Roger Smith

 4.1 Sterne bei 290 Bewertungen
Autor von Kap der Finsternis, Blutiges Erwachen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Roger Smith

Roger Smith wurde 1960 in Johannesburg, Südafrika geboren. Er arbeitet als Autor, Regisseur und Filmproduzent. Smith gründete in den Jahren der Apartheid das erste hautfarbenübergreifende Filmkollektiv, aus dem eine ganze Reihe, international erfolgreicher Protestfilme hervorgingen. Seine Werke handeln von einer gewalttätigen Gesellschaft und spielen immer in seiner Wahlheimat Kapstadt. So möchte der Autor nach eigener Aussage mit seiner Arbeit auf die Kluft zwischen Arm udn Reich hinweisen. Sein Debüt »Kap der Finsternis« (Original »Mixed Blood«) erschien 2009 und wurde in Hollywood verfilmt. Ein Jahr später veröffentlichte er »Blutiges Erwachen« (Original »Wake Up Dead«). Er wurde für sein Debüt unter anderem mit dem zweiten Platz des »Deutschen Krimi-Preis« ausgezeichnet.

Alle Bücher von Roger Smith

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Buchformat:
Kap der Finsternis

Kap der Finsternis

 (101)
Erschienen am 12.07.2010
Blutiges Erwachen

Blutiges Erwachen

 (66)
Erschienen am 11.07.2011
Staubige Hölle

Staubige Hölle

 (56)
Erschienen am 12.11.2012
Stiller Tod

Stiller Tod

 (19)
Erschienen am 10.03.2014
Leichtes Opfer

Leichtes Opfer

 (13)
Erschienen am 21.03.2015
Mann am Boden

Mann am Boden

 (12)
Erschienen am 13.01.2018
Mann am Boden: Thriller

Mann am Boden: Thriller

 (6)
Erschienen am 13.01.2018
Blutiges Erwachen: Thriller

Blutiges Erwachen: Thriller

 (1)
Erschienen am 06.10.2010

Interview mit Roger Smith

Interview mit LovelyBooks, Mai 2011 (Übersetzung, Original folgt weiter unten)

1) Wann hast du damit begonnen eigene Geschichten zu schreiben und wie kam es zur Veröffentlichung deines ersten Buches?

Seit ich ein Kind bin bin ich verrückt nach Krimi-Romanen und wollte immer schon einen schreiben. Aber während den Jahren der Apartheid in Südafrika schien es, das Krimiromane nicht auf den Punkt kommen. Da war eine weitaus größere Kriminalgeschichte über die man schreiben musste. Also arbeitete ich im Filmgeschäft als Produzent und Regisseur, war einer der Gründungsmitglieder eines Filmkollektives gegen die Apartheid und habe ebenfalls viel als Drehbuchautor gearbeitet. Dann sagte ich eines Tages im Jahre 2007 zu mir, "Okay, das ist es. Es ist Zeit zu sehen, ob du einen Krimi schreiben kannst." Also setzte ich mich hin und schrieb Kap der Finsternis. Ich hatte sehr wenig Erwartungen und keine Idee von allem was ich dort mache und davon, dass es mein ganzes Leben ändern wird. Als ich glücklich mit dem Buch war schickte ich es an über 200 Literaturagenten in den USA. Da war eine bedeutende Menge von Interesse und ich endete mit einer brillanten Agentin in New York, welche das Buch Kap der Finsternis innerhalb von drei Wochen an ein großes Verlagshaus verkaufte. Und das veränderte mein Leben. Kap der Finsternis, und mein zweites Buch, Blutiges Erwachen, wurden in sechs Ländern veröffentlicht, haben Preise gewonnen, und sind nun beide in der Vorbereitung zu ihrer Verfilmung in den USA. Mein drittes Buch, staubige Hölle, wird 2011 international veröffentlicht. Ich bin ein sehr glücklicher Mann: in der Lage dass zu tun was ich liebe und Leser auf der ganzen Welt zu erreichen.

2) Welcher Autor inspiriert dich am meisten?

Viele Autoren haben mich beeinflusst: Krimi-Schriftsteller wie Elmore Leonard, Richard Stark und Jim Thompson und "Literatur"-Schriftsteller wie Ian McEwan, Denis Johnson, Cormac McCarthy und Martin Amis.

3) Woher nimmst du die Inspiration für deine Bücher?

Aktuell aus Südafrika. Die Apartheid endete Mitte der Neunziger und Südafrika änderte sich vom Schurkenstaat zu jedermanns Liebling unter der Führung von Nelson Mandela. Leider platze die Blase, während Mandela fortfuhr. Die Lücke zwischen Arm und Reich ist nie größer gewesen. Wir haben jetzt die höchste Häufigkeit von allen HIV/ Aids-Statistiken der Welt und Kriminialität wie auch Korruption haben die Apartheid als unsere größtes gesellschaftliches Problem ersetzt. Südafrikas bester Polizist - weiterhin Kommisar der Polizei und Kopf von Interpol zur Zeit seines Arrestes - wurde wegen Schutzgelderpressung und Bestechungsgeldern zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die südafrikanische Totschlag-Statistik brechen ach oben hin auf und eine von drei Frauen droht in ihrem Leben einmal vergewaltigt zu werden. Beinahe 1500 Kinder wurden letztes Jahr in Südafrika ermordet. Viele dieser Kinder waren ebenso Opfer von sexueller Gewalt. Südafrika hat viele Dinge, auf die es stolz sein kann, aber wir dürfen die gesellschaftlichen Probleme in diesem Land nicht ignorieren. Meine Bücher sind natürlich Romane (und hoffentlich unterhalsame), aber sie sind mein Beitrag dazu, die Realität von Südafrika aufzuzeigen - die Dinge, die die meisten Touristen nicht zu sehen bekommen.

4) Wie hälst du den Kontakt mit deinen Lesern?

So oft wie möglich treffe ich meine Leser persönlich, in dem ich auf Büchertour und Lesungen gehe. Wie die meisten Autoren heutzutage nutze ich twitter (http://twitter.com/rog_smith) und Facebook. (Hier ein Link zu meiner deutschen Fan-Seite: http://www.facebook.com/Roger.Smith.Autor) Ich habe ebenfalls eine Wesite (www.rogersmithbooks.com)

5) Wie war das Gefühl als du zum ersten mal eines deiner eigenen Bücher in den Händen halten durftest?

Ich war unglaublich aufregend! Ich war wie ein Kind, mit einem wochenlang anhaltendem dummen Grinsen auf dem Gesicht. Es ist immernoch ein großer Nervenkitzel meine Bücher gedruckt zu sehen, egal ob es ein neues Buch oder eine Übersetzung ist.

6) Hast du irgendeinen Hinweis für andere Autoren?

Lese. Lese alles was dir zwischen die Hände fällt, auch aus Genres über die du nicht schreiben möchtest. Es schockt mich auch weiterhin wenn Autoren mir sagen wie schwer es ihnen fällt, zu lesen. Ich weiß nicht wie man ein Autor sein kann, ohne auch ein Leser zu sein.

7) Schreibst du bereits an einem neuen Roman und kannst du uns schon sagen wovon er handeln wird?

Ich habe gerade mein viertes Buch beendet, Capture, und es wird 2012 veröffentlicht. Auch wenn es ebenfalls in Südafrika spielt ist es unterschiedlich gegenüber meinen anderen drei Büchern, mehr eine Art Psychothriller. Das ist alles was ich bislang darüber sagen kann...

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Original:

1) Since when did you write your own stories and how did it come your first book was published?

Since I was a kid I’ve been crazy about crime fiction and always wanted to write it. But during the apartheid years in South Africa writing crime fiction seemed to be beside the point: there was a far greater crime to talk about. So I worked in the movie business as producer and director, was a founder member of an anti-apartheid film collective and also did a lot of screenwriting. Then one day in 2007 I said to myself, “Okay, this is it. Time to see if you can write that crime novel.” So I sat down and wrote Mixed Blood (Kap der Finsternis). I had very few expectations and no sense at all that I was doing something that would completely transform my life. When I was happy with the book I sent it to over two hundred literary representatives in the USA. There was a surprising amount of interest and I ended up with an excellent agent in New York and she sold Mixed Blood to a major publisher in three weeks. And that’s when my life changed. Mixed Blood, and my second book, Wake Up Dead (Blutiges Erwachen), have been published in six countries, won awards, and now both are in development as movies in the USA. My third book, Dust Devils (Staubige Hölle) is being published internationally in 2011. I am a very lucky man: able to do what I love and reach readers around the world.

2) Which author inspires you most of all?

Many authors have influenced me: crime writers like Elmore Leonard, Richard Stark and Jim Thompson and “literary” writers like Ian McEwan, Denis Johnson, Cormac McCarthy and Martin Amis.

3) Where do you get the inspiration for your books?

Contemporary South Africa. Apartheid ended in the mid-nineties and South Africa went from being pariah of the world to everybody’s darling under Nelson Mandela. Unfortunately, the bubble burst when Mandela moved on. The gap between rich and poor has never been greater. We now have the highest incidence of HIV/ Aids statistics in the world and crime and corruption has replaced apartheid as our number one social ill. South Africa’s top cop – still commissioner of police and head of Interpol at the time of his arrest – has been sentenced to fifteen years in prison for racketeering and taking bribes from organized crime. The South African homicide statistics are off the charts and one in three South African women will be raped in her lifetime. Nearly 1 500 children were murdered in South Africa last year. Most of these children were also sexually violated. South Africans have much to be proud of, be we dare not ignore the social ills in our country. My books are fiction, of course, (and hopefully entertaining fiction) but they are my attempt to convey the reality of South Africa – the stuff that most tourists don’t get to see.

4) How do you get in contact with your readers?

Whenever possible I meet readers in person by doing book tours and readings. Like most writers these days, I use Twitter (http://twitter.com/rog_smith) and Facebook. (Here’s a link to my German fan page: http://www.facebook.com/Roger.Smith.Autor ) I also have a website (www.rogersmithbooks.com)

5) How did it feel do hold your own book in your hands for the first time?

It was unbelievably exciting! I was like a kid, with a silly smile on my face for weeks. It is still a real thrill to see my books in print, whether it is a new book or a translation.

6) Do you have any advice for other writers?

Read. Read everything you can lay your hands on and not only in the genre in which you want to write. It still shocks me when other writers tell me they hardly read. I don’t know how you can be a writer if you are not a reader.

7) Are you already writing another novel and can you tell us, what it will be about?

I have just finished my fourth book, Capture, which will be published in 2012. Even though it is also set in South Africa it is a little different to my first three books, more of a psychological thriller. That’s all I’m going to say about it right now . . .

Neue Rezensionen zu Roger Smith

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Mann am Boden" von Roger Smith

‚Wir sind so gewohnt, uns vor anderen zu verbergen [...].'
sabatayn76vor 6 Monaten

‚Wir sind so gewohnt, uns vor anderen zu verbergen, dass wir uns schließlich vor uns selber verbergen.‘ (La Rochefoucauld)

Vor zehn Jahren hat John Turner seine Heimat Südafrika zusammen mit seiner Ehefrau Tanya und seiner Tochter Lucy verlassen, nachdem er in große Schwierigkeiten geraten ist.

In Tucson Arizona haben sie sich ein neues Leben aufgebaut, und Turner lässt mittlerweile die Finger von Drogen, Pillen und Alkohol, verdient sein Geld mit dem Verkauf des ‚PoolShark‘ und hat es zu einem gewissen Wohlstand gebracht.

Eines Tages tauchen drei Männer mit Pistolen und Skimasken auf der Terrasse von Turners Haus auf. Sie wollen Geld, und sie wollen die Familie quälen und möglicherweise auch töten.

Aber so überraschend wie es auf den ersten Blick scheint, ist der Überfall für Turner nicht, denn er hat möglicherweise seine Hände im Spiel...

Ich habe schon einige Bücher von Roger Smith gelesen, und jedes Mal finde ich sie brutal, abstoßend, viel zu viel - aber unfassbar fesselnd und packend, auch wenn Thriller normalerweise nicht auf meiner Leseliste stehen.

‚Mann am Boden‘ toppt alles, was ich an schlimmen Büchern von Smith gelesen habe und hat mich aufgrund der allzu extremen und expliziten Gewaltschilderungen bisweilen an ‚American Psycho‘ von Bret Easton Ellis erinnert, ein Buch, das ich damals für Wochen zur Seite legen musste, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.

Smiths Südafrika ist auch in ‚Mann am Boden‘ ein Ort, von dem man so viel wie möglich Abstand sucht und der sofort nach dem Lesen von der Reise-To-do-Liste gestrichen wird. Der in Johannesburg geborene Südafrikaner Smith erweckt in ‚Mann am Boden‘ die schrecklichsten Abgründe der Menschheit zu Leben, schreibt von Drogen und Alkohol, Prostitution und sexueller Gewalt, Folter und Mord, Gestank und Dreck, Armut und Verzweiflung. Er tut dies auf erbarmungslose Weise, ist sprachlich vulgär und brutal, beschönigt nichts - und er tut dies alles mit einer Perfektion, die erschreckend, aber auch fesselnd ist. Man möchte sein Buch mittendrin zuschlagen, in der hintersten Ecke des Bücherregals verstecken, damit man es nicht einmal mehr sieht, damit man nicht ständig an den albtraumhaften Inhalt erinnert wird, aber man liest und liest und liest immer weiter, obwohl man sich innerlich schüttelt und ekelt und von dieser schieren Gewalt und der Gosse abgestoßen ist.

Ich muss sagen, dass ich die Gewaltdarstellungen bei ‚Mann am Boden‘ viel zu viel und viel zu unnötig fand. Auch mit weniger expliziten Schilderungen hätte der Autor meiner Meinung nach einen ähnlichen Effekt beim Leser erzeugt, und eigentlich möchte ich kein Buch empfehlen, das Gewalt so in den Fokus rückt und den Leser bei der Lektüre so sehr quält.

Aber gleichzeitig ist die Geschichte unglaublich gut konstruiert, durch die Szenenwechsel, die den Leser abwechselnd in die US-amerikanische Gegenwart und die südafrikanische Vergangenheit Turners versetzen, ist das Buch so packend, dass man immer weiterlesen muss, weil sich die Geschichte im Verlauf immer mehr entblättert und so sehr große Spannung aufgebaut wird.

Mein Resümee finde ich selbst unbefriedigend, denn ich weiß immer noch nicht, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht.

Ein Versuch: Bitte nicht lesen, wenn man irgendwann noch einmal nach Südafrika reisen will! Bitte nicht lesen, wenn man allzu extreme Gewaltdarstellungen schlecht verdauen kann! Bitte nicht lesen, wenn es einem nicht gelingt, manche Stellen eher zu überfliegen, weil es einfach unvorstellbar brutal ist, was man hier zu lesen bekommt.

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Flaventuss avatar

Rezension zu "Mann am Boden" von Roger Smith

Ein Thriller für den erwachsenen Leser
Flaventusvor 6 Monaten

Ein Buch, das dem Leser die menschlichen Abgründe zeigt. Und dabei nicht vor sehr expliziten Beschreibungen von Sex und Gewalt zurückschreckt. Das muss der Leser wissen und mögen, bevor er sich diesem Buch widmet. Und erhält dann allerdings auch eine hervorragend aufgebaute Erzählung.

 

Sprünge

Wo spielt die Handlung gerade? Manchmal braucht es ein paar Zeilen, bis der Leser weiß, zu welcher Zeit das Geschriebene gerade spielt. In kurzen knappen Kapiteln springt Smith vom Heute ins Gestern und erzählt damit den Plot auf eine höchst interessante Art und Weise.

Nach und nach offenbaren sich dem Leser die Hintergründe, erklären sich die Taten des Heute durch Ereignisse aus dem Gestern. Eine Erzählweise, die ich persönlich (bei einem Thriller) sehr mag und die durch den teilweise arg abgehackten Sprachstil vehement verstärkt wurde.

 

Gewalt

Beim Ausarbeiten der Charaktere führt Smith den Leser zu den Abgründen der Menschlichkeit und zeigt mit unverhohlener Brutalität, wie eins zum anderen kommen kann. Wie realistisch das ist, mag mal dahingestellt sein. In gewissen Kreisen aber durchaus denkbar.

Somit ist das rote Cover durchaus sehr bewusst gewählt worden und Leser sollte nicht zu zimperlich sein, was die explizite Darstellung bzw. Erzählung angeht.

 

Fazit

Das Buch lebt nicht von der Gewalt. Sie ist Mittel zum Zweck aber kein Selbstzweck. Der Fokus liegt eindeutig in der interessanten Verschachtelung der Ereignisse auf verschiedenen Zeitebenen, die dem Leser Stück für Stück die wahren Hintergründe offenbart.

Es ist die Art und Weise, wie die Geschichte offenbart wird, die mich zu einer uneingeschränkten Empfehlung für den erwachsenen Leser hinreißen lässt. Wer schnell erzählte Thriller mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.


Diese Rezension findet sich auf meinem Bücherblog.

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Rezension zu "Mann am Boden" von Roger Smith

Hart, stringent und mit den dunkelsten Seiten an Menschen versehen
michael_lehmann-papevor 10 Monaten

Hart, stringent und mit den dunkelsten Seiten an Menschen versehen

Johannesborg. Kapstadt. Südafrika. Nicht in den Villen, sondern in den Absteigen, das ist die Welt von Johnny Turner gewesen. Drogen, Alkohol, siffige Zimmer als Bleiben.

Und Chris Bekker. Korrupter Bulle, der diesen Turner rekrutiert und nicht mehr aus den Fängen lässt. Für einen Auftrag, der schmutziger nicht sein kann. Der sich als politisch motiviert zeigen wird, aber doch nur die schlimmste Barbarei in sich trägt, zu der Menschen, die mit der Macht spielen, scheinbar mühelos fähig sind.

Was im Übrigen auf Johnny Turner wohl auch zutrifft, auch wenn er sein Motiv als viel edler und seine persönliche Lage Jahre später als ausweglos charakterisieren wird. Und sich damit i doppelter Bedeutung des Wortes „am Boden“ wiederfindet.

Mit der Erfahrung dann versehen, dass Pläne selten so aufgehen, wie man sie einmal geschmiedet hat. Das jene Frau, die ihn damals aus Südafrika „gerettet“ hat, Mutter seiner Tochter und nun mit ihm in Amerika durchaus solide lebt (Turners Geschäftsidee hat hervorragend funktioniert) zäher ist, als Turner je vermutet hätte, das steht auf einem anderen Blatt.

Ein Blatt dass sich nicht nur einmal in Richtungen wenden wird, die dem Leser einiges Abfordern. Trocken im Stil, glasklar in der „hellen Ausleuchtung“ aller Szenen und ohne irgendein zurückzucken vor nackter, harter, brachialer Gewalt, Smith bleibt auch in diesem Werk seinem prägnanten Stil treu und schickt den Leser damit durch ein Wechselbad der Gefühle, das in den harten und brutalen Szenen einen guten Magen durchaus zum Vorteil gereichen lässt.

Als es gründlich schiefgeht, als erstes. In den Rückblicken auf das, was da in Johannesburg Alltag an dreckigen Geschäften und nackter Gewalt ist, spätestens als die schwere und scharfe Handsäge in seinem neuen Haus in Amerika angeworfen wird und die wirkliche Liebe seines Lebens unerwartet an der Tür klopft.

„Wir sind es so gewohnt, uns vor anderen zu verbergen, dass wir uns schließlich vor uns selbst verbergen“.

Bis es nicht mehr geht und nackte Gewalt den Menschen, in die Enge getrieben, dazu zwingt, alle Masken fallen zu lassen und nackt und bloß um sein Leben zu kämpfen oder, ebenso nackt und bloß (was für ein Bild auf den Zustand der Gesellschaft) sein Freizeitvergnügen darin zu suchen, anderen möglichst langsam und schmerzhaft das Leben zu nehmen.

„Überleg Dir gut, ob du bereit bist, deine Scheißwaffe auch zu benutzen, sonst trägst du sie nämlich demnächst als ……stöpsel“.

Trocken und ausdruckslos im Tonfall selbst angesichts zweier auf den eigenen Kopf gerichteter Mündungen, harte Kerle. Aber doch nur aus Fleisch und (sehr viel) Blut.

Wieder in gelungener, harter Thriller von Roger Smith, der dem Leser nichts erspart.

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Gespräche aus der Community

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Klett-Cotta_Verlags avatar
Liebe Lovelybookworms,

Lust auf einen packenden Thriller? Dann ist der gerade bei uns erschienene Thriller »Mann am Boden« von Roger Smith genau das Richtige für euch!


Darum geht es:

»Zehn Jahre ist es her, seit John Turner und seine Frau ihre Zelte in Südafrika abbrachen, um gemeinsam mit ihrer Tochter Lucy in den USA ein neues Leben aufzubauen. Als drei Männer in ihr Haus in Arizona eindringen und sie als Geiseln nehmen, zerbricht das familiäre Idyll. Langsam kommen die Schatten aus Turners Vergangenheit ans Licht. Warum verließ die Familie ihre Heimat Johannesburg so überstürzt? Roger Smith, der härteste Krimiautor Südafrikas, erzählt in rasantem Tempo von Vertrauen, Korruption und den Fehlern der Vergangenheit, die jeden von uns zwangsläufig einholen. Und er beweist: Unschuldige gibt es in dieser Welt nicht.«

Hier geht es zum Buch mit Leseprobe

Na, wäre das was für euch? Wir sind auf eure Bewerbung gespannt!

Viel Erfolg wünscht euch
euer Tropen Verlag

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Roger Smith wurde am 14. Juli 1960 in Johannesburg (Südafrika) geboren.

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