Robin Roe

 4.7 Sterne bei 55 Bewertungen

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Robin RoeDer Koffer
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Der Koffer
Der Koffer
 (52)
Erschienen am 24.03.2017
Robin RoeA List of Cages
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 (3)
Erschienen am 10.01.2017

Neue Rezensionen zu Robin Roe

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Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Der Koffer
An-chanvor 4 Monaten

"Der Koffer" ist eine bedrückende Geschichte mit ruhigen, ernsten Tönen, aber auch witzigen Momenten, die die Stimmung immer wieder kurz auflockern. Und es ist eines der Bücher, bei denen die Handlung fassungslos ans Buch fesselt, bis man es am Ende mit einem mulmigen Gefühl, aber auch erleichtert zuklappt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Julian und Adam erzählt. Julian ist ein schmächtiger, blasser Junge, der kaum spricht und sich in den Schulpausen am liebsten in seinem Versteck hinter der Theaterbühne, in einer Art vergessenen Abstellraum, verbirgt. Seit seine Eltern bei einem Unfall gestorben sind, lebt er bei seinem Onkel und alles, was ihm von früher geblieben ist, sind Notizbücher seiner Mutter und ein alter Koffer.
Adam ist so ziemlich das komplette Gegenteil. Er war kurzzeitig Julians "Bruder", als dieser bei ihm und seiner Mutter als Pflegekind lebte bevor er zu seinem Onkel kam. Adam hat ADHS und ist deswegen ständig unruihg, hibbelig, immer in Bewegung. Zusammen mit seiner fröhlichen, offenen, häufig scherzhaften Art ist jeder sofort angetan von ihm.
Nach Jahren, in denen Julian und Adam kaum Kontakt hatten, nähern sie sich durch Adams Aushilfsarbeit bei der Schulpsychologin, die Julian regelmäßig besuchen muss, langsam wieder an. Adam versucht, Julian mit in seinen Freundeskreis zu integrieren und schafft es dabei, dass Julian nach und nach wieder lebensfroher wird.
Doch zeitgleich kommt Adam auch immer näher an die Wahrheit dessen, was Julian bei seinem Onkel durchlebt... und versucht, ihm so gut wie möglich zu helfen - was leichter gesagt als getan ist.

Wer zu "Der Koffer" greift, muss sich auf ein paar unschöne, grausame Szenen einstellen, die auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis bleiben. Aber zeitgleich gelingt der Wechsel mit humorvollen, lockeren Szenen perfekt, sodass man von der Handlung nicht zu sehr runtergezogen wird. Es wird gut aufgezeigt, wie wichtig Freundschaft und Liebe sind und das "Familie" nicht nur aus Verwandtschaft besteht. Das Ganze wird durch authentische Charaktere getragen, die man einfach sofort ins Herz schließt und mit denen man gerne mitfiebert.

Einzig das Ende fand ich letztlich etwas überdramatisiert und es passte nicht 100%ig zur vorherigen Erzählweise bzw. wirkte weniger authentisch, aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.

"Der Koffer" ist ein großartiges Buch, das dem Leser eine wahre Gefühlsachterbahn beschert! Absolute Leseempfehlung.

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Azalees avatar

Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Menschliche Abgründe verfolgen den Leser auch hinterher
Azaleevor 9 Monaten

Der Koffer von Robin Roe ist ein sehr schwierig zu rezensierendes Buch. Nicht weil es schlecht war - ganz im Gegenteil. Vielmehr ist es das Thema, das den Leser auch nach Beenden des Buches nicht loslässt.
Robin Roe widmet sich in ihrem Debütroman den Abgründen menschlichen Handelns. Ihr Schreibstil ist sehr klar, gerade dadurch gelingt es ihr, dem Leser das Thema noch näher zu bringen. Gerade durch diese Sprache zieht sie den Leser in den Bann, erschafft eine bedrückende Atmosphäre und weckt die unterschiedlichsten Gefühle beim Leser.
Es geht um die zwei Jungen Julian und Adam.
Julian ist ein sehr schüchterner und introvertierter Junge, der in seiner Klasse keine Freunde findet und sich von allen abgrenzt. Das liegt vor allem an seiner Vergangenheit und seinen momentanen Lebensumständen. Bei einem Autounfall hat er seine Eltern verloren und lebt jetzt bei seinem gewalttätigen Onkel. Durch seine Erfahrungen verhält er sich, als wäre um einiges jünger als seine 14 Jahre. Er flüchtet sich in die Fantasiewelt eines Kinderbuches. Julian ist sehr gut ausgearbeitet und ein Charakter, den man einfach nur gern haben kann. Vor allem gegen Ende des Buches hat er mir so unglaublich leid getan und die Geschichte hat mir die Tränen in die Augen getrieben.
Ebenso gut ausgearbeitet ist Adam. Er ist für Julian so etwas wie ein großer Bruder und das komplette Gegenteil von ihm. Adam hat ADHS, ist beliebt und immer gut gelaunt. Für Julian setzt er sich bedingungslos ein und stellt seine eigenen Bedürfnisse hinten an. Gerade das macht die Freundschaft zwischen den beiden so einzigartig und das Buch so besonders. Adams Verzweiflung über Julians Leben kann man sehr gut spüren und nachvollziehen, auch weil so ein unglaubliches Durchaltevermögen an den Tag legt.
Robin Roe hat Charaktere erschaffen, die ohne die üblichen Klischees auskommen und sich dabei unglaublich weiterentwickeln. Das gilt auch für Charlie, Adams besten Freund, der eben nicht nur ein Nebencharakter ist.
Das Buch beginnt mit dem Schulalltag der beiden, was mir sehr gut gefallen hat. Gerade diese Alltäglichkeiten machen es umso authentischer und wecken beim Leser immer wieder Hoffnung. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto düsterer wird sie und läuft schließlich auf einen tragischen Höhepunkt zu. Auch dann gibt es aber noch eine schreckliche Wendung, die meiner Meinung nach gut zum Rest passt und dem Buch das Ende gibt, dass es verdient. Robin Roe nimmt sich am Ende ausreichend Zeit, die Figuren weiterzuentwickeln und ihre Reaktionen auf die Ereignisse auszuarbeiten.

Der Koffer ist ein Buch, das sich einem sehr schweren Thema widmet, aber unglaublich gut umgesetzt ist. Es hat mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen und macht es mir schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen. Für mich gehört es daher schon jetzt zu den Highlights des Jahres.

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-nicole-s avatar

Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

Eine Geschichte, die tief berührt
-nicole-vor 9 Monaten

Ein Koffer voller Erinnerungen…

Vier Jahre ist es her, als das Unglück mit aller Macht über Julian hereinbrach – er verlor seine Eltern bei einem Autounfall. Seitdem lebt er bei seinem grausamen Onkel Russell. Aus seiner einst glücklichen Kindheit ist nichts geblieben, außer Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Julian vermisst seine Eltern sehr und zieht sich immer weiter zurück. Doch eines Tages trifft er auf Adam, mit dem ihn viel verbindet. Adam hat eine fröhliche und unbeschwerte Art an sich und war eine Zeitlang für Julian wie ein Bruder. Doch Julian schafft es einfach nicht, mit Adam über die Sachen zu sprechen, die er am liebsten für immer vergessen würde. Doch als Adam endlich hinter Julians Geheimnis kommt, ist es schon fast zu spät…

„Ich lasse den Rucksack auf den Boden fallen und hebe den schweren Deckel des Koffers an. Beim Anblick all der Dinge, die mir im Leben wichtig sind, zieht sich mein Herz zusammen: die Fotoalben und die Elian-Mariner-Bücher und das grüne Notizheft mit der Spiralbindung, das meiner Mutter gehört hat.“ – Seite 15/16

„Der Koffer“ ist ein sehr berüherendes Buch. Es geht um den vierzehnjährigen Julian, der seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat. Dieses schreckliche Ereignis hat er nie wirklich überwunden – nun lebt er bei seinem Onkel und distanziert sich mehr und mehr von seinem Umfeld. Doch dann taucht Adam auf – der Ältere war immer wie ein Bruder für ihn. Schafft er es, wieder etwas Glück in Julians Leben zu bringen? Was niemand weiß: Julian muss nicht nur den Tod seiner Eltern verarbeiten, sondern auch noch etwas ganz anderes – er hütet ein erschütterndes Geheimnis…
Das Buch ist abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben: Julian, eher sensibel und ängstlich, und Adam, der beliebt und schlagfertig ist. In die Leben beider Charaktere bekommt man durch die Ich-Perspektive einen detailreichen Einblick – auch wie sie denken, handeln und fühlen – neben kleinen schönen Momenten wird es oft sehr berührend, traurig und auch dramatisch.
Neben den aktuellen Geschehnissen werden auch immer wieder Erinnerungen von Julian an glückliche Momente aus seiner Kindheit und die gemeinsame Zeit mit seinen Eltern beschrieben:

Und wenn mein Vater mich dann ins Bett bringt, fragt er: „Wie viele Sterne?“ Wenn es ein schöner Tag war, sage ich „neun“ oder „zehn“. Aber wenn es ein sehr schöner Tag war, vielleicht sogar der schönste Tag meines Lebens, darf ich übertreiben und irgendwas Verrücktes sagen wie „zehntausend Sterne“. – Seite 14

Das Cover ist eher dunkel gehalten – neben dem abgebildeten Sternenhimmel passt auch das schwarz-weiß gehaltenen Bild der beiden Jungen sehr gut. Eine passende und sehr schöne Gestaltung.

Mein Fazit: „Der Koffer“ ist ein Buch, das berührt. Es ist sehr gut geschrieben – die Geschichte überzeugt mit zwei starken Hauptcharakteren, die dem Leser sofort ans Herz wachsen. Einige Abschnitte sind sehr erschütternd, traurig und dramatisch – dazwischen gibt es aber immer wieder kleine Lichtblicke. Wieder ein Buch aus dem Königskinder-Verlag, das mich sehr begeistert und tief berührt hat. Sehr lesenswert!

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Gespräche aus der Community

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»Wie viele Sterne?«

Du liebst Lesestoff, der tiefsinnig ist & dich zum nachdenken anregt?
Dann bist du bei der Königskinder-Leserunde zu "Der Koffer" von Debütautorin Robin Roe genau richtig.
Bewerbe dich für eines der 10 Rezensionsexemplare und schreib uns deine Meinung!


Lesealter ab 16 Jahre

»Wie viele Sterne?«, hat Julians Vater immer gefragt, wenn er ihn abends ins Bett brachte. Zehntausend-Sterne-Tage waren die besten überhaupt. Doch Julians Eltern sind tot. Seit er bei seinem Onkel wohnt, ist ihm ist nichts geblieben als Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Als Julian seinem Pflegebruder Adam wiederbegegnet, ist er zunächst voller Glück. Adam, der so nett ist und so tollpatschig und trotzdem zu den Coolen gehört. Doch es ist schwierig Vertrauen zu fassen. Und je mehr Vertrauen Julian fasst, desto mehr kommt Adam hinter seine Geheimnisse. Das bringt sie beide in große Gefahr.

Leseprobe

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Robin Roe hat an der Cornell Universität studiert und ihren Abschluss in Harvard gemacht. Sie war in Boston in der Jugendberatung tätig, bevor sie nach Dallas zog, um sogenannte Risiko-Jugendliche zu betreuen. »Der Koffer« ist ihr Debütroman.

Wir suchen nun mindestens 10 Leser, die gerne in Büchern für junge Erwachsene schmökern und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten.

Bewerbungsaufgabe: Schildere uns deinen Eindruck zur Leseprobe

Viel Spass

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Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches.
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