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Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte

 (7)
Erscheint am 18.03.2019 als Taschenbuch bei Blanvalet.

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Rezension zu "Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte" von Roger Pihl

Tolle Idee aber viele Längen
rike84vor 2 Monaten

Valdemar ist Chef einer erfolgreichen Firma und hat eine Menge Geld. Das hilft ihm natürlich überhaupt nicht, als er auf dem Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad angefahren wird und ins Krankenhaus kommt. Das erste Mal seit langem kümmern sich Schwestern um ihn und er muss nicht andauernd Entscheidungen treffen. Schnell wird ihm klar, dass er sehr gern im Krankenhaus ist und es so schnell auch nicht wieder verlassen möchte. In seiner Not provoziert er Unfälle, damit er weiter im Krankenhaus bleiben kann und ist dabei kreativ und nicht sehr zimperlich. Und dann kommt er auch noch hinter das mysteriöse Geheimnis des Hausmeisters.

Stil, Machart, Meinung
Ich fand die Idee dieses Romans ja ganz hervorragend – und so denke ich immer noch. Um mich so richtig zu begeistern, hätte man die Sache nur irgendwie anders umsetzen müssen. Der Roman ist eigentlich gut geschrieben, mit Witz, Ironie und auch einer schönen Botschaft. Ich habe für dieses Buch nur ewig gebraucht, da mir die Geschichte zu langatmig war. Hätte man die Geschichte knackig und schwungvoll auf der Hälfte der Seiten erzählt, hätte ich wahrscheinlich begeisterte 5 Sterne gegeben. So kam ich nur schwerlich in die Geschichte rein und kämpfte mich eher durch – zwischendurch habe ich dabei sicherlich gelächelt.
Mal abgesehen davon mag ich die Botschaft unglaublich gern. Es ist ein bisschen wie Mr. Scrooge in der Weihnachtsgeschichte, nur in lustig. Der Griesgram merkt, dass es im Leben auf etwas ganz anderes ankommt und vertraut am Ende gar einer Taube!
Was ich wiederum nicht so gelungen fand, waren die Nebenfiguren. Davon gab es eine Menge, und sie blieben alle irgendwie erstaunlich blass.

Fazit
Eine tolle Geschichte mit einer tollen Botschaft. Eine eigentlich sehr gute Schreibe mit Charme und Ironie. Aber leider einfach so lang, dass man locker die Hälfte streichen könnte. Natürlich ist das ganze subjektiv und der Autor hat beim Schreiben des Buches sicherlich nicht an meine persönlichen Vorlieben gedacht. Es ist ein toller Ansatz, aber nicht mein Stil. Ich vergebe 3 Sterne und werde von dem Autor wohl eher nichts mehr lesen. Ich bin einfach froh, dass ich mit dem Buch fertig bin.

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Rezension zu "Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte" von Roger Pihl

Die Entdeckung dessen, was wirklich zählt im Leben - eine abgefahrene Krankenhausgeschichte
Antekvor einem Jahr

Valdemar, seit dem Unfalltod seiner Frau und seinem Kind nur noch ein halber Mensch, hat sich völlig in die Arbeit geflüchtet. Der Workaholic, der als Anteilhaber einer Computerfirma gehörig Geld scheffelt, merkt gar nicht, dass ihm nichts mehr gefällt, ja dass er ein regelrechter Griesgram geworden ist. Ein weiterer Unfall soll erneut sein Leben komplett auf den Kopf stellen. Denn als ihn ein Autofahrer vom Fahrrad holt und er ins Krankenhaus eingeliefert wird, stellt er ganz überrascht fest, wie schön es ist, einfach nichts zu tun, sich um nichts kümmern müssen und zudem umsorgt zu werden, wie schon lange nicht mehr. Ganz klar, er fühlt sich wie im Paradies, hier würde er gerne für immer bleiben. Wird die Operation seiner gebrochenen Schulter zum ersten Mal noch von den Ärzten wegen einem Notfall verschoben, lässt sich Valdemar, einmal auf die Idee gebracht, so einiges einfallen, damit dies noch recht oft geschieht. Im Krankenhaus verstecken, im Putzkämmerchen den Verwirrten spielen, nach der OP aus dem Bett fallen und sich die Schulter nochmal brechen, sich bei einem Sturz die andere Schulter verletzen oder sich mit Krankenhauskeimen infizieren, so müsste sich doch so ein Aufenthalt ausgiebig verlängern lassen, oder? Valdemar fast schon heimisch entdeckt zudem, dass der Hausmeister etwas zu verbergen hat. Noch ein Grund mehr hier zu bleiben, der Sache muss man schließlich auf den Grund gehen.

Freiwillig länger als nötig in einem Krankenhaus bleiben, für mich völlig undenkbar, aber Valdemar lebt richtig auf. Ich konnte mich bei der Geschichte wirklich darüber amüsieren, was er sich so alles einfallen lässt, damit er seinen Aufenthalt verlängern kann. Ich konnte deshalb viel schmunzeln, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass so etwas in Wirklichkeit möglich wäre. Gut hat mir auch die Entwicklung der Geschichte gefallen, von der ich an der Stelle nicht zu viel verraten möchte, aber dadurch bekommt das Ganze neben der humorvollen, noch eine berührende Komponente.

Nur für die Arbeit leben, sich unersetzlich fühlen? Dass dies sicher nicht das Ziel eines erfüllten Lebens sein kann, stellt Valdemar schnell fest, denn Kollegen oder gar Geschäftspartner werden im Krankenhaus nicht gesichtet. Nur einmal bekommt er eine Lieferung Geschäftsbriefe, die er doch abarbeiten könnte. Sicher auch eine gute Botschaft für den einen oder anderen Workaholic.

Valdemar ist, zumindest anfangs nicht unbedingt der Typ Mensch, der sympathisch erscheint. Er ist genügsam, regt sich nicht auf, nimmt die Dinge, die er nicht ändern kann, gelassen hin und ist dadurch für die Krankenschwestern eigentlich kein schwieriger, oder gar nerviger Patient. Im Verlaufe der Geschichte ist er mir tatsächlich fast ans Herz gewachsen. Neben Krankenschwestern lernt er bei seinem Aufenthalt noch gut eine Handvoll andere, ganz besondere Menschen kennen, die alle originell und individuell gezeichnet sind. Gut gefallen hat mir auch sein einziger Besucher aus Geschäftstagen, Boffer, der Mann fürs Grobe bei säumigen Kunden.

Der Sprecher bringt Valdemars Charakter, knauzig, ironisch, aber auch witzig gut zum Ausdruck. Dass Heikko Deutschmann seine Arbeit versteht merkt man, denn er hat sowohl für die unterschiedlichen Szenen und Stimmungen als auch für die einzelnen Mitspieler den passenden Tonfall in petto.

Alles in allem eine witzige, unterhaltsame Geschichte, die mir als Hörbuch wirklich gut gefallen hat. Mein Ziel, anhören, nicht viel denken müssen und amüsieren, wurde auf jeden Fall erfüllt und damit sind auch noch fünf Sterne verdient.

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Rezension zu "Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte: Roman" von Roger Pihl

Valdemar Vägen
Literaturwerkstatt-kreativvor einem Jahr

Literaturwerkstatt- kreativ“  rezensiert

Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte“ 

von Roger Pihl

Der 52 – jährige Protagonist Valdemar Vägen hat einen Fahrradunfall und landet anschließend im Krankenhaus. Seit 12 Jahren zählte nur noch seine Arbeit, denn der plötzliche Unfalltod seiner Frau und seiner beiden Kinder hatten sein Leben von einem auf den anderen Tag abrupt verändert. Sein gesamtes Dasein drehte sich seit diesem Tag nur noch um seine Firma und um die Verantwortung die damit verbunden war. Nun liegt er mit einer ramponierten Schulter im Krankenhaus und ist zum Nichtstun verurteilt. Zudem wird er sehr fürsorglich von den Krankenschwestern versorgt. Valdemar findet gefallen daran und auch daran, keine Entscheidungen mehr treffen zu müssten. Vor allem jedoch gibt es Menschen, die sich um einen kümmern und die für einen da sind. Und so kommt unserm Protagonisten die Idee, seinen Krankenhausaufenthalt zu verlängern. Dabei entwickelt er erstaunlich kreative Methoden, sehr zum Leidwesen der behandelnden Ärzte und Krankenschwestern. Während seiner Zeit im Krankenhaus lernt unser Akteur auch den Hausmeister kennen und findet heraus, das dieser ein Geheimnis hat. Nun macht Valdemar es sich also zur Aufgabe, dieses Geheimnis zu lüften.


Fazit:

Roger Pihl hat eine wunderbare, flotte Geschichte geschrieben. Die 416 Seiten flogen nur so dahin und es hat großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Der Autor hat einen ausgesprochen humorvollen Schreibstil. Der humoristische Ton des Erzählers und die netten Verschrobenheiten des „Helden“ Valdemar lassen uns diese Geschichte einfach ans Herz wachsen. Mit Valdemar hat Pihl einen außergewöhnlichen und netten Hauptdarsteller kreiert. Es war einfach wunderbar, wie er seine Rundgänge durchs Krankenhaus macht und sich immer wieder neue kreative Ideen einfallen lässt, um seinen Krankenhausaufenthalt zu verlängern. Auch seine Gespräche, die er ab und an mit einer weißen Taube hat, fand ich sehr schön vom Autor herausgearbeitet. Absolut sympathisch.

Mit viel Charme, Witz und Humor nimmt der Autor uns mit auf eine Reise und macht nebenbei deutlich, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Ein nettes kurzweiliges Buch – eine Leseempfehlung von mir !!!


www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/10/01/3897



Besten Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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