Robin Wasserman Wired

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  • Rezension zu "Wired" von Robin Wasserman

    Wired

    Reni

    27. October 2011 um 18:03

    Erschütternd, emotional und charakternah ...wenn nur das Wörtchen ENDE nicht wäre. Trilogien, egal ob in Film oder Literatur, sind stets eine Sache für sich. Erst wartet man Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis man endlich erfährt, wie es mit dem liebgewonnen Held oder der toughen Heldin weitergehen wird – fiese Cliffhanger und zumeist dramatische Plotentwicklungen stellen die Geduld auf eine zähneknirschende Zerreißprobe – und dann ist es plötzlich soweit: das Wörtchen ENDE bildet sich rasch und endlich unter dem letzten Satz. Alles ist gesagt und es gibt kein Zurück. Bei der Skinned-Trilogie, um die kämpferische Lia Kahn, erging es mir ähnlich. War ich zuvor stets fasziniert von Lias Entwicklung und den halbwegs erträglichen Schlussakten, sorgte der finale Band Wired nun für einen temporären Absturz meines erschütterten Nervenkostüms. Darf eine Reihe wirklich so zu Ende gehen? … oh ja, das darf sie! Mit Wired kreiert Robin Wasserman erneut eine intelligent und charakternah erzählte (Jugend-)Dystopie, die zunächst auf leisen Sohlen zu fesseln weiß und sich, im Gegensatz zu manchen Genrekollegen, auf das Wesentliche konzentriert. Seichtes 08/15 High-School-Geflüster sucht man hier vergebens, denn für übertriebene Schwärmereien bleibt glücklicherweise keine Zeit. Was zählt sind die Entwicklungen der einzelnen Protagonisten und die Enthüllung aufwühlender Geheimnisse, die im Verlauf der letzten zwei Bände gehütet wurden - unfassbare Abgründe tun sich plötzlich in der Welt der Terminator ähnlichen Mechs auf, so, dass selbst der draufgängerische Jude es mit der Angst zu tun bekommt. Genau! Alte Freunde wie Feinde ebnen sich einen Weg zurück … und fortwährend steht eine Botschaft im Raum: NIEMAND ist unentbehrlich. Das sorgt gelegentlich schon für einige Schockmomente. Passend gewählt ist da übrigens der Titel Wired, der übersetzt in etwa verkabelt/installiert bedeutet und im Handlungsverlauf einen Sinn ergibt. Beharrlich an vorderster Front kämpft abermals die junge Mech Lia Kahn, die von Band eins bis drei eine dramatische Entwicklung durchmachen musste und mit ihrer leicht unterkühlten Art überzeugt. War Lia in Skinned noch ein Mädchen, das von der beliebten High School Schülerin zur bedeutungslosen Außenseiterin abgestempelt wurde, forderte sie im 2. Band Crashed unerschrocken ihre Grenzen heraus, in dem Wissen unsterblich zu sein (zumindest wenn das Bankkonto stimmt). In Wired wird das bis dato Gewesene nun auf den Kopf gestellt. Wie nicht anders zu erwarten, heißt es nun endgültig Org/Mensch gegen Mech/Maschine. Dabei präsentiert sich der unvermeidliche Kampf eher in einer Art taktischem Schachspiel, statt in blutigen Schlachten. Wiederholt macht Schlüsselfigur Lia eine greifbare Wandlung durch. Sie ist stark und gleichzeitig machtlos. Als Maschine wurden ihr jegliche Rechte/Menschenwürde genommen, d. h. jeder Org könnte sie eliminieren, ohne eine Straftat zu begehen, wann immer ihm die Lust danach steht. Doch lässt Lia sich anfangs noch zum Spielball des Feindes machen und bezüglich dessen in der Öffentlichkeit bloßstellen, bleibt bald nur noch der Frontalangriff … mit schwerwiegenden Folgen. Das ist fesselnd, unterhaltsam und erschütternd. Trotzdessen Lia und ihre Freunde anscheinend nichts empfinden können (schließlich sind sie nur eine Kopie des menschlichen Ichs), ist es beinahe unmöglich das zu glauben. Wie bereits in den Bänden zuvor, ist es erstaunlich, wie glaubhaft Robin Wasserman die Gefühle und Ängste ihrer mechanischen Hauptprotagonistin in der Ich-Perspektive schildert. Da bedarf es kaum der eigenen Phantasie, um sich in die düstere Welt me(ns)chlicher Abstürze zu begeben. Auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen. Jude, Riley und Zo stehen erneut auf dem Programm und beweisen einmal mehr, dass es keine perfekt geschliffene Persönlichkeit braucht. Sie alle haben ihre Stärken wie Schwächen und lassen sich kaum in eine Schublade stopfen. Bestes Beispiel ist Lias kleine Schwester Zo, die sich in Skinned nicht gerade mit me(ns)chlichem Feingefühl bekleckerte und nun zeigt, was wirklich in ihr steckt. Langsam wendet sich das Blatt und alte Vorurteile ihr gegenüber lassen sich leicht über Bord werfen. Bei dem rasant eingeführten Schlussakt sieht die Sache hingegen ganz anders aus. Für das definitive ENDE kommt er nämlich äußert unbefriedigend daher – das liegt allerdings rein im Auge des Lesers. Realistisch betrachtet ist es ein recht offener, aber gleichzeitig auch würdiger Abschluss. Einzig Schade ist eigentlich nur, dass einige mögliche Entwicklungen (z. B. in Bezug auf Lia und manch wichtige Nebenfiguren) eingeführt werden, sich zum Ende hin aber im Nirgendwo verlieren … hier wird also das eigene Kopfkino gebraucht und die aussichtslose Hoffnung, dass es vielleicht nicht das Ende ist. Enttäuschend? Für manche Leser ist das frustrierte Zuklappen der letzten Seite gewiss ein Thema … für mich allerdings passt es (nach einem kleinen Schockmoment). Kurz gesagt: Für mich gehört die Skinned-Trilogie zu einer der besten Dystopien-Reihen, die der Buchmarkt derzeit zu bieten hat. Auf eine unverwechselbare Weise versteht Robin Wasserman ihr Handwerk und entführt den Leser in eine dramatische wie packende Zukunftsvision der mechlichen Art. Auch im finalen Band Wired weiß sie mit emotionalen, erschütternden und charakternahen Momenten zu überzeugen … wenn nur das Wörtchen ENDE nicht wäre.

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  • Rezension zu "Wired" von Robin Wasserman

    Wired

    VanaVanille

    05. September 2011 um 19:02

    Lia ist ein Mech - ein Skinner - und somit kein Org mehr. Mit dieser Tatsache hat sie sich nun abgefunden. Aber was ist mit dem Rest der Welt? Wird irgendwann jeder einsehen können, dass nur der Geist eines Menschen und nicht seine körperliche Beschaffenheit ausschlaggebend dafür sind, ob er als Lebewesen oder Maschine angesehen wird? Lia kämpft für diese Einsicht, doch bald stellt sich heraus, dass selbst ihre engsten Angehörigen diese Ansicht nicht teilen. Plötzlich wird das Mech-Mädchen mit einem undurchsichtigen Netz aus Verschwörungen konfrontiert, was sie nicht nur einmal vollkommen aus der Bahn wirft. Sehr langsam beginnt der finale Teil der Trilogie um Lia Kahn, die sich in diesem dritten Buch nun vollends mit ihrem Dasein als Mech abgefunden hat. Statt sich ihr altes Leben als normaler Mensch wieder herbei zu wünschen, kämpft sie diesmal selbst für die Rechte ihrer Art und tut alles dafür, um endlich jedem klar zu machen, dass sie genauso handeln und denken kann, wie ihre organischen Mitmenschen. Trotz dieser geistigen Entwicklung der jungen Protagonistin, die sie im Laufe der Geschichte eindeutig verändert hat, blieb sie dennoch eine sehr nachdenkliche, selbstbewusste und harte Persönlichkeit, die emotional immer eine gewisse Distanz bewahrte. Statt sich ihren Gefühlen völlig hinzugeben - wie es bei einem Mech sowieso nur selten der Fall ist - beschrieb sie ihre Gedanken immer sehr ehrlich und direkt, sodass selbst die Liebesgeschichte, die bereits im zweiten Band der Trilogie begonnen hatte, nie zu sehr die Überhand gewann. Neben Lia traten auch wieder die altbekannten anderen Nebenfiguren auf, die man in Skinned und Crashed bereits kennen lernen durfte. Auch die Figuren, die im zweiten Teil eher in Vergessenheit gerieten, bekamen diesmal wieder eine größere Rolle und trugen einen wichtigen Teil zu der Geschichte mit bei. Man bekam als Leser einen wirklich guten Draht zu ihnen, da auch sie unter vielen Schicksalsschlägen zu leiden hatten und somit an Charakter und Tiefsinn gewannen. Genauso wie die Protagonistin waren sie nicht so geradlinig und durchschaubar, wie es bei vielen Nebenfiguren aus anderen Jugendbüchern der Fall ist, was auch hier für viele Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen sorgte. Im Allgemeinen hatte das Buch einiges an erstaunlichen Erkenntnissen und Aufdeckungen zu bieten, die mich doch an der ein oder anderen Stelle haben schlucken lassen. Es war grausam, traurig und sehr oft so erschütternd, dass man nicht anders konnte als mit Lia mitzufiebern und dieser schrecklichen, dystopischen Gesellschaft ein schnelles Ende an den Hals zu wünschen. Umso gelungener empfand ich den Schluss, auf den ich hier nicht weiter eingehen will, der mir aber sehr gut gefiel. Mein Urteil: Ein wunderbares Finale, was eher langsam in Fahrt kommt, dann aber so viele Geheimnisse ans Licht bringt, dass man kaum mehr dazu kommt irgendwo eine Pause einzulegen. Spannend, mitreißend und genial findet Lia Kahns Geschichte hier ihr Ende, bleibt im Kopf des Lesers aber weiter bestehen. Diese und weitere Rezensionen gibt es auch auf unserem Blog: http://collectionofbookmarks.blogspot.com

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  • Rezension zu "Wired" von Robin Wasserman

    Wired

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