Roger Bourgeon Der Rebell mit dem Krummstab

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Inhaltsangabe zu „Der Rebell mit dem Krummstab“ von Roger Bourgeon

Als Paul VI. in der Kathedrale von Bogotá den Eucharistischen Weltkongreß eröffnete, erregte unter dem Rot und dem Violett der Kardinäle und Bischöfe ein schwarzer Fleck die Aufmerksamkeit der Teilnehmer: die Soutane von Don Hélder Câmara, Erzbischof von Olinda und Recife, einer Diözese im Nordosten Brasiliens. Als Vater der Armen und Unterdrückten in den Slums der Großstädte Südamerikas ist er zu einer symbolischen, nicht unumstrittenen Gestalt eines neuen Kirchenverständnisses geworden. Das bedeutet Absage ebenso an hergebrachten Triumphalismus wie an Beschränkung auf nur innerkirchliche Tätigkeit, das bedeutet materielle und seelische Sorge für den Menschen, Brüderlichkeit, Hilfe, auch um den Preis des Verzichts auf persönlichen Komfort. Der „rote Erzbischof“, wie ihn seine politischen und kirchlichen Gegner manchmal nennen, ist ein Wegbereiter der Kirche der Armen im Sinne eines Johannes XXIII.

Der französische Autor Robert Bourgeon wählte für sein Buch die Form des Romans, in dem die Namen geändert wurden, um die Arbeit der Männer nicht zu behindern, die in Südamerika den Kampf gegen Elend und Ungerechtigkeit aufgenommen haben. Die Darstellung ist realistisch, unpathetisch und glaubwürdig, sie möchte Verständnis wecken für die Vorgänge, die das Bild der Gesellschaft und der Kirche von morgen in einem fernen Land vorbereiten. Bourgeon enthält sich einseitiger Stellungnahmen, auch die Vertreter des bisherigen Status sind mit Verständnis für ihre Motive gezeichnet. Ebensowenig werden die Schwierigkeiten bei der Verwirklichung der neuen Versuche verschwiegen, die das Umdenken, den guten Willen und die Geduld aller fordern.

Hélder Câmara -- oder Enrico Esteban, wie er in diesem Buch heißt -- spricht und handelt aus einer im Glauben verwurzelten Liebe zu den Armen und Schwachen, die auf den Reicheren und Stärkeren angewiesen sind. Er hat eine gewaltlose Revolution in Bewegung gebracht, sie ist seine Hoffnung. Dieser optimistische Zug teilt sich dem Leser unmittelbar mit. Mit wachsender Spannung verfolgt er die Wege dieses „Rebells mit dem Krummstab“ über Kindheit, Schule, Seminar, Berufung, Romaufenthalt und diplomatische Ausbildung bis zum Aufstieg in den Stand des „Hirten“, der seine Aufgabe mit dem Einsatz seiner ganzen Kühnheit auf sich nehmen wird.

Jene „Dritte Welt“, der die Aktionen „Adveniat“, „Misereor“ und „Brot für die Welt“ gelten, hat in diesem Roman eine Darstellung gefunden, die in eindringlichen Szenen Probleme aufzeigt, von deren Lösung auch unsere Zukunft abhängt.

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