Roger Scruton Ich trinke, also bin ich

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Inhaltsangabe zu „Ich trinke, also bin ich“ von Roger Scruton

Jeder kennt das Sprichwort „in vino veritas“ (Im Wein liegt Wahrheit). Aber welche Wahrheit ist damit gemeint? Der renommierte Philosophieprofessor Roger Scruton ist dieser Frage in seinem neuen Buch nachgegangen. Wein - in der richtigen Stimmung und Dosis zelebriert - ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch ein Stimulans für freies Denken. Die alten Griechen wussten nur zu gut um diesen Zusammenhang. Guter Wein ist ein Elixier für gute Gespräche. Kein Geringerer als Platon hat es eindrucksvoll beschrieben: Wein versetzt den Menschen in einen Zustand der Offenheit und Selbstgewissheit, den ihm nüchtern wohl nie zuteil würde. Ein Lobpreis des Rebsaftes und obendrein die Geschichte jener ewigen Liaison zwischen Denkern und Flaschen - von den dionysischen Hellenen bis zum badischen Tiefgeist Martin Heidegger.

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  • Rezension zu "Ich trinke, also bin ich" von Roger Scruton

    Ich trinke, also bin ich
    Sophia!

    Sophia!

    12. December 2010 um 17:49

    Die Geschichte des Weines _ Roger Scruton, bekannter Philosoph und Weinliebhaber, berichtet in diesem Buch, wie er die Freuden dieses alkoholischen Getränks entdeckte. Bereits als Kind wurde er mit dem Weinbau und der Weinproduktion konfrontiert. Später trugen vor allem seine Reisen dazu bei, dass er unterschiedliche Weine verschiedener Länder kennen und schätzen lernte. _ Der Titel des Buches gliedert den Text in die beiden Großkapitel "Ich trinke" und "Also bin ich". Zuerst beschreibt der Autor die Entwicklung des Weines und die Rolle, die er von jeher in der menschlichen Kultur eingenommen hat. Anschließend folgt die präzise Analyse der Worte also bin ich , die er mit den Oberbegriffen Vernunft, Bewusstsein und Sein in Verbindung bringt. Nun werden diese Begriffe mit Hilfe der Philosophie und den bekanntesten Vertretern dieser Geisteswissenschaft erklärt. _ Doch neben den detaillierten philosophischen Thesen erhält der Leser des Textes viele hilfreiche Ratschläge zum Thema Wein "Der La Cetate ist ein fruchtiger Merlot ... Der 2000er Jahrgang hat einen Vanillegeschmack im Abgang, den man geradezu vom Glas lecken kann...", sowie wissenswerte Informationen, wie z.B. die Tatsache, dass Kant jedem seiner Gäste stets "eine Halbliterflasche Wein kredenzte." _ Im Text werden nicht nur besonders köstliche Weine vorgestellt. Vielmehr geht der Autor auch auf die Funktion des Weines innerhalb der Gesellschaft ein. Dazu gehört ebenfalls der Drehverschluss, in seinen Augen ein Indikator der neuen Kultur des Exzesses. Ähnlich wie Mozarts Musik können gute Weine nicht mehr genossen werden. Die Zeit zum wahren Genuss fehlt und alles endet im Exzess. Für Scruton ist Wein nicht nur eine Substanz, die zur Forschung des inneren Wesens einläd, somit Nebenprodukt der Philosophie, sondern auch ein Zeichen für gelungene Zivilisation. Positiv ist die Gestaltung des Anhangs, in der wichtige Philosophen kurz vorgestellt werden. _ Fazit: Ein interessantes philosophisches Werk zum Thema Wein.

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  • Rezension zu "Ich trinke, also bin ich" von Roger Scruton

    Ich trinke, also bin ich
    HeikeG

    HeikeG

    30. October 2010 um 11:51

    Oinis kai aletheia - Wein und Wahrheit . Es waren die Griechen, denen wir das Sprichwort „Oinis kai aletheia“ verdanken. „In vino veritas“ machten die Römer daraus. Wein und Wahrheit gehen schon immer eine enge Symbiose ein. „Der Wein sollte auf einen gut gefüllten Magen treffen und sich gleichsam als Diskurs darauf erheben.“ Das wiederum sagt Roger Scruton, der Autor dieses philosophischen Weinverführers. Scruton, Jahrgang 44, lehrt Philosophie am American Enterprise Institute Washington und in Oxford und ist bekennender Liebhaber der vergorenen Trauben. Er stimmt Horaz bei, der schrieb, dass „caelum non animum mutant qui trans mare currunt“, was nichts anderes bedeutet, als dass Reisen den Horizont einengt, „und je weiter man reist, desto enger wird er. Es gibt nur eine Methode, eine Gegend mit offenem Herzen und offenem Geist zu besuchen und zwar im Glas.“ . Auf einen ausschweifenden Weg nimmt Roger Srcuton seine Leser mit. Dabei handelt es sich bei diesem Buch keineswegs um einen Weinführer, deren es sicher unzählige auf dem Markt geben dürfte, sondern der Autor philosophiert über das Denken, das Nachdenken über Wein und dessen Tugenden. Wein, so Scruton, vernebelt nicht den Blick auf die Dinge, so wie es jedes Rauschmittel tut, sondern nach dem stilvollen Genuss sehen wir die Welt „in einer neuen, gleichsam idealisierten Form.“ Für ihn ist Wein eine Bereicherung der menschlichen Gesellschaft, „vorausgesetzt, er dient zur Anregung des Gesprächs, und dieses bleibt zivilisiert und im Allgemeinen.“ Scruton erörtert den Wein als Begleiter der Philosophie und die Philosophie als ein Nebenprodukt des Weins. Denn neben seiner vorzüglichen Eignung als Speisenbegleiter, macht er sich noch besser als Gefährte des Gedankens. „Wer Wein beim Denken genießt, lernt nicht nur das gefasste Denken, sondern auch das Denken in Fässern.“, so der Autor. Und weiter: „Wein, zur rechten Zeit, am rechten Ort und in passender Gesellschaft genossen, weist den Weg zur Meditation - ein Vorbote des Friedens.“ Dieses am wenigsten berechenbare Getränk ist zweifelsohne nicht nur ein Objekt der Sinne, sondern auch der Erkenntnis, denn ein sinnliches Vergnügen hängt unbestritten von der Erkenntnis ab. Vergorener Traubensaft bietet dem genießenden Kenner „ein kompliziertes und vielschichtiges Arrangement, das sich wie ein Schachspiel nach dem ersten Eröffnungszug entfaltet.“ . Und so werden wir in die Studienzeit des Briten versetzt, in der er erstmals Kontakt mit diesem philosophischen Lebenselexier aufnahm und seither nicht mehr loskommt. Scruton philosophiert über Sinn und Unsinn der heutigen Weinkunde und gibt einen kurzen Überblick über die belegbaren Anfänge der Genusskelterei, die bei den Griechen und Römern ihren kulturellen Höhepunkt erfuhr. Dionysos und Bacchus sind die göttliche Zeitzeugen. Roger Scruton widmet ein großes Kapitel „la Tour de France“, dem Weinland schlechthin, das er sich während seines Studiums „trinkend“ erschloss. Von Frankreich aus macht er sich danach völkerverbindend in andere große Weinnationen wie Italien oder Spanien, bis über den großen Teich nach Nord- und Südamerika und Neuseeland auf, ein kurzes Naserümpfen beim Vorbeisegeln am australischen Kontinent inklusive. Und immer hat er einige Empfehlungen besonders genussvoller Sorten parat. „Wein erlaubt uns einen Blick auf die Welt ,sub specie aeternitatis‘, eine Welt, in der die guten Dinge ihren Wert haben, egal wer sie besitzt.“ Sein Erzählstil ist flott und charmant, zuweilen sogar recht direkt und unkonventionell, aber daher authentisch und nicht abgehoben. . Nach der reichlichen Hälfte wird der „weinhaltige“ Genusspfad verlassen und Roger Scruton widmet sich seiner Profession, der Philosophie. Ist es zuvor beinahe ein Muss, das Glas Wein zur Lektüre zu genießen, werden jetzt die Sinne geschärft und erfordern höchste Aufmerksamkeit. Auf die Auswahl des alkoholischen Begleiters sollte nun besonderes Augenmerk gerichtet sein. Der Autor versucht dem bedeutungsschwangeren Inhalt seines Buchtitels auf den Gaumen zu fühlen. Ganz im Sinne der Philosophie, die aus dem Nachdenken über Vernunft, Bewusstsein und Sein entsteht - jene drei Vorstellungen, die in der Reihenfolge der Worte „also“ „bin“ „ich“ zum Ausdruck kommen. Scruton geht Fragen auf den Grund: Ist der Wein eher ein Tagtraum oder ein Kunstwerk? Verweist er auf unsere subjektiven Eindrücke und Erinnerungen oder zeigt er hinaus in die Welt - bringt also Ordnung in die Welt so wie Tintoretto oder Mozart eine neue Ordnung erschufen, in dem sie die Gegenstände unserer Wahrnehmung neu geformt haben? Dabei zieht er sich Vergleiche bei Richard Wagner, Descartes, Edmund Husserl, Aristoteles, Heidegger oder Kant heran. . Letztendlich versucht Scruton den „Meckerern“ und Moralaposteln, aber auch dem Missbrauch von Alkohol die positive Gesamtbedeutung des Elixiers mit Namen Wein entgegenzusetzen. Ein opulenter Anhang „Was man wozu trinkt“ gibt keineswegs Weinempfehlungen zum Essen, sondern Vorschläge, welche Rebsorte zu welchem Philosophen am besten passt. Sogar dem großen Pessimisten und bekennenden Biertrinker Schopenhauer widmet er ein gutes Glas neuseeländischen Chardonnays, „vielleicht den mineralisch butterigen Muddy Water, um uns daran zu erinnern, dass andere diesen Ozean überquert haben, ohne Glauben und Hoffnung zu verlieren, und nachdem sie an den abartigsten Orten gelandet waren, bewahrten sie sich den Glauben und die Hoffnung auf Wohltätigkeit, indem sie begannen, Weinstöcke anzubauen.“ . Fazit: „Ich trinke, also bin ich“ ist ein wunderbares Buch für den weinliebenden, philosophisch interessierten Leser, ein Genuss in doppeltem Sinne, eine unbedingte Empfehlung, die ich mit den Worten Roger Scrutons bekräftigen möchte: „Mir scheint, dass der Weingenuss eine Wiederaneignung des ursprünglichen Kults des Sesshaftwerdens und der Stadtgründung darstellt. Wir schmecken im Wein nicht nur die Frucht und die Fermentierung, sondern nehmen auch das spezifische Aroma einer Landschaft wahr, in der man die Götter zum Bleiben eingeladen hat und in der sie eine Heimat gefunden haben. Nichts von dem, was wir zu und nehmen, ist dermaßen bedeutungsschwanger. Wer nicht trinkt, ist nicht von dieser Welt.“

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