Rodica Doehnert

 3,4 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Rodica Doehnert

Rodica Doehnert wuchs in der DDR auf und ist eine bedeutende Drehbuchautorin. Zu ihren großen Publikumserfolgen gehören Das Adlon. Eine Familiensaga und Das Sacher. In bester Gesellschaft mit Millionen Zuschauern weltweit. Zu beiden Serien schrieb sie erfolgreiche Romane. Das Sacher ist ein internationaler Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Friedrichstadtpalast (ISBN: 9783957612090)

Friedrichstadtpalast

Erscheint am 14.12.2021 als Hardcover bei Lago.

Alle Bücher von Rodica Doehnert

Cover des Buches Das Sacher (ISBN: 9783958900431)

Das Sacher

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Erschienen am 23.11.2016
Cover des Buches Das Adlon (ISBN: 9783958901339)

Das Adlon

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Erschienen am 29.11.2019
Cover des Buches Das Sacher (ISBN: 9783958901247)

Das Sacher

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Erschienen am 21.11.2016
Cover des Buches Friedrichstadtpalast (ISBN: 9783957612090)

Friedrichstadtpalast

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Erscheint am 14.12.2021
Cover des Buches Das Adlon (ISBN: 9783453425330)

Das Adlon

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Erscheint am 08.02.2022
Cover des Buches Das Adlon (ISBN: 9783837156805)

Das Adlon

 (0)
Erscheint am 08.02.2022

Neue Rezensionen zu Rodica Doehnert

Cover des Buches Das Adlon (ISBN: 9783958901339)FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar

Rezension zu "Das Adlon" von Rodica Doehnert

Bitte nicht verschlimmbessern!
FreydisNeheleniaRainersdottirvor einem Jahr

Als vor 7 Jahren der Dreiteiler "Das Adlon. Eine Familiensaga" über die Fernseherbildschirme lief, da hatte mich die Geschichte von Sonja Schadt, an deren Lebenslauf auch die Geschichte des Hotels und die Deutschlands im 20. Jahrhundert erzählt wurde, sehr begeistert. Natürlich holte ich mir die Serie auf DVD, damit ich sie immer schauen konnte, wenn mir danach war. Was mir allerdings fehlte, war ein Buch zu dieser Familiensaga. Gerne hätte ich die Geschichte der Sonja Schadt auch gelesen. Leider aber existierte 2013 keine Literatur, die die Geschichte so wiedergab, wie sie verfilmt wurde. 


Und dann, fünf Jahre später, hieß es dann auf einmal, dass im September 2018 doch ein Buch von der Drehbuchautorin der Serie, Rodica Doehnert, erscheinen sollte und ich wusste gleich, dass ich das Buch lesen würde. Das Buch erschien aber, nicht wie geplant, im September 2018, der Erscheinungstermin wurde stattdessen immer wieder verschoben. Bis es dann im November letzten Jahres doch endlich auf den Markt kam. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt.


Dieser Tage kam ich dann auch endlich dazu, das Buch zu lesen. Und ja, es war die Geschichte von Sonja Schadt, von meinem Adlon, wie ich es aus dem Fernsehen kannte und sie war es auch nicht. Rodica Doehnert hatte nämlich folgendes getan: Sie hat die Geschichte im Grundgerüst so stehen lassen, wie man sie aus der Serie kannte, hat aber drumherum massive Änderungen vorgenommen, wie zum Beispiel noch einen Kreis an Personen hinzuzuerfinden bzw. zu ergänzen, die im Dreiteiler nicht vorkamen, wie zum Beispiel Sonja Schadts Enkeltochter Katharina inklusive einem Architekturbüro, für das sie arbeitete, deren On-Off-Lebensgefährten Alexander, den unehelichen Sohn von Lorenz Adlon, den er ständig seinem Sohn Luis vorzog und Luis Adlon Junior hatte mit einem Mal einen Zwillingsbruder mit Namen Carl. Auch bekam Sonja noch einen Cousin und lebte nicht, wie zum Schluss in der Serie erzählt wurde, mit ihrer großen Liebe Julian in einem Haus in Amerika, dass ihrer Mutter Alma gehörte, sondern führte eine Pension im Prenzlauer Berg. Im Gegensatz zur Serie hat sie Julian, nachdem er von den Nazis abgeschoben wurde, nie mehr wieder gesehen. Kein Happy End mit Julian, stattdessen mit Tochter, Enkeltochter und Großcousin.


Die Änderungen an der Geschichte fand ich an einigen Stellen reichlich gewöhnungsbedürftig, wenn es auch plausibler war, die Geschichte der Familie der Enkeltochter zu erzählen, anstatt einem unbekannten Pagin im Adlon, die eigentlich dafür zuständig ist, sich um das Gepäck der Gäste oder um Botendienste zu kümmern und sich nicht die Zeit hat, sich von einem Gast die Lebensgeschichte erzählen zu lassen. Auch die hinzugekommenen Familienmitglieder der Adlons waren noch nachvollziehbar. Vermutlich wurden sie in den Filmen deshalb ausgelassen, weil sie für die Story einfach nicht relevant waren oder die Geschichte sonst ausgeufert wäre und einige Zuschauern bei allzu großen Familiengeflechten den Überblick verloren hätten. Wie dem auch sei, wie Margarete, Sonjas Tante, in dem Buch wegkam, fand ich recht doof und dass es kein Happy End für Sonja und Julian gab, auch. Und hielt sich die Geschichte bis zu Kriegsende größtenteils an die Storyline der Serie, so wurde die Geschichte mit Eindringen der Roten Armee und dem Brand, der das Haupthaus des Adlons am Pariser Platz komplett zerstörte, einfach nochmal komplett umgeschrieben. 


Wir kennen alle das Phänomen, dass es wirklich gute Bücher gibt, deren filmische Umsetzung unbefriedigend ist, weil sie zu sehr vom Buch abweicht, was vor allem ich bisher nicht kannte, sind Serien/Fernsehfilme, zu denen nach Jahren das Buch erscheint, dass dann stellenweise komplett vom Drehbuch abweicht, dass die Autorin selber geschrieben hat. Das Buch ist dennoch sehr gut geschrieben und sehr unterhaltsam, es wird auch eine Episode aus der Deutsch-Russischen Geschichte angeschnitten, von der ich vorher nie etwas gehört oder gelesen habe, aber sehr interessant fand. Wenn mandie Serie nie gesehen hat, ist es wirklich ein grandioses Buch. Das Buch hat mich aber, wegen der genannten gravierenden Veränderungen, dezent enttäuscht. Schade.

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Cover des Buches Das Sacher (ISBN: 9783958900431)mabuereles avatar

Rezension zu "Das Sacher" von Rodica Doehnert

Beeindruckender Erzählstil
mabuerelevor 3 Jahren

„...Der Tod, geschmeidig, etwas zu dünne Glieder im schwarzen Anzug, eine erkaltete Zigarette im Mundwinkel, streifte umher, durchaus nicht ziellos.

Sie, die Liebe, bewegte sich kokett am Lärm und Schmutz der großen Stadt vorbei ins goldene Licht des Vestibüls im Hotel de l`Opera, das in wenigen Jahren „Sacher“ heißen würde...“


Wir schreiben den 28. November 1892. Im Hotel l`Opera kommen Martha und Maximilian Aderhold an. Das junge Paar hatte vor wenigen Tagen einen Verlag in Berlin gegründet.

Im gleichen Hotel wohnen Prinz und Prinzessin von Traunstein. Die junge Prinzessin und Martha wechseln einen Blick.

Eine Etage obendrüber sitzt Franz Sacher am Bett seines Sohnes. In wenigen Stunden wird er seinen Sohn und Anna Sacher ihren Mann verlieren.

Die 11jährige Marie Stadler arbeitet im Hotel. Sie wird an diesem Abend verschwinden. Alle Suche bleibt ergebnislos.

Die Autorin hat einen beeindruckenden historischen Roman geschrieben. Die obige Einführung stellt die wichtigsten Personen der Handlung vor. Doch das Besondere des Buches ist nicht nur der Inhalt, sondern vor allem der Schriftstil. Der hat mich sofort in seine Bann gezogen.

Das Eingangszitat stammt aus dem Prolog. Es stellt zwei Protagonisten vor, die wie eine roter Faden immer wieder im Handlungsverlauf auftauchen, dann eher wie Zuschauer wirken und doch unsichtbar, aber entscheidend in die Handlung eingreifen. Liebe und Tod sind die wesentlichen Akteure der Geschichte.

Anna Sacher gelingt das Unwahrscheinliche. Sie darf als Frau das Hotel weiterführen. Sie wird es einige Jahre später umbenennen. Welchen Rang sie in Wien erreicht, kommt in dem folgenden Zitat zum Ausdruck:


„...Russisch, Polnisch, Tschechisch, Serbisch, Ungarisch, Österreichisch, Jiddisch. Wien war der Schmelztiegel. Und im Sacher kam zusammen, was sich im Vielvölkerstaat Österreich argwöhnisch auf Abstand hielt....“


Über die Verstrickungen und komplexen Beziehungen zwischen Martha, Maximilian und den Ehepaar von Traunstein möchte ich nicht näher eingehen. Sie ermöglichen aber der Autorin, die historischen Veränderungen zu thematisieren. Bis 1918 darf ich die Lebensläufe der Protagonisten verfolgen. Deutlich wird, wie sich diese Generation von den Anschauungen der Eltern abkoppelt und eigene Wege geht.

Die Autorin gliedert das Buch in drei große Abschnitte: der Tod, das Leben, die Liebe. Dazwischen werden ab und an ein paar Jahre ausgespart. Es ist eine Ironie der Handlung, dass gerade im letzten Teil der Tod die Hauptrolle spielt, denn es sind die Jahre des Ersten Weltkrieges.

Politische Diskussionen spielen genauso eine Rolle wie das Thema Literatur.

Der Schriftstil ist sehr detailliert. Handlungsschritte folgen logisch aufeinander. Dialoge sind gekonnt ausgearbeitet und vielschichtig. Manchmal sind es fast philosophische Inhalte, die besprochen werden. Das folgende Zitat steht als Beispiel dafür:


„...Der Frieden scheint niemanden zu interessieren, wenn Frieden ist...“


Es ist eine Zeit voller Widersprüche. Genau das wird durch den Handlungsverlauf deutlich. Ewiggestrige treffen auf junge Leute mit neuen Gedanken. Die Frauen wollen eigene Wege gehen und stellen sich gegen alte Zöpfe. Die Jahrhundertwende birgt Hoffnung und trägt doch schon den Keim des Krieges in sich.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ein Zitat möge meine Rezension beenden, dessen erster Satz bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat:


„...Kein Problem hat sich je durch einen Krieg gelöst! Und die europäischen Staaten stehen sich wie Raubtiere gegenüber...“

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Cover des Buches Das Sacher (ISBN: 9783958900431)Patnos avatar

Rezension zu "Das Sacher" von Rodica Doehnert

Liebe und Tod
Patnovor 4 Jahren

Als ich auf der Leipziger Buchmesse am Stand des Europa Verlages dieses Buch im Regal stehen sah, zog mich das Cover magisch an.

Die Aufmachung des Buches ist ansprechend. Schlägt man "Das Sacher" auf, wird man direkt mit den Charakteren des Romans bekanntgemacht.

Wer kennt sie nicht, die Sachertorte, ein österreichische Spezialität, die von Franz Sacher im Jahr 1832 kreiert wurde.
Zur Einstimmung auf den Roman findet der Leser auf den ersten Seiten das Rezept für eine originale Sachertorte und einen kurzen Exkurs über die Entstehung.

Der Roman beginnt damit, dass Eduard Sacher, der Besitzer des Hotels de l'Opera (das spätere Sacher) im Sterben liegt. Er hinterlässt seine Ehefrau Anna und seine drei Kinder. Franz Sacher ist wenig begeistert, dass Schwiegertochter Anna das Hotel weiterführen möchte, doch Anna trotzt aller Gegenwehr und geht unbeirrt ihren Weg.
Marie, ein elfjähriges Mädchen, arbeitet im Hotel und verschwindet plötzlich spurlos auf dem Heimweg.
Zwei Ehepaare, Georg und Konstanze von Traunstein und Martha und Maximilian Aderhold begegnen sich im Hotel. Eine Begegnung mit Folgen...
Zum einen das Gut Traunstein in Niederösterreich Schauplatz der Ereignisse, zum anderen auch Berlin.
Alles trifft sich im Sacher und so bleibt das Hotel der Mittelpunkt des Geschehens, in welchem alle Handlungsstränge zusammengeführt werden.
Die Autorin lässt auch die politischen Ereignisse in Europa und den damit verbundene Untergang der Monarchie mit einfließen.

Dennoch hatte ich irgendwie etwas anders erwartet. Ich dachte, es sei die Familiensaga der Sachers. Sicher blendet die Story ab und an in das Leben der Anna Sacher und ihrer Kinder, aber meistens werden die Erlebnisse der beiden Paare beschrieben, in die auch die der verschwundenen Marie einbezogen sind.

Der Roman ist sehr interessant und lässt sich angenehm flüssig lesen. Es geht um Verführung, Sehnsucht und die Suche nach dem eigenen Ich. Auch an Spannung mangelt es nicht.
Charakterstarke Frauen prägen die Handlung, ob man Martha, Konstanze, Anna oder auch Marie betrachtet. Eher blass gezeichnet scheinen mir die Herren der Schöpfung.
Der Tod und die Liebe sind Themen, die von jeher die Literatur bestimmen. Rodica Doehnert stellt die beiden quasi als Begleitpersonen ihrer Akteure in die Szenerie und lässt sie so lebendig werden. Damit gibt sie ihrer Handlung den besonderen Effekt.
Trotzdem wünschte ich mir die Story etwas bildhafter und ausgeschmückter und manchen Charakteren hätte mehr Tiefgang gutgetan. Man spürt schon beim Lesen, dass Rodica Doehnert Drehbuchautorin ist. Die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen hätten für meinen Geschmack etwas fließender sein können.

Insgesamt ist "Das Sacher" ein interessanter und romantischer Lesestoff, der hinter der Kulisse des Untergangs einer alten Welt von der Lust der (süßen) Verführung zu berichten weiß.
Eigentlich liegt meine Bewertung zwischen 3 und 4 Sternen.

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