Rodrigo Hasbún Die Affekte

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Inhaltsangabe zu „Die Affekte“ von Rodrigo Hasbún

Im Nachkriegsmünchen ist er verfemt, und so geht er mit seiner Frau und den drei Töchtern nach Bolivien, der exzentrische Hans Ertl, einst Riefenstahls erster Kameramann und Rommels ›Leibphotograph‹. Doch auch das neue Leben ist reich an Spannungen, und für seine nächste Expedition, die Suche nach der verlorenen Inkastadt Paititi, muss die ganze Familie einen hohen Preis zahlen. Insbesondere Monika, die älteste Tochter und ihrem Vater frappierend ähnlich, scheint jeden Halt zu verlieren. Was als persönliche Sinnkrise beginnt, wird zu ihrer politischen Radikalisierung führen und sie zu immer extremeren Maßnahmen treiben.
Rodrigo Hasbún hat eine spektakuläre historische Episode zu einem hochexplosiven Kammerspiel verdichtet. Er erzählt von den Hoffnungen und Ernüchterungen einer deutschen Familie im südamerikanischen Exil und von den unentrinnbaren Fliehkräften der Geschichte.

Kurzweilig, aber nicht aufschlussreich - Die fiktionalisierte Lebensgeschichte der Attentäterin Monika Ertl.

— jamal_tuschick

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    Die Affekte

    jamal_tuschick

    27. November 2017 um 14:07

    Jede politische Auseinandersetzung ist nicht zuletzt ein Kampf um Bilder. Die überlegene Ästhetik zeigt die überlegene Technik an.Hans Ertl (1908 - 2000) trat als Alpinist und Kameramann hervor. Er drehte für Luis Trenker und Leni Riefenstahl. Riefenstahls entfesselte Ästhetik wurde von Ertl miterfunden. 1953 wanderte er mit seiner Familie nach Bolivien aus. Er ließ sich zuerst in La Paz nieder. Ertl führte ein abenteuerliches Leben und starb hochbetagt als eremitischer, mit der Welt hadernder Viehzüchter in der Gegend von Concepción, ursprünglich einer jesuitischen Reduktion.Wer regelte 1971 in Hamburg den Verkehr für Monika Ertl, als sie Roberto Quintanilla Pereira mit drei Kopfschüssen zu den Toten beförderte? Sie nahm gekonnt Rache. Ihr Vater hatte in Bolivien eine Kunstschützin und Herrenreiterin aus ihr gemacht. Monika konnte auch Golf, sie pendelte zwischen Camouflage und Robe. Die Hinrichtung quittierte eine von Pereira befohlene postume Entwürdigung Che Guevaras und die Ermordung des Guevara-Nachfolgers Inti Peredo, der Monika zum bewaffneten Kampf bekehrt hatte.Rodrigo Hasbún erzählt die Geschichte von Ertls Tochter Monika (1937 – 1973). Der bolivianische Autor lässt Personen aus dem engsten Kreis um Monika fiktiv aussagen. Die älteste von vier Geschwistern sollte nach dem Willen des Vaters als Stammhalter zur Welt kommen. Der Vater prägte das Mädchen. Er formte es athletisch. Monika begleitete Ertl auf Filmexpeditionen. Sie gefiel ihm als Schützin und Reiterin. Sie zeigte sich unerschrocken gegenüber tödlichen Reptilien. Sie verkehrte in einer „Ersatzfamilie“ und erfüllte auch da die Erwartungen, in einer Darstellung der Traumschwiegertochter. Der in gravierender Weise unzulängliche Gatte hielt Monika zu einem konventionellen Gesellschaftsleben an.Der Rest ist Geschichte. Monika verliebte sich in Inti Peredo und wurde zur Protagonistin im lateinamerikanischen Befreiungskampf. Die Erscheinung der von einem kraftgenialen Vater zur Tat erzogenen Kombattantin verriet ihre Entschlossenheit nicht. Die engagierte Zeitgenossenschaft fand ihren Höhepunkt im Attentat auf einen bolivianischen Geheimdienstoffizier, der in Hamburg den Diplomaten gab. In der Planungspipeline blieb die Entführung des unbehelligt in Bolivien lebenden Klaus Barbie; gemeinsam mit Régis Debray wollte Monika Ertl den „Schlächter von Lyon“ einem Prozess zuführen.Hasbún führt den Leser auf Schleichwegen zu der historischen Dimension einer Geschichte, die sich ihm widersetzt. Seine Erfindungen sind zu blass, um der vulkanischen Biografie Farben zu geben. Der Autor bleibt vor der Tür seiner Erzählung wie ein Ausgeladener stehen.Monika Ertl verlor sich angeblich in den Labyrinthen der Konspiration. Sie, so suggeriert es Hasbún, tötete ihre Erinnerungen, ohne den Preis dafür zu begreifen. 1973 starb sie verraten im bolivianischen Straßenkampf.

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  • Die tragischen Wege einer deutschen Familie

    Die Affekte

    TochterAlice

    06. November 2017 um 08:44

    Eine deutsche Familie in Südamerika: in den 1950ern gab es viele solche, entweder hatten sie sich bereits in den 1930ern abgesetzt oder aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg - klare Hinweise auf die jeweilige Abstammung bzw. Gesinnung. Familie Ertl gehört zur zweiten Kategorie: Vater Hans war ein erfolgreicher, für seine Zeit extrem innovativer Kameramann, der im Dritten Reich unglaubliche Erfolge feierte, bspw. im Olympia-Film von Leni Riefenstahl. Auch wenn er selbst nicht sehr politisch dachte, wirkten diese Erfolge natürlich nach und er fand keinen Platz im Nachkriegsdeutschland. Also Bolivien - mit der ganzen Familie. Jahrzehnte später entwickelte sich seine Tochter Monika zu einer linksradikalen Guerillakämpferin, die ein tragisches Ende nahm. Es sind Wege einer deutschen Familie, die hier geschildert werden, mehrere, weil diese Familie auseinanderdriftet, keinen Zusammenhalt mehr hat und unterschiedliche Lebensrichtungen einschlägt. Gewiss, Vater Hans und die älteste Tochter Monika sind sicher die hauptsächlichen Protagonisten, doch dieser kurze, dennoch extrem gehaltvolle und eindringliche Roman lebt vor allem davon, dass unterschiedliche Sichtweisen geschildert werden, so auch die der jüngeren Töchter Heidi und Trixi. Und diese betreffen nicht nur Hans und Monika, sondern auch die Wahrnehmung der anderen Familienmitglieder und geben Einblick in das Gefüge. Hasbún hat sich einiges an dichterischer Freiheit bewahrt, wozu er ja auch jedes Recht hat - die Rolle von dem in Bolivien als Klaus Altmann lebenden Klaus Barbie bei Monika Ertls Tod bleibt bspw. völlig außen vor. Meiner Ansicht nach ist dieser Roman überhaupt nichts für Leser, die nicht an Geschichte interessiert sind und nicht in den Hintergrund des Romans eintauchen wollen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, was sie von diesem Roman haben sollten - in solchen Fällen sind und bleiben diese Schilderungen böhmische bzw. bolivianische Dörfer für den Leser. Schwere Kost also? Eigentlich nicht, finde ich, denn der junge Autor schreibt leichtfüßig und wortgewandt, es macht Spaß, ihm zu folgen, auch wenn die Materie an sich natürlich keine einfache ist. Ein kleines Buch, das großen Gewinn für seine Leser bringen kann, aber nicht muss. Definitiv kein Buch für jedermann. Ich empfehle es von Herzen weiter, allerdings mit den erwähnten Einschränkungen.

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  • Bruchstücke

    Die Affekte

    Fornika

    04. November 2017 um 12:30

    Monika ist die Tochter von Riefenstahls ehemals bestem Kameramann. Nach dem zweiten Weltkrieg landet die Familie in Bolivien. Während der Vater statt Nazigrößen jetzt den Urwald und seine Bewohner filmt, zerfällt die Familie immer mehr und gerade Monika kommt mit ihrer neuen Identität immer weniger zurecht. Ich mag episodische, bruchstückhafte Erzählungen. Aber ich erwarte schon, dass der rote Faden, der sie verbindet nicht hauchdünn ist. Mir hat in Hasbúns Roman etwas der Zusammenhalt gefehlt; man könnte da jetzt Parallelen zum dargestellten Familienleben ziehen, das ist nämlich schon bald nicht mehr vorhanden. Der Autor beschreibt dieses tragische Geschehen trotzdem sehr emotionslos, mich hat kaum ein Ereignis berührt. Eine Identifizierung mit den Protagonisten ist schwer möglich, auch weil die Perspektiven zu schnell wechseln, die Kapitel zu kurz sind, alles sehr gerafft erzählt ist. Die Handlung orientiert sich an Fakten, die Familie Ertl und ihr Wirken sind historisch verbürgt. Wieviel Wahrheit tatsächlich drin steckt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Verleiten mich ähnliche Romane oft dazu, mehr und Genaueres über die Personen herausfinden zu wollen, hat „Die Affekte“ bei mir so gar keine Lust auf weitere Recherche ausgelöst. Fazit: Insgesamt kein Buch, das ich weiterempfehlen könnte.

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  • Fragmentarisch und dicht, aber leider nicht genug

    Die Affekte

    HarIequin

    27. August 2017 um 10:59

    „Die Stille ist entscheidend, sagte mein Vater mehrmals seit unserem Aufbruch, Entdecker sind Leute, die schärfere Ohren haben als irgendwer sonst, Leute, die auf das achten müssen, was sie umgibt. Hören ist genauso wichtig oder noch wichtiger als sehen, sagte er immer wieder.“ (S.25) Der Roman fängt sehr vielversprechend an, mit den Vorbereitungen zu einer Expedition um Paititi, eine versunkene Inkastadt, zu finden. Im Fokus steht die Familie Ertl, deutsche Einwanderer in Bolivien, und die Episode beruht auf wahren historischen Begebenheiten. Was ich mir erwartet hatte, waren Schilderungen der Expedition und wie die älteste Tochter Monika sich radikalisiert; beides habe ich nur dürftig bekommen. Die Expedition hat mir sehr gut gefallen. Leider währte dieser Teil nur wenige Seiten. Meine anfängliche Begeisterung wurde schnell eingedämmt, als aus verschiedenen Perspektiven die nächsten 20 Jahre erzählt wurde. Ich habe nichts gegen verschiedene Erzähler, aber hier kommen gut 7 verschiedene zu Wort, die teilweise schwer auseinanderzuhalten sind. Die ganze Familie Ertl und auch Auβenstehende bekommen eine Stimme. Für mich war es wirklich zu viel für die wenigen Seiten, die das Buch hat. Man liest zwar ein paar Seiten, wie Monika sich politisch einsetzt und im Untergrund kämpft, aber wirklich mehr Wissen habe ich jetzt auch nicht. Durch die verschiedenen Erzähler kommt sie kaum zu Wort und man erlebt sie auch eigentlich eher, als sie sich schon vollkommen radikalisiert hat. Die Teile, die mich interessiert hätten, wurden leider immer wieder unterbrochen von Handlungen, die mich weniger interessierten (wenn ich von einer Expedition in Bolivien lese, interessiert es mich weniger was die jüngste Tochter und Mutter alleine an Weihnachten zu Hause essen). Der Roman ist fragmentarisch und fängt eher Eindrücke und Gefühle auf, als eine wirkliche Handlung zu konzipieren. Für mich besteht das ganze Buch eigentlich auch eher aus aneinandergereihten Nebengeschichten ohne wirkliche Haupthandlung. In die Sprache musste ich mich auch erst hineinfinden, fand sie dann aber schnell sehr elegant. Nur die Dialoge mittendrin ohne Anführungszeichen waren teilweise etwas anstrengend. Ansonsten liest es sich feinfühlig und elegisch. Alles in allem ist es zwar ein gelungener Roman, aber leider nicht das, was ich mir erwartet habe. Sprache, Gefühle und die grobe Handlung sind zwar Pluspunkte, aber ich hätte gerne mehr gehabt – mehr Seiten, mehr Geschichte. Wer allerdings einen dichten Roman sucht, dem kann ich „Die Affekte“ sehr ans Herz legen für ein paar trübsinnige Stunden.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    29. December 2016 um 13:40

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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