Robin J. DiAngelo

 3.4 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Robin J. DiAngelo

Robin DiAngelo ist Soziologin und forscht seit Jahren zum Thema Rassismus. Sie lehrt unter anderem an der University of Washington in Seattle. Außerdem gibt sie seit mehr als 20 Jahren Kurse zu Antirassismus. 2011 hat sie den Begriff white fragility geprägt, der die abwehrende und aggressive Reaktion vieler Weißer bezeichnet, wenn sie mit dem Rassismus konfrontiert werden, der von ihnen ausgeht.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Robin J. DiAngelo

Cover des Buches Wir müssen über Rassismus sprechen (ISBN: 9783455008135)

Wir müssen über Rassismus sprechen

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Erschienen am 16.07.2020
Cover des Buches Wir müssen über Rassismus sprechen (ISBN: 9783455008142)

Wir müssen über Rassismus sprechen

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Erschienen am 16.07.2020

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Rezension zu "Wir müssen über Rassismus sprechen" von Robin J. DiAngelo

Wichtiges Buch zu einem (leider) sehr aktuellen Thema
sleepwalker1303vor 2 Monaten

„Wir müssen über Rassismus sprechen“ von Robin J. DiAngelo ist ein Buch zu einem unfassbar wichtigen und aktuellen Thema, das den Leser mehr oder weniger direkt angreift und aufrütteln möchte. Die Autorin ist Soziologin und hat sich daher wissenschaftlich mit Rassismus beschäftigt und daraus ein Sachbuch gemacht, das sich auch aufgrund der vielen Fußnoten, nicht unbedingt flüssig lesen lässt.

Aber natürlich macht es das nicht zu einem schlechten Buch. Es ist halt kein Roman, der sich so einfach mal nebenher lesen lässt, sondern ein Buch, das man mit Bedacht und Verstand lesen muss, die aufgestellten Thesen sacken lassen und weiter drüber nachdenken muss. In vielen gehe ich mit der Autorin nicht konform, aber das liegt mehr an meiner persönlichen Herkunft und Lebensgeschichte, und nicht an ihren Thesen und dem Buch.

Fakt ist: auf Menschen bezogen gibt es keine Rassen. Punkt. Hautfarbe, Herkunft und Abstammung kann sich keiner aussuchen – ein Rassist zu sein dagegen ist die Wahl jedes einzelnen. Sich selbst und seine Worte und Taten zu hinterfragen, eventuell rassistisches oder diskriminierendes Verhalten abzulegen, ist eine Frage von Anstand und Intelligenz, darauf geht die Autorin speziell in den letzten Kapiteln ein. Sie schreibt über weltweiten Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile und grenzt jeden der Begriffe klar gegen die anderen ab. Sie beschreibt und erklärt „white supremacy“ und „white fragility“. Soweit, so gut.

Denn, vermutlich steckt tatsächlich, wie die Autorin konstatiert, in jedem Weißen irgendwo eine (wenn auch unterschiedlich große) Portion Rassismus („white guilt“), die es gilt abzulegen, was im Endeffekt sowohl dringend nötig, als auch an der Zeit wäre. Beim Rassismus muss sich also jeder an die eigene Nase fassen und vor der eigenen Tür kehren, was man als Leser aus dem Buch mitnimmt, ist daher völlig typabhängig. Aber der große „alle-Weißen-sind-Rassisten-Topf“, in den die Autorin uns Leser wirft, ist eine Form der Kollektivschuld, die sicher nicht bei jedem Leser gleich gut ankommt, denn für sie ist schlicht jeder Weiße ein Rassist, Bemühungen, keiner zu sein, werden meiner Meinung nach von ihr abgetan und keinesfalls honoriert. Von mir wegen der zum Teil sehr wissenschaftlichen Formulierungen und der teilweise gewöhnungsbedürftigen (da nicht alltäglichen) Nomenklatur 4 Sterne und eine Lese-Empfehlung.

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Rezension zu "Wir müssen über Rassismus sprechen" von Robin J. DiAngelo

Zäh und wirr
Nachtblumevor 2 Monaten

Ich kam schon schwer in das Buch rein. Ich lese selten Sachbücher, aber selbst die zwei Sachbücher über Borderline, die ich mal zwischen die Finger bekam, lasen sich deutlich einfacher als dieses hier.


Natürlich ist es ein schwieriges Thema und sollte nicht wie ein unterhaltsamer Roman gestaltet sein, aber zäh wie Kaugummi muss auch ein Sachbuch nicht sein.

Mit dem Kapitel über mixed-race children konnte ich mich sehr gut identifizieren, weil sie meine Schwierigkeiten ziemlich genau auf den Punkt bringt. Aber das war es dann auch schon. Durchweg hatte ich irgendwie das Gefühl, dass die Autorin nicht auf den Punkt kommt, was das Lesen nicht gerade angenehm(er) gestaltete.

Viele Aspekte konnte ich nachvollziehen, einige aber auch nicht. Dennoch bringt sie Denkanstöße auf den Tisch, die ich als sinnvoll erachte.

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Rezension zu "Wir müssen über Rassismus sprechen" von Robin J. DiAngelo

Die Frage ist: Wie trifft Rassismus hier zu?
nocheinbuchvor 3 Monaten

Wer zu "Wir müssen über Rassismus sprechen" von Robin DiAngelo greift, erfährt schnell, dass Rassismus nicht in Einzelaktionen aufploppt, sondern ein allgegenwärtiges, in unserer Kultur und den Institutionen verankertes System ist, von dem Weiße profitieren, dessen Narrative sie dominant bestimmen. Die Konfrontation mit dieser Struktur und den (unverdienten) Privilegien des Weißseins provoziert “White Fragility”: “eine Empfindlichkeit, die zwar durch Unbehagen und Angst ausgelöst wird, aber aus Überlegenheits- und Anspruchshaltung erwächst” und darüber hinaus “Rassismus festschreibt”, ihn stützt.

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Die Frage "Trifft Rassismus hier zu?" kann nach DiAngelo übersprungen werden, es bleibt allein: "Wie trifft er hier zu?" - Und ja, sie stellt letztlich eine Falle auf, denn niemand, auch nicht sie selbst, kann ein Stadium des absoluten Antirassismus' erreichen, was Kritik hervorruft. Für mich persönlich entschärft sich die Dramatik der Vorwürfe, weil ich mich vorrangig selbst verorten wollte, selbstkritisch auf mich fokussiert blieb. Und auch wenn DiAngelo als Weiße mit jahrelanger beruflicher Erfahrung in Sachen Gleichstellung vorrangig für den amerikanischen Markt schrieb, so ist die USA doch bezüglich Medien, Wirtschaft usw. global absolut prägend - eine authentische Auseinandersetzung mit dem von ihr beschriebenen Sozialisationsprozess lohnt durchaus genauso wie eine gewisse Demut, “sich nicht von der unausweichlichen Dynamik des Rassismus auszunehmen”. Natürlich gibt es mindestens genauso empfehlenswerte, direkt auf Deutschland hin geschriebene Literatur zum Thema Rassismus -> wichtig bleibt, dass die zahlreichen Diskussionen und die aus ihnen (hoffentlich) folgenden Veränderungen keinesfalls abebben. “Ich habe dieses System zwar nicht geschaffen, aber ich profitiere ungerechtfertigt davon, nutze es zu meinem Vorteil, und es liegt an mir, es zu durchbrechen”.

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