Rodrigo Rey Rosa

 3.4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Stallungen, Die Henker des Friedens und weiteren Büchern.

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Stallungen

Stallungen

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Erschienen am 20.02.2014
Die Henker des Friedens

Die Henker des Friedens

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Erschienen am 15.08.2003
Die Gehörlosen

Die Gehörlosen

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Erschienen am 15.02.2016
Tanger

Tanger

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Erschienen am 20.09.2002
Der Sohn des Hexenmeisters

Der Sohn des Hexenmeisters

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Erschienen am 01.01.1990
Die verlorene Rache

Die verlorene Rache

 (0)
Erschienen am 01.09.2000
Die Henker des Friedens

Die Henker des Friedens

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Erschienen am 30.03.2006

Neue Rezensionen zu Rodrigo Rey Rosa

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Stallungen" von Rodrigo Rey Rosa

Hindernisparcour mit überraschenden Wendungen
aus-erlesenvor 7 Monaten

Das kann ja heiter werden. Eine Party ohne Frauen. Don Guido Carrión feiert vielleicht einen seiner letzten Geburtstage. Ein paar hundert Gäste treffen sich auf dem ausgedehnten Anwesen des angesehenen Pferdezüchters in den Höhenlagen Guatemalas. Alle sind ausgelassen. Es gibt viel zu trinken. Und viel zu bestaunen. Die Pferde von Don Guido sind erlesene Schätze. Als die ersten maulen – schließlich sind ja keine Frauen zur Party eingeladen worden – und zu gehen drohen, knallt’s. Und zwar wirklich. Mit einem Rumms stehen die Stallungen in Flammen. Auch Duro II, der Stolz seines Besitzers und der gesamten Umgebung fällt den Flammen zum Opfer. Der Erzähler, Schriftsteller, der mit seinem Vater die Party besucht, wird von vielen erkannt und beglückwünscht. Sicher haben die meisten sein Buch nicht gelesen, wohl aber von dessen Veröffentlichung gehört. Und sie kennen ihn. So wie der Anwalt Jesús Hidalgo. Er überreicht ihm seine Karte mit einer Bitte und einem Hinweis: „Darüber sollten Sie mal schreiben!“.
Kurzerhand nimmt er Einladung an. Ob er am Ende des Buches noch einmal so reagieren würde? Ein zwielichtiger Typ, dieser Anwalt. Er scheint alle Fakten zu kennen, die zu der Brandkatastrophe führten. Aber er will auch niemandem auf die Füße treten. Deswegen soll ein fiktiver Roman entstehen. Doch warum das alles? 
Das Gespräch geht in einen Ausflug über und unversehens blicken der Zarte, die rechte Hand des Dons, Dona Barbara, von der keiner so recht weiß, warum sie ihre deutsche Heimat verließ und in Guatemala nun Pferde züchtet, der Anwalt und der Erzähler in den Lauf einer Pistole. Ein Stallbursche am anderen Ende des Revolvers. 
„Stallungen“ ist keineswegs einfach nur ein kleiner Roman aus einem kleinen fernen Land. Aus der Idee innerhalb des Romans einen Roman aus den Geschehnissen rund um eine Geburtstagsparty zu schreiben, wird schnell Ernst. Ds Machtgefüge innerhalb der Finca Palo Verde, seinem Patron und dessen Gefolge wird eher beiläufig erwähnt. Hier herrschen Zustände wie im Mittelalter. Wer nicht spurt, spürt die Knute. Wer aufbegehrt, verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Dass immer wieder rebelliert wird, zeigt nur, dass der Funke Hoffnung immer noch mehr als nur glimmt. 
Rodrigo Rey Rosa ist ein Künstler mit der Feder. Die bedrohliche Situation am Tisch als plötzlich der Stallbursche die Waffe zieht, wirkt für alle wie im Film. Sie rechnen nicht mit dem alles verändernden Knall. Manche aus Arroganz, weil sie weit über dem Burschen stehen, obwohl der das bessere Argument in den Händen hält. Manche sind fast schon furchtlos, weil sie in ihm das Gute sehen. Die vierzehn Kapitel dieses Buches fliegen im Nu an einem vorbei. Erst nach dem Absetzen fühlt man die Kraft, die von diesem Buch ausgeht. 

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Rezension zu "Stallungen" von Rodrigo Rey Rosa

Dieses Buch legt man nicht so schnell wieder weg
Annette_vor 5 Jahren

Liebe Buchhändler, bitte stellt Euch dieses Buch ins Schaufenster. Wäre wirklich schade, wenn es übersehen wird: ”Stallungen” von Rodrigo Rey Rosa.

Der Ich-Erzähler begleitet seinen hochbetagten Vater, seinerzeit ein ausgewiesener Pferdenarr, auf die Geburtstagsfeier des Patriarchen Don Guido Carríon.

Während der Festlichkeiten kommt es zu einem Brand in den Stallungen, bei dem der Hunderttausend-Dollar-Hengst Duro II getötet wird. Als Rey sich unter die Schaulustigen mischt, gesellt sich – rein zufällig- der Anwalt Jésus Hidalgo zu ihm und zieht ihn mit dem Satz “Über das hier könnten sie ein Buch schreiben” in die Geschichte hinein.

Rey und Hidalgo begeben sich noch einmal zur Finca Palo Verde. Nicht genug, dass die beiden von Don Guido und seinem Sohn überrascht werden. Der Anwalt Hidalgo steckt viel tiefer in den Angelegenheit des Familienclans, als es den Anschein hatte und Rey ist auf ein dunkles Geheimnis gestoßen. Die Situation eskaliert vollends, als Don Guidos Enkelsohn auftaucht. Rey ist nun ganz auf sich gestellt.

Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und kann es nur empfehlen. “Stallungen” ist in der Übersetzung von Elisabeth López-Semeleder im Septime-Verlag erschienen.

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lillooets avatar

Rezension zu "Die Henker des Friedens" von Rodrigo Rey Rosa

Rezension zu "Die Henker des Friedens" von Rodrigo Rey Rosa
lillooetvor 9 Jahren

Die Henker des Friedens - Rodrigo Rey Rosa
gelesen von Martin Pfisterer
3 CDs, Laufzeit ca. 3:05 Stunden

Kurzbeschreibung
Zwei befreundete Offiziere der guatemaltekischen Armee beschließen, getrennte Wege zu gehen: Ernesto will über ein Studium ins zivile Leben einsteigen, während Pedro »der Institution« treu bleibt. Ernesto, Träger brisanter Geheimnisse aus den Zeiten des Bürgerkrieges, verliebt sich in Emilia, die mit einem Ex-Guerillero liiert ist. Die beiden treffen sich mit Lucien Leigh, einem alten englischen Reiseschriftsteller, der einem Verbrechen auf der Spur ist. Das Verbrechen wird geklärt, doch die Klärung bleibt nutzlos. Ernesto wird erschossen, der Mord ist aber ein Unfall, der Täter ein Gejagter. Andere Spuren führen zu weiteren Verbrechen - oder sind sie nur eingebildet?

Meisterhaft gelingt es Rey Rosa in diesem Roman, falsche Fährten zu legen: Bis zum Schluss täuscht sich der Hörer in seinen Erwartungen. Die Intrigen ziehen uns in ihren Sog - doch wer ist es, der intrigiert, und zu welchem Zweck? Kriminalromane bedürfen eines einigermaßen funktionierenden Rechtssystems, sonst wäre das Verbrechen unerheblich. Dieser Roman handelt von Verbrechen und Gewalt in einem Land ohne Gesetz und in einer Gesellschaft ohne Unrechtsbewusstsein.

Über den Autor
Rodrigo Rey Rosa, geboren 1958 in Guatemala, lebt nach Jahren im marokkanischen Exil heute wieder in Guatemala. Er hat mehrere Romane und Erzählbände publiziert, die in sieben Sprachen übersetzt worden sind. 2000 erschien im Rotpunktverlag "Die verlorene Rache".

Meine Meinung
Dieses (Hör)Buch fiel in mein Beuteschema, weil es in Guatemala spielt, ein Land, in welchem ich einige Jahre gewohnt habe. Als Buch liegt es schon eine Weile auf meinem SUB - ich hatte mich bislang nicht rangetraut - und als ich es vor einer Weile als Hörbuch zum Superschnäppchenpreis entdeckte, habe ich mir dieses auch zugelegt, und dieses nun gehört.
Ich wusste eigentlich von vornherein, dass dieses Buch keine reine Unterhaltungsliteratur ist, sondern ein wenig anspruchsvoller ist. Dennoch verspricht der Klappentext in erster Linie einen Kriminalroman. In einem Krimi erwarte ich allerdings relativ zu Anfang ein Verbrechen, dessen Aufklärung Ziel des Buches ist und den roten Faden für die Handlung vorgibt. Dem war hier irgendwie nicht so.
Wenn ich die Handlung zusammenfassen soll, komme ich ins Stocken: Worum geht es eigentlich in dem Buch? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Obwohl auf 3 CDs ja nicht so viel drauf passt: für mich hatte das alles keinen Zusammenhang. Da fährt eine Person mal hier hin, später fährt eine andere Person dort hin, zwischendurch wird auch mal jemand umgebracht (ist ja ein Krimi), die einen spionieren den anderen nach und umgekehrt - aber worum es jetzt ging, ist mir schleierhaft.
Nett für mich war die gelegentliche Nennung von Orten, die ich kenne und die damit verbundene Vorstellung, wie es dort in etwa aussieht. Ansonsten vermittelt das Buch nicht gerade eine sympatisches Bild von diesem eigentlich schönen Land.

Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, finde diese Information aber gerade nicht mehr, um es zu verfizieren.
Martin Pfisterers Stimme ist mir nicht ganz so sympatisch und angenehm wie die anderer Hörbuchsprecher, die ich in letzterer Zeit gehört habe. Sie erinnerte mich ein wenig an alte Radiohörspiele. Viel mehr gestört hat mich allerdings sein etwas eigenwilliger Vorleserhythmus. Möglicherweise war dies aber gewollt, um dem wie auch immer gearteten Anspruch des Buches gerecht zu werden, mich hat es aber eher gestört.
Spanische Personennamen spricht er angemessen aus, bei den spanischen Ortsnamen unterläuft ihm schon mal der ein oder andere Fehler in Aussprache oder Betonung, die einem der spanischen Sprache unkundigen wahrscheinlich nicht auffallen, mir aber schon. (Die Ortsnamen indianischer Abstammung lasse ich mal außen vor, da kenne ich die korrekte Aussprache größtenteils selber nicht.)

Fazit
Ich habe dieses Hörbuch nicht verstanden, möchte aber nicht ausschließen, das dies an mir liegt. Möglicherweise nehme ich irgendwann nochmal das Buch zur Hand, um dieses in Ruhe zu lesen und dabei vielleicht dahinter zu kommen, was der Autor sagen möchte.

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