Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht

von Roddy Doyle 
3,8 Sterne bei30 Bewertungen
Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht
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Mika_Schulzes avatar

Ein Buch der leisen Töne und mit sympathischen Charakteren.

JuliBs avatar

~ Eine schöne Geschichte vom Wiedersehen und Verabschieden ~

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Inhaltsangabe zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht"

Nur einer vermag so humorvoll von Liebe, Tod und Abschiednehmen zu erzählen: Roddy Doyle!

Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570154717
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:cbj
Erscheinungsdatum:26.11.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 24.01.2013 bei Jumbo erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    JuliBs avatar
    JuliBvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: ~ Eine schöne Geschichte vom Wiedersehen und Verabschieden ~
    Eine schöne Geschichte vom Wiedersehen und Verabschieden

    Marys Großmutter Emer liegt im Krankenhaus. Sie wird bald sterben, weil sie einfach alt geworden ist, und darüber sind alle traurig. Ganz besonders Mary und Marys Mutter Scarlett, Emers Tochter, die Emer jeden Tag im Krankenhaus besuchen.

    Eines Tages begegnet Mary auf dem Heimweg von der Schule einer Frau, die sich ihr als Tansey vorstellt. Tansey ist der Geist von Emers Mutter, die 1928 im Alter von nur 25 Jahren an Grippe verstarb. Sie möchte ihrer nun sterbenden Tochter ausrichten, dass alles gut und nur halb so schlimm ist. 

    Mary und Tansey freunden sich an. Am Ende lernt auch Scarlett ihre Großmutter kennen und dann beginnt die letzte Reise in die Nacht...

    Vier Generationen von Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch durch Blutsbande, Gene und die munter vorlauten Charaktere miteinander verbunden sind. Roddy Doyle verknüpft selbst in der Kürze geschickt alle Handlungsstränge und die Geschichten der Figuren, die das Buch im Kopf lebendig und im Herzen berührend machen. 

    Humorvoll, schön und traurig zugleich. - sehr lesenswert. 


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    JuliaOs avatar
    JuliaOvor 4 Jahren
    Frauen-Generations-Geschichte

    Eine ganz unterhaltsame Geschichte, über 4 Generationen von Frauen die zum Tod der Großmutter nochmal zusammen treffen (eine davon ein Geist ;)).
    Eine wirklich nette Idee, die auch kurzweilig zu lesen ist.
    Ich bin mir nur bei der Zielgruppe nicht wirklich sicher, es ist zwar definitiv ein Kinder-/Jugendbuch, da bin ich mir aber nicht sicher ob einen dieses Thema interessiert und für Erwachsene ist es für meinen Geschmack vom Stil her schon deutlich zu einfach gehalten...

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    Buchbahnhofs avatar
    Buchbahnhofvor 5 Jahren
    Schlechter Schreibstil und schlechte Sprecherin

    Leider war dieses Hörbuch, welches lange auf meiner Wunschliste stand und auf das ich mich sehr gefreut habe, ein totaler Griff daneben.

    Fangen wir mit dem Schreibstil an. Leider endet jeder zweite Satz mit “sagte”, was mich unfassbar genervt und nervös gemacht hat. Allein dadurch, dass ich immer darauf wartete, dass gleich wieder “…, sagte Tansey.” “…, sagte Mary.” etc. kommt, konnte ich mich gar nicht richtig auf die Geschichte konzentrieren. Wenn mal ein “fragte” oder “rief” kam, dann war das schon eine große Abwechslung für die ich dankbar war.
    Beispiel:
    Zitat aus dem Buch S. 14
    “Was hast du?”, sagte die Frau.
    “Meiner Großmutter geht´s nicht so gut”, sagte Mary.
    “Sicher, das weiß ich” ,sagte die Frau.
    “Warum fragen Sie dann?”, sagte Mary.
    Und so geht es leider seitenweise.

    Die Geschichte an sich ist leider weder besonders tiefgründig noch lustig. Sie plätschert lange nur so vor sich hin. Einzig die Rückblenden in Tanseys und Emers Lebensumstände haben mich ein bisschen fesseln können.

    Mary wirkte auf mich wie eine verzogene Göre. Dass sie auch noch dauernd betont, dass das, was sie gerade gesagt hat nicht vorlaut gemeint war tat ihr übrigens dazu, dass ich sie einfach nur schrecklich fand.

    Mir ist es schon oft passiert, dass eine tolle Sprecherin ein mittelmäßiges Buch durch ihre Art zu lesen noch ein ganzes Stück nach oben ziehen kann. Hier ging es mir leider genau anders herum. Regina Lemnitz hat eine Art zu lesen, bei der ich das Gefühl hatte, dass alle Kinder, auch hier wieder allen voran Mary, permanent schreien und nicht in einem normalen Tonfall reden.

    Es tut mir leid, aber dieses Buch bekommt von mir nur einen Stern. Die Geschichte um das Sterben, die sicher berühren soll wurde nur sehr oberflächlich geschrieben. Der Schreibstil mit seinen unendlichen vielen “sagte” ist eher schlecht zu lesen und die Sprecherin trägt ihr Übriges dazu bei, dass die Figuren unsympathisch wirken.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch was mich vorallem wegen den verschiedenen Perspektiven ( und deshalb auch Zeiten) besonders angesprochen hat.
    Ein schöne Geschichte mit viel Spaß aber auch Traurigkeit

    Auf ihrem Nach-Hause-Weg trifft Mary plötzlich Tansey. Was sie noch nicht weiß Tansy ist ihre Ur-Großmutter und ist als Geist gekommen um ihre Tochter, Marys Großmutter die im Sterben liegt , noch einmal zusehen. So machen sich vier Generationen ( Ur-Großmutter, Großmutter, Mutter und Tochter)  eine Reise durch die Nacht.

    Also erstmal vorweg die Geschichte gefällt mir sehr gut, ich habe zwar das Ende noch nicht gelesen aber ich hoffe das ich es heute Abend noch lesen werde und bin sehr gespannt. Was mir sehr gefällt ist das das Buch mal aus Tanseys Perspektive mal aus der der Großmutter aus der von Mary´s Mutter und aus Marys. Zwischendrin steht aber wieder die eigentliche Geschichte. Vorallem das Gespräch ganz am Anfang finde ich so toll: Mary`s Mutter Scarlett sagt zu Mary das man nicht mit Fremden redet darauf sagt Mary wie sie dann ihren Mann kennengelernt habe der war doch auch ein Fremder. Darauf fällt Scarlett nichts mehr ein. Es ist also mit viel Witz geschrieben es gibt aber auch ernste Stellen.ich finde das Cover zwar ein wenig kindlich aber das Buch ist so überhaupt nicht. Ich hoffe euch gefällt Mary Tansey und eine Reise in die Nacht

     

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    Jetztkochtsies avatar
    Jetztkochtsievor 6 Jahren
    Naja...

    Da mir die Bücher von Andreas Steinhöfel immer ausnehmend gut gefallen haben, ging ich davon aus, daß ein Buch, das er übersetzt auch so schlecht nicht sein könnte. Womit ich durchaus richtig lag, das Buch hat mir allerdings nur durchschnittlich gut gefallen. Die Geschichte ist nicht wirklich komplex und die Charaktere sehr einfach gehalten. Wirklich überraschend sind die Erlebnisse auch nicht. Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß das Buch hilfreich ist, einem Teenager den Abschied von den Großeltern oder den Umgang mit der Situation des Sterbens näher zu bringen und vielleicht zu erleichtern. Mir war vieles ein wenig zu leicht und die Sprache hier und dort deutlich zu kindlich, wobei das Buch sicherlich eben nicht schlecht ist, es hat nur meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Leider.

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    BookFriendvor 6 Jahren
    Rezension zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht" von Roddy Doyle

    Klappentext:
    Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht ...

    Meine Meinung:
    Ich muss zugeben, dass ich an "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" hohe Erwartungen hatte. Nicht nur die Rezensionen fielen oft sehr gut aus, sondern auch die Inhaltsangabe hat mich angesprochen. Ich hatte ein trauriges aber dennoch spannendes Buch vorgestellt. Letzlich bin ich ein wenig enttäuscht, und fand es zu kurzweilig.

    Das Interessante an "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" ist, dass es aus vier Perspektiven erzählt wird und dabei handelt es sich um vier Generationen von Frauen einer Familie. Zum einen die bereits verstorbene Tansey, die im Sterben liegende Emer, ihre Tochter Scarlett und deren junge Tochter Mary. Das hat mir am Buch sehr gut gefallen und es hat in manchen wenigen Stellen, in denen alle zusammentreffen, einen unbeschreiblichen, magischen Zauber beim Lesen ausgelöst.

    Tansey wird als eine sehr pflichtbewusste, glückliche Hausfrau dargestellt, die mit ihrem Leben zufrieden ist, bis sie plötzlich stirbt. Emers Leben prägt sich vor allem dadurch, dass ihre Mutter Tansey in so jungen Jahren gestorben ist und sie dadurch nie eine richtige Mutter hatte. Scarlett, die Emers Tochter ist, führt ein glückliches Leben mit ihrer Familie und ihre junge Tochter Mary ist sehr lebendig, frech und sehr klug für ihr Alter. Alle vier Frauen wirken sympathisch und dem Autor gelingt ein gutes Charakterprofil, besonders jedoch bei Tansey, die älteste und Mary, die jüngste. Aufgrund der relativ geringen Seitenanzahl (240 Seiten) gibt es im Buch bis auf diese vier Frauen keine besonders nennenswerten weiteren Charaktere.

    Es ist wirklich erstaunlich, wie gut der (männliche) Autor Roddy Doyle es schafft aus der Sicht von Frauen zu schreiben und dann auch noch in vier Generationen. Gut gefiel mir, dass er nicht für alle Generationen gleich geschrieben hat und bei Mary beispielsweise einen eher kindlichen Schreibstil angewendet hat, was zwar vielleicht im Lesefluss stören kann, aber passt. Durch die große Schrift und die kurzen Kapiteln liest sich das Buch zudem sehr schnell. Insgesamt gefällt mir der Schreibstil des Autors sehr gut. Es werden einige witzig oder auch mal schöne, vor allem bildhafte Metaphern und Vergleiche benutzt. Außerdem sind vor allem die Dialoge zwischen Mutter Scarlett und Tochter Mary sehr witzig und unterhaltsam geschrieben.

    Um Tiefe bei den Charakteren zu schaffen und das Leben von Tansey, Emer und Scarlett nachzustellen, arbeitet Roddy Doyle häufig mit Rückblenden und Anekdoten aus der Kindheit dieser. Diese sind leider nicht immer spannend, so dass es beim lesen manchmal zäh wurde und ich mich richtig konzentrieren musste, um nicht schnell abgelenkt zu werden. Auch kommt das Abenteuer, wovon im Klappentext geredet wird, im letzten Drittel des Buches und weil es erst so spät kommt, fällt es auch sehr kurz aus, was sehr schade ist.

    "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" hat mit den verschiedenen Perspektivwechseln eine interessante Erzählweise und bietet einen schönen Schreibstil des Autors, der es sehr gut versteht aus Sicht von Frauen zu schreiben. Leider gerät das Abenteuer der vier Generationen viel zu kurz und häufig waren die Rückblenden zu langweilig. So ist "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" nicht schlecht und lesenswert, doch man hätte sicherlich viel mehr aus der Geschichte machen können!

    Wertung:
    Titel: Mary, Tansey und die Reise in die Nacht
    Autor: Roddy Doyle
    Verlag: cbj
    Gebunden: 240 Seiten
    Erscheinungstermin: 26.11.2012
    Status: Einzelband
    Preis: € 14,99 [D] ; € 15,50 [A]

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    Mr. Rails avatar
    Mr. Railvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Keine Vision über den Umgang mit Trauer und Verlust - viel mehr ein Buch gewordener Traum über lebenslange Verantwortung und Beistand...
    Rezension zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht" von Roddy Doyle

    Es gibt Träume im Leben von Menschen, die so unrealistisch wirken, dass man sich schneller von ihnen verabschieden sollte, als noch länger darüber nachzudenken. Es werden Träume geträumt, die trösten und Halt geben. Es gibt Traumbilder, denen man sich niemals entziehen kann, besonders wenn es um gelebte und gefühlte Verantwortung geht. Und wenn es um Liebe geht.

    Ich träume oft davon, in ferner Zukunft, wenn ich schon gar nicht mehr existiere, genau dann bei meiner kleinen Tochter aufzutauchen, wenn sie im Begriff ist, diese Erde zu verlassen. Ich würde sie gerne halten in diesem Moment. Würde ihr gerne sagen, wie lieb ich sie habe und dann würde ich bis zu dem Moment in dem sich ihre Augen schließen das tun, was ich zeitlebens für das kleine Mädchen getan habe, wenn es ihm nicht besonders gut ging.

    Ich würde ihre Füße massieren – ich würde damit den Schmerz besiegen, der vielleicht genau in dem Moment von ihr Besitz ergreift, der für dieses vitale Wesen der schlimmste ihres Lebens ist. Es lastet auf mir, dies nicht tun zu können und doch ist dieser Wunsch so groß, dieser Traum so präsent, dass ich ihn sehr oft träume. Und sorry für diese Gefühle – er hält mich und ich sehe mich oft am Bett einer vielleicht 90jährigen Frau stehen, ihre zarten Fußgelenke in Händen und höre mich sagen: „Jetzt sieh´ mal einer an, wie alt mein Mädchen geworden ist…!“

    Ich würde dies so gerne für sie tun… und bei Gott, es würde mir so viel bedeuten, wenn sie dann einfach nur so lächeln würde, wie in jenen magischen Momenten, wenn der Schmerz ihren kleinen Körper über die massierten Füße verlässt. Einfach da zu sein in diesen Minuten – mehr wünsche ich mir manchmal nicht vom Leben.

    Was das mit diesem Buch zu tun hat, wird man sich jetzt fragen? „Mary, Tansey und die Reise in die Nacht“ (CBJ-Verlag) ist für mich persönlich, als hätte Roddy Doyle meinen Träumen gelauscht und mich am Bett jener alten Frau beobachtet. Als hätte jemand in mein Herz geschaut und begriffen, wie viel Halt ein solcher Gedanke geben kann. Als hätte jemand gespürt, wie schön dieser Traumgedanke ist.

    Dieser Roman beinhaltet eines der denkbar schönsten Bilder die jemals zuvor über den Umgang mit Verlust, über das Loslassen-Können und verantwortungsvolle Liebe geschrieben wurden. Dieses Buch ist ein Traum, der uns beschäftigen… der uns halten kann… und der uns in den schwersten Zeiten Hoffnung und Flügel verleiht.

    Mehr als drei Generationen einer Familie werden sich in den seltensten Fällen persönlich begegnen. Soviel steht fest. Und so sind es immer Großmütter, Mütter und Enkelinnen auf der weiblichen Seite eines Stammbaums, die Hand in Hand durchs Leben gehen und sich gegenseitig Halt geben. Urgroßmütter kennt man aus Erzählungen und vielleicht von alten Fotos. Drei Generationen leben, trauern, freuen, lachen und leiden gemeinsam.

    Mary O`Hara trägt mit ihren 12 Jahren schwer an der Situation, dass ihre Großmutter Emer im Sterben liegt. Einerseits fürchtet sie sich vor dem Verlust der geliebten Oma, andererseits fühlt sie sehr intensiv, wie schwer es für ihre eigene Mutter Scarlett wäre, ihre Mutter zu verlieren. Die Wurzel der Familie – den Ursprung des Stammbaums und die Basis eines eigenen Lebens. All dies verkörpert Emer… bettlägerig… voller Schmerz und Angst vor der letzten Reise ihres Lebens.

    Emer – Mutter, Großmutter und selbst Tochter und Enkelin – ist die Summe aller generationsübergreifenden Leben dieser Familie. Emer steht in deren Zentrum und bereitet sich darauf vor, ihren Platz an ihre Tochter zu übergeben. Abschied… so kann man überschreiben, was sich bei Besuchen im Krankenhaus ereignet. Die lähmende Trauer vor dem Tod… die Angst vor dem nächsten Besuch, der ein letzter sein kann… Angst vor Unausgesprochenem und dem unklaren Danach.

    Genau in diesem Moment begegnet Mary einer merkwürdigen Frau. Sie wirkt durchscheinend und nicht sehr konturiert, als würde sie schimmern und außerdem sieht sie Scarlett ein wenig ähnlich und ihre Ausdrucksweise erinnert an Emer. Seltsam – sehr seltsam. Vertrautheit stellt sich ein und die Frau stellt sich Mary als Tansey vor, eigentlich Anastasia, aber so hätte man sie nie genannt. Und dann eröffnet sie dem jungen Mädchen das Unfassbare.

    Tansey ist ein Geist - aber immerhin ein sehr nah verwandter Geist. Sie ist die Urgroßmutter von Mary und konnte nach ihrem Tod im Jahr 1928 die Erde nicht verlassen, da sie so sehr in Sorge um ihre dreijährige Tochter Emer war, dass sie den letzten Schritt nicht gehen konnte. Tansey verkörpert die vierte Generation – viel zu früh verstorben und immer geblieben, um ihrer Tochter die Angst zu nehmen, wenn diese einmal im Sterben liegen würde. Diese Zeit scheint gekommen.

    Mary bringt Tansey und Scarlett zusammen, die es kaum fassen kann, ihrer eigenen Großmutter zu begegnen, die sie nie kennen lernen durfte. Gemeinsam fassen sie einen geheimnisvollen Plan. Tansey will ihre Tochter Emer im Krankenhaus besuchen und ihr die Angst vor dem Sterben nehmen. Eine letzte Begegnung und vielleicht ein letzter Wunsch – das hat sie sich selbst versprochen und so begeben sich drei Frauen auf ihre bedeutende Mission zu einer vierten.

    Eine von ihnen schon tot.
    Eine steht mitten im Leben.
    Eine an der Schwelle zur Jugend.
    Eine stirbt.

    Vier Generationen vereint durch ein ewig währendes magisches Band. Es ist der Beginn einer besonderen Reise in die Nacht und dabei lernen sie einander intensiver kennen, als dies jemals möglich gewesen wäre.

    Roddy Doyle erzählt eine hoffnungsvolle Geschichte von ewiger Liebe und immer währender Verantwortung. Leuchtend und froh sind die Bilder, die er inmitten der Reise in die Nacht in den Herzen der Leser erzeugt. Er thematisiert nicht die ursprüngliche Angst, jemanden zu verlieren und trauernd zurückzubleiben. Er schreibt nicht über Trauer im eigentlichen Sinn. Er stellt einen Gedanken in den Mittelpunkt, der so sehr nachzuempfinden ist: Die Sorge was passiert wenn man selbst gehen muss und sich selbst nicht mehr kümmern kann – die Sorge davor, der eigenen Verantwortung nicht gerecht zu werden – eine Sorge, die Tansey schließlich bleiben lässt. Mehr als ein Leben lang.

    Roddy Doyle lässt uns davon träumen, bleiben zu dürfen und in einem letzten emotionalen Moment dasein zu können, wenn wir wirklich gebraucht werden. In seinem Buch für Jugendliche und Erwachsene vermittelt er nicht nur Trost – er weckt auch das eigene Interesse für die Vergangenheit der Familie – er weckt Interesse am eigenen Stammbaum. “A Greyhound of a Girl” heißt der Roman in der Originalfassung. Ein Windhund von einem Mädchen.

    Vieles haben die vier Frauen im Roman gemeinsam – vieles davon unbewusst. Aussehen, Ausdrucksweise und Vorlieben. Eine lebt in der Anderen weiter. Und manchmal ist die Jüngste ein eben solcher Windhund wie ein ehedem junges Mädchen, das heute seine letzte Reise antritt.

    Jeder Einzelne ist ein wundervolles Blatt im Stammbaum der Familie und beim Blick in einen Baum erkennt man die Summe aller Generationen in ihren schillerndsten Farben und ihrer vollsten Vitalität. Ein starkes Buch!

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    Tanzmauss avatar
    Tanzmausvor 6 Jahren
    Rezension zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht" von Roddy Doyle

    Mary hat es zur Zeit nicht leicht. Ihre geliebte Oma liegt im Krankenhaus und es sieht nicht gut für sie aus. Tagtäglich fährt sie mit ihrer Mutter ins Krankenhaus, um ihre Oma zu besuchen und die Zeit, die beide noch haben zu genießen. Doch eines Tages begegnet Mary auf dem Nachhauseweg von der Schule einer seltsamen jungen Frau, die sehr altmodisch gekleidet ist. Aber damit nicht genug, die Frau spricht Mary an und scheint irgendwie auch Emer – Marys Großmutter - zu kennen. Jeden Tag begegnet Mary der Frau und irgendwann erzählt sie ihrer Mutter von der Begegnung. Als diese blass wird, ahnt Mary, dass da wohl irgendwas nicht stimmen kann. Die fremde Frau ist gar nicht so fremd, eigentlich gehört sie sogar zur Familie. Nur – sie dürfte gar nicht mehr existieren. Die Frau ist niemand anderes als Tansey – Emers Mutter, die im Alter von 25 Jahren als Emer gerade mal 3 war gestorben ist.

    Wieso taucht sie jetzt wieder auf? Und dazu noch als Geist? Und was will sie von Emer, Mary und ihrer Mutter Scarlett?

    Der Einstieg in die Geschichte gestaltete sich sehr einfach. Die erste Seite ist auch sehr übersichtlich gestaltet. In verschnörkelter Schrift mit einem Vogel steht Marys Name. Darunter die wenigen Zeilen, die dem Leser schnell klar machen, dass es vor allem um Marys Großmutter und den Abschied von ihr gehen wird:

    „Sie hasste das Krankenhaus. Sie hasste es, darin herumzulaufen. Sie hasste alles daran.
    Bis auf eine Ausnahme. Ihre Großmutter.
    Sie hasste das Krankenhaus, aber sie liebte ihre Großmutter.“

    Die Geschichte ist sowohl aus der Sicht von Mary, wie auch Scarlett, Emer und Tansey geschrieben. Die Wechsel sind flüssig und durch einen entsprechenden namentlichen Hinweis in der Überschrift leicht nachzuvollziehen.

    Erzählt wird der letzte Gang von Emer, aber auch ihre Vergangenheit, sowie Tanseys Vergangenheit bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem Tansey starb und Emer alleine lassen musste.

    Der Leser begleitet die vier Frauen und erlebt ihre Geschichte und auch den letzten Gang. Dabei ist alles nachvollziehbar und man muss sich fragen, ob nicht manchmal die Geister der Verstorbenen einen bis zum eigenen Ende begleiten.

    Das Ende des Buches war so rührend geschrieben, dass sogar ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Aber bis dahin war es aufbauend, kämpferisch und auch ein wenig humorvoll. Sehr facettenreich und einfühlend beschrieben. Zwar ist der Autor männlicher Natur, doch versteht er es, sich in seine weiblichen Protagonisten hineinzuversetzen und sie zum Leben zu erwecken.

    Die 240 Seiten hatte ich binnen zweier Stunden gelesen gehabt, was nicht nur an der Geschichte, der guten Übersetzung durch Andreas Steinhöfel, sondern auch an dem Druckbild lag. Selbst für ein Jugendbuch kam mit die Schriftgröße etwas groß vor, dafür las es sich auf der Couch am Abend sehr einfach weg.

    Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und dennoch bedauert man es, wenn man am Ende Mary und ihre Mutter Scarlett alleine zurücklassen muss.
    Sprachlich ist das Buch in der heutigen Sprachgebung geschrieben und daher einfach und leicht lesbar.

    Obwohl es ein Jugendbuch ist, das für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen wird, kann man es als Erwachsener ebenfalls gut lesen.

    Fazit:
    Ein lesenswerter Roman über das Leben, den Tod und das Abschied nehmen. Sehr empfehlenswert auch für reifere Leser.

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    IraWiras avatar
    IraWiravor 6 Jahren
    Rezension zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht" von Roddy Doyle

    "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" hat mich sehr positiv überrascht. Meine Sorge, angesichts des Klappentextes, dass das Buch zu sentimental oder traurig sein könnte, erwies sich als völlig unberechtigt.

    Auf eine unwahrscheinlich warmherzige und liebevolle Weise werden die Schicksale von Mary, ihrer Mutter Scarlett, deren im Sterben liegender Mutter Emer und Emers lange verstorbener Mutter Tansey umrissen. Man lernt sie ein Stück weit kennen und begleitet sie auf einer wunderbaren letzten gemeinsamen Reise, die Abschied und Trost zugleich sein wird.
    Was spontan erst einmal sehr sentimental und ein wenig abschreckend wirkt oder wirken könnte, wird durch den Humor, der das Ganze durchzieht zu einem echten Lesegenuss. Ob es Mary oder eine ihrer Vorfahrinnen ist - sie alle lachen gerne und viel und geben dem Thema eine gewisse Leichtigkeit, ohne dass der Eindruck vermittelt wird, Sterben und Tod seien nichts Schlimmes.
    Diese Gratwanderung schafft das Buch meines Erachtens sehr gut, man spürt, dass der Tod immer noch ein Ende ist, dass das Leben kostbar ist, aber es wird auch vermittelt, dass nicht alles vorbei ist und dass man den Tod nicht fürchten muss.

    Das Buch und seine wirklich liebenswerten Charaktere haben mir sehr gefallen, auch wenn im Grunde wenig Handlung da ist und das Buch hauptsächlich von der Interaktion, von den Gesprächen der Personen lebt. Durch alles zieht sich ein intelligenter und warmherziger Humor, der das Ganze noch abrundet.

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    safidos avatar
    safidovor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch zum Weinen und Lachen. Einfach nur toll und absolut lesenswert!
    Rezension zu "Mary, Tansey und die Reise durch die Nacht" von Roddy Doyle

    Zum Inhalt:

    Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht… (Quelle: cbj)

    Meine Meinung:

    Im ersten Augenblick könnte man fast ein wenig enttäuscht sein, wenn man während des Lesens feststellt, dass das, was auf dem Buchrücken zu lesen ist, im Prinzip schon die ganze Geschichte ist und die Reise selbst nur einen kleinen Teil ausmacht – man könnte es sein, muss es aber nicht.

    Denn im Grunde geht es gar nicht um die Reise an sich, da verwirrt der deutsche Titel (Originaltitel: A Greyhound of a Girl) ein wenig. Im Vordergrund stehen vielmehr die Fragen: Warum taucht Tansey auf einmal auf? Wo geht die Reise hin? Wieso hat die Reise dieses Ziel? Und die Antworten auf diese Fragen stecken voller Gefühl, Liebe und auch Humor, und machen dieses Buch so lesenswert und besonders.

    Roddy Doyle ist es ganz wunderbar gelungen, ein an sich trauriges Thema gar nicht mehr so traurig wirken zu lassen. Dennoch gibt es auch sehr viel Tiefgang in dieser bezaubernden Geschichte. Ich hatte bereits nach den ersten Seiten einen dicken Kloß im Hals, musste wenige Sätze später aber auch schon wieder schmunzeln. Und so ging es eigentlich auch die ganze Zeit weiter.

    Die vier Hauptdarstellerinnen in diesem Jungendbuch sind trotz der Kürze des Buches sehr liebevoll und detailliert gezeichnet – auch wenn vieles zwischen den Zeilen steht. Besonders gut gelungen ist ihm das bei Mary, dem vorlauten, witzigen und klugen 12jährigen Mädchen.

    “Sprich mit keinen Fremden, schoss es ihr durch den Kopf. Das hatte sie schon früh gelernt.
    >>Aber das ist doch dämlich<<, hatte sie vor ein paar Jahren gesagt.
    >>Warum ist das dämlich?<<, hatte ihre Mutter gesagt.
    >>Wusstest du, wer Dad war, als du ihn kennenlerntest?<<
    >>Natürlich nicht.<<
    >>Also war ein Fremder.<<
    >>Aber …<<” (S. 15)

    Dieses Buch steckt voller Emotionen. Der Grund für Tanseys Erscheinen und für ihr Verweilen war einfach nur ergreifend und schlichtweg zu Herzen gehend. Aber im Grunde gilt das für das ganze Buch. Ich könnte diese Rezension vollpacken mit tollen Dialogen, Aussagen und Gedankengängen, die mich zum Weinen und Lachen brachten – manchmal sogar zur gleichen Zeit.

    Ein wirklich tolles Buch über Trauer, Abschied, die Angst vor dem Tod und der Liebe zwischen Müttern und Töchtern.

    Sehr zu empfehlen, auch wenn man selbst schon lange wesentlich älter als 12 Jahre ist. ♥

    www.bookwives.wordpress.com

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