Robin Lane Fox

 4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Die klassische Welt, Alexander der Große und weiteren Büchern.

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Die klassische Welt

Die klassische Welt

 (6)
Erschienen am 01.01.2011
Reisende Helden

Reisende Helden

 (5)
Erschienen am 01.08.2011
Alexander der Große

Alexander der Große

 (6)
Erschienen am 03.05.2010
Augustinus

Augustinus

 (3)
Erschienen am 14.10.2017
Der englische Gärtner

Der englische Gärtner

 (0)
Erschienen am 26.08.2018
Die andere Geschichte der Bibel

Die andere Geschichte der Bibel

 (0)
Erschienen am 23.03.2019
Im Anfang war das Wort

Im Anfang war das Wort

 (1)
Erschienen am 01.03.1997

Neue Rezensionen zu Robin Lane Fox

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Rezension zu "Augustinus" von Robin Lane Fox

Sekundärliteratur zu den "Confessiones" von Augustinus
Cornelia_Ruoffvor 8 Monaten

„AUGUSTINUS“ VON ROBIN LANE FOX

2. ZUM INHALT

Die „Confessiones“ sind wohl das meistgelesene Werk des Kirchenvater Augustinus (354-430) sind ca. 400 n. C. erschienen. Das Werk setzt sich aus 13 Büchern zusammen. Die ersten 9 Bücher stellen somit die erste Autobiographie in der Geschichte der Literatur dar und beschäftigen sich mit der Vergangenheit. Buch 10 betrifft die memoria und die Suche nach Gott. Es ist von Augustinus aus gegenwärtigem Zeitpunkt geschrieben, denn es ist ein gerade ablaufendes Zwiegespräch mit Gott. Das 11. Buch beschäftigt sich mit der Zeit und der Zeitlichkeit. Die Bücher 12 und 13 klären Fragen der Schrift.

Robin Lane Fox macht uns darauf aufmerksam, dass Augustinus nicht einmal, sondern mehrfach bekehrt wurde. Er war ein sinnlicher Mann und scheiterte oft am „Feuer seiner Lust“.

Robin Lane Fox zeigt uns in ihren Gedanken zur memoria, eine „Phänomenologie des Gedächtnisses“, Gedächtnis und Gedächtnisinhalt müssen sich dem weiten Sinn von Bewusstsein- bzw. Bewusstseinsinhalt annähern. Die Transzendenz der memoria – was liegt über der memoria – wird aber dennoch in der memoria erfahren? – Gott und beatitudo. Die memoria gilt bei Augustinus als Prinzip der Einheit des Menschen: Gefühlsbewegungen, Geistestätigkeiten, seiner Erfahrungen im Ganzen.

Feinfühlig interpretiert Lane Fox, das Zwiegespräch von Augustinus zu Gott. Er ist selbst Protagonist. Die Ich-Erzählung bestimmt einige Kapitel. Das Ich steht für den einzelnen Menschen.

Der Autor erweckt den Menschen Augustinus anhand der Confessiones zum Leben und zeigt uns, dass die Gedanken von Augustinus über das Leben, die Manichäer, seine Bekehrung und vor allem über die memoria und die Zeit sind auch aus der heutigen Sicht heraus, noch als beachtlich anzusehen, wenn man sie als Beschreibung des menschlichen Bewusstseins sieht. Die Gedanken sind nicht nur rhetorisch eine hohe Leistung, sondern auch so anschaulich geschildert, dass selbst ein philosophischer Leie einen guten Einblick erhält.

4/5 Punkten

3. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG

„Augustinus“ von Robin Lane Fox hat 746 Seiten, einen festen Einband und ist am 14.10.2017 unter der ISBN 9783608981155 bei Klett-Cotta, im Genre Sachbücher erschienen und kostet 39 €.

4/5 Punkten

4. FAZIT

Der Autor zeichnet eine Charakteristik Augustinus und schildert die Confessiones so anschaulich und einfach nachzuvollziehen. Sein Weg über die Manichäer zu Gott war kein einfacher Weg. Er war dem Leben sehr zugetan und auf Sex zu verzichten, war nur eines seiner menschlichen Probleme dabei.

Es gefällt mir, dass es hier nicht um den Kirchenvater, sondern um einen Menschen geht, der viel reflektiert, gelesen, gelernt und recherchiert hat, um seine Bekenntnisse nieder zu schreiben und das Dilemma seines Lebens, hin hergerissen zwischen dem Leben und seiner Liebe zu Gott in ein Gleichgewicht zu bringen, um ein gottesfürchtiges Leben zu erfüllen.

Es ist vermessen zu sagen, dass der Mensch in der Antike nichts mehr mit uns zu tun hat. Gerade in den Confessiones finden wir heute noch viel, was auf den heutigen Menschen zutrifft. Augustinus hat keinesfalls an Aktualität verloren.

Über Augustinus gibt es viel Literatur, vor allem gibt es viel Sekundärliteratur über die Confessiones. Ich gebe nicht die volle Punktzahl, weil ich gerne die memoria oder auch die Gedanken zur Zeit, also Buch 10 und 11 intensiver beleuchtet hätte.

@Klett-Cotta: Ich bedanke mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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Rezension zu "Augustinus" von Robin Lane Fox

Interessant gewählte Perspektive
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Interessant gewählte Perspektive

Etwas absolut Neues zu und über Augustinus zu sagen, dürfte im Blick auf die Fülle der Literatur, auf das reiche Vermächtnis des Mannes selbst (und damit der ausgezeichneten Quellenlage) kaum möglich sein und „ganz neue Fakten“ erfährt der Leser in dieser brandneuen Betrachtung von Leben, Entwicklung und Denken des wohl einflussreichsten „Kirchenvaters“ nun auch nicht (auch wenn bis in die Gegenwart hinein immer wieder noch neues Material, verschollene Briefe und anderes von Augustin auftauchen, zuletzt 2007).

Zudem benötigt der Leser bei der Lektüre dieses Werkes vor allem Geduld. Nicht, dass Fox nicht immer wieder „auf den Punkt“ kommen würde, wohl aber, weil Fox so unermesslich viele Punkte beschreibt und zu setzen versteht, dass es eine ganze Weile lang dauert, bis die wesentlichen Einsichten in die Person Augustins und seine verschiedenen Lebensphasen (Augustin selbst spricht in seinen „Confessiones“ (der zentralen Quelle gerade dieses opulenten Werkes) eben nicht von „einer Bekehrung“, sondern von „mehreren“ bis „vielen“ (je nachdem, was der einzelne Betrachter als „Bekehrung“ definiert), die allesamt in den „Confessiones“ durch Augustins eigene Hand Eingang gefunden haben.

Schon hier aber setzt Fox wiederum einen Unterpunkt und beschäftigt sich in nicht geringem Umfang mit der Frage, ob Augustin „mit eigener“ Hand geschrieben hat oder diktierte. Eine Frage, zu zunächst lässlich erscheint (dafür benötigt es eben jene Geduld), die aber i Zusammenhang mit dem Ansatz des Autors bestens hineinpasst. Anhand zweier weiterer, historischer Personen (ohne engsten Bezug zu Augustinus) und vielfachen Beschreibungen den Leser mit hinein zu nehmen in den Alltag der damaligen, antiken Welt, in die Denkmuster, welche die Zeit und damit auch Augustin prägten und ebenso den Alltag Augustins selbst fassbar zu schildern.

Eine Genauigkeit, die sich manches Mal im Detail zu verlieren scheint und dennoch griffige Interpretationen dann urplötzlich bereithält. Dass z.B. einer, der seine eigene „Armut“ in Kindertagen zum Thema machte, genauer betrachtet ein Kind der Mittelschicht, wenn nicht gar des oberen Bürgertums war (der Besitz der Eltern ließ diese nicht als „Reich“ gelten, führte aber dennoch auch in öffentliche Ämter.

Wie im Übrigen die „Abfolge“ an Bekehrungen ebenfalls minutiös auf den Punkt je gebracht wird und auf diesem Hintergrund gut zu verstehen ist, warum Augustin zunächst ein „Manichäer“ wurde. Bei denen die „Obersten“ zwar zölibatär lebten, dies aber nicht von den „Schülern“ verlangten. Was eben Augustin zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg unmöglich gewesen wäre, so sehr brannte das „Feuer der Lust“ in ihm.

Erotische Begierde und „Ruhmsucht“, das sind jene beiden Momente, an denen Augustin immer wieder verzweifelte (als er den Punkt seines Lebens erreicht hatte, an dem es ihm „ernst“ wurde).

„Damit die Seele danach streben kann, Gott zu „kennen“, muss sie von moralischer Unzulänglichkeit gereinigt werden“. Was dazu führte, dass Augustin in dieser Phase täglich um „Genesung“ betete, fast jede Nacht weinte, was auch damit zusammenhing, das er nun „seit vier Monaten nicht mehr die weiche Haut einer Frau gespürt…..hatte“.

Ein langsames Tempo mit vielfachten Verästelungen in die „Welt hinaus“ und von da aus wieder zurück als Erfahrung und Prägung der Person des Augustin. Der nicht nur als Dogmatiker, Kirchenlehrer oder Prediger fasziniert, sondern gerade ob seines so klar erkennbaren und so belegten Weges „ganz in der Welt mit allem lebend“ Schritt für Schritt über „Etappen“ („Bekehrungen“) ganz zu Gott gefunden zu haben.

So trifft es vielleicht ganz den Kern dieser Person, dass die einzige Quelle über seine frühen Jahre, die nicht Augustin selbst verfasst hat, ihn als „konvertierend“ kennzeichnet.
Ein „sich Wandelnder“ dessen Schritte der Entwicklung im Kontext der damaligen Zeit, geschärft am und mit dem Profil zweier anderer „Denkern“ jener Tage Robin Lane Fox detailliert, fundiert und, teilweise im wahrsten Sinne des Wortes, erschöpfend, dem Leser vor Augen führt.

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Rezension zu "Reisende Helden" von Robin Lane Fox

Rezension zu "Reisende Helden" von Robin Lane Fox
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Dädalus, Herkules und Co.

Die alten Geschichten um Troja und mehr noch um Odysseus künden durch die Worte des nebulösen Homer von den Anfängen der griechischen Kultur, den Kriegen zwischen Stämmen, den vielfältigen Bündnissen, Gegnerschaften und Verpflichtungen, vor allem aber von den vielfältigen Seerouten der frühen Antike und, dies nun vor allem in der Odyssee, weisen auf, wie eng die Bindung zwischen den frühantiken griechischen Völkern und der Seefahrt, der Entdeckungsreisen, gewesen ist.

„Reisende“ waren sie allemal, Seefahrer und Piraten, Händler und Entdecker rund um das Mittelmeer. Wieweit diese Reisenden auch „Helden“ waren, was dran ist an manchen antiken Sagengestalten, warum Io als eine der wenigen weiblichen Heldengestalten als Kuh reist, um diesen Fragen nachzugehen bietet sich das neue Werk von Robin Lane Fox in durchaus guter Weise an.

In frischer Sprache ohne den Boden historischer Wissenschaft zu verlassen, wendet sich Fox dem 8. vorchristlichen Jahrhundert zu, begleitet die euböischen Griechen auf dem Weg ihrer Expansion, bietet durchaus auch Vermutungen, statt nur trockenen Stoff durch Fußnoten zu belegen und entwirft so ein durchaus lebendiges, abenteuerliches Bild der Frühantike Griechenlands, die dem die eine oder andere bis heute bekannte Sagengestalt in ihrer Entwicklung mit dargestellt wird.

712 und 711 vor Christus tauchen sie auf. In alten, assyrischen Texten, die Griechen, bezeichnet als „Ionier“, welche sich zu diversen Raubzügen gegen das assyrische Reich vom Meer her kommend aufmachten. Jene Zeit, in der bereits „mythoi“ (übersetzt einfach „Erzählungen“) ihre Ausgestaltung begannen nach dem Untergang der „mykenischen Palastgesellschaft“. Diese „mythoi“ sind fast die eigentliche Errungenschaft der Griechen des 8. Jh., welche „brillierten durch Worte, nicht durch Dinge“. Worte, mündlich komponierte Gesänge und Epen, denen Fox nachspürt und ein lebendiges Bild jener Zeit des Wandels in den Raum zu setzen vermag. Worte vor allem Homers, die für Fox „die wichtigsten Führer für unsere Spurensuche“ sind. Natürlich nicht im wortwörtlichen Sinne, sondern als „indirektes Zeugnis auch für die Zeit, in der diese Dichter lebten“.

Diesen indirekten Spuren nach Osten und Westen nachgehend, kommt Fox durchaus zu der Bewertung, „reisenden Helden“ auf ihren Spuren durch die Zeit zu folgen. Entdecker, Abenteurer, durchaus auch Räuber, die den Elementen, der See und den Feinden trotzten, neue Länder entdeckten (und weiter kamen, als manches Mal vermutet) und vielfache Gefahren überstanden (oder auch manches Mal nicht). Geographische Bezeichnungen und Begrifflichkeiten, Hinweise aus der Odyssee vor allem sind es, die Fox mit aufarbeitet. „Sikania“ als Ort der Beschaffung guter Haussklaven. Ein Ort, den Fox im heutigen Sizilien anordnet. Oder die Offenlegung bisher übersehener Hinweise auf griechische Kontakte mit Nordafrika, zunächst mit Libyen, die in den Erzählungen um Menelaos zu finden sind. Eine ganze Reihe von Anspielungen auf ferne Orte, deren Topographie hier und da (wie in Südspanien) mit der Beschreibung Homers einhergehen, zeigen im Buch die breite Ausdehnung der Fahrten der alten Griechen und lässt die Hochachtung vor diesen „reisenden Leistungen“ tatsächlich beim Leser wachsen.

Minutiös folgt Fox den Spuren in der antiken Dichtung, verortet mythische Hinweise, erläutert die vielfältigen Verflechtungen und legt so ein durchaus beredetes Zeugnis jener Zeit rein mündlicher Überlieferungen vor, dass dem historisch interessierten durchaus vielfache Anregungen vermittelt. Allerdings bildet das Buch keine Form der „Unterhaltungsliteratur“, teilweise geht es schon trocken zu und wird an manche Orte auch äußerst kleinteilig. Ein dennoch zu würdigender, neuer, anderer Ansatz geschichtlicher Betrachtungen, der nicht aus der reinen Fantasie entspringt, sondern fundiert aktuelle Erkenntnisse der Forschung aufbereitet und ein darüber hinaus Denken enthält.

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Robin Lane Fox wurde am 05. Oktober 1946 in Großbritannien geboren.

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