Inhalt
Drogen und Alkohol sind gerade Henning Lauritz' beste Freunde, als er wider Erwarten mit einem hoch dotierten Literaturpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Ein Leben voller Höhen, aber auch jeder Menge Tiefen, die ihn letztlich in den Drogensumpf ziehen. Bei der Preisverleihung tritt zum ersten Mal die hübsche Cosima de Burnes in sein Leben und ab da nehmen die furchtbaren Ereignisse ihren Lauf. Schnell weiß Henning nicht mehr Freund von Feind zu unterscheiden. Und dann sind da noch seine überaus realen Visionen von Kriegsschauplätzen mit ihm als Hauptfigur. Nur sein Name ist ein anderer: General Jack Bennent
Thema und Genre
Politthriller über Ränke und Macht der Geheimdienste und hohen Tiere im internationalen Politwesen sowie deren Verwicklungen in die geheimsten Geheimprojekte. Ganz nebenbei bekommt man noch eine kleine Liebesgeschichte. Aber das wirklich nur ganz erträglich am Rande.
Charaktere
Sämtliche Charaktere (und es sind einige) konnte ich im Verlauf des Buches sehr ins Herz schließen. Die Hauptfigur Henning ist die wohl markanteste von allen. Zu Anfang sämtlichen Suchtmitteln verfallen, kämpft er sich zurück ins Leben und muss ziemlich schnell nüchtern werden, denn was ihn erwartet, knallt dem Frosch die Locken weg. Schnell nüchtern ist dabei ein gutes Stichwort: bei dem, was er sich über Jahre reinzieht, müsste er den Entzug des Todes erleben. Leider ist dem nicht so und der (Super-) Held steckt alles einfach so weg, als wäre nie etwas gewesen.
Ansonsten wird Diversity ganz nebenbei groß geschrieben, was ich unglaublich toll finde. So entsteht eine bunt gemischte Truppe.
Handlung und Schreibstil
Der Schreibstil ist gut zu lesen. Nicht zu einfach, nicht zu anspruchsvoll. Immer wieder darf auch mal gelacht werden. Trotzdem wohnt dem Buch durch das nicht ganz leichte Thema eine Ernsthaftigkeit inne, die man an manchen Stellen erstmal verdauen muss. Denn dieser politisch versierte Thriller ist aktueller denn je.
Ein Manko muss ich dennoch ansprechen: Schon im Vorwort wird auf Produktplatzierungen hingewiesen, die der Charakterbildung dienen sollen. Kursiv hervorgehobene Markennamen stören den Lesefluss und machen auf jede Menge Werbung regelrecht penetrant aufmerksam. Zitat: "Obwohl die Straße überraschend gut ausgebaut war - am Talende wurde das in der internationalen Spitzengastronomie beliebte [...] Mineralwasser abgefüllt-,..."
Allein an diesem eingeschobenen Satz sieht man die teilweise Absurdität. Für die Handlung völlig irrelevant und doch bekommt man soetwas sehr häufig vorgekaut. Hätte man den Range Rover z. B.
zwischendurch mal als Geländewagen bezeichnet oder das IPhone als Mobiltelefon, hätte man den Text sicher auch noch etwas facettenreicher gestalten können. Dazu kommen zahlreiche Grammatik- und Rechtschreibfehler, die aber in der nächsten Auflage eliminiert sein sollen.
Dem soll des Gemeckers aber genug sein, denn im ganz großen Gesamtpaket hat mir dieser knapp 800 Seiten - Schmöker sehr gut gefallen. Die Spannung war jederzeit konstant auf einem überaus hohen Level. Durch Sprünge in Ort, Charakteren und Handlungssträngen wurde es nie langweilig. Dazu durfte man durch angenehm kurze Kapitel fliegen(etwas mehr als 300 an der Zahl). Ein gesundes Maß an Blut und Eingeweiden sorgte noch für den kleinen Ekelkick für zwischendurch.
Das filmreife und actiongeladene Ende hat nocheinmal alles gegeben und konnte mich voll überzeugen.
Fazit
Ein überaus gelungenes und außergewöhnliches Debüt. 4 🌟 für ein bisschen Luft nach oben. Ich freue mich auf die Fortsetzung NULLORT!