Robin Lane Fox Reisende Helden

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Inhaltsangabe zu „Reisende Helden“ von Robin Lane Fox

Im Zentrum des Buches stehen die reisenden Zeitgenossen Homers: euböische Griechen des 8. Jahrhunderts, die als Seefahrer und Piraten rund um das Mittelmeer unterwegs waren, Handel trieben und neue Welten entdeckten. Fundstück für Fundstück trägt der Autor zusammen, was sich über diese frühen Griechen herausfinden lässt. Reisende Helden, das sind auch die Figuren des Mythos, die weit herumkamen: etwa Dädalus, der sogar fliegen konnte, Herkules, der kreuz und quer im Mittelmeerraum seine Arbeiten verrichtete, oder die unglückliche Io, die von Zeus erst verführt und dann in eine Kuh verwandelt wurde. Indem Robin Lane Fox den unendlichen Schatz der griechischen Mythen mit der Sachwelt der archäologischen Funde verknüpft, lässt er vor unseren Augen ein lebendiges Bild dieser Zeit entstehen. Robin Lane Fox’ reisende Helden sind verwegene griechische Seefahrer aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., die ferne Länder und Küsten entdeckten. Das Wissen und die Geschichten aus der Fremde integrierten sie in ihre Vorstellungswelt und legten so den Grundstein für die griechische Kultur.

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  • Rezension zu "Reisende Helden" von Robin Lane Fox

    Reisende Helden
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. October 2011 um 11:38

    Dädalus, Herkules und Co. Die alten Geschichten um Troja und mehr noch um Odysseus künden durch die Worte des nebulösen Homer von den Anfängen der griechischen Kultur, den Kriegen zwischen Stämmen, den vielfältigen Bündnissen, Gegnerschaften und Verpflichtungen, vor allem aber von den vielfältigen Seerouten der frühen Antike und, dies nun vor allem in der Odyssee, weisen auf, wie eng die Bindung zwischen den frühantiken griechischen Völkern und der Seefahrt, der Entdeckungsreisen, gewesen ist. „Reisende“ waren sie allemal, Seefahrer und Piraten, Händler und Entdecker rund um das Mittelmeer. Wieweit diese Reisenden auch „Helden“ waren, was dran ist an manchen antiken Sagengestalten, warum Io als eine der wenigen weiblichen Heldengestalten als Kuh reist, um diesen Fragen nachzugehen bietet sich das neue Werk von Robin Lane Fox in durchaus guter Weise an. In frischer Sprache ohne den Boden historischer Wissenschaft zu verlassen, wendet sich Fox dem 8. vorchristlichen Jahrhundert zu, begleitet die euböischen Griechen auf dem Weg ihrer Expansion, bietet durchaus auch Vermutungen, statt nur trockenen Stoff durch Fußnoten zu belegen und entwirft so ein durchaus lebendiges, abenteuerliches Bild der Frühantike Griechenlands, die dem die eine oder andere bis heute bekannte Sagengestalt in ihrer Entwicklung mit dargestellt wird. 712 und 711 vor Christus tauchen sie auf. In alten, assyrischen Texten, die Griechen, bezeichnet als „Ionier“, welche sich zu diversen Raubzügen gegen das assyrische Reich vom Meer her kommend aufmachten. Jene Zeit, in der bereits „mythoi“ (übersetzt einfach „Erzählungen“) ihre Ausgestaltung begannen nach dem Untergang der „mykenischen Palastgesellschaft“. Diese „mythoi“ sind fast die eigentliche Errungenschaft der Griechen des 8. Jh., welche „brillierten durch Worte, nicht durch Dinge“. Worte, mündlich komponierte Gesänge und Epen, denen Fox nachspürt und ein lebendiges Bild jener Zeit des Wandels in den Raum zu setzen vermag. Worte vor allem Homers, die für Fox „die wichtigsten Führer für unsere Spurensuche“ sind. Natürlich nicht im wortwörtlichen Sinne, sondern als „indirektes Zeugnis auch für die Zeit, in der diese Dichter lebten“. Diesen indirekten Spuren nach Osten und Westen nachgehend, kommt Fox durchaus zu der Bewertung, „reisenden Helden“ auf ihren Spuren durch die Zeit zu folgen. Entdecker, Abenteurer, durchaus auch Räuber, die den Elementen, der See und den Feinden trotzten, neue Länder entdeckten (und weiter kamen, als manches Mal vermutet) und vielfache Gefahren überstanden (oder auch manches Mal nicht). Geographische Bezeichnungen und Begrifflichkeiten, Hinweise aus der Odyssee vor allem sind es, die Fox mit aufarbeitet. „Sikania“ als Ort der Beschaffung guter Haussklaven. Ein Ort, den Fox im heutigen Sizilien anordnet. Oder die Offenlegung bisher übersehener Hinweise auf griechische Kontakte mit Nordafrika, zunächst mit Libyen, die in den Erzählungen um Menelaos zu finden sind. Eine ganze Reihe von Anspielungen auf ferne Orte, deren Topographie hier und da (wie in Südspanien) mit der Beschreibung Homers einhergehen, zeigen im Buch die breite Ausdehnung der Fahrten der alten Griechen und lässt die Hochachtung vor diesen „reisenden Leistungen“ tatsächlich beim Leser wachsen. Minutiös folgt Fox den Spuren in der antiken Dichtung, verortet mythische Hinweise, erläutert die vielfältigen Verflechtungen und legt so ein durchaus beredetes Zeugnis jener Zeit rein mündlicher Überlieferungen vor, dass dem historisch interessierten durchaus vielfache Anregungen vermittelt. Allerdings bildet das Buch keine Form der „Unterhaltungsliteratur“, teilweise geht es schon trocken zu und wird an manche Orte auch äußerst kleinteilig. Ein dennoch zu würdigender, neuer, anderer Ansatz geschichtlicher Betrachtungen, der nicht aus der reinen Fantasie entspringt, sondern fundiert aktuelle Erkenntnisse der Forschung aufbereitet und ein darüber hinaus Denken enthält.

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