Robin Hardy Wicker Man - Ritual des Bösen

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Inhaltsangabe zu „Wicker Man - Ritual des Bösen“ von Robin Hardy

Auf einer kleinen abgelegenen Insel versucht ein Inspektor vom Festland das mysteriöse Verschwinden eines kleinen Mädchens aufzuklären. Dabei kommt er einem düsteren Geheimnis auf die Spur. Regisseur Neil LaBute verfilmte den britischen Horrorklassiker aus den 70er Jahren mit einer Starbesetzung. Ein Fest für alle Fans von Mystery-Thrillern wie "The Sixth Sense" oder "The Village". "'Wicker Man' ist der 'Citizen Kane' des Horrorfilms."

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    Wicker Man - Ritual des Bösen

    TheRavenking

    08. March 2015 um 16:06

    „Hätten die Tiere eine Vorstellung vom Teufel, dann gliche diese dem Menschen.“ Police Sergeant Nick Howie ist ein guter Kerl. Ein anständiger, gottesfürchtiger Mann, der seine Arbeit ernst nimmt. Er ist der Vertreter für Recht und Ordnung in seinem Teil der schottischen Highlands. Aber Nick Howie ist auch ein altmodischer Mann, ein konservativer Christ, der vorehelichen Sex ablehnt, zum großen Leidwesen seiner Freundin. Dann erreicht ihn ein anonymer Brief, in dem man ihn bittet sich auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen zu machen. Rowan, die Tochter einer gewissen May Morrison soll seit Monaten nicht mehr gesehen worden sein. Sie lebte auf der Insel Summerisle, also setzt Howie mit der Fähre zum Eiland hinüber und beginnt zu ermitteln. Es ist ein seltsamer Winkel der Welt, der ihn dort erwartet. Die Insel mit ihrer subtropischen Vegetation, ihren exzentrischen, verschrobenen Bewohnern, die eigenartige Bräuche pflegen, wirkt wie aus einer anderen Welt. Wie sich sehr bald herausstellt, ist May Morrisons Tochter wohlauf. Doch ihr Name ist nicht Rowan, sondern Myrtle, ja, es scheint sogar überhaupt keine Rowan Morrison zu geben. Doch Sergeant Howie wird den Verdacht nicht los, dass etwas nicht stimmt. Seine Nachforschungen führen ihn immer tiefer in das Leben der Bewohner von Summerisle, wobei er am Ende auf ein furchtbares Geheimnis stößt. Zunächst muss Howie aber den Kulturschock verdauen, den er hier erleidet. Offensichtlich befolgt man eigene Regeln und Gesetze, was den verklemmten Polizisten mehr als nur einmal vor den Kopf stößt. Vor allem die lasche Sexualmoral der Inselbewohner schockiert den braven Puritaner. Als er Zeuge wird, wie Kinder in der Schule ein obszönes Fruchtbarkeitsgebet aufsagen, platzt ihm endgültig der Kragen und er droht damit, diesen Sündenpfuhl auszumisten. Eine Ankündigung, die eher amüsiert aufgenommen wird. Wie es aussieht fürchten sich die Frauen und Männer von Summerisle nicht sonderlich vor dem Gesetz, Sergeant Howie allerdings bekommt schon bald Anlass zur Sorge. 1973 kam ein Film in die britischen Kinos, der heute zu den Klassikern seines Genres zählt. Bei seinem Erscheinen wenig erfolgreich, wandelte er sich innerhalb von Jahren zu einem Kultfilm. Erst 1978 schrieb Regisseur Robin Hardy gemeinsam mit Drehbuchautor Anthony Shaffer den Roman. Novelization nennt man im Amerikanischen diese Art von Filmbuch, die den Plot nacherzählt. Dass die Macher des Originalfilms selbst daran beteiligt sind, kommt eher selten vor. Aber offensichtlich waren beide der Meinung, dass es sich lohnen würde die Handlung auch in literarischer Form und dementsprechend etwas detaillierter zu erzählen. Anthony Shaffer schrieb die Drehbücher zu Alfred Hitchcocks Frenzy und der Agatha Christie Verfilmung Der Tod auf dem Nil, am bekanntesten wurde er allerdings durch Sleuth mit Michael Caine und Laurence Olivier. Robin Hardy gilt als One-Hit-Wonder unter den Regisseuren. Insgesamt inszenierte er im Laufe seines Lebens nur drei Filme. 2011 drehte er mit The Wicker Tree eine Fortsetzung zu seinem bekanntesten Werk, die aber sowohl von der Kritik als auch vom Publikum sehr negativ aufgenommen wurde, ebenso wie das US-Remake zu Wicker Man mit Nicolas Cage. The Wicker Man ist ein interessantes Buch, das aber vor allem Fans des Films gefallen dürfte. Uneingeweihte könnten die Erzählweise als zu langatmig empfinden. Es geht hier sehr viel um Religion, um die Gegensätze zwischen Howies verknöchertem Puritanismus und dem freizügigeren heidnischem Glauben der Inselbewohner. Zudem ist der Protagonist nicht unbedingt als sympathisch zu bezeichnen. Manchmal weiß man nicht so recht: Wollen sich die Autoren über Nick Howie lustig machen, oder soll er unser Mitgefühl erwecken. Wie ernst kann man diesen Mann nehmen, der immerhin mitten im 20. Jahrhundert geradezu mittelalterliche Ansichten vertritt? Wer einen Horrorroman voller Grusel und Blut erwartet, dürfte ohnehin enttäuscht sein. Trotz allem hat Wicker Man durchaus das Potenzial zu verstören, nicht zuletzt durch das grausige Finale, das im Roman noch eine ganz eigene Kraft entfaltet, aber Interessierten sei eher der Film empfohlen.

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