Der letzte Zeuge

von Rochus Misch 
4,3 Sterne bei45 Bewertungen
Der letzte Zeuge
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Igelmanu66s avatar

Faszinierender chronologischer Bericht eines Zeitzeugen. Die Perspektive ist ungewöhnlich und die Lektüre unbequem.

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Ein interessanter Einblick in die Geschichte.

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Inhaltsangabe zu "Der letzte Zeuge"

'Misch – Sie werden natürlich noch gebraucht.' Dieser gespenstische Befehl ergeht am 22. April 1945 im 'Führerbunker' an Rochus Misch, den Leibwächter und Telefonisten Adolf Hitlers. Kaum ein anderer hat die Kriegsjahre in ebenso ungeheuerlicher wie ungewöhnlicher Nähe Hitlers zugebracht. Nun erzählt der 'letzte Zeuge' seine Geschichte, mit der beklemmenden Aufrichtigkeit eines Mannes, der erkennen muss, dass er damals sein Tun für richtig hielt. – 'Wenn ich Rochus Misch begegnen sollte – ich würde ihm ohne Zögern die Hand geben' (Ralph Giordano im Vorwort).

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492257350
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.12.2009

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    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Faszinierender chronologischer Bericht eines Zeitzeugen. Die Perspektive ist ungewöhnlich und die Lektüre unbequem.
    Ein zuverlässiger junger Mann…

    »Ich werfe mir heute nicht vor, dass ich unter den damaligen Umständen funktionierte, dass ich meinen Dienst immer ordentlich und gewissenhaft versah, selbst dann noch, als mir 1943 klar wurde, dass der Krieg verloren gehen würde. Selbst dann noch, als er längst verloren war. Selbst dann noch, als Hitlers Leiche brannte. Nein, ich werfe dem Rochus Misch von damals nicht vor, dass er keinen Ärger machte.
    Dennoch – dass mir das so selbstverständlich war, das macht mich nachdenklich.«

     

    Rochus Misch, geboren 1917, war nie Mitglied der NSDAP. Wegen seiner Körpergröße und Statur wurde er nach der Musterung für die Leibstandarte SS Adolf Hitler ausgewählt. Er arbeitete bis zum letzten Tag als Leibwächter, Kurier und Telefonist Hitlers, hielt auch noch nach dessen Tod die Stellung im Führerbunker. Hier erzählt er seine Geschichte.

     

    Als ich dieses Buch entdeckte, wurde ich gleich neugierig. Was war das für ein junger Mann, der da in unmittelbarer Nähe Hitlers seinen Dienst tat? Was bewegte ihn und wie dachte er über die furchtbaren Dinge, die um ihn herum geschahen?

    Rochus Misch schrieb diese Autobiographie, eben weil ihn ständig aus aller Welt Fragen erreichten. Er erkannte den Wert, den sein Bericht für die Nachwelt hat, weil dieser den Leser zwingt, sich differenziert mit der Thematik auseinanderzusetzen.

     

    Diese Auseinandersetzung ist nicht leicht, die Wertung fällt schwer. Es ist ein unbequemes Buch, denn wie gerne würde man Misch, treues Mitglied des persönlichen Begleitkommandos Hitlers, einfach als Nazi verurteilen. Und sich sagen, dass man selber garantiert anders gehandelt hätte…

     

    Misch als Person zu beurteilen, fällt schon schwer. Da gibt es so einiges, was Verständnis oder gar Sympathie weckt, andere Dinge befremden. Wie er auf seinen Posten kam, gehört zu den nachvollziehbaren Punkten.

    Die Vollwaise Rochus Misch, aus einfachen Verhältnissen stammend, hatte sich zu den SS-Verfügungstruppen gemeldet, weil diese mit Vergünstigungen und Zukunftsperspektiven lockten. 1939 wurde Misch in Polen schwer verletzt, hatte u.a. einen glatten Lungendurchschuss. Dass anschließend der Gedanke, wieder an die Front zurück zu müssen, ihm nicht gerade verlockend erschien, ist nur zu verständlich. Als für das persönliche Begleitkommando des Führers ein »absolut zuverlässiger junger Mann« gesucht wurde, der »keinen Ärger macht«, kam man auf Misch.

    Dieses Anforderungsprofil trifft seinen Charakter recht gut. Er war zuverlässig auf seinem Posten, tat pflichtbewusst seine Arbeit, war immer da, wenn man ihn brauchte und hielt ansonsten den Mund. Wenn er erzählt, kommt es einem so vor, als hätte er einen ganz normalen Job bei einem ganz normalen Arbeitgeber gehabt. Da ist nichts von Aggressivität in seinem Bericht, er wirkt auch nicht sonderlich politisch. Zu interessieren scheint ihn nur, wie es ihm und seiner Familie geht. Das wirkt nicht bösartig oder egozentrisch, er denkt einfach nicht weiter. Vermutlich gab und gibt es sehr viele Menschen wie ihn.

     

    Befremdlich wird es, wenn er beispielsweise den Privatmann Hitler als »normaler, einfacher Mann, der einfachste Mensch, den ich kannte« beschreibt. Ich möchte ganz einfach Hitler nicht als normalen Menschen betrachten, nicht mal, wenn ich lese, wie er im Schlafanzug nach einer Wärmflasche für seine Füße verlangt. Misch betont immer wieder, dass er keine Kenntnis darüber hatte, was in den Konzentrationslagern vor sich ging. In der Nähe des Führers wäre nie über so etwas gesprochen worden, auch unter den Kameraden nicht. Kann das wirklich so stimmen?

    Zumindest eine Ahnung muss dagewesen sein, alles andere scheint mir nicht realistisch. Und warum sonst sollte Misch an anderer Stelle sagen: »Dass man von diesem Thema besser die Finger ließ … das war völlig klar … Man hatte immer ein bisschen Angst.«

     

    Rückblickend verurteilt Misch die Taten der Nazis, fragt sich sogar, wie »Untaten solchen Ausmaßes nur ein so gut gehütetes Geheimnis bleiben konnten«. Aber damals lebte er ein Dasein voller Widersprüche, vermittelte den ganzen Tag über Telefonate für Hitler und ging abends nach Hause, zur politisch links eingestellten Ehefrau und hörte mit dem Schwiegervater zusammen den Feindsender. Der Eindruck manifestiert sich, dass dieser junge Mann einfach nur überleben wollte und die Realität um sich herum bewusst ausblendete. Wenn er berichtet, wie Magda Göbbels ihren Kindern die Totenhemdchen anzieht, merkt man allerdings, dass der Familienvater Misch dabei an seine Grenzen kam.

     

    Rochus Misch hat vermutlich aktiv nichts Böses getan. Man könnte ihm vorwerfen, dass er für die obersten Nazis arbeitete, Hitler bediente und beschützte. Man könnte sagen, dass er sich hätte verweigern oder sogar etwas gegen Hitler hätte unternehmen müssen. Nah genug dran war er schließlich. Aber man muss sich auch ehrlich fragen, was man selbst an seiner Stelle getan hätte. Misch durchlebte 9 Jahre russischer Kriegsgefangenschaft, wurde grausam gefoltert. Wenn man ihm Schuld anrechnen kann, dann hat er dafür gebüßt.

     

    Das Buch enthält neben vielen Fotos auch detaillierte Karten von Führerbunker und Reichskanzlei, einen umfangreichen Anhang mit geschichtlichen Erläuterungen und zahlreichen Kurzbiographien.

     

    Fazit: Faszinierender chronologischer Bericht eines Zeitzeugen. Die Perspektive ist ungewöhnlich und die Lektüre unbequem, da man sich nicht einfach ein Urteil bilden kann, sondern sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen muss.

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    eskimo81s avatar
    eskimo81vor 3 Jahren
    Die Angst gehörte dazu

    Rochus Misch - Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter

    Er erzählt die seine Geschichte. Seine Geschichte als Angestellter von Hitler, ohne je der Partei angehört zu haben.

    'Wenn ich Rochus Misch begegnen sollte – ich würde ihm ohne Zögern die Hand geben' (Ralph Giordano im Vorwort).

    "Dieses Buch ist keine Rechtfertigung. Ich bekam den Posten bei Hitler, weil mein Kompaniechef sich sicher war, dass ich eben keinen Ärger machen würde. Ich trat den Posten an, weil ich Soldat war, und ich behielt ihn, weil mein Kompaniechef recht hatte (Seite 16/17)

    ... Ich kenne ihn nur als Mensch. Als Mensch, der mein Chef und dem mein Wohlergehen wichtig war. Ein Chef, der mich von seinem eigenen Leibarzt untersuchen liess, wenn es mir schlecht ging, der mir spontan freigab, als ich mit einem Mädchen ausgehen wollte, der mir zu meiner Hochzeit zwei Kisten erlesensten Wein nebst Sonderzahlung zukommen liess ... (Seite 14/15)

    "Misch, sie werden natürlich noch gebraucht"!

    Das Schlusswort, der Juristin Sandra Zarrinbal, welche das Buch mit begleitet hat, zeigt sehr deutlich, welche Zweifel / Bedenken sie hatte. Hitler ein Mensch?

    Am Schluss folgen detaillierte Anmerkungen und diverse Kurzbiographien, was das geschichtliche noch etwas deutlicher aufzeigt.

    Das Buch fesselte mich, vermutlich auch aus dem Grund, mal eine andere Seite des Krieges lesen zu können. Man verurteilt Hitler - logisch - aber dass er auch Chef und Mensch war geht dabei - verständlicherweise - unter. Einmal eine andere Sicht lesen zu dürfen war für mich persönlich eine spezielle aber interessante Erfahrung.

    Die Geschichte wird deswegen sicherlich nicht umgeschrieben, aber es zeigt ein "Gesamtbild"

    Fazit: Eine interessante Biographie des "letzten Zeugen". Spannend geschrieben, einfach mal eine andere Seite - schlussendlich stellt sich bei Geschichtlichen Hintergründen immer die Frage - was ist real? Was ist wirklich geschehen?

    Kommentare: 2
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    Hilles avatar
    Hillevor 4 Jahren
    Sehr sehr leichte Kost


    Vorweg ein Satz, der dieses Buch trefflich einordnen könnte:

    Was für Hausfrauen die Liebesromane, ist für den Geschichtler "Der letzte Zeuge".

    Ich habe dieses Buch zum Geburtstag erhalten und hätte es mir selber nie gekauft.
    Rochus Misch kenne ich aus einigen Weltkriegs- und Hitlerdokumentationen, war seiner Person gegenüber deshalb sehr skeptisch, da ich, wie viele, davon ausgehe, dass er mit seiner Lebensgeschichte nun noch etwas zu seiner Rente beisteuern möchte.

    Das Buch ist sehr schnell zu lesen (ca. 6h), für Bahnfahrten besonders geeignet, sofern man sich für Geschichte und insbesondere die Geschichte von 1933-1945 interessiert. Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten. Wer meint, durch dieses Buch werde er zum Experten für die innersten Geheimnisse der Reichsführung, wird enttäuscht. Zwar werden bestimmte Verhaltensformen einzelner hochrangiger Führer geschildert, aber da es sich auch um persönliche Bewertungen handelt, sollte man nicht alles geschilderte auf die Goldwaage legen.

    Spricht er von seinen Jugendjahren, fällt einem sehr schnell auf, dass er sich überall als bester darstellt: als bester Zeichner, als bester Fußballer, als kluger Junge, der aber nicht auf ein Gymnasium ging. Und gerade der letzte Punkt stört mich ein wenig.
    Im Buch stellt er sich selbst als Einzelgänger da, welcher "immer da" war, aber nie Fragen stellte, sondern einfach nur ausführte. 
    Es geht mir nicht, wie so vielen, darum, ob er was wusste, sondern ich bin der Meinung, dass dieser Mensch, ohne ihn angreifen zu wollen, nicht in der Lage war, über solche Dinge nachzudenken, selbst wenn ihn solche Dinge direkt am Kopf getroffen hätten. 
    Es wurde moniert, dass Misch seinen Nennonkel aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen herausholen ließ und dann trotzdem nichts von den Dingen, welche dahinter geschahen, mitbekommen haben soll. Ich habe die Ansicht, dass Rochus Misch wirklich nicht wusste, was dahinter geschah, weil er schlichtweg nicht schlau genug dafür war (was eigentlich, einfach gesagt, auch ein dummer Mensch hätte verstehen können). Das widerspricht aber seine eigenen Aussagen, dass er ein guter Schüler war.
    Der nächste Punkt, welcher mir missfiel: Sobald Misch selber merkt, dass man ihm eine geschilderte Situation später negativ auslegen könnte, kommen die Standardsätze "Aber davon wusste ich nichts genaueres." oder "Das hatte mich nicht interessiert.". Es ist wirklich sehr auffällig und störend.

    Die Situationen, die er anspricht, werden sehr verbildlicht dargestellt. Es wird einem nicht schwer fallen, einen Film vor dem inneren Auge ablaufen zu lassen.

    Da ich der Meinung bin, dass jeder aus dieser Zeit angehört werden sollte, darf man dieses Buch nicht einfach in den Müll werfen und den Autor verachten. Kaufen muss man sich dieses Buch allerdings auch nicht. Es ist nett zu lesen und interessant eine weitere Meinung über diese Zeit zu erfahren. Nur wenn man alle Seiten betrachtet, kann man sich eine eigene Meinung über etwas bilden.
    Durch die letzten Aussagen und dem Fakt, dass es mir meine Bahnfahrten erheblich verkürzte, sind 3 Punkte schon angebracht.

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    insomnias avatar
    insomniavor 5 Jahren
    Ein unverbluemter Blick ins Zentrum

    Die Geschichte des "letzten Zeugen" erzaehlt von Rochus Misch -Leibwaechter, Kurier und Telefonist Hitlers - mit der so beklemmenden Aufrichtigkeit eines Mannes, der die Kriegsjahre in ausserwoehnlicher Naehe Hitlers verbrachte und sein Tun damals fuer richtig hielt. Dabei haelt er sich selbst nach all den Jahren noch mit Details auf, an die er sich scharf erinnert. Trotzdem verherrlicht, kritisiert und rechtfertigt absolut nichts!

    Mich hat die Geschichte des Rochus Misch vollkommen in seinen Bann gezogen. Er erzaehlt das, was er erlebt hat, aus seiner ganz persoenlichen Sicht. Zusammen mit 73 Abbildungen und 2 Falttafeln gibt er einen Einblick in das, was sein Leben bestimmt hat. Dazu erzaehlt er, wie er Hitler zum ersten Mal begegnet ist, wie er selbst aufgewachsen und in den engen Kreis um Hitler aufgenommen wurde. Rochus Misch erzaehlt aber nicht von dem Gnadenlosen "Fuehrer" sondern eher von einem Menschen, der immer wieder in eine "Fuehrerrolle" ueberging, sobald es die Situation von ihm verlangte. Immer wieder erkennt man Stellen im Buch, die so gar nicht zu dem "Bild von Hitler" passen. Er soll nachdenklich gewirkt haben, oft sehr einsam und zurueck gezogen. Dass Geschenke fuer andere auch ein grosses Thema waren, erzaehlt Misch in Verbindung mit seiner Zeit als Kurier. Einen Adolf Hitler, der Nachts aus seinem Schlafzimmer gekrochen kommt, im Schlafanzug und Puschen und Misch um seine Waermflasche bittet? Sowas kann man sich kaum vorstellen.
    Misch erzaehlt aber auch von dem Tag, an dem Eva Braun und Adolf Hitler sich zurueckzogen, wie Goebbels' Frau die Kinder noch einmal alle in ihre weissen Nachthemden steckte, jedem Kind gut zuredete, sie liebkoste und durchkaemmte. "Eine Art Abschiedsritual" nannte Misch das ganze, denn danach brachte sie die Kinder nach oben und der Arzt gab ihnen "irgendein Bonbonwasser", wie Misch es beschreibt. Er beschreibt so genau wie es die Erinnerungen moeglich machen, wann, wo und wie er oder andere die Toten gesehen und gefunden haben. Genauso wie von seiner Flucht und der Gefangenschaft durch die Russen, die ihn folterten, weil sie an den Tod Hitlers nicht glauben wollten, obwohl sie es schon laengst bestaetigt hatten.
    Aber Rochus Misch erzaehlt auch von sich, von den Beweggruenden die zu dem Buch fuehrten und seiner Familie. Das Vorwort von Ralph Giordano aber besonders der Epilog von Sandra Zarrinbal geben einen tiefen Einblick in die Arbeit mit Misch. Wie sehr er stellenweise (verstaendlich!) mit den Erinnerungen kaempfte. Und auch wenn viel mit Fussnoten und sonstigen Infos gearbeitet wurde, hat man nicht das Gefuehl, dass man dort jemandem folgt, der nicht weiss was er erzaehlt.

    Mein Bild von Hitler hat sich nicht geaendert - natuerlich nicht! Er ist immernoch das abscheuliche Ungeheuer, welches er vorher auch schon in meinen Gedanken war. Obwohl ich jetzt auch durch Rochus Misch einen Einblick in die "Menschlichere" Seite des Adolf Hitler bekam, bleibt er unumstritten ein Teil der schlimmsten Geschichte ueberhaupt. Aber ich kann nicht abstreiten, dass es faszinierend war dieses Buch zu lesen und ich wuerde es auch jedem empfehlen, der sich ein bisschen fuer den Teil der Geschichte interessiert. Nicht, um sich ein anderes Bild zu machen, sondern einfach nur um die Geschichte auch mal aus dem Blickwinkel eines vollkommen unvoreingenommenen Menschen zu lesen, der mit der jugendlichen Naivitaet sein Tun fuer absolut richtig hielt und bis fast zum Schluss kaum eine Ahnung davon hatte, was um ihn herum geschah.

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    fwieflorians avatar
    fwieflorianvor 6 Jahren
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Mit einer gewissen Naivität und daher glaubhaft beschreibt Rochus Misch die Jahre, die er in unmittelbarer Nähe Adolf Hitlers verbracht hat. Man nimmt es ihm ab, dass er eine vollkommen unpolitische Rolle gespielt hat, dass er von dem, was um ihn herum vorging nur sehr wenig erfuhr. Es drängt sich der Vergleich mit einem Zyklon auf: in der Mitte des Sturmes ist es ruhig und windstill. Genau in dieser Mitte tat der Telefonist, der Kurier und Leibwächter seinen Dienst. Das Buch wird auch nicht durch seine eigene Person interesssant, sondern ausschließlich durch die Nähe zu dem wohl schlimmsten Verbrecher, den Mitteleuropa je erleben musste. Das einzige Mal, dass Rochus Misch sich in das System des Nationalsozialismus einklinkte war, als er einen Freund seines Schwiegervaters aus dem KZ Ortanienburg befreite, indem er den Chef des persönlichen Stabes von Himmler, Karl Wolff, um Hilfe bat. Das Buch von Misch ist gut lesbar und natürlich außerordentlich interessant für jeden, der sich im Entferntesten mit der Geschichte des 3. Reiches befasst. Für mich sehr beeindruckend und richtungsweisend war ein Satz von Ralpf Giordano: "Wenn ich Rochus Misch begegnen sollte - ich würde ihm ohne Zögern die Hand geben."

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    Smeraldas avatar
    Smeraldavor 6 Jahren
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Inhalt:
    Die persönlichen Erinnerungen des letzten Zeugen Hitlers.
    Misch Sie werden noch gebraucht. Dieser gespenstische Befehl geht am 22.4.1945 im Führerbunker an Rochus Misch, den Leibwächter und Telefonisten Hitlers. Kaum ein anderer hat die Kriegsjahre in ebenso ungeheuerlicher wie ungewöhnlicher Nähe des Führers zugebracht. Nun erzählt der letzte Zeuge seine Geschichte, mit der beklemmenden Aufrichtigkeit eines Mannes, der erkennen muss, dass er sein Tun damals für richtig hielt.

    Meine Meinung:
    Ich ging mit eher hohen Erwartungen an das Buch heran. Vorher hatte ich schon einige Bücher über den 2. Weltkrieg gelesen, allerdings immer aus der Sicht der Kriegsopfer und Kriegsgefangenen. "Der letzte Zeuge" ist sehr informativ. Es schildert die Ereignisse sehr detailliert. Für mich war es allerdings etwas zu dokumentarisch geschrieben, somit tat ich mir so manches mal schwer, das Buch weiterzulesen, bis zur nächsten richtig spannenden Stelle. Aber so ist das wahre Leben eben, es gibt auch weniger spannende Momente, schließlich ist es eine Biographie.

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    Thomas_Fritzs avatar
    Thomas_Fritzvor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Mehr als lesenswert! Großartig!
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Rochus Misch, der Erfolgsautor der Jahrtausendwende erzählt!
    Seine weltbekannte Biografie fesselt, bewegt und fasziniert den geschichtsinteressierten Leser. Sein aufschlußreiches, interessantes und spannendes Buch wurde bereits nach wenigen Wochen zu einem Bestseller der Spitzenklasse!

    Rochus Misch arbeitete vom Mai 1940 bis zum Mai 1945 im Zentrum der Macht des 3. Reiches als Leibwächter des Staatsoberhauptes Adolf Hitler. Egal ob in der Berliner Reichskanzlei, dem Berghof, der Wolfsschanze, Hitlers Münchner Wohnung am Prinzregentenplatz und zuletzt im Bunker der Berliner Reichskanzlei - Rochus Misch war überall dabei. Herr Misch ist der letzte noch lebende Augenzeuge und Zeitzeuge, welcher die letzten dramatischen Tage und Stunden im "Führerbunker" im April 1945 hautnah und aus allernächster Nähe miterlebt hat.

    Seine außergewöhnlichen Erlebnisschilderungen sind geschichtlich und historisch umso wertvoller, da sie von einem Mann geschrieben wurden, welcher damals leibhaftig dabei war und von keinem Historiker.
    (Nicht umsonst sagt das folgerichtige Sprichwort: Gott kann die Geschichte nicht mehr ändern, aber die Historiker!)
    Man kann mit Fug und Recht das wertvolle Geschichtsbuch "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch als die interessanteste Biografie des neuen Jahrtausends bezeichnen!
    Sie erschien bereits rund um den Globus, auf allen Erdteilen und in unzähligen Sprachen. Die hohen Auflagen sprechen für sich!
    Hier in Deutschland wurde bereits die 16. (!) Auflage gedruckt - und dies bereits nach 3 Jahren.
    Es ist ein absolut einzigartiges und lesenswertes Buch mit Tiefgang! Die Biografie von Rochus Misch, dem unbeugsamen Zeitzeugen, welcher auch noch heute wenige Kilometer vom einstigen Regierungsviertel wohnt, ist spannender und packender als jeder Krime!
    Höchstbenotung - 5 Sterne!

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    Steffilis avatar
    Steffilivor 8 Jahren
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Der Waisenjunge Rochus Misch wird eines Tages persönlicher Bediensteter von Adolf Hitler. Im Wechsel arbeitet er als Leibwächter, Kurier und Telefonist des "Führers" - und kommt ihm so ganz nahe. Dabei lernt er den Menschen Adolf Hitler kennen. Gegen Ende des Krieges ist er der letzte Telefonist und so kommt es, dass er auch der letzte Soldat ist, der den Führerbunker nach Hitlers Selbstmord verlassen darf. Anschließend verschlägt es ihn in Kriegsgefangenschaft.

    Rochus Misch erzählt nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben von Adolf Hitler, mit Details, die man bisher nicht kannte. Sehr gut geschrieben und interessant dargestellt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Ein sehr gutes Buch wo es mal nicht um irgendwelche Fronten oder Kriegsschauplätze geht.Beschreibt das Leben zwischen dem Angestellten und dem so genannten "Chef".Es liest sich wirklich sehr sehr gut.Absolut gelungen für meine Begriffe.

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    christina_mihalys avatar
    christina_mihalyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Der letzte Zeuge" von Rochus Misch

    Wirklich ein sehr gutes Buch. Kann ich nur jedem empfehlen, der sich für Zeitgeschichte und die Geschichte des 2-ten Weltkrieges interresiert.

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    Die persönlichen Erinnerungen des letzten Zeugen Adolf Hitlers.

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