Robin Roe

 4.6 Sterne bei 61 Bewertungen

Lebenslauf von Robin Roe

Robin Roe hat an der Cornell Universität studiert und ihren Abschluss in Harvard gemacht. Sie war in Boston in der Jugendberatung tätig, bevor sie nach Dallas zog, um sogenannte Risiko-Jugendliche zu betreuen. »Der Koffer« ist ihr Debütroman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Robin Roe

Cover des Buches Der Koffer (ISBN:9783551560292)

Der Koffer

 (58)
Erschienen am 24.03.2017
Cover des Buches A List of Cages (ISBN:9781484763803)

A List of Cages

 (3)
Erschienen am 10.01.2017

Neue Rezensionen zu Robin Roe

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Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Starkes Debüt
inktravellingvor einem Jahr

Bei machen Büchern fällt es mir leichter eine Rezension zu schreiben, als bei anderen. Bei diesem hier war es fast unmöglich. Es ist ein so unglaublich gutes, vielschichtiges und ergreifendes Buch über eine so schreckliche Thematik. Es machte mich wütend und traurig und berührte zugleich mein Herz.

Das Buch wird abwechselnd aus Julians und Adams Sichtweise erzählt. Der Leser erfährt langsam durch Rückblenden, was in Julians Leben passiert ist und von seiner komplexen und vielschichtigen Beziehung zu Adam.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen doch gleichzeitig unglaublich tief. Sowohl bei Adam, als auch bei Julian hatte ich das Gefühl, als würden ich tatsächlich die Worte der beiden lesen und nicht die der Autorin. Ich hatte das Gefühl die Charaktere wirklich zu kennen. Nicht nur Adam und Julian, sondern auch Adams Freunde Emerald und Charlie. Alle Charaktere sind authentisch und bringen ihre eigenen Motive und Gefühle mit in die Handlung. Viele von ihnen machen eine Entwicklung durch, die ich nachvollziehbar und glaubhaft empfand.

Der 14-jährige Julian ist ein sehr stiller, schüchterner Junge, der Schwierigkeiten hat sich auszudrücken und oft wäre er am liebsten unsichtbar, nicht weil er das tatsächlich gerne wäre, sondern weil er sich nicht sicher fühlt.

Der 18-jährige Adam dagegen ist wie die Sonne. Alle scheinen um ihn zu kreisen. Jeder kennt und mag ihn. Und wer ihn nicht kennt, mit dem schließt er innerhalb weniger Minuten Freundschaft. Wie z.B. mit dem Museumswächter, der ihn erst anblafft und ihm 10 Minuten später eine Waffensammlung zeigt, die für Besucher nicht zugänglich ist. Mit Adam erleben wir auch ein paar sehr lustige Szenen, die die Handlung auflockern.

Die Szene, die mir am besten die Unterschiedlichkeit zwischen Adam und Julian vor Augen geführt hat, war die Beschreibung von Julians Versteck in der Schule. Während es in Julians Worten sicher, gemütlich und toll anhörte, erfahren wir von Adam, wie stickig, winzig und gefährlich Julians Versteck auf ihn wirkt.

Aufgrund des Klappentexts hatte ich schon erwartet, dass dies kein fröhliches Buch sein würde. Ich hatte viele Dinge erwartet, die passierten. Vieles allerdings auch nicht. Es hat mich geschockt, wütend und traurig gemacht. Nicht nur wütend auf Julians Onkel, sondern auch auf seine Lehrer, auf seine Mitschüler und auch auf die Polizisten. Mir hat es fast das Herz zerbrochen, als der Koffer, den Julian zu seinem neunten Geburtstag von seinen Eltern bekam – der Gegenstand, der Julians sicher Hafen war, zu seinem Gefängnis wurde.

Auch wenn ich das Buch beendet habe, hat es mich noch nicht losgelassen und ich denke, das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.

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Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Der Koffer
An-chanvor 2 Jahren

"Der Koffer" ist eine bedrückende Geschichte mit ruhigen, ernsten Tönen, aber auch witzigen Momenten, die die Stimmung immer wieder kurz auflockern. Und es ist eines der Bücher, bei denen die Handlung fassungslos ans Buch fesselt, bis man es am Ende mit einem mulmigen Gefühl, aber auch erleichtert zuklappt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Julian und Adam erzählt. Julian ist ein schmächtiger, blasser Junge, der kaum spricht und sich in den Schulpausen am liebsten in seinem Versteck hinter der Theaterbühne, in einer Art vergessenen Abstellraum, verbirgt. Seit seine Eltern bei einem Unfall gestorben sind, lebt er bei seinem Onkel und alles, was ihm von früher geblieben ist, sind Notizbücher seiner Mutter und ein alter Koffer.
Adam ist so ziemlich das komplette Gegenteil. Er war kurzzeitig Julians "Bruder", als dieser bei ihm und seiner Mutter als Pflegekind lebte bevor er zu seinem Onkel kam. Adam hat ADHS und ist deswegen ständig unruihg, hibbelig, immer in Bewegung. Zusammen mit seiner fröhlichen, offenen, häufig scherzhaften Art ist jeder sofort angetan von ihm.
Nach Jahren, in denen Julian und Adam kaum Kontakt hatten, nähern sie sich durch Adams Aushilfsarbeit bei der Schulpsychologin, die Julian regelmäßig besuchen muss, langsam wieder an. Adam versucht, Julian mit in seinen Freundeskreis zu integrieren und schafft es dabei, dass Julian nach und nach wieder lebensfroher wird.
Doch zeitgleich kommt Adam auch immer näher an die Wahrheit dessen, was Julian bei seinem Onkel durchlebt... und versucht, ihm so gut wie möglich zu helfen - was leichter gesagt als getan ist.

Wer zu "Der Koffer" greift, muss sich auf ein paar unschöne, grausame Szenen einstellen, die auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis bleiben. Aber zeitgleich gelingt der Wechsel mit humorvollen, lockeren Szenen perfekt, sodass man von der Handlung nicht zu sehr runtergezogen wird. Es wird gut aufgezeigt, wie wichtig Freundschaft und Liebe sind und das "Familie" nicht nur aus Verwandtschaft besteht. Das Ganze wird durch authentische Charaktere getragen, die man einfach sofort ins Herz schließt und mit denen man gerne mitfiebert.

Einzig das Ende fand ich letztlich etwas überdramatisiert und es passte nicht 100%ig zur vorherigen Erzählweise bzw. wirkte weniger authentisch, aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.

"Der Koffer" ist ein großartiges Buch, das dem Leser eine wahre Gefühlsachterbahn beschert! Absolute Leseempfehlung.

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Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Menschliche Abgründe verfolgen den Leser auch hinterher
Azaleevor 2 Jahren

Der Koffer von Robin Roe ist ein sehr schwierig zu rezensierendes Buch. Nicht weil es schlecht war - ganz im Gegenteil. Vielmehr ist es das Thema, das den Leser auch nach Beenden des Buches nicht loslässt.
Robin Roe widmet sich in ihrem Debütroman den Abgründen menschlichen Handelns. Ihr Schreibstil ist sehr klar, gerade dadurch gelingt es ihr, dem Leser das Thema noch näher zu bringen. Gerade durch diese Sprache zieht sie den Leser in den Bann, erschafft eine bedrückende Atmosphäre und weckt die unterschiedlichsten Gefühle beim Leser.
Es geht um die zwei Jungen Julian und Adam.
Julian ist ein sehr schüchterner und introvertierter Junge, der in seiner Klasse keine Freunde findet und sich von allen abgrenzt. Das liegt vor allem an seiner Vergangenheit und seinen momentanen Lebensumständen. Bei einem Autounfall hat er seine Eltern verloren und lebt jetzt bei seinem gewalttätigen Onkel. Durch seine Erfahrungen verhält er sich, als wäre um einiges jünger als seine 14 Jahre. Er flüchtet sich in die Fantasiewelt eines Kinderbuches. Julian ist sehr gut ausgearbeitet und ein Charakter, den man einfach nur gern haben kann. Vor allem gegen Ende des Buches hat er mir so unglaublich leid getan und die Geschichte hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
Ebenso gut ausgearbeitet ist Adam. Er ist für Julian so etwas wie ein großer Bruder und das komplette Gegenteil von ihm. Adam hat ADHS, ist beliebt und immer gut gelaunt. Für Julian setzt er sich bedingungslos ein und stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Gerade das macht die Freundschaft zwischen den beiden so einzigartig und das Buch so besonders. Adams Verzweiflung über Julians Leben kann man sehr gut spüren und nachvollziehen, auch weil so ein unglaubliches Durchaltevermögen an den Tag legt.
Robin Roe hat Charaktere erschaffen, die ohne die üblichen Klischees auskommen und sich dabei unglaublich weiterentwickeln. Das gilt auch für Charlie, Adams besten Freund, der eben nicht nur ein Nebencharakter ist.
Das Buch beginnt mit dem Schulalltag der beiden, was mir sehr gut gefallen hat. Gerade diese Alltäglichkeiten machen es umso authentischer und wecken beim Leser immer wieder Hoffnung. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto düsterer wird sie und läuft schließlich auf einen tragischen Höhepunkt zu. Auch dann gibt es aber noch eine schreckliche Wendung, die meiner Meinung nach gut zum Rest passt und dem Buch das Ende gibt, dass es verdient. Robin Roe nimmt sich am Ende ausreichend Zeit, die Figuren weiterzuentwickeln und ihre Reaktionen auf die Ereignisse auszuarbeiten.

Der Koffer ist ein Buch, das sich einem sehr schweren Thema widmet, aber unglaublich gut umgesetzt ist. Es hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen und macht es mir schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen. Für mich gehört es daher schon jetzt zu den Highlights des Jahres.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Der Koffer (ISBN:undefined)
»Wie viele Sterne?«

Du liebst Lesestoff, der tiefsinnig ist & dich zum nachdenken anregt?
Dann bist du bei der Königskinder-Leserunde zu "Der Koffer" von Debütautorin Robin Roe genau richtig.
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Lesealter ab 16 Jahre

»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

Leseprobe

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Robin Roe hat an der Cornell Universität studiert und ihren Abschluss in Harvard gemacht. Sie war in Boston in der Jugendberatung tätig, bevor sie nach Dallas zog, um sogenannte Risiko-Jugendliche zu betreuen. »Der Koffer« ist ihr Debütroman.

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Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches.
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