Roger Peyrefitte

 3.3 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Heimliche Freundschaften, Die rote Soutane und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Roger Peyrefitte

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Roger PeyrefitteHeimliche Freundschaften
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Heimliche Freundschaften
Heimliche Freundschaften
 (2)
Erschienen am 02.02.2004
Roger PeyrefitteExil in Capri
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Exil in Capri
Exil in Capri
 (0)
Erschienen am 03.05.2004
Roger PeyrefitteAlexander der Grosse
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Alexander der Grosse
Alexander der Grosse
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Erschienen am 01.11.2004
Roger PeyrefitteAlexander der Eroberer
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Alexander der Eroberer
Alexander der Eroberer
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Erschienen am 01.10.2004
Roger PeyrefitteDer junge Alexander
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Der junge Alexander
Der junge Alexander
 (0)
Erschienen am 01.09.2004
Roger PeyrefitteDie rote Soutane
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Die rote Soutane
Die rote Soutane
 (2)
Erschienen am 01.12.1988
Roger PeyrefitteLes américains
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Les américains
Roger PeyrefitteHerzbube
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Herzbube
Herzbube
 (1)
Erschienen am 01.08.1982

Neue Rezensionen zu Roger Peyrefitte

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Nespavanjes avatar

Rezension zu "Heimliche Freundschaften" von Roger Peyrefitte

Internatserinnerungen
Nespavanjevor 2 Jahren

George, ein 14 jähriger Junge wird auf ein streng katholisch geführtes Internat geschickt. Trotz der sehr strengen Regeln und der ständigen Überwachung durch die Lehrer, freundet er sich mit Lucien an. Solche engen Freundschaften zwischen den Internatsschülern, sind bei den Patern nicht gerne gesehen. Lucien schwärmt George ständig von seiner heimlichen Freundschaft zu André vor, fortan ist er auf deren Freundschaft eifersüchtig und will sie bei den Patern anschwärzen. Im letzten Moment bekommt er allerdings Gewissensbisse, allerdings ist es zu spät. André muss sofort das Internat verlassen.

Im letzten Jahrhundert gab es eine Vielzahl von begabten Schriftstellern, deren Werke sich mit der Homosexualität auseinandergesetzt haben. Entweder spielte die Geschichte in einem homosexuellen Milieu, oder einer (=oder mehrere) der Charaktere war schwul. Allerdings waren oder sind es nicht immer erotische oder pornografische Inhalte, meist handeln sie von alltäglichen Dingen, mit dehnen sich homosexuell liebende Menschen auseinandersetzten mussten. Sie sind oft durchzogen von Missbrauch und Gewalt, denn dort wo der einzelne Mensch sich nicht frei entfalten kann, dort wo er seine Gefühle unterdrücken muss, herrscht oft ein Klima der Gewalt und zum Bedauern auch eines des Missbrauchs. Das diese Themen auch heute noch so aktuell sind wie vor 60, 70 oder 80 Jahren, zeigen aktuelle Neuerscheinungen wie - Das Ende von Eddy - und - Ein wenig Leben.

Dieses 1944 erstmals erschienene Werk widmet sich dem Internatsleben und beinhaltet biografische Details, schließlich war Peyrefitte, der auf Anhieb den Theophraste-Renaudot-Preis für dieses Werk bekommen hat, auch in Jugendjahren auf einem Internat. Er löste damit einen Skandal aus, mehrmals versuchte die katholische Kirche das Werk verbieten zu lassen, denn es beschreibt nicht nur die Zuneigung zweier Internatsschüler zueinander, sondern auch die Obsession der Patres, jene zu unterbinden.


So teilt sich auch dieses Buch in zwei sehr detaillierten Themen auf: Hier der streng religiös reglementierten Alltag der Jugendlichen, und dort die Heimlichkeiten der Schüler untereinander. Obschon die Sexualität nur diskret angedeutet wird, ist sie jedoch in den romantischen Gefühlen der Jungen zueinander und der unerbittlichen Jagd der Patern nach heimlichen Freundschaften, im Hintergrund immer präsent. In diesem Fanatismus gefangen, hier muss ich ein wenig spoilern, werden die Patres für das Offensichtliche blind. Einer von Ihnen nähert sich den Schülern auf eine ungebührliche Weise.




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TheSaints avatar

Rezension zu "Herzbube" von Roger Peyrefitte

Als Dekadenz noch Stil hatte
TheSaintvor 2 Jahren

1964 während der Verfilmung seines Romans "Heimliche Freundschaften" (1944 erschienen) lernte der damals 57jährige Autor den damals 13jährigen Alain-Philippe Malagnac, der als Statist in dem Film mitwirkte, kennen und verliebte sich in ihn. Über zwanzig Jahre sollte diese Liebesbeziehung halten, bis der junge Mann vor dem Finanzamt aus Frankreich flüchten musste und 1979 die Gay-Ikone Amanda Lear in den Vereinigten Staaten heiratete.

Der authentische Roman "Herzbube" berichtet von einer dramatischen und turbulenten Zeit nach einem Selbstmordversuchs Alain-Philippe's, der hier im Roman unter dem Namen "Astolphe" figuriert wird.
Man muss wissen, dass sowohl der Autor wie auch sein jugendlicher Lover aus wohlhabenden Familien stammten, denn sonst würde man während des Lesens ungläubig und kopfschüttelnd die Geschichte verfolgen, in der ein Mittzwanziger zwei Rolls-Royce als seine gewöhnlichen Transportmittel in Paris sein eigen nennt und wo Peyrefitte wie sein Lover mit Millionen an französischen Francs jonglieren und prassen...
Der große Schwachpunkt dieses Romans, der als wunderbare Ergänzung zum Roman "Heimliche Freundschaften" und zur Verfilmung (sehr atmosphärisch mit exquisiten Darstellern. Auch 52 Jahre nach dem Entstehen sehr intensiv und sehenswert!) dient, liegt in dem Wiederkäuen der finanziellen Probleme, in die Peyrefitte nach dem erfolglosen Selbstmordversuch Astolphe's gestürzt wird. Der junge Mann war ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen: Er betrieb Nachtclubs, besaß Villa und Wohnungen und produzierte Theaterstücke und die großartige Sylvie Vartan... Er hatte wie sein väterlicher Liebhaber (später adoptierte Peyrefitte ihn sogar!) keinerlei realen Bezug zu Geld und als Mitte der 70er Jahre plötzlich viele Wechsel und Kredite fällig wurden, sah er sich nicht mehr anders aus als sich mit Schlaftabletten voll zu pumpen...

Und so wird nach einer sehr atmosphärischen und authentischen Schilderung der Pariser haute société und deren Mechanismen das Lesen bald mühsam, wenn nur noch von den Versuchen erzählt wird, den gewaltigen Schulden durch Zwangsverkäufe wertvoller Bücher, Münzen und antiker Plastiken Herr zu werden. Umgerechnet 1,5 Millionen Euro musste Peyrefitte in den Monaten nach dem "Unfall" aufbringen, um die schweren finanziellen Fesseln seines jugendlichen Lovers abzuwerfen!
Schulden schienen damals wie heute en vogue gewesen zu sein - nur konnte man diese allein aufgrund seines Titels oder seiner gesellschaftlichen Stellung leichter prolongieren und jonglieren. Die Bankdirektoren solcher Bankhäuser wie das der Familie Rothschild kamen persönlich bei Peyrefitte zu Hause vorbei, um Konditionen der Rückzahlung zu verhandeln... Man genoss in Paris hohes Ansehen, wenn man ein zweistelliges Autokennzeichen oder eine niedrige Telefonnummer besaß!
Urlaube genoss man in Italien oder Griechenland und man fuhr zur Erholung in die Schweizer Alpen...  Schöne gute alte Zeit!
Das "alte Geld" hatte immer schon Eleganz und Stil - in jenen Tagen noch mehr als heute. Wenn man dieses Buch liest, dann schaut man lächelnd und mitleidig auf die heutigen Millionäre, die von natürlichem und klassensicheren Umgang mit ihrem Vermögen keinerlei Ahnung haben...

Nervend und für mich auch nicht nachvollziehbar die "blinde Liebe" des Autors zu seinem Freund. Im Zuge all der sich auftuenden finanziellen Abgründe erfährt Peyrefitte auch von den Unterschriftenfälschungen auf Wechseln und der Verpfändung seiner eigenen Wohnung durch Astolphe... Er vergibt dem jugendlichen Leichtsinn alles. Das muss wohl "wahre Liebe" sein...
Beide sterben im Jahr 2000... wie im "Selbstmord-Pakt" zu Beginn ihrer großen Liebe vereinbart.
Peyrefitte an Parkinson im November, Malagnac d'Argens de Villele im Dezember an einer Rauchgasvergiftung.

Ein tolles Sittenbild der 1970er Jahre.

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TheSaints avatar

Rezension zu "Heimliche Freundschaften" von Roger Peyrefitte

Rezension zu "Heimliche Freundschaften" von Roger Peyrefitte
TheSaintvor 9 Jahren

Der religiöse Ablauf in einem katholischen Knabeninternat wird eine Spur zu detailliert ausgeführt. Passagen werden dadurch langatmig. Sehr subtile schwule Atmosphäre - gut eingefangen. Trauriger guter Schluß.

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