Stiller Tod

von Roger Smith 
4,2 Sterne bei19 Bewertungen
Stiller Tod
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Ein Thriller, der für mich einfach kein Thriller war. Mir fehlte Action und Spannung - eher langweilig als Atem raubend.

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Ein heftiger Psychothriller, mächtig, stark und extrem realistisch, der dem Leser alles abverlangt. Nichts für scwache Nerven.

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Inhaltsangabe zu "Stiller Tod"

Ein temporeicher Südafrika-Thriller mit psychologischem Tiefgang
Als die kleine Sunny vor dem Haus ihrer Eltern ertrinkt, raucht ihr Vater gerade einen Joint, während ihre Mutter sich mit ihrem Liebhaber vergnügt. Nur Vernon Saul, ein Ex-Cop aus den Elendsvierteln von Kapstadt, bekommt mit, was am Strand geschieht. Doch er greift nicht ein. Denn er weiß, wie er den Tod des Mädchens für seine Zwecke nutzen kann. Für Sunnys Eltern hat der Albtraum gerade erst begonnen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453676558
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:380 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:10.03.2014
Teil 4 der Reihe "Kapstadt"

Rezensionen und Bewertungen

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    PoldisHoerspielseitevor 3 Jahren
    Roger Smith: Stiller Tod

    Die vierjährige Sunny ertrinkt während ihrer Geburtstagsfeier im südafrikanischen Pazifik. Ihr Vater ist bekifft, ihre Mutter hat gerade heimlich Sex in der Küche mit ihrem Liebhaber. Lediglich der ehemalige Polizist Vernon Saul hätte ihr helfen können, fasst aber gleich einen Plan, wie er die Situation für sich ausnutzen kann. Und so schleicht er sich langsam in das Leben von Sunnys Vater Nick ein und übernimmt immer mehr die Kontrolle über sein Leben...
     
    Das Genre des Thrillers wird immer heftiger, viele Autoren nutzen detaillierte und brutale Gewaltdarstellungen, um die Aufmerksamkeit des nach immer mehr lechzenden Publikums auf sich zu ziehen. Genau dieser Spirale entzieht sich der südafrikanische Autor Roger Smith, hat aber mit „Stiller Tod“ einen nicht minder Aufsehen erregenden Thriller verfasst, der jedoch auf psychischer Ebene spielt.
     
    Im Mittelpunkt steht dabei Vernon Saul, früher Polizist, jetzt Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, ein sehr schockierender Charakter. Er ist hochgefährlich und machtbessesen, will die Kontrolle über seine Mitmenschen haben. Was er bei der alleinerziehenden Prostituierten Dawn und seiner eigenen Mutter schon geschafft hat, will er nun bei Nick erreichen, der zwar erfolgreich und gut betucht ist, dessen Ehe aber völlig hinüber ist. Und so schleicht er sich langsam in sein Leben ein und gibt nicht nach, bis er Nick völlig besitzt, nach seinem Gutdünken steuern und manipulieren kann. Und das ist wesentlich krasser und heftiger zu lesen als so mancher Gewaltexzess – eben, weil es deutlich realistischer ist. Denn auch der Leser muss sich in Vernon hineinversetzen, seinen Weg verstehen, seine Hintergründe begreifen. Es sind nicht nur die Auswirkungen, sondern auch seine verkorkste Kindheit selbst zu sehen. Keine reine Zeichnung in Schwarz und Weiß, dennoch entschuldigt der Autor an keiner Stelle sein skrupelloses und widerwärtiges Verhalten. Man wird immer tiefer mit in diese Spirale aus Macht und Gewalt hineingezogen, sodass die Beklemmung schon fast körperlich zu spüren ist. Der Autor geht hier immer neue Wege und kann überraschen, sodass auch das Ende nicht vorhersehbar war.
     
    „Stiller Tod“ ist ein sehr heftiger Thriller, der mich völlig mitreißen konnte. Hier geht es nicht um körperliche, sondern um psychische Gewalt, um verdrehte Charaktere. Der Blick in deren Vergangenheit zeichnet ein vollständiges Bild der Rollen. Der Spannungsbogen greift von der ersten bis zur letzten Seite, sodass der Leser immer tiefer in die Handlung hineingezogen wird. Sehr empfehlenswert – aber nichts für schwache Nerven.

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    monja1995s avatar
    monja1995vor 3 Jahren
    Schatten im Paradies

    Klappentext:

    Als die kleine Sunny vor dem Haus ihrer Eltern ertrinkt, raucht ihr Vater gerade einen Joint, während ihre Mutter sich mit ihrem Liebhaber in der Küche vergnügt. Nur Vernon Saul, eine verwundete, aber gefährliche Seele, bekommt mit, was am Strand vor sich geht. Doch er greift nicht ein. Der ehemalige Polizist aus den Elendsvierteln von Kapstadt ist für seine Skrupellosigkeit und Brutalität bekannt. Inzwischen arbeitet er für eine Sicherheitsfirma und dreht in den Bezirken der Reichen seine Runden. Das Gefühl von Macht ist das Einzige, was Saul antreibt. Und er hat Macht - über Dawn, eine drogensüchtige Prostituierte, die er erpresst, über seine Mutter, die er in ihrem eigenen Haus wie eine Sklavin hält, und über Nick Exley, der kurz nach Sunnys Tod eine Tat begeht, die alles auf den Kopf stellt.

    Mein Umriss:

    Vernon Saul, der aufgrund seiner furchtbaren Kindheit nie in ein normales Leben fand, beobachtet den Ertrinkungstod der kleinen Sunny, deren Eltern sich auf andere Weise in der Nähe vergnügen. Die Mutter in der Küche mit ihrem Liebhaber und der Vater mit einem Kumpel beim Rauchen eines Joints. Erst als das Kind bereits tot ist, greift Saul ein. Somit hat er wieder ein Opfer an der Leine. Eines seiner vielen Opfer, Menschen denen er scheinbar Gutes getan hat und die nun mehr oder weniger von ihm abhängig sind.
    Hier lernt der Leser seine Mutter, die er für seine Zwecke als Sklavin hält, Dawn, eine Stripteasetänzerin mit kleinem Kind und Nick Exley, den Vater der ertrunkenen Sunny.
    Nachdem Exley seine eigene Frau tötet und Saul Dawn mit diesem Mann zusammen bringt, wendet sich das Blatt gegen ihn. Nicht scheint mehr so zu laufen, wie er es gerne hätte. Sogar Dawn, die ehemalige Prostituierte scheint sich von ihm abzuwenden. Dagegen muss er etwas unternehmen…

    Mein Eindruck:

    Roger Smith geht in diesem Buch über die Grenzen des Armenviertels von Johannisburg hinaus und zeigt, dass Südafrika nicht nur schön sein kann. Er zeigt, wie auch in seinem Buch „Staubige Hölle“, die Schattenseiten dieses Landes. Wie Armut die Menschen in Drogensucht und Prostitution treibt und sich korrupte Beamte dies zu Nutze machen. Und nicht nur Beamte, sondern auch Mitarbeiter der zahlreichen privaten Sicherheitsunternehmen. Smith entführt den Leser mit diesem Thriller in die Armenviertel ebenso, wie in die Reichviertel. Er zeigt die Gegensätze Südafrikas, die nirgends härter sein können als dort. Wie leicht und vor allem wie schnell Menschen in Abgründe von Drogensucht und Mord gezogen werden können wird gerade in einer solchen Gegend sehr deutlich.
    Nach dem etwas verworrenen Einstieg in diesen Thriller kommt man mit den Gedankengängen den Autors leicht zurecht. Man erkennt sehr schnell, dass er den Zusatz Hardcore zurecht verdient hat. Hardcore einerseits in Bezug auf die Brutalität diverser Sequenzen und auch in Bezug auf die Passagen, in denen es um die Sexualität der Protagonisten geht. Dies ist sicher nicht jedermanns Sache, daher sollte gerade in diesem Fall die Bezeichnung Hardcore als Warnung stehen.
    Leider bekommt dieses Buch einen Punktabzug, weil es mir in diversen Kapiteln zu langatmig und beifallheischend daher kommt. Hier wäre manchmal weniger mehr gewesen.

    Mein Fazit:

    Kein einfacher Thriller und wer zart besaitet ist, sollte besser die Finger davon lassen

    Danksagung:

    Mein Dank geht an die Randomhouse Verlagsgruppe und hier im Speziellen an den Heyne Verlag, die mir die Möglichkeit gaben, dieses Buch lesen und rezensieren zu können. Auch bedanke ich mich dafür, das Cover mit Erlaubnis von Randomhouse in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen zu dürfen.

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    PollyMaundrells avatar
    PollyMaundrellvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Thriller, der für mich einfach kein Thriller war. Mir fehlte Action und Spannung - eher langweilig als Atem raubend.
    Leider nicht so gut wie ich dachte

    Klappentext
    Als die kleine Sunny vor dem Haus ihrer Eltern ertrinkt, raucht ihr Vater gerade einen Joint, während ihre Mutter sich mit ihrem Liebhaber vergnügt. Nur Vernon Saul, ein Ex-Cop aus den Elendsvierteln von Kapstadt, bekommt mit, was am Strand geschieht. Doch er greift nicht ein. Denn er weiß, wie er den Tod des Mädchens für seine Zwecke nutzen kann. Für Sunnys Eltern hat der Albtraum gerade erst begonnen.

    Erster Satz

    Später wird sich Vernon Saul fragen, was wohl passiert wäre, wenn sein linkes Bein - verkrüppelt von den zwei Kugeln, die seine Tage als Cop beendet hatten - sich nicht genau diesen Moment ausgesucht hätte, um ihm Ärger zu machen, wenn er seinen Hintern nicht auf den Felsen mit Blick auf den Privatstrand gepflanzt und nicht gesehen hätte, was er gesehen hat.

    Cover

    Zu sehen ist ein blutiger Hammer, dessen Rolle im Laufe des Buches noch aufgeklärt wird. Das Blut ist so gestaltet, dass es tatsächlich glänzt, wenn man das Buch bewegt, was das ganze noch etwas "realer" macht.

    Autor und Genre sind zurückhaltend in Weiß und der Titel in ebenfalls glänzendem Rot abgedruckt.

    Insgesamt ein dezent gehaltenes Cover, dass aber schon einen kurzen Einblick gewährt, dass es in diesem Buch nicht gerade zimperlich zugeht.

    Meinung
    Vernon Saul, ehemaliger Cop, arbeitet seit seinem Unfall für ein Sicherheitsunternehmen. Im Zuge dieser Arbeit wird er Zeuge davon, wie die kleine Sunny im atlantischen Ozean ertrinkt, während ihr Vater einen Joint raucht und ihre Mutter sich von ihrem osteuropäischen Liebhaber verwöhnen lässt.

    Nachdem Sunny tot aus dem Wasser gezogen wird, ist es Vernon, der versucht sie zu reanimieren - obwohl er weiß, dass das Mädchen bereits tot ist.

    Dawn, eine Stripperin aus den Flats in Cape Town, hat es Vernon zu verdanken, dass das Jugendamt ihre Tochter wieder zu ihr gelassen hat. Er ist es auch, der ihr das Versprechen abgenommen hat nun clean zu bleiben - allerdings nicht ganz uneigennützig.

    Yvonne Saul, Vernons Mutter, die an Bluthochdurck und Diabetes leidet, lässt sich von ihrem Sohn durch ihre schäbige Behausung prügeln und tut was er verlangt - ihre Schuldgefühle und die Angst ihm gegenüber sind einfach zu groß, als dass sie sich gegen ihn wehren würde.

    Schnell wird klar, dass Vernon das Bindeglied zwischen diesen Personen ist. Auch wenn diese Geschichten (erst) nichts miteinander zu tun haben, ist es Vernon, der zwischen diesen Handlungssträngen hin und her springt und zum Schluss doch alle Personen miteinander vereint.

    Zu Beginn fragt man sich als Leser noch, warum er Sunny ertrinken lässt, obwohl er es hätte verhindern können. Nach und nach versteht man allerdings, dass es sich bei ihm um einen Soziopathen handelt, der dafür sorgt, dass er immer mehr gegen diese Menschen in der Hand hat - und dafür buchstäblich über Leichen geht. Macht über andere Menschen zu haben ist das Einzige, was Vernon interessiert und vorantreibt.

    Ein alter Kollege, der nun bei einer Sondereinheit ist, durchblickt Vernons Spiel und versucht Beweise gegen ihn zu sammeln.

    Das ganze Buch über habe ich auf den Thriller gewartet, auf den ich so gehofft habe - aber leider nicht gefunden. Die Geschichte liest sich eher wie ein Aufsatz und mir persönlich fehlt das Unvorhersehbare, Schnelle, Actionreiche, was einen Thriller ausmacht. Dadurch habe ich extrem lange für dieses Buch gebraucht und mich stellenweise gelangweilt. Die Geschichte an sich ist nicht uninteressant, aber sie ist in meinen Augen einfach kein wirklich guter Thriller. Allerdings gewährt Roger Smith einen guten Einblick in das Leben in Kapstadt. Reiche Weiße, arme Schwarze, Korruption, Prostitution, Drogen, Gewalt - alles wird beleuchtet und gut dargestellt.

    Warum sich auf dem Cover ein Hammer befindet, verstehe ich nicht so ganz. Es ist eine Stelle, bei der dieser Hammer eingesetzt wird, danach findet sich in der ganzen Geschichte kein Hammer mehr wieder.

    Auch warum es im Heyne Hardcore erschienen ist, erschließt sich mir nicht. Klar, es gib ein paar "krasse" Szenen und es werden vereinzelt nicht ganz jugendfreie Worte benutzt, aber es ist nicht so hart und eklig wie ich dachte - da habe ich schon "Schlimmeres" gelesen ;-)

    Zitate / Textstellen

    Wie oft hat sie sich gewünscht, Sunny wäre tot? Oder genauer gesagt, wie oft hat sie sich gewünscht, Sunny hätte nie existiert? Wäre nie geboren worden? Tja, ihre Wünsche sind in Erfüllung gegangen. Ihr Kind ist nicht mehr da.
    (Seite 44)

    Er schlug wieder und wieder und wieder mit dem Hammer zu. Bis der Kopf seines Vaters nur noch ein einziger Brei war, Fleisch und Hirn und Knochen an die Wand spritzten, über Kissen und Decke verteilt.
    (Seite 147)

    "Vernon, tun Sie mir einen Gefallen und verpissen Sie sich."
    (Seite 273)

    Fazit
    Ein Thriller, der für mich einfach kein Thriller, sondern eher eine Art Aufsatz war. Schnelligkeit und Action sucht man hier vergebens.


    Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog.
    http://franzyliestundlebt.blogspot.de

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    worteundweltens avatar
    worteundweltenvor 3 Jahren
    Gewalt in Kapstadt

    Die kleine Sunny ertrinkt in Kapstadt vor dem Haus ihrer Eltern. Diese sind anderweitig beschäftigt – ihr Vater raucht gerade einen Joint und die Mutter vergnügt sich mit ihrer Affäre in der Küche. Einzig Vernon Saul bekommt mit, was am Strand vor sich geht. Er beobachtet alles, doch er greift nicht ein. Der ehemalige Polizist aus den Elendsvierteln von Kapstadt ist für seine Skrupellosigkeit und Brutalität bekannt. Inzwischen arbeitet er für eine Sicherheitsfirma und dreht in den Bezirken der Reichen seine Runden. Das einzige, was ihn interessiert und was ihn antreibt: Macht. Und er hat Macht: über seine Mutter, über Dawn und über Nick Exley, der kurz nach Sunnys Tod eine Tat begeht, die noch mehr Chaos verursacht.

    Der Handlungsort dieses Thrillers ist Kapstadt. Die erste Hälfte des Buches ist meiner Meinung sehr zäh, da einfach nicht besonders viel passiert. Daher entwickelt sich die Story nur mäßig. Die zweite Hälfte hat mir dann jedoch sehr gut gefallen! Endlich nahm die Geschichte Tempo auf und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Charakteren und Handlungssträngen wurden klarer.

    Dennoch habe ich die Spannung vermisst, die ich bei einem Thriller schon erwarte. Das Buch ist zwar durchaus voller Gewalt und Brutalität – aber Blut und Gemetzel allein reichen bei mir nicht für Spannung aus.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Man konnte der Handlung gut folgen. Jedoch ist das Buch im Präsens geschrieben. Dies hat mich persönlich nicht gestört, aber ich erwähne es trotzdem, falls jemand mit diesem Tempus Probleme hat.

    Neben dem Schreibstil haben mir auch die realitätsnahen Einblicke in das Leben Südafrikas gefallen. Ich hatte stets den Eindruck, dass Smith‘ Schilderungen sehr nah an der Wirklichkeit gehalten sind. Vor allem die gewalttätige Seite – geprägt von Armut, Prostitution, Drogen uvm. – wurde dem Leser nahegebracht.

    Darüber hinaus wurden die Situationen und Handlungsorte so beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen konnte, auch wenn man selbst noch nie in Kapstadt war.

    Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch nun mit drei oder vier Sternen bewerten soll, aber da die zweite Hälfte mich doch sehr überzeugt hat, habe ich mich für letzteres entschieden.

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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein heftiger Psychothriller, mächtig, stark und extrem realistisch, der dem Leser alles abverlangt. Nichts für scwache Nerven.
    Die Wirklichkeit ist schlimmer als jede Phantasie

    „Stiller Tod“ spielt in Kapstadt, in einer Exklave der Reichen und Schönen. Sunny, die Tochter von Nick und Catherine Exley, ertrinkt an ihrem vierten Geburtstag während ihre Mutter sich mit ihrem Liebhaber in der Küche vergnügt und ihr Vater mit einem Nachbar einen Joint durchzieht. Vernon Saul, ein ehemaliger Cop und jetziger Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes beobachtet alles, kommt aber zu spät, um das Kind noch zu retten. Er, der Schwarze aus den Slums, bietet aber Nick Exley seine Hilfe an und scheint ihm in dieser schweren Stunde einige Aufgaben abzunehmen.

    Im Mittelpunkt steht Vernon Saul, ein sehr schockierender Charakter, alles andere als ein selbstloser Samariter. Er ist hochgefährlich und machtbesessen, will die Kontrolle über seine Mitmenschen haben.

    Roger Smith liefert mit diesem Roman ein Gemenge aus Gewalt, Sex, Drogen, Mißbrauch, Perversion, Krankheit, Kriminalität, Mord, Rassismus, Korruption, usw. Alle Figuren sind auf ihre Art gebrochen, krank, pervers. Ein Paradestück über die heimtückische Natur von Schuld und Trauer: Der Autor untersucht einige der dunkelsten Aspekte der menschlichen Seele und Geist. Und Roger Smith beschreibt die Schurken besser als jeder andere.

    Der Autor schreibt in einer schlanken, schnörkellosen Prosa, malt unvergängliche Bilder, eine recht heftige, brodelnde und unglaublich präzise und bildhaft geschriebene Mischung aus Gewalt, psychologischem Terror, Manipulation, Blut, Egoismus, Macht, Mord, Totschlag, Sex, Körperflüssigkeiten, Exkrementen, Drogen, Unterdrückung, niederen Instinkten, und Roger Smith ist bei der Wortwahl alles andere als zimperlich.

    Das Kernstück des Buches sind meiner Meinung nach der Charakter von Saul Vernon, ein Manipulator und ein Parasit, aber trotzdem sehr menschlich. Und Nick Exley, eine gewaltige Charakterschöpfung, komplex, unergründlich und konfliktbehaftet.

    Sehr gelungen: Gut und Böse werden zu Beginn gut definierte, aber je weiter sie lesen, umso unschärfer und unschärfer wird es. Es ist ein klaustrophobischer Thriller über einen Mann, der nie wirklich die Macht seiner Bedürfnisse nach Kontrolle zu verstehen. Und auf der Suche nach Ordnung schafft er immer mehr und mehr Chaos

    Ein heftiger Psychothriller, mächtig, stark und extrem realistisch, der dem Leser alles abverlangt. Sehr empfehlenswert – aber nichts für schwache Nerven.

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    christiane_dieckerhoffvor 5 Jahren
    Sicherheit ist eine Illusion

    Roger Smith – Stiller Tod

     

    Nick Exley führt ein luxuriöses Leben in der reichen Vorstadt von Kapstadt. Als seine vierjährige Tochter ertrinkt und der verbitterte und sadistische Expolizist Saul Vernon  Nutzen aus der Tragödie ziehr, wird Exleys Leben zu einem Alptraum.  Ein hochtouriger, literarischer Thriller ….

    Diese Kurzbeschreibung ist so knapp, wie unzutreffend, weil man komplexe Graumuster eben nicht schwarz weiß zusammen fassen kann.

    Jede der drei Hauptfiguren in diesem Buch ist sowohl Opfer als auch Täter.  

    Saul Vernon der Schicksale zur späteren Verwendung sammelt,  ist nur deshalb so erfolgreich, weil er schon als kleines Kind lernen musste, immer einen Schritt schneller zu sein, als der Feind. Und jeder ist ein Feind, sei es der eigene Vater, der ihn missbraucht, sei es die Mutter, die die Augen vor seinem Elend verschließt.  Mit Mitgefühl und Freundschaft konfrontiert versagen seine Überlebensmechanismen.

    Nick ist Opfer und Täter, weil er als Peter Pan nie gelernt hat, sich wie ein Erwachsener zu benehmen. Auch nicht, als er die Verantwortung für ein Kind und eine massiv psychisch gestörte Frau hat. Lieber flüchtet er in virtuelle Welten, die er so virtuos beherrscht, dass sie ihn reich machen.

    Und dann ist da noch Dawn, die im Klappentext nicht einmal erwähnt wird und die Vernon in Nicks Leben bringt, um ihn noch mehr an sich zu binden. Ohne sie hätte Nick nie die Kraft gefunden, sich der Spirale aus Schuld, Hass und Mord zu entwinden. Und sie rettet ihm in mehr als nur einer Beziehung das Leben, indem sie ihm eine zweite Chance bietet. Eine Chance, die weder Nicks wohlstandsverwahrloste tote Tochter, noch seine psychotische Ehefrau, noch Saul Vernon hatten, der vielleicht auch lieber vom Saulus zum Paulus geworden wäre.

    Jede dieser Perspektiven ringt um das Verständnis des Lesers und erzählt die Geschichte auf ihre Weise.

    Insgesamt ein großartig geschriebenes Buch, dem  der vorangestellte Aphorismus von Albert Einstein mehr gerecht wird, als der Klappentext. »Realität ist eine Illusion, wiewohl eine sehr beständige«

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 6 Jahren
    Rezension zu "Stiller Tod" von Roger Smith

    'Ein Überlebender erkennt den anderen.'

    Inhalt:
    Der Ex-Polizist Vernon Saul beobachtet, wie ein kleines Mädchen ertrinkt. Er bietet den Eltern - gutsituierte Weiße - Hilfe an, dringt dadurch immer tiefer in ihr Leben ein und versucht, die Situation gnadenlos für sich zu nutzen.

    Mein Eindruck:
    Ich habe bereits die drei Vorgänger von Roger Smith gelesen. 'Stiller Tod' ähnelt den anderen Romanen des südafrikanischen Autors, zeigt dem Leser die gewalttätige Seite Kapstadts voller Drogen, Prostitution, Armut, Verzweiflung und Kriminalität, doch 'Stiller Tod' ist meiner Meinung nach trotzdem anders als 'Kap der Finsternis', 'Blutiges Erwachen' und 'Staubige Hölle'.

    Smiths Schilderungen sind oft brutal, sehr explizit und direkt, bisweilen vulgär, aber dadurch gelingt dem Autor eine Authentizität, der man sich kaum entziehen kann. Smiths Protagonisten sind sehr gut charakterisiert, die Handlungsorte und Situationen wurden so überzeugend beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann, auch wenn man noch nie in Kapstadt war (und nach der Lektüre leider auch nicht mehr nach Kapstadt reisen möchte).

    Zwar ist 'Stiller Tod' durchgehend spannend, aber vor allem auf den letzten 50 Seiten ist der Thriller extrem aufregend und fesselnd, so dass man das Buch wirklich nicht mehr weglegen kann.

    Mein Resümee:
    Ein Thriller mit Protagonisten, die allesamt kaputt sind und sich irgendwie durchs Leben schlagen. Brutal, authentisch, spannend.

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    michael_lehmann-papevor 6 Jahren
    Rezension zu "Stiller Tod" von Roger Smith

    Harter Stoff

    „Erstmal sehen, was passiert, Bruder. Mal sehen, was passiert“.

    Vor allem erstmal sehen, ob es einen Vorteil herauszuschlagen gibt, ob man nicht zwischen Mühlsteine geraten könnte, ob man sich besser heraushält (zum eigenen Vorteil) oder besser mitmischt (zum eigenen Vorteil, natürlich).

    Eine Haltung „zum eigenen Vorteil“, die Vernon Saul, Ex-Cop und nun Sicherheitsmann in Südafrika in Fleisch und Blut übergegangen ist. Falls er nicht irgendwann sogar so geboren worden sein sollte. Einen Sympathieträger findet der Leser in Vernon zumindest nicht. Zynisch, hart, auf seinen Vorteil bedacht, Menschen (vor allem Frauen) bedeuten ihm nur in der Hinsicht etwas, als er sie entweder zu seinen Zwecken benutzt oder sich an ihnen gütlich tun kann. Wobei Rasse und Alter keine Rolle spielen, er auch vor Kindern nicht halt machen würde, wenn es ihm nützen könnte.
    Ob seine physische Impotenz einen tieferen Grund für dieses verachtende Verhalten darstellt? So schaut er ohne Einzugreifen zu, wie ein kleines Mädchen abrutscht, als es seinem Spielzeugsegelschiff nachjagt und in den Fluten des Pazifik versinkt. Tot.
    Irgendetwas in Vernon, dem Ex-Cop und nunmehrigen Sicherheitsmann wollte vielleicht noch „den Helden spielen“ (zum eigenen Vorteil, natürlich), aber „erstmal abwarten, Bruder.“

    Tot ist Sunny, Tochter von Nick Exley, an ihrem eigenen Geburtstag ertrunken, weil ihr Vater benebelt von einem Joint das alles gar nicht mitbekam, draußen, vor dem Haus im lockeren Gespräch. Während seine Frau Caroline im Inneren des Hauses just zu diesem Zeitpunkt unterdrückt stöhnt vor Lust. Ganz schnell, nebenbei, ihr Mann soll ja nicht unbedingt mitbekommen, dass da ein anderer, durchaus ein Freund des Ehepaares, wortwörtlich „seine Finge im Spiel hat“.

    Beziehungen, Egoismen, denen nicht nur Sunny zum Opfer fällt, weil der eine, der es sieht, keine großen Anstalten unternimmt, einzuschreiten. Später dann aber schon, denn Vernon erkennt eine Chance. Und wenn er etwas bestens versteht, dann ist es, Chancen zu nutzen.

    Dieser nun verzweifelte, durchaus vermögende Vater, aus dem kann er etwas herausholen.
    Und so nutzt Vernon Saul den gebrochenen Zustand des Vaters, um sich in dessen Leben einzunisten, sich als Hilfe anzubieten und, Seite für Seite, mehr Kontrolle über Exley zu erlangen. Wie er schon als Kind Härte zeigt, vor Blut und Totschlag nicht zurückschreckte, auch nicht dem eigenen Vater gegenüber. Vernon Saul ist, mit Verlaub, ein verkommener Charakter. Von klein an. Macht über andere, sie beherrschen, sie für sich laufen zu lassen, dass ist sein Lebenselixier, in welchem er nun auch Exley gegenüber schwelgt.

    In einer Welt, die von blinder Leidenschaft, Gewalt, Mord und Härte gekennzeichnet ist. Im Großen Südafrikas wie im kleinen der „Binnenwelt“ der beteiligten Personen. Eine ganze Reihe von Toten wird den Weg des Buches noch säumen und immer wird Vernon Saul als Dreh- und Angelpunkt dieser Gewalt vorhanden sein, um seinen Vorteil daraus zu ziehen. Da schreckt er auch vor Entführung und Erpressung niederster Natur nicht zurück.

    In den Bann gezogen ist der Leser dennoch des Öfteren versucht, sich mit Abscheu von all diesen Ereignissen abzuwenden. Was aber bei der Stange hält ist die Frage, ob es Nick Exley auf eine fast wundersame Weise nicht doch gelingen kann, sich den Fängen dieses sadistisch-manipulativen Scheusals zu entziehen. Bis zum ebenfalls harten, blutigen Finale hin wird diese Frage drängend im Raume verbleiben und von den hervorragend und differenziert gezeichneten Figuren überzeugend getragen werden.

    Roger Smith hat einen beinharten Thriller vorgelegt, der es an menschlicher Abgründigkeit nicht fehlen lässt und in dem Gewalt und rücksichtslose Manipulation als brutales „Lebenselixier“ an der Tagesordnung ist. Nichts für schwache Nerven, aber überzeugend aufgebaut, aus den verschiedenen Perspektiven intensiv erzählt und mit genügend überraschenden Wendungen und emotionalen Zerrüttungen versehen, um durchgehend zu fesseln.

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    hundertwassers avatar
    hundertwasservor 6 Jahren
    Rezension zu "Stiller Tod" von Roger Smith

    Schuld, Vergebung und Liebe in Kapstadt

    Das hat Roger Smith noch nie gewagt: Neben den von ihm bereits bekannten detaillierten Schilderungen des kriminellen Lebens Südafrikas erzählt er diesmal auch von Schuld, Vergebung und der Liebe. Neben dem reichlich grausamen Plot mit all seinen blutigen Volten variiert er das Pretty-Woman-Motiv und gewinnt seinem Roman diesmal fast zwischenmenschliche Tiefe ab.

    „Stiller Tod“ erzählt von der dysfunktionalen Familie Exley, deren Tocher Sunny ertrinkt, während die Mutter in der Küche mit dem Liebhaber zu Gange ist, während Sunnys Vater Nick auf der Terasse Drogen konsumiert. Dies wäre als Schicksal tieftraurig und bestürzend, würde der ehemalige Cop Vernon Saul nicht teuflischen Nutzen aus der Tragödie ziehen. Dieser beobachtet in seiner Funktion als Wachmann die tödlichen Geschehnisse im Hause Exley und beginnt einen diabolischen Plot in die Tat umzusetzen. Allmählich erschleicht er sich Nicks Vertrauen und verstrickt in ihn in ein Netz aus Schuld und Abhängigkeit, das für ihn schon bald tödliche Konsequenzen bereithält.

    Sonderlich viel Neues beinhaltet „Stiller Tod“ nicht. Die Motive sind weitestgehend aus den drei Vorgängerromanen bekannt, doch wie oben erwähnt wagt Smith in seinem neuen Thriller auch ein Novum. Zum einen spielt der Roman fast durchgängig in Kapstadt und widmet sich nur dem kriminellen Leben der Hauptstadt anstelle ein Panorama Südafrikas zu zeichnen. Und zum zweiten verzichtet der Südafrikaner zumindest auf den ersten hundertfünfzig Seiten auf brutale Handlung in der Gegenwart. Zwar sind die Rückblenden, die die Geschichten und Schicksale der Protagonisten schildern, gewohnt blutrote Snapshots und in ihrer Intensität manchmal kaum zu ertragen, dennoch passiert zunächst nicht viel. Anstelle von übermäßiger Gewalt setzt Smith lieber seinen Fokus auf die Familie Exley und den Wachmann Vernon Saul und zeigt, wie der Tod von Exleys Tochter sämtliche Strukturen auflöst. Er zeigt, wie die Ehepartner am Tod ihres Kindes zerbrechen und wie Saul unerbittlich an seinem Netz aus Erpressung und Gefälligkeiten webt. Diese Handlungsarmut überrascht für Smith'sche Verhältnisse, da man aus den anderen Büchern eine Beschleunigung von null auf hundert auf wenigen Seiten gewöhnt ist. Hier ist alles anders, doch keinesfalls schlechter.

    Seine im brutalen Präsens vorantreibende Story gebraucht blutige Metaphern, die dem Leser an manchen Stellen auch zuviel des Guten sein könnten. Der Mond leuchtet über dem Meer wie ein Suchscheinwerfer, die Augen fühlen sich an, als hätte jemand Glasscherben dahinter gestreut, Möwen fliegen wie Schrapnelle. Diese Gewaltprosa kann stören, unzweifelhaft fasziniert sie aber auch. Aufgefangen wird die brutale Klarheit und Explizität in „Stiller Tod“ durch das subtile Einfließen einer Liebesgeschichte, die wie ein Lichtstrahl die Nachtschwärze Kapstadts durchbricht. Zwar ist die Geschichte in ihrer Entwicklung kaum glaubwürdig, dennoch ist „Stiller Tod“ in seiner Gänze ein atemraubend verdichtetes Kapstadt-Gemälde noir!

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    Gospelsingers avatar
    Gospelsingervor 6 Jahren
    Rezension zu "Stiller Tod" von Roger Smith

    Dinnergespräche sind etwas Lockeres und Entspanntes. Small Talk eben. Man spricht über das Wetter, neue Bücher und Filme, über Sport und Klatschgeschichten.
    Nicht so in Südafrika. Dort unterhält man sich auf Dinnerparties über Gewaltverbrechen. Denn Jeder, der dort lebt, kommt mit Gewalt in Berührung. Freunde werden ermordet, Familienmitglieder überfallen, man selbst bestohlen und verletzt. Keiner entgeht der alltäglichen Gewalt, sie durchzieht das gesamte Leben in Südafrika.
    Auch die Protagonisten dieses harten und realistischen Thrillers sind Opfer von Gewalt. Opfer, gleichzeitig aber auch Täter.
    Nick Exley ist beruflich erfolgreich und führt ein luxuriöses Leben. Lediglich die Beziehung zu seiner Frau ist katastrophal. Sie hat seit der Geburt ihrer Tochter psychische Probleme und nimmt starke Medikamente.
    Am Geburtstag ihrer kleinen Tochter Sunny reißt sie sich zusammen und bringt die Party irgendwie hinter sich. Zur Belohnung hat sie in der Küche Sex mit ihrem Geliebten, während ihr Mann Nick draußen am Strand einen Joint durchzieht. Sunny stört da nur, und so versucht die Kleine allein, ihr abgetriebenes Spielzeugboot aus den Wellen zu retten. Dabei ertrinkt sie.
    Der ehemalige Polizist Vernon Saul, der inzwischen für einen Sicherheitsdienst arbeitet, eilt vermeintlich zur Hilfe und schleicht sich so in die Familie ein. Dabei verfolgt der brutale und skrupellose Vernon einen perfiden Plan, für den er auch die alleinerziehende Sextänzerin Dawn einspannt, die er völlig in der Hand hat und erpresst.
    Und Nick fällt darauf herein und wird selbst schuldig…
    Dieses Buch ließ mich immer wieder nach Luft schnappen. Die geschilderte Brutalität ist wirklich schwer zu ertragen, besonders für mich als Mutter. Aber es ist keine Effekthascherei, denn die Wirklichkeit in den Cape Flats ist noch viel härter, wie der Autor auf einer Lesung in Berlin erzählte.
    Ich lese normalerweise keine Hardboiled-Thriller, aber ich habe nun einmal einen starken Afrika-Bezug. Und Roger Smith schildert nicht nur den Alltag realistisch, sondern auch die Charaktere. „Edle Wilde“ sucht man hier vergebens. Ganz im Gegenteil; in Südafrika ist Kindesmissbrauch besonders weit verbreitet.
    Alle Charaktere sind ambivalent. Alle sind sowohl Opfer als auch Täter, niemand ist nur böse, auch wenn man das nach dem ersten Anschein vermuten würde. Bei allen ist ihr Verhalten nachvollziehbar, und bei allen ergibt sich ihr Verhalten aus der Vorgeschichte, aus ihrer Kindheit. Trotzdem gibt es auch noch Reste von Anständigkeit und Loyalität, ein zumindest rudimentäres moralisches Verhalten. Leider fällt auch das der Gewalt zum Opfer.
    Der Schreibstil passt zum Inhalt. Erbarmungslos und mit einem sehr hohen Tempo wird die Handlung vorangetrieben. Auch, wenn man es angesichts der Härte manchmal gern tun würde – aus der Hand legen kann man dieses Buch nicht.
    Dieser Thriller ist nichts für zarte Gemüter, aber sehr, sehr gut. Wirklichkeitsnah eben.

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