltest du in Betracht ziehen, dass du extrem wenig divers liest. Das Buch ist final nicht dazu da, dir ein gutes Gefühl über dich selbst zu geben.

Tauchen in dem Buch unter anderem auch Rassismen gegenüber anderen Minderheiten auf? Ja, in der Tat. Das ist mit Sicherheit so gewollt, denn es geht nicht darum, eine Gruppe Schwarzer Jugendlicher in einem gesellschaftlich gestriegelten Roman zu präsentieren. Es geht hier durchaus um Authentizität und genau diesen Rassismus, aber im Speziellen eben diese Gruppe in den Straßen von Harlem.

Nicht zuletzt ist das Buch als Satire gekennzeichnet und soll damit überzogen kritisieren, verspotten und anprangern. Dazu braucht es Ecken und Kanten bei den Personen und den Handlungen. Hineininterpretieren kann man damit vieles. Das Buch ist im Original übrigens schon im Jahr 2000 erschienen, damit stehen unsere Wahrnehmungen heutzutage mit Sicherheit anders, als sie es vor 22 Jahren gewesen wären.

Doch am Ende steht trotz aller Satire die Hoffnung. Am Anfang ist Tuffy jemand, der sich selbst nicht als Politiker sieht – weil die vorwiegend weiße Gesellschaft ihm diesen Eindruck verschafft hat. Er denkt das von sich, was ihm über sich vermittelt wurde und dass es klare Grenzen gibt, die er nicht übertreten kann, ohne das soziale Gefüge ins Wanken zu bringen. Und am Ende ist er Stadtrat und damit immer noch er selbst, aber eben noch mehr er selbst, als er es jemals war. Das heißt nicht, dass jede:r den Weg des Lokalpolitikers gehen muss! Dies ist nach wie vor Satire und Fiktion. Aber so man möchte, nimmt man die Hoffnung und Motivation mit in das eigene Leben, vermeintliche Grenzen zu überschreiten.

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Cover des Buches Die Mütter (ISBN: 9783499273445)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Die Mütter" von Brit Bennett

Die Mütter
Elenchen_hvor 8 Monaten

"Aber mit der Mathematik der Trauer kennt es sich noch nicht aus. Die Last des Verlorenen wiegt immer schwerer als die Last dessen, was blieb." - Brit Bennett, "Die Mütter"


"Die Mütter" - das sind die alten Frauen in einer kleinen Kirchengemeinde im kalifornischen Oceanside. Sie kennen jedes Gemeindemitglied - und alle Geheimnisse. So auch das - in ihren Augen - skandalöse Geheimnis, das Nadia Turner und Luke Sheppard verbindet, das Mädchen mit der toten Mutter und den Pastorensohn. Während Nadia der Kleinstadt nach diesem schicksalhaften Sommer den Rücken kehrt und sich ganz ihrem Studium zuwendet, bleibt Luke zurück - und findet neue Verknüpfungen...


Brit Bennetts Debütroman "Die Mütter", übersetzt von Robin Detje, ist eines dieser Bücher, dessen Figuren sich fest in die Gedanken einnisten und deren Handlungen und Schicksale man nach dem Lesen noch hunderte Male im Kopf wiederholt und durchspielt. Nadia, Luke und Aubrey haben sich ganz langsam in mein Leserinnenherz geschlichen - und das obwohl ich Dreiecksgeschichten eigentlich absolut nicht ausstehen kann. Die Autorin schafft es aber scheinbar mühelos, die Bindeglieder zwischen Familie, Liebe und Freund*innenschaft zu knüpfen, sodass sie real und lebensecht wirken.


"Die Mütter" ist ein sehr trauriger Roman, der es mir häufig ganz schwer ums Herz hat werden lassen. Es geht um Selbstmord, Trauer, Abtreibung, Krankheit, Verrat, das Erwachsenwerden und unerfüllte Träume - aber auch darum, was uns zusammen hält. Dabei bindet Brit Bennett auch ganz zart gesellschaftskritische Themen wie die Stellung weiblich gelesener Personen in der Gesellschaft und das Leben Schwarzer Personen in Amerika beziehungsweise etwas präziser in Kalifornien mit ein.


Für mich ein wirklich gelungener Roman, der mir trotz seiner Ernsthaftigkeit und Schwere beim Lesen viel Vergnügen bereitet hat - vor allem auch, weil Brit Bennett wirklich toll Schreiben kann. Ich hätte die Protagonist*innen noch ewig weiterbegleiten können.

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