Roger Willemsen Momentum

(21)

Lovelybooks Bewertung

  • 28 Bibliotheken
  • 6 Follower
  • 3 Leser
  • 5 Rezensionen
(14)
(4)
(0)
(2)
(1)

Inhaltsangabe zu „Momentum“ von Roger Willemsen

'Das Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten.' Roger Willemsen

'Momentum' ist nicht nur ein sehr persönliches Buch der Erinnerung, sondern zugleich eine einzigartige Anleitung, die entscheidenden Augenblicke unseres Lebens zu erkennen: Augenblicke von atmosphärischer Intensität stehen neben Entscheidungssituationen, Dialoge von großer Komik neben stillen Natur- und Kunstbetrachtungen, Kindheitsmomente neben Augenblicken der Liebe. Sind sie die Trittsteine im Lebenslauf? Sind sie das Glück?

Gute Texte in der falschen Form!

— rkuehne

wunderbare eindrücke entstehen, aber leider wieder typisch kompliziert geschrieben

— Borkins

Stöbern in Romane

Der verbotene Liebesbrief

Der etwas andere Roman von Lucinda Riley, aber mindestens genauso gut wie all ihre anderen Geschichten. ♥

BooksAndFilmsByPatch

Liebwies

Interessant, unterhaltsam und sarkastisch - die Schickeria der 20er und 30er Jahre in der österreichischen Kulturszene.

thelauraverse

Karolinas Töchter

Ein jüdisches Schicksal, das zu Herzen geht. Ein wertvoller Roman, von dem es ruhig mehr geben könnte

fredhel

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

Das wahre Glück ist näher als man denkt

Jonas1704

Kukolka

Das Buch hat mich sehr bewegt, es war wichtig, diese Geschichte zu lesen.

buecher-bea

Herr Mozart feiert Weihnachten

Eindeutig gefälliger als der 1.Band - hier schneit Mozart in eine Patchworkfamilie herein und gibt den vermeintlichen Weihnachtsmann.

talisha

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Willemsen pur

    Momentum

    Duffy

    30. May 2016 um 17:11

    Was soll man dieser Tage noch über Roger Willemsen schreiben, ohne in Plattitüden abzurutschen. Selbst die ganz ehrlich empfundene Aussage, dass er zu früh gestorben ist, klingt irgendwie zu nichtssagend, weil sich nun mal niemand aussuchen kann, wann er gehen muss. Aber was heißt zu früh? Willemsen hat ein umfassendes Werk hinterlassen, das sich nicht nur auf die Literatur beschränkt und genau das kommt hier in diesem Buch zur Sprache. In erster Linie, neben seinen vielen Talenten, war er Mensch und als solcher voller Emphatie und positiver Energie. Er war ein wacher Beobachter, jemand, der sich seiner Gefühle nicht schämte und jemand, den man eigentlich unheimlich gerne kennenlernen möchte. Mit dieser Art, der Welt und den Menschen zu begegnen, hat er sich nicht nur viele Freunde gemacht, sondern er hat auch in seinen Werken ehrlich sein können. Wie auch in dieser Sammlung seiner Beobachtungen, persönlichen Notizen und Versuchen, über Dinge zu kommunizieren, die ansonsten eher sprachlos machen. Ein ganz persönliches Buch, mehr ein Tagebuch als die Niederschrift von Erlebnissen. Und ganz sicher ein Weg ins Innere des Roger Willemsen, das er gerne nach außen gekehrt hat, wenn er die Chance sah, die Welt ein wenig besser zu erklären, als es Fakten manchmal zulassen. "Momentum" hilft dem aufmerksamen Leser dabei, sich auf Wesentliches zu besinnen und sich darüber klar zu werden, dass das Leben auch viele Geschenke bereit hält, die man bloß annehmen muss. Dieses Buch wird für viele eines sein: Unverzichtbar.

    Mehr
  • Die falsche Form

    Momentum

    rkuehne

    22. October 2014 um 22:53

    Das Willemsen mit Sprache umgehen kann, wie wenige andere hiesige Zeitgenossen steht außer Frage. Ein kluger Mann mit vielen klugen Gedanken, dem man gern zuhört und den man gern liest. Mit „Momentum“ hab ich mich trotzdem enorm schwer getan. Der Grund – die Form. Ich hab zweieinhalb Monate mit diesem Buch verbracht, aber einfach keine Form gefunden, wie es nun richtig zu lesen ist. Die zahlreichen Anekdoten, Kurzgeschichten, Textfragmente – sicherlich immer in einem gewissen Grundzusammenhang – sind für sich betrachtet zum großen Teil sehr gut, filigran, berührend, lustig, herzerwärmend. Das Problem ist ihre Masse. Liest man „Momentum“ wie ein gewöhnliches Buch, fühlt man sich schnell wie beim wirren stroboskobartigen Zappen durch die Kanäle – man nimmt überall was wahr, aber nirgends was mit. Die Texte sind nicht für ein Buch gemacht, das ist regelrecht schade um sie. Hier hätte man sich deutlich mehr Gedanken über die Form machen sollen. Ein Weblog, eine regelmäßige Glosse in de Tageszeitung, ein Twitter-Stream oder ein klassischer Newsletter – alles wäre diesen Texten mehr gerecht geworden, als ein Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Momentum" von Roger Willemsen

    Momentum

    michael_lehmann-pape

    14. October 2012 um 14:59

    Persönliche Erinnerungen mit Intensität Der Moment ist es, in dem der Mensch lebt. Davor ist vergangen, danach noch nicht geschehen. Das Leben ist eine, zeitlich begrenzte, Abfolge von Momenten. Und wem es gelingt, diese Momente zu verdichten, sie unvoreingenommen gar ganz auf sich wirken zu lassen, der kann, wie Willemsen es ausführt, durchaus „Verdichten“. Den Moment. Wie gut, dass Willemsen in bester Weise „Wortgeschult“ ist und somit nicht nur einfache Beschreibungen von besonderen oder alltäglichen Momenten abliefert, sondern den Leser emotional mit hinein nehmen kann und damit fühlbar zu gestalten versteht. Auf ganz persönliche Art und Weise übrigens, denn es geht um eigenes Erleben, Intimitäten, auch Alltäglichkeiten, die Willemsen zur Darstellung seiner persönlichen „Momente“ nutzt. „Du lässt mich allein. Keine Briefe kommen, Deine Anrufe sind selten vielsagend und sie enden nicht glücklich. Kaum habe ich aufgelegt, bleibt eine nächtliche Landschaft“. So beschreibt Willemsen ein Zurückgeworfen sein auf sich selbst in nicht unbedingt glücklicher emotionaler Verfassung. Und wer kennt solche Momente der „nächtlichen Landschaft“ in emotionaler Aufwühlung nicht? Aber dann einzuschlafen und „Ursula Andress in einem Einbaum zu lieben“, das hat dann schon was. Vielleicht etwas tröstliches oder etwas Sehnsüchtiges, vor allem aber etwas Intensives eben. Neben rein persönliche Momente (wobei Willemsen immer persönlich erzählt), treten erweiterte Erlebnisse und Momente des „Weltreisenden“. Im tibetischen Flüchtlingslager das Gähnen einer Frau. „Sie hat nun von ihrem eigenen Leiden so oft reden hören dass selbst sie es nicht mehr fesselnd findet.“ Ein intensiver Augenblick, in dem eben nicht das Leiden geteilt wird, sondern Willemsen den Blick auf das „Weiterziehen“ richtet, das ihn in diesem Augenblick mit der Frau verbindet, das aber durchaus darüber hinaus Menschen ja an sich miteinander verbindet. Wobei Willemsen das alles nicht unbedingt chronologisch oder thematisch ordnet, sondern den Leser einfach teilhaben lässt an seinen assoziativen Erinnerungen, an seinen präzise und genau beschriebenen kleinen und großen Momenten, die ihn beschäftigen, die Auftauchen, die ihn bewegen. Vom Nacht-Traum bis zur kleinen Kneipe in Chile Chico nimmt der weitgereiste und weltneugierige Autor den Leser mit auf seine ganz persönliche Reise der einfachen Eindrücke und verdichteten Augenblicke, die er durchaus unprätentiös schildert und doch immer wieder poetisch-bewegend in den Raum zu setzen versteht. „Es gibt jenen sentimentalen Moment, wenn man einen Menschen nach einer eher flüchtigen Berührung zurücklässt, ihn in seinen Möglichkeiten, in seinem Schönsein erlebt hat“. Und das alles auf der Blaupause einer neugierigen Offenheit für alles, was an jedem möglichen Ort passieren kann. Mit den sprachlichen Möglichkeiten, genau jenes, was ihn persönlich dann innerlich bewegt hat und jenen Moment zu einem „verdichteten Augenblick“ hat werden lassen, auch mitteilen zu können. So dass der Leser für den ein oder anderen Moment mit in den Kopf Roger Willemsen, in sein Empfinden, schlüpfen kann. Viele und unterschiedliche persönliche Lebensbetrachtungen bietet Roger Willemsen in geschliffener Sprache, die zum Verweilen einladen und für den Leser durchaus auch selbst eine Erlebnisreise eigener Assoziationen freisetzt. Eine durchaus vielschichtige und empfehlenswert „andere Art“ der Autobiographie, die zeigt, dass Willemsen einfach etwas zu sagen hat. Zum Leben und zur Welt.

    Mehr
  • Rezension zu "Momentum" von Roger Willemsen

    Momentum

    HeikeG

    14. October 2012 um 11:51

    Visuelles Geräuschdesign oder Wo sind die Momente? . "Als Kind war ich schlampig, unfähig, die Dinge zusammenzuhalten, dabei unkorrigierbar selbst durch den Satz: 'Du wirst in deinem Leben noch bittere Tränen vergießen über deine Unordnung.' Der Satz blieb stehen, der elterlichen Autorität wegen, und weil 'mein Leben' darin vorkam, für das ich kein Gefühl hatte. Tatsächlich sammelte ich vieles, verlor aber auch vieles, eine Kaurimuschel, einen Kanichenschädel, einen Hornlöffel, ein altes Puppenauge in einer Metallkapsel.", schreibt Roger Willemsen in seinem neuen Buch "Momentum". Ob nun das Puppenauge oder der Kaninchenschädel einen allzu großen Verlust darstellen, sei dahingestellt, aber Erinnerungen an die Kindheit wie Wärme, Empathie, Vertrauen und Liebe aber vielleicht auch Kälte, Misstrauen und Entfremdung, prägen einen Menschen oft das ganze Leben. Sie sind wichtig, um sich später seiner Identität bewusst zu sein. . Roger Willemsen hat aus seinen ganz persönlichen Erinnerungen, die gleichfalls bis in die Kindheit zurückreichen, aber eigentlich sein ganzes Leben betreffen, ein Buch gemacht. Ein Buch ganz aus seinen Momenten zusammengesetzt. Ein scheinbar wahlloses Stückwerk aus überschwelgenden Augenblicken, in denen das Glück fast greifbar scheint, aus kleinen undisziplinierten Reminiszenzen, aus Gerüchen, Situationen, Reiseeindrücken oder scheinbar aus dem Kontext gerissenen Gesprächsfetzen. "Schau, das übersprungene Leben, das mit dem schweifenden Blick bloß überflogene.", ist man gewillt zu rufen. Willemsen glaubt seine Splitter aus den Rändern von Aktionen und Szenen, die ihm im Gedächtnis haften blieben. Er bringt sie zu Papier, um sie neu zu werten, vielleicht um ihrer habhaft werden zu können, sie beim "Greifen" zu begreifen. "Im Reich der Beschreibung kann man Eigenschaften erwerben, die man für sich selbst nicht hat. Das Ich entsteht in einer Vermutung über dieses Ich. Sie fragt nicht, wer ich bin, eher, wer könnte ich sein?", so der Autor. . All diese Momente besitzen, obwohl sie in keinem kausalen Zusammenhang gebracht werden und weder chronologisch geordnet noch sortiert sind, "eine Realität, die unfühlbar wurde, als sie vertraut war, und die vergessen werden musste, um jetzt endlich wieder wirklich werden zu können." Roger Willemsen ist es wunderbar gelungen, das Verschwinden der eigenen Vergangenheit in kleinsten Einheiten verstehbar zu machen. Dann nämlich "erfasst man sie in den Bildern vom Saum der Ereignisse, als man darauf starrte, wie sich das Handeln vom eigenen Selbst entfremdete und ein leeres, unkonzentriertes Handeln dazwischentrat." Hinzu kommt eine zuweilen sehr poetische Sprache und Wortwahl, die das Lesen schon allein darum zu einem Hochgenuss werden lassen: "Heute hatte ich das Gefühl, der neue Tag kommt nicht in jede Gegend. Der alte steht immer noch zwischen den Häusern und lehnt an den Hügeln. Der neue Tag erblaut auf den Kleidern, die sich an den Zweigen der Weiden aufgehängt haben. Sie sind eben schwer genug, damit sich die Spitzen dieser Zweige in den Fluss senken und diesen zeichnen können. Ein Seismograph, der die leisesten Erdstöße registriert." . Fazit: "Kann sein, dass es sich schon um der Kindheit willen lohnt zu leben.", fragt sich Roger Willemsen. "Sollte selbst ihr Glück unfühlbar sein, kann es als Bild oder als Dämmerung später doch noch Erscheinung werden." Der Autor hat ein wunderbares Buch aus einer Art Zwischenreich geschrieben, aus der er zurück- und vorausblickt, so als wollte er die Entfernung messen. Ein Buch das die Handlungen des Lebens beobachtet und das Unwiederbringliche geschehen und gehen lässt. "Chaotisches taucht auf, und in diesem Gestöber der Ausdrucksimpulse ist alles zugleich einzeln und allgemein, besonders und das Gleiche, und mitten darin entfaltet sich der Exzess des Gegenwärtigen." Der Leser selbst verfolgt mit den Augen "die weitschweifige Hypotaxe der Lebenslagen" und fühlt sich aufs Großartigste unterhalten, ja berührt. Oder um es mit den Worten des Autors zu sagen: "Warum so glücklich, fragt man nicht, aber man empfindet den Wunsch, diesen Trommelwirbel der Zeichen nicht verstummen zu hören." . "Alles berührt, alles trifft und mischt sich hier und läuft an einer Stelle zusammen." Roger Willemsen: Momentum)

    Mehr
  • Rezension zu "Momentum" von Roger Willemsen

    Momentum

    FraeuleinVogelfrei

    13. September 2012 um 00:28

    EIn unglaublich guter Angriff auf die Lachmuskeln. Authentisch,ehrlich.Peinlich und jeder fühlt sich angesprochen.Nicht aufgesetzt,gespielt, keine zwanghaften Pointen-Suche - nein; Man fühlt sich sogar teilweise sogar erwischt weil man genauso gedacht oder gehandelt hat. Zynisch,sarkastisch aber auf liebevoller Weise. Man sollte sich nicht vom Cover und vom guten alten Latein abschrecken - ein wahrer Schatz das Buch. So viel besser als Herr von Hirschhausen und Co.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks