Rohinton Mistry Die Quadratur des Glücks

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Inhaltsangabe zu „Die Quadratur des Glücks“ von Rohinton Mistry

Als geachteter Patriarch der Familie: so würde Nariman Vakeel in Bombay gern seinem Alter entgegensehen. Aber die Harmonie in seiner Familie ist brüchig. Er lebt bei seinen Stiefkindern, die ihm vorwerfen, ihre verstorbene Mutter nie richtig geliebt zu haben. Als er nach einem Unfall gepflegt werden muss, schieben sie ihn zu seiner Tochter Roxana ab, die mit ihrem Mann Yezad und zwei Kindern in einer engen Wohnung lebt. So sehr Roxana ihren Vater liebt, so sehr auch Yezad und die Kinder versuchen, den alten Mann in ihr Leben aufzunehmen, wird die Situation doch zur Belastung - und die Versuche, das Leben zu bewältigen, haben dramatische Folgen. Yezad wird von dem ganz Bombay ergreifenden Lotteriefieber erfasst und verspielt sein knappes Gehalt, dann will er seinen Chef für eine Lokalpolitikerkarriere begeistern, um so selbst befördert zu werden. Nariman flüchtet sich immer mehr in Erinnerungen an seine erste verbotene Liebe zu der Christin Lucy, und Roxana versucht heimlich eine Versöhnung mit den Stiefgeschwistern zu erreichen. Und dann scheint es, als könne alles gut werden.Meisterhaft erzählt Rohinton Mistry die Geschichte einer Familie, deren Konflikte, Nöte und Stärken für jeden unmittelbar berührend sind. Die Vielfalt Bombays und seiner Einwohner, die kulturellen und religiösen Gegensätze des Landes, bilden den farbigen Hintergrund für Mistrys bewegende Erkundung der menschlichen Natur: über das Altern, den Tod und die Geduld, über die Liebe und die Beharrlichkeit der Hoffnung.

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    Die Quadratur des Glücks
    Skrutten

    Skrutten

    14. August 2016 um 17:52

    Die in Bombay spielende Geschichte vermittelt einiges von den Lebensumständen und der Mentalität der Menschen dort. Dem Autor gelingt es nichtsdestotrotz eine Identifikation mit den handelnden Personen zu ermöglichen. Als Leser macht man die unweigerliche Achterbahnfahrt durch die komplizierten Schlingen des Lebens mit und erhält dadurch eine Distanz zu den eigenen Lebenswegen, die oftmals nicht weniger verschlungen sind – nur anders!Ein schönes Buch!

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  • Quadratur des Glücks

    Die Quadratur des Glücks
    Chimiko

    Chimiko

    15. January 2014 um 12:04

    Es ist nicht mein erstes Buch von Rohinton Mistry und es wird wohl auch nicht mein letztes Buch von ihm sein. Seit über einem halben Jahr lag das Buch auf meinem SuB und jetzt, nachdem ich es gelesen habe, frage ich mich doch, warum ich nicht früher danach gegriffen habe. Herr Mistry erzählt eine wirklich ergreifende Geschichte über den Alltag einer indischen Familie und zeigt dabei die Welt, die außerhalb der bunten Bollywoodfilme stattfindet. Ein Großvater und Vater mit Parkinson, dessen Geld zu wenig für die Medikamente ist. Zwei Stiefkinder, von denen die Tochter dem Stiefvater immer noch grollt und dessen Parkinsonerkrankung sie persönlich nimmt. Eine Tochter, die mit zwei Kindern und Ehemann in zwei kleinen Zimmern plus Küche und Bad lebt, dann aber noch den Vater aufnimmt, nachdem die Stiefschwester ihn los werden will. Der Ehemann ist ein Sauberkeitsfanatiker und manchmal sehr aufbrausend. Doch man lernt nicht nur die Familie kennen, auch Nachbarn und Freunde, Kollegen und Geschichten von völlig Fremden werden vom Autor geschickt in diese Hauptgeschichte verwoben. Jeder Charakter hat seinen Moment, in dem er seine Sicht der Situation erzählt und im Vordergrund steht. War es anfangs oft der erkrankte Nariman, werden es mit zunehmender Krankheit und immer stärker werdendem Verlust seiner Sprach- und Bewegungsfähigkeit, die anderen. Jeder der Charaktere entwickelt sich auch weiter, manchmal auf eine gute, manchmal auf eine schlechte Weise und manchmal geht diese Entwicklung sogar in beide Richtungen zugleich. Die Extremsituation der Krankheit schafft es, dass jeder sich neue Gedanken macht und sich der Situation stellt. Da wäre beispielsweise Jal: Er ist Narimans Stiefsohn und wird von seiner Schwester eher unterdrückt, Coomy ist sozusagen die Chefin im Haus. Jal ist für mich am meisten im Gedächtnis geblieben, mit seinem immerwährenden Griff zum Hörgerät, um es richtig einzustellen. Es sind keine großen Sprünge, die er macht, aber dennoch entwickelt er sich und verändert sich auf einer sehr realistische Weise. Yezad hingegen ist der Geldverdiener, der Ehemann von Roxana, auf Sauberkeit bedacht, albern und etwas gehässig gegenüber der religiösen Coomy und auch den religiösen Wünschen seiner Frau. Als der bettlägerige Nariman bei ihnen einzieht, muss er sich einer ganz anderen Wirklichkeit stellen: ein alter Mann, ans Bett gefesselt, gezwungen Bettpfanne und Urinflasche zu benutzen, Gerüche nach Krankheit und allem. Dies ist der zweite Teil... Mistry erzählt eben nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch die Geschichte einer Krankheit und ihrer Wirkungen. Ob es nun der Umgang der anderen damit ist oder Narimans Flucht in seine Vergangenheit... dem Autor gelingt es, beides darzustellen. Es ist eine stille Geschichte, die einem die nicht schöne Wirklichkeit Indiens zeigt, am Beispiel einer Familie. Melancholisch, ergreifend, emotional, bewegend - das sind nur ein paar Worte, die meine Gefühle angesichts dieser bewegenden Familientragödie ausdrücken. Es ist ein Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat und das ich bedingungslos weiterempfehlen kann. Fazit Ich bin einfach hin und weg von diesem Roman, der so vielfältig ist, der die Kultur Indiens so unglaublich detailliert an einer Familie darstellt und dabei so wundervolle Figuren entwickelt, die man gleich vor dem inneren Auge sehen kann. Rohinton Mistry ist für mich einer der besten Autoren, die ich bisher gelesen habe und dieses Buch konnte ich nicht weglegen, ich musste es einfach immer weiter lesen, so sehr nahm die Familie und ihre Geschichte mich gefangen.

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  • 'Das war das Problem: Niemand rechnete mit der Möglichkeit des Zufalls...'

    Die Quadratur des Glücks
    sabatayn76

    sabatayn76

    05. April 2013 um 20:35

    Inhalt: Kurz nach seinem 79. Geburtstag stürzt Nariman Vakeel bei einem Spaziergang und bricht sich den Knöchel. Nun soll er vier Wochen das Bett hüten und den Knöchel ruhig stellen. Seine Stieftochter Coomy und ihr Bruder Jal sind mit der Situation schnell überfordert, der alte Mann wird mehr und mehr zur Belastung, alte Wunden reißen auf. Coomy kann ihren Stiefvater schließlich erfolgreich zu Narimans leiblicher Tochter Roxana und ihrer Familie abschieben. Was als vorübergehende Lösung geplant und angekündigt war, wird bald zur Dauerlösung, und Roxanas Familie muss sich finanziell, räumlich und in Sachen Privatleben stark einschränken. Mein Eindruck: 'Die Quadratur des Glücks' ist mein viertes Buch von Rohinton Mistry und hat mir nach 'Das Gleichgewicht der Welt' am besten von allen gefallen. Die Geschichte um den hilfsbedürftigen, an Parkinson erkrankten, von den Stiefkindern abgeschobenen, bettlägerigen Nariman macht stellenweise sehr betroffen und nachdenklich. Mistry zeigt hier sehr gut, was Altern bedeutet, wie die Pflege älterer Familienmitglieder schnell zur Belastung werden kann, wie dominant vergangene Verletzungen, das Gefühl der Benachteiligung, alte Vorwürfe sowie (subjektive oder objektive) Ungerechtigkeiten sein können. Auch die Schilderungen Bombays und des Lebens in der indischen Stadt sind dem Autor hervorragend gelungen. Als Leser wird man authentisch in die Metropole versetzt, die Stimmung wurde durch Idiome und eine glaubwürdigen Beschreibung der Personen und Handlungsorte perfekt eingefangen. Die Protagonisten sind mir bei der Lektüre richtig ans Herz gewachsen, so dass ich mit ihnen gelitten und gehofft habe, mich für sie und mit ihnen freuen konnte und mich ihre Schicksale traurig gestimmt haben. Mein Resümee: Nun habe ich leider alle auf Deutsch erschienenen Bücher Mistrys gelesen und muss auf sein nächstes Buch warten. 'Die Quadratur des Glücks' ist meiner Meinung nach nicht so großartig wie 'Das Gleichgewicht der Welt', aber dennoch ein sehr empfehlenswerter und bewegender Roman.

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  • Rezension zu "Die Quadratur des Glücks" von Rohinton Mistry

    Die Quadratur des Glücks
    Ruth_liest

    Ruth_liest

    23. October 2011 um 14:57

    Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nie in Mumbai war. Ich verbinde extreme gesellschaftliche Gegensätze von Armut und Reichtum mit der indischen Metropole. Im Mittelpunkt von Rohinton Mistrys Roman "Die Quadratur des Glücks" steht aber die städtische Mittelschicht in Gestalt von Nariman und seiner Familie. Nariman ist Pensionär und lebt mit seinen beiden erwachsenen Stiefkindern in einer geräumigen Wohnung. Das Geschwisterpaar lebt von seinen Einkünften. Sie gehen selber keinem Erwerb nach. Im Gegenzug kümmern sie sich um den alten Mann. Seine leibliche Tochter Roxana hingegen wohnt mit ihrer Familie in einer kleinen Eigentumswohnung, die Nariman ihnen geschenkt hat. Sie besuchen Nariman im regelmäßigen Abständen. Alles scheint gut zu sein bis Nariman auf der Straße stürzt und so schwer verletzt ist, so dass er einige Monate das Bett hüten muss. Schon nach wenigen Tagen endet die Geduld der Stiefkinder. Ohne ihre Halbschwester und ihre Familie über den väterlichen Unfall zu informieren, bestellen sie einen Krankenwagen und bringen den alten Mann zu ihr. Monatelang teilt sich die junge Familie das kleine Apartment mit dem Pflegebedürftigen. Im Klartext: Nariman schläft in der Küche und, wenn die Windel voll und das Essen fertig ist, bleiben Konflikte nicht aus. Im Angesicht dieser Belastung schieben dennoch die Stiefkinder immer neue Gründe vor, um den alten Mann nicht zurück nach Hause zu holen. Vor der Kulisse Mumbais spielt sich ein Familiendrama ab, wie es auch hier alltäglich ist. Wer übernimmt Verantwortung für ein Familienmitglied in Not? Was bedeutet ein Pflegefall für die pflegenden Angehörigen? Wie stemmen die Familienmitglieder die finanzielle Belastung in einem Land ohne Pflegeversicherung? Was bedeutet Familienzusammenhalt in der heutigen Zeit? Mistry gibt interessante Antworten auf diese Fragen. Erneut gelingt ihm ein Roman voller Tiefe und gesellschaftlicher Relevanz. Fischer Taschenbuch Verlag 2006

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  • Rezension zu "Die Quadratur des Glücks" von Rohinton Mistry

    Die Quadratur des Glücks
    gra

    gra

    30. November 2009 um 19:23

    Nariman ist ein alter Mann, er hatte kein glückliches Leben aber er ist recht zufrieden. Zunächst ist noch alles in Ordnung, bescheidener Wohlstand und eine gewisse Selbstständigkeit sind schon viel in Mumbai. Doch dann stürzt er und bricht sich das Bein und seine kleine Welt bricht zusammen: er wird bettlägerig, muss gepflegt werden und das Geld reicht vorne und hinten nicht. Diese schwierige Situation lässt die Familie fast zugrunde gehen. Die Hauptcharakterzüge aller Personen treten noch krasser hervor: wer geizig und herrschsüchtig ist, wird zum Tyrann, wer schwach ist zur Marionette, wer von Natur aus hilfsbereit ist, geht daran fast kaputt. Mistry schreibt wie immer sehr schön, es ist eine wahre Freude, seine Bücher zu lesen. Nicht nur sind die Figuren schön gezeichnet, auch die Stadt, die wie ich finde durchaus zu den Protagonisten der Geschichte zählt, ist äußerst plastisch. Bei der Lektüre hatte ich richtig das Gefühl, in Mumbai zu sein, die Hitze zu spüren und von Millionen Menschen umgeben zu sein. Obwohl man das Buch nicht als spannend im klassischen Sinne bezeichnen kann, ist es sehr fesselnd und ich wollte unbedingt wissen, ob es für die Familie noch ein gutes Ende gibt, oder ob alles total den Bach runter geht. Während die anderen Bücher, die ich von Mistry gelesen habe, bei mir ein Wohlgefühl hinterließen, war ich hier eher leicht melancholisch - daher und weil dieses einfach auch nicht ganz an "Das Gleichgewicht der Welt" rankommt, nur 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Die Quadratur des Glücks" von Rohinton Mistry

    Die Quadratur des Glücks
    Bibliophil

    Bibliophil

    08. March 2009 um 18:05

    Rohinton Mistry ist ein begnadeter Erzähler. Als ich dieses Buch las, war es so, als wäre ich wirklich in Mumbai, bei Familie Chenoy zu Hause, im Wohnzimmer und würde den einzelnen Familienmitglieder über die Schulter schauen. Die Familie beherbergt und pflegt ihren kranken Vater/Grossvater, obschon in ihrer Wohnung der Platz rar und das Haushaltsgeld knapp ist. Trotz aller Liebe zu dem Patriarch, die Familie stösst an ihre Grenzen. Und seine Stiefkinder hätten genug Platz, Geld und Zeit um ihren Vater zu pflegen... Ein Buch, in dem man viel über das Leben in der Grossstadt Mumbai erfährt, über ihre gewaltigen Probleme, entstanden durch Armut, Korruptheit, verschiedene Ethnien, Religionen und Kulturen. Für Indienfans ein Muss!

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