Robin Lane Fox Augustinus

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Inhaltsangabe zu „Augustinus“ von Robin Lane Fox

Mit großer Sprachkunst erzählt und deutet Robin Lane Fox die entscheidenden Lebensphasen des heiligen Augustinus. Einfühlsam porträtiert er den Menschen und genialen Denker, der Meisterwerke der Weltliteratur schuf. Zugleich lässt er die faszinierende geistige Welt der Spätantike lebendig werden.

Augustinus von Hippo (354–430 n. Chr.), Redner, Philosoph und Kirchenlehrer, ist bis heute eine geistige Macht geblieben. Die Bürde des Schicksals und die Erfahrung der Freiheit, die Endlichkeit des Menschen und die Unendlichkeit Gottes – zwischen diesen Polen bewegt sich sein Leben.

Robin Lane Fox zeigt ihn als einen Mann des späten römischen Reiches, dessen Denken von Anfang an von den intellektuellen Debatten seiner Zeit tief geprägt war und der sich ständig neu erfand. Mit großem Einfühlungsvermögen und Scharfsinn erzählt er die packende Geschichte Augustinus’ vielfältiger Wandlungen.

Anhand der »Bekenntnisse«, eines der größten autobiographischen Meisterwerke aller Zeiten, schildert der Historiker Leben, Charakter und Temperament einer ebenso leidenschaftlichen wie komplexen Persönlichkeit.

Sekundärliteratur zu den "Confessiones" von Augustinus

— Cornelia_Ruoff

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  • Sekundärliteratur zu den "Confessiones" von Augustinus

    Augustinus

    Cornelia_Ruoff

    11. April 2018 um 10:45

    „AUGUSTINUS“ VON ROBIN LANE FOX 2. ZUM INHALT Die „Confessiones“ sind wohl das meistgelesene Werk des Kirchenvater Augustinus (354-430) sind ca. 400 n. C. erschienen. Das Werk setzt sich aus 13 Büchern zusammen. Die ersten 9 Bücher stellen somit die erste Autobiographie in der Geschichte der Literatur dar und beschäftigen sich mit der Vergangenheit. Buch 10 betrifft die memoria und die Suche nach Gott. Es ist von Augustinus aus gegenwärtigem Zeitpunkt geschrieben, denn es ist ein gerade ablaufendes Zwiegespräch mit Gott. Das 11. Buch beschäftigt sich mit der Zeit und der Zeitlichkeit. Die Bücher 12 und 13 klären Fragen der Schrift. Robin Lane Fox macht uns darauf aufmerksam, dass Augustinus nicht einmal, sondern mehrfach bekehrt wurde. Er war ein sinnlicher Mann und scheiterte oft am „Feuer seiner Lust“. Robin Lane Fox zeigt uns in ihren Gedanken zur memoria, eine „Phänomenologie des Gedächtnisses“, Gedächtnis und Gedächtnisinhalt müssen sich dem weiten Sinn von Bewusstsein- bzw. Bewusstseinsinhalt annähern. Die Transzendenz der memoria – was liegt über der memoria – wird aber dennoch in der memoria erfahren? – Gott und beatitudo. Die memoria gilt bei Augustinus als Prinzip der Einheit des Menschen: Gefühlsbewegungen, Geistestätigkeiten, seiner Erfahrungen im Ganzen. Feinfühlig interpretiert Lane Fox, das Zwiegespräch von Augustinus zu Gott. Er ist selbst Protagonist. Die Ich-Erzählung bestimmt einige Kapitel. Das Ich steht für den einzelnen Menschen. Der Autor erweckt den Menschen Augustinus anhand der Confessiones zum Leben und zeigt uns, dass die Gedanken von Augustinus über das Leben, die Manichäer, seine Bekehrung und vor allem über die memoria und die Zeit sind auch aus der heutigen Sicht heraus, noch als beachtlich anzusehen, wenn man sie als Beschreibung des menschlichen Bewusstseins sieht. Die Gedanken sind nicht nur rhetorisch eine hohe Leistung, sondern auch so anschaulich geschildert, dass selbst ein philosophischer Leie einen guten Einblick erhält. 4/5 Punkten 3. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG „Augustinus“ von Robin Lane Fox hat 746 Seiten, einen festen Einband und ist am 14.10.2017 unter der ISBN 9783608981155 bei Klett-Cotta, im Genre Sachbücher erschienen und kostet 39 €. 4/5 Punkten 4. FAZIT Der Autor zeichnet eine Charakteristik Augustinus und schildert die Confessiones so anschaulich und einfach nachzuvollziehen. Sein Weg über die Manichäer zu Gott war kein einfacher Weg. Er war dem Leben sehr zugetan und auf Sex zu verzichten, war nur eines seiner menschlichen Probleme dabei. Es gefällt mir, dass es hier nicht um den Kirchenvater, sondern um einen Menschen geht, der viel reflektiert, gelesen, gelernt und recherchiert hat, um seine Bekenntnisse nieder zu schreiben und das Dilemma seines Lebens, hin hergerissen zwischen dem Leben und seiner Liebe zu Gott in ein Gleichgewicht zu bringen, um ein gottesfürchtiges Leben zu erfüllen. Es ist vermessen zu sagen, dass der Mensch in der Antike nichts mehr mit uns zu tun hat. Gerade in den Confessiones finden wir heute noch viel, was auf den heutigen Menschen zutrifft. Augustinus hat keinesfalls an Aktualität verloren. Über Augustinus gibt es viel Literatur, vor allem gibt es viel Sekundärliteratur über die Confessiones. Ich gebe nicht die volle Punktzahl, weil ich gerne die memoria oder auch die Gedanken zur Zeit, also Buch 10 und 11 intensiver beleuchtet hätte. @Klett-Cotta: Ich bedanke mich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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  • Interessant gewählte Perspektive

    Augustinus

    michael_lehmann-pape

    20. November 2017 um 12:02

    Interessant gewählte PerspektiveEtwas absolut Neues zu und über Augustinus zu sagen, dürfte im Blick auf die Fülle der Literatur, auf das reiche Vermächtnis des Mannes selbst (und damit der ausgezeichneten Quellenlage) kaum möglich sein und „ganz neue Fakten“ erfährt der Leser in dieser brandneuen Betrachtung von Leben, Entwicklung und Denken des wohl einflussreichsten „Kirchenvaters“ nun auch nicht (auch wenn bis in die Gegenwart hinein immer wieder noch neues Material, verschollene Briefe und anderes von Augustin auftauchen, zuletzt 2007).Zudem benötigt der Leser bei der Lektüre dieses Werkes vor allem Geduld. Nicht, dass Fox nicht immer wieder „auf den Punkt“ kommen würde, wohl aber, weil Fox so unermesslich viele Punkte beschreibt und zu setzen versteht, dass es eine ganze Weile lang dauert, bis die wesentlichen Einsichten in die Person Augustins und seine verschiedenen Lebensphasen (Augustin selbst spricht in seinen „Confessiones“ (der zentralen Quelle gerade dieses opulenten Werkes) eben nicht von „einer Bekehrung“, sondern von „mehreren“ bis „vielen“ (je nachdem, was der einzelne Betrachter als „Bekehrung“ definiert), die allesamt in den „Confessiones“ durch Augustins eigene Hand Eingang gefunden haben.Schon hier aber setzt Fox wiederum einen Unterpunkt und beschäftigt sich in nicht geringem Umfang mit der Frage, ob Augustin „mit eigener“ Hand geschrieben hat oder diktierte. Eine Frage, zu zunächst lässlich erscheint (dafür benötigt es eben jene Geduld), die aber i Zusammenhang mit dem Ansatz des Autors bestens hineinpasst. Anhand zweier weiterer, historischer Personen (ohne engsten Bezug zu Augustinus) und vielfachen Beschreibungen den Leser mit hinein zu nehmen in den Alltag der damaligen, antiken Welt, in die Denkmuster, welche die Zeit und damit auch Augustin prägten und ebenso den Alltag Augustins selbst fassbar zu schildern.Eine Genauigkeit, die sich manches Mal im Detail zu verlieren scheint und dennoch griffige Interpretationen dann urplötzlich bereithält. Dass z.B. einer, der seine eigene „Armut“ in Kindertagen zum Thema machte, genauer betrachtet ein Kind der Mittelschicht, wenn nicht gar des oberen Bürgertums war (der Besitz der Eltern ließ diese nicht als „Reich“ gelten, führte aber dennoch auch in öffentliche Ämter.Wie im Übrigen die „Abfolge“ an Bekehrungen ebenfalls minutiös auf den Punkt je gebracht wird und auf diesem Hintergrund gut zu verstehen ist, warum Augustin zunächst ein „Manichäer“ wurde. Bei denen die „Obersten“ zwar zölibatär lebten, dies aber nicht von den „Schülern“ verlangten. Was eben Augustin zum damaligen Zeitpunkt schlichtweg unmöglich gewesen wäre, so sehr brannte das „Feuer der Lust“ in ihm. Erotische Begierde und „Ruhmsucht“, das sind jene beiden Momente, an denen Augustin immer wieder verzweifelte (als er den Punkt seines Lebens erreicht hatte, an dem es ihm „ernst“ wurde).„Damit die Seele danach streben kann, Gott zu „kennen“, muss sie von moralischer Unzulänglichkeit gereinigt werden“. Was dazu führte, dass Augustin in dieser Phase täglich um „Genesung“ betete, fast jede Nacht weinte, was auch damit zusammenhing, das er nun „seit vier Monaten nicht mehr die weiche Haut einer Frau gespürt…..hatte“.Ein langsames Tempo mit vielfachten Verästelungen in die „Welt hinaus“ und von da aus wieder zurück als Erfahrung und Prägung der Person des Augustin. Der nicht nur als Dogmatiker, Kirchenlehrer oder Prediger fasziniert, sondern gerade ob seines so klar erkennbaren und so belegten Weges „ganz in der Welt mit allem lebend“ Schritt für Schritt über „Etappen“ („Bekehrungen“) ganz zu Gott gefunden zu haben.So trifft es vielleicht ganz den Kern dieser Person, dass die einzige Quelle über seine frühen Jahre, die nicht Augustin selbst verfasst hat, ihn als „konvertierend“ kennzeichnet. Ein „sich Wandelnder“ dessen Schritte der Entwicklung im Kontext der damaligen Zeit, geschärft am und mit dem Profil zweier anderer „Denkern“ jener Tage Robin Lane Fox detailliert, fundiert und, teilweise im wahrsten Sinne des Wortes, erschöpfend, dem Leser vor Augen führt.

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