Roger Willemsen Die Enden der Welt

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Inhaltsangabe zu „Die Enden der Welt“ von Roger Willemsen

Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap in Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südsee, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: ein Bordellflur in Bombay, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn. Die Eifel: Aufbruch – Der Himalaya: Highway im Nebel – Minsk: Der Fremde im Bett – Timbuktu: Der Junge und die Wüste – Borneo: Die Straße ins Nichts – Tonga: Tabu und Verhängnis – Chiang Mai: Opium – Kamtschatka: Asche und Magma – Mandalay: Ein Traum vom Meer – Bombay: Das Orakel – Patagonien: Der verbotene Ort – Kinshasa: Aus einem Krieg – Hongkong: Das leere Postfach – Indonesien: Unter Toten – Gibraltar: Das Nonplusultra – Senegal: Die Tür ohne Wiederkehr – Der Nordpol: Einkehr …

war mir zu langweilig

— epischel

Fernweh garantiert. Manchmal jedoch ein etwas komplizierte Schreibe...

— TaugenichtsWelt

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— kingofmusic

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— Borkins

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  • Roger Willemsen

    SusanneUlrikeMariaAlbrecht

    20. December 2014 um 16:30

    Die Enden der Welt Emotionale Weitsicht Sie war eine Weitsichtige: Was noch fern war oder schon wieder verabschiedet, das sah sie scharf. Was aber nah war, was sie unmittelbar umgab, das konnte sie nicht genau erkennen und hüllte es deshalb in Stereotype. Ihre Rhetorik war leidenschaftlich in der Erwartung und im Abschied, also bei den Dingen, die noch nicht sind, und bei jenen, die nicht mehr waren. Was tun mit uns? http://delphinpaar.buecherbrett.org/2014/12/20/roger-willemsen/ Zunächst reisten wir aufeinander zu, um die Nähe, die wir in der Ferne empfunden hatten, mit körperlicher Gegenwart zu beleben, aber allmählich wuchs der Verdacht, dass wir am Ende einen Platz leer finden würden. Ja, wir http://delphinpaar.lifestylebloggo.de/197657/Roger-Willemsen/ reisten voller Verlangen, doch verlegen, weil jetzt ein Körper saß, wo ein Phantom gewesen war. Von außen waren wir ein Paar, von innen ein Arrangement. ROGER WILLEMSEN http://susanne-ulrike-maria-albrecht.over-blog.de

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  • Die wahren Enden der Welt

    Die Enden der Welt

    Bibliomania

    03. August 2014 um 18:22

    Roger Willemsen bereist in diesem anspruchsvollen Bericht verschiedenste Länder und Städte. Eine Sammlung aus 30 Jahren, in denen er schon auf allen Kontinenten in den entlegendsten Erdteilen Halt gemacht und seine ganz persönlichen Enden der Welt gefunden oder kennengelernt hat. Als Fazit würde ich folgendes sagen wollen: Die Enden der Welt sind quasi immer abgelegene Orte, an denen Ruhe und Stille herrschen. Eine unglaubliche Ruhe und Stille, tiefer als sonst etwas. Andererseits finden sich dort auch viel Gewalt, Prostitution und Angst. Etwas zweigeteilt, mal wunderschön, mal grausam. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und natürlich auch die Reiselust steigt. Vielleicht nicht zu allen beschriebenen Orten, so doch das Reisen im Allgemeinen Spaß, Freude und Aufregung bedeutet. Ein sprachlich hohes Niveau macht das Lesen nicht immer leicht, aber interessant ist es auf jeden Fall!

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    BianFox

    17. November 2012 um 07:48

    Inhalt: Roger Willemsen entführt den Leser in 22 kurzen Reisegeschichten an seine persönlichen Enden der Welt. Diese finden er manchmal gleich um die Ecke, manchmal nimmt er weite Wege in Kauf, um an ein weiteres Ende zu gelangen. Dort angekommen erfährt man viele kleine Einblicke von außergewöhnlichen Landschaften und den Menschen darin. So begegnet man zum Beispiel einer alten Frau am Fuße des Himalajas, die in ihrem Leben noch nie um die nahegelegene Biegung gelaufen ist, dies somit das Ende ihrer Welt darstellt. In Indonesien besucht Willemsen ein Dorf am Ende einer Straße, die ins Nichts führt. Oder er nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Portugal, wo einst für viele Skalven das Ende ihres bisherigen Lebens angebrochen war. Bewertung: Konzept: Willemsen entführt den Leser in viele neue Welten, die in der Tat irgendwie ein Ende darstellen. Wer jedoch hier einen reinen Reisebericht vermutet, der wird beim Lesen schnell feststellen, dass Mehr dahinter steckt. Zum einen ist Willemsen bei seinen Reisen auf der Suche nach kleinen Nischen gewesen, nicht nach dem großen Ende. Andererseits stellt er nicht nur die Landschaft als Ende dar, sondern bringt immer auch die dort Lebenden ins Blickfeld. Und so sind seine Enden der Welt immer Enden für spezielle Menschen, nie ein großes Ende. Seine Reiseberichte sind trotz der Fokusierung auf die Menschen nie oberflächlich. Ganz im Gegenteil. Willemsens gut recherchierte und geschichtlich fundierte Berichterstattung überzeugt. Hier wurde nicht um des Schreibens willens irgendetwas aufgeschrieben. Ganz im Gegenteil. Hier wurde versucht, eine Landschaft oder eine Historie möglichst facettenreich darzustellen, wohlgemerkt ohne auszuufern. Besonders gelungen finde ich die Reiseberichte, die eingebettet sind in eine kleine persönliche Geschichte, die Geschichte eines Briefes, einer Bekanntschaft, einer Liebelei. Diese Geschichten eröffnen Einblicke in den Menschen Willemsen, der beinahe die ganze Welt bereist und eine die Vorliebe für Nischen und Details hat. Sprache und Stil: Man muss sagen, dass Willemsens Schreibstil schon ein besonderer ist, der sicherlich so manchem Leser schwer zugänglich ist. Er ist detailverliebt und ausschweifend. Aufzählungen über mehrere Zeilen hinweg sind keine Seltenheit. Genauso liebt er aber auch Einwortsätze. Er schreibt raffiniert, gewählt, überrascht durch außergewöhnliche Vergleiche und er hat ein Gefühl für das tragende Wort: Nur in Tangkiling, jenem Dorf, zu dem die Straße von Palangkaraya führt, da gibt es nichts, und nicht einmal die Straße findet einen anständigen Abschluss. Sie endet, ohne zu enden, sie verläuft sich einfach, als sei sie bloß zu erschöpft, weiterzumachen, Was sie versammeln konnte, das hat sie versammelt, nun ist sie müde wie der Boden. (218) Fazit: Roger Willemsen ist mit “Die Enden der Welt” ein außergewöhnlicher Reisebericht gelungen, der uns die Nischen dieser Welt und deren Geschichte näherbringt.

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  • Wanderbuch "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    DieBuchkolumnistin

    Im Wanderbuchwunschthread wurde nach diesem Buch gefragt, ich hab es und lasse es gerne wandern: Wie das Wanderbuch funktioniert: Ihr tragt Euch einfach der Reihe nach ein und in der Reihenfolge wird es dann auch verschickt! Die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt. Ich schicke es am Montag hier los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. So, wer hat Lust dabei zu sein? Karla schickt los an: 1) 2) 3) 4) 5) ....

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    Jok

    20. November 2011 um 15:31

    Roger Willemsen berichtet in jedem der Kapitel über eine Begebenheit, die er auf einer Reise in verschiedenste Ecken der Welt erlebt hat. Seine Sprache ist schön, gut formuliert, sehr bildhaft, präzise durchdacht und oft überraschend. Trotzdem hat mich das Buch nicht gefesselt. Ich habe sogar nach ca. 60% aufgehört. Es lag vermutlich an meiner Einstellung zum Buch: ich hatte Reiseberichte erwartet. Beschreibungen der Länder, Orte, Menschen. Das tut er auch, aber eben nicht vordergründig. Betrachtet meine Bewertung bitte als absolut subjektiv (ist sie immer, ich weiss, aber in diesem Fall ganz besonders. :)

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    abuelita

    12. November 2011 um 13:00

    Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens und um den Neubeginn. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und habe es dann geliehen bekommen- glücklicherweise , muss ich sagen ! Ich hätte mich schwarz geärgert, wenn ich es mir gekauft hätte – so enttäuscht war und bin ich. Ich mag Sprache, die mich mit ins Geschehen nimmt und deren Bilder vor meinen Augen entstehen und mich mit-erleben lassen – aber ich mag überhaupt keine gekünstelt-zusammengefügten Gebilde wie sie hier – leider – in diesem Buch oft, zu oft für meinen Geschmack, vorkommen. Ungewöhnliche Reiseziele? Nun ja, das sicher. Aber eher ungewöhnliche Orte, die der Autor, aus was für Gründen auch immer, aufsucht. Über diese fremden Orte an sich erfährt man leider nur wenig, die anderen Kulturen wurden mir durch dieses Buch auch nicht nahe gebracht. Vielleicht empfinden andere Leser das anders – mir auf jeden Fall hat es überhaupt nicht gefallen.

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    einMalTee

    04. May 2011 um 20:16

    „Wie soll das enden? In welcher Landschaft soll sich dieser Kontinent verlaufen? Hat man ihn von Norden nach Süden durchquert, uneingeschüchtert vom Brüten des Kontinents, seiner labilen Gelassenheit, seinem Phelgma, seiner Durchlässigkeit für den Ernstfall – wo ankommen? Man kann diesen Kontinent der Länge nach nur so durchqueren, dass man ihn zuletzt auch durchlitten hat. Er kann nicht enden. Kein Akkord ist vorstellbar, in dem er verklingen würde, kein Crescendo, kein Finale. Also ein Diminuendo, ein Fade away, ein Ausblenden:“ So der Beginn über das Kapitel der Reise nach Südafrikas Aussichtspunkt God's Window. Ein bisschen Angst kommt da unterschwellig auf, doch genauso viel Neugier und Vorstellungen von Unbekanntem. Will ich nun mitleiden oder bleib ich lieber zu Hause? Roger Willemsen hat sich für das Leid entschieden. Getrieben von der Suche nach den Enden der Welt. Das sind zweiundzwanzig Etappen von verschiedenen Reisen über dreißig Jahre hinweg. Diese führen in meist unbekannte Gegenden. Fern ab von den altbekannten Reisezielen, über die wir alle schon viel zu viel gehört haben. Vorstellungen von Willemsens Zielen bekam der Leser höchstens vorher mal durch einige Dokumentationen oder Bildbände. Denn wer aus dem Bekanntenkreis kann schon von Reisen nach Isafjödur, dem Armu-Darja, Kamtschatka, Toraja oder Gorée erzählen? Nun, sind das jetzt einfach fast zwei Dutzend öde Geschichten von selten besuchten Orten der Welt? Nein, das garantiert nicht. Denn eine klare Empfehlung oder Ablehnung für diese oder jene Reise gibt es nicht. Das muss der Leser selbst entscheiden, oder sich in den geschilderten Gegenden gut fühlt. Es sind nicht immer Bilderbuch-Imaginationen, die Willemsen niederschreibt. Es wird auch mal ungemütlich, schmuddelig und sehr fremd. Anscheinend treffend beschreibt er Land und Leute. Mal eben nachschauen ist schwer. Mal objektiv, oft ist eine subjektive, persönliche Einschätzung aber nicht zu vermeiden. Immerhin ist es seine Reise und sein Buch. Die Mischung aus Naturschilderungen, Handlung, Gedanken, Kultur und Temperament des jeweiligen Reiseziels ist unfassbar gut gelungen. Es muss nicht immer spannend sein, interessant ist es doch fast immer. Egal ob Kinshasa, die Eifel, der Nordpol, Tonga oder Hongkong. Nach 540 Seiten ist dann aber auch Schluss mit dem Lesen. Dann will der Leser selbst den Koffer packen, das Ticket lösen und den Flug buchen und so schnell wie möglich irgendeinen exotischen Ort bereisen, der fast am Ende der Welt liegt.

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    Claudia-Marina

    Roger Willemsens Welt-Bild erstreckt sich über alle fünf Erdteile – und ich versuche, es in meinem Kopf zu verarbeiten. Wenn ich eine Weltkarte von mich hinlegen würde, in jeden Ort eine Stecknadel stecken und dann alle mit einem roten Bindfaden verbinden würde – hätte ich sie dann vor mir, die Enden der Welt? Oder einfach nur ein rotes Spinnennetz aus Wollfäden? Reicht es aus, die Enden zu betrachten oder ist nicht viel wichtiger, was in der Mitte liegt? An den Enden der Welt – seinen Enden – begegnet Roger Willemsen Menschen – er spricht mit ihnen, isst und trinkt mit ihnen, wohnt bei ihnen – er lacht und weint mit ihnen. Sein empathisches Zuwenden, sein fast zärtlicher Blick auf seine Mitmenschen machen diese Begegnungen aus; zu etwas Besonderem – und in allen Begegnungen steckt eine kindliche Naivität, eine Furchtlosigkeit und unendliche Neugierde. Alle Begegnungen hier zu reflektieren, wäre unmöglich – vermessen – und auch nicht notwendig. Deshalb hier meine zwei liebsten. Mandalay. Das Meer sehen. Ein Ehepaar reist von der chinesisch-burmesischen Grenze ans Meer – noch nie haben sie das Meer gesehen. Kurz vorher werden sie gestoppt und wieder nach Hause geschickt. Zurück an die Grenze, zurück in den Krieg – ohne das Meer gesehen zu haben. Aber das Meer kann man niemandem beschreiben – es lebt von den eigenen Erfahrungen; den Gerüchen, die man selbst erschnuppert, den Geräuschen in den eigenen Ohren – und das lässt mich ein wenig traurig zurück – dass man die beiden dieses Erlebnisses beraubt hat. Gorée. Tür ohne Wiederkehr. Eine kleine Insel vor der senegalesischen Küste. Eine schwere Insel – schwer an Geschichte, schwer an Ballast. Von hier wurden über Jahrhunderte Sklaven in die „neue Welt“ verschickt. Ohne Wiederkehr. Keine Begegnung mit einer Person – eine Begegnung mit vielen Personen, mit allen Personen, die die Geschichte dieser Insel geschrieben haben. Bedrückend, wie viele es sind und wie schwer ihr Gewicht auf mir lastet. Wenn ich jetzt zu meinem Bild mit den Stecknadeln und den Fäden zurückkommen, dann steht in der Mitte Roger Willemsen als Erzähler – als brillanter Erzähler – mit einem neugierigen, liebevollen Blick auf seine Mitmenschen – mit einer präzisen und dennoch bilderreichen Sprache. Jeder Satz enthüllt eine eigene Welt – und erreicht zum Glück nie deren Enden.

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. January 2011 um 14:46

    „Jedenfalls sind sie nie nur da, wo sie sind, und die Ferne liegt ihnen schon auf den Schultern, noch ehe sie aufgebrochen sind, rastlose Menschen werden sie von denen genannt, die es nicht sind. Dabei leben sie eher sesshaft im Aufbruch.“ Das Buch gehört zu den Büchern, an denen ich im letzten Jahr nicht vorbei kam, sobald es in den Regalen der Buchhandlungen stand. Und als ich mir das Buch dann zugelegt hatte, wurde mir bewusst, dass es einen Grund dafür gab, dass ich nicht daran vorbei kam: dieses Buch ist ein ganz besonderes Stück Literatur! Zweiundzwanzig Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch Gemeinsamkeiten haben, rühmen dieses Buch. Zweiundzwanzig Geschichten, die von ganz besonderen Orten und Personen auf der Welt erzählen. Zweiundzwanzig Geschichten, die von Reisenden und Heimatlosen erzählen. Zweiundzwanzig Geschichten, die für Roger Willemsen die Welt bedeuten – und die Enden der Welt sind! Wie ich zu zweiundzwanzig Geschichten eine Inhaltsangabe schreiben soll, ist mir völlig unklar – und scheint mir auch unmöglich. Und genau deshalb werde ich hier nichts mehr zu dem Inhalt schreiben, denn das klappt sowieso nicht. Viel lieber erzähle ich etwas über die Enden der Welt. Jeder hat seine eigenen Enden der Welt, die ganz persönlich sind und als Synonyme für Freundschaften, Erinnerungen und Emotionen stehen. Willemsen berichtet in „Die Enden der Welt“, wie der Titel schon vermuten lässt, ganz persönlich von seinen eigenen, zweiundzwanzig Enden der Welt! Für Willemsen sind die Enden aber nicht nur Enden, sondern gleichzeitig Anfänge, Anfänge für neue Reisen, neue Hoffnungen, neue Erinnerungen – für neue Welten. Roger Willemsen zeigt mir, was Literatur wirklich kann, was Literatur wirklich können muss. Willemsen verzauberte mich und sicherlich auch die anderen Lesern. Er zeigt uns unsere wunderschöne Welt in all ihren Facetten – bewegend. Ein ganz großes Stück Literatur! „Das ist gut“, sagte Tom. „Ich möchte auch reisen.“ „Und das wäre dann wohin?“ „Ans Ende der Welt!“ „Das Ende der Welt ist eine Erfindung“, sagte ich. „Sie hat kein Ende.“ „Das will ich nicht.“ Erstveröffentlichung: http://literaturecosmos.wordpress.com/

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  • Rezension zu "Die Enden der Welt" von Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

    dyabollo

    13. November 2010 um 15:52

    Patagonien, Indien, Tonga, Burma, Thailand, Italien und und und ich könnte hier alle 22 Kapitel und Orte aufzählen über die Roger Willemsen in seinem neuen Buch schreibt. Aber würden Sie bei solch exotischen Namen an das Ende der Welt denken? Können Sie sich das Ende der Welt an diesem wundervollen Strand vorstellen? Nein? Macht nichts, denn das müssen Sie auch nicht.... Natürlich erwartet man von einem Ende der Welt etwas düsteres, etwas hoffnungsloses und vergängliches. Der Nordpol ist vielleicht noch das einzige Kapitel, das uns allen dem Ende der Welt am nächsten kommt. Zunächst einmal aufgrund der lebensfeindlichen Temperaturen, dem ewigen Eis und auch aufgrund der geografischen Lage... Doch Willemsen findet seine persönlichen Enden der Welt an allen möglichen Orten. In Urlaubsparadiesen wie Thailand und Indien, auf allen Kontinenten: Europa, Amerika, Afrika, Asien und Australien. Was Willemsen beschreibt sind oft menschliche Schicksale, personale Enden. Der Verlust vom Leben, Verlust von Hoffnung... Manchmal sind es jedoch Orte an denen er selbst seine Grenzen findet und damit sein Ende der Welt setzt... Willemsen schafft es zu beschreiben was er sieht ohne es zu verurteilen. Er beschreibt die Straßenbilder, informiert über historische Hintergründe und bringt das Persönliche hinein, so dass die Enden der Welt zu einem Reisetagebuch werden und uns mitnehmen an all diese 22 Orte die nur darauf warten von uns entdeckt zu werden. Ach quatsch! Es sind eher die Orte die "normalen" Reisenden verborgen bleiben. Orte, die vielleicht gar nicht entdeckt werden wollen und die Reisende gar nicht erst entdecken wollen. Willemsen führt uns eher das vor Augen was wir im Urlaub gerne übersehen. Das Leid, die Hoffnungslosigkeit, die Schicksale der anderen - die Enden, die wir gerne als Pradiese betrachten und dabei alles ausblenden was uns ein schlechtes Gewissen bereiten könnte, was sich in Erinnerungsalben nicht so gut macht und was sich einem tief ins Herz bohren könnte, würde man es zulassen... Ein schönes Buch für alle die nicht nur reisen um die Sehenswürdigkeiten zu betrachten, sondern nach Tiefen, Schicksalen suchen und sich als Teil eines Ganzen sehen, sich weder ausgrenzen nocht abgrenzen noch davon laufen und sich verstecken wollen vor dem für was wir alle mit verantwortlich sind... Kleinen Abzug gibt es lediglich dafür, dass manchen Kapitel dermaßen persönlich sind, dass man als "Nicht Roger Willemsen" keinen Zugang mehr zum Inhalt und zu den Orten findet.

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