Roland Borgards

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Autor von Büchner-Handbuch, Literatur und Wissen und weiteren Büchern.

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Roland BorgardsLiteratur und Wissen
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Literatur und Wissen
Literatur und Wissen
 (1)
Erschienen am 13.05.2013
Roland BorgardsBüchner-Handbuch
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Büchner-Handbuch
Büchner-Handbuch
 (1)
Erschienen am 16.02.2015
Roland BorgardsTier - Experiment - Literatur 1880-2010
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Tier - Experiment - Literatur 1880-2010
Tier - Experiment - Literatur 1880-2010
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Erschienen am 01.06.2013
Roland BorgardsTexte zur Tiertheorie
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Texte zur Tiertheorie
Texte zur Tiertheorie
 (0)
Erschienen am 20.05.2015

Neue Rezensionen zu Roland Borgards

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Rezension zu "Büchner-Handbuch" von Roland Borgards

Fundierte, übersichtliche und hervorragend strukturierte Darstellung
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Fundierte, übersichtliche und hervorragend strukturierte Darstellung

Allein schon der (unübliche) Verzicht auf Fußnoten im laufenden Text dieses Buches ergibt, vereint mit der doppelspaltigen Darstellungsweise, der klaren und verständlichen Sprache und der klar erkennbaren Unterteilung in die (teils auch kleinteiligen) einzelnen Themenkapitel eine hohe Übersichtlichkeit für den Leser.

Sowohl in „klassischer Form“ vom Beginn zum Ende zu lesen, als auch zu den jeweils persönlich interessierenden Themenbereichen und Kapiteln zu „springen“ ist mit diesem Handbuch gleichermaßen möglich.

Getreu der Vorgabe der Herausgeber, der hohen Vielschichtigkeit des Werkes Büchners nachzugehen (welche im Buch fundiert und gut umgesetzt ist), wenden sich die verschiedenen Autoren im Buch klar gegliedert den vielfachen Ebenen der Person des jung Gestorbenen, dem Werk und der ebenso vielfachen Denklinien und Wirkungen Büchners zu.

Das „Werk“ bildet dabei den Auftakt zum Handbuch, beginnend mit Schriften aus der Schulzeit, einer differenzierten Betrachtung der einzelnen Werke und endend mit einem breiten Blick auf die naturwissenschaftlichen Schriften, die philosophischen Schriften und die Briefe Büchners.

Der erste Hauptteil gibt damit einen profunden Einblick in das „Multitalent“ des promovierten Philosophen, naturwissenschaftlichen Forschers und Privatdozenten, des Schriftstellers und des „politischen Menschen“ Georg Büchner.

Wie sich Büchner in seinem, teils fast ausufernd zu nennenden, Denken in Kultur und Wissenschaft und Ästhetik und Poetik bewegte, ist das Thema der beiden folgen Hauptteile, bevor komprimiert, aber nicht zu knapp, auf die breite Wirkung und Rezeption Büchners eingegangen wird.

Das Einfließen seines Gedankengutes in das „junge Deutschland“, seine Bedeutung für den Realismus und den Naturalismus, die Abwehr damaliger Versuche, Büchners Werk als „Vorläufer der nationalsozialistischen Revolution zu vereinnahmen, der persönliche und konkrete Blick auf die Rezeption Büchners in der deutschen Kunstwelt (die „Büchner-Preis Reden“ von Heiner Müller, Celan, Elfriede Jelinek, Christa Wolf, Durs Grünbein sind im Buch aufgenommen und sprechen für sich), all das und mehr vermittelt im dritten Hauptteil des Buches dem Leser einen tiefen Einblick in die wichtige Bedeutung Büchners für die kulturelle Gedankenwelt in Deutschland. Eine Bedeutung, die weit über einzelne literarische Stücke wie „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ hinausgeht und die bei seiner Grundhaltung zur „politischen Freiheit“ nicht endet.

Das Buch bietet insgesamt einen hervorragenden Überblick mit notwendigen Vertiefungen über die gesamte Breite von Werk, kultureller Bedeutung und Wirkung Büchners und eine eher kurze, aber völlig ausreichende und übersichtliche Biographie im Anhang. Am Ende jedes der thematischen Kapitel findet der Leser eine Literaturauswahl, die zur Vertiefung der dann persönlich interessanten Themen anleitet, wie am Ende des Buches eine Auswahlbibliographie zur Verfügung gestellt wird.

Sowohl was die reine Faktenvermittlung (im Sinne eventueller Prüfungen) angeht, als auch, was einen breiten Überblick und eine vertiefende Hinführung an Büchner betrifft, setzt dieses Handbuch einen hervorragenden Standard und ist rundweg zu empfehlen.

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Rezension zu "Literatur und Wissen" von Roland Borgards

Zu den Schnittstellen von Wissenschafts- und Literaturgeschichte
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Anders als viele andere Handbücher, die in der Regel den aktuellen Stand der Forschung zu einem klar umrissen Gebiet in ihrem Staus Quo darstellen, bietet dieses interdisziplinäre Handbuch eine zwar Darstellung des akuten Zustandes“ der betrachteten Gebiete und Zusammenhänge, dies allerdings als „Momentaufnahme“ eines dynamischen, in die Zukunft offenen Prozesses. Denn, wie das Vorwort betont, „einen Konsens gibt es in der Forschung derzeit weder hinsichtlich einer letztgültigen Definition der beiden Begriffe „Literatur“ und „Wissen“, noch hinsichtlich der Frage nach dem Verhältnis zwischen Literatur und Wissen“.

 

So sind die leitenden, „roten Fäden“ im Buch tatsächlich offene Fragen, die allerdings über einen Zeitraum vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart einer intensiven und fachübergreifenden Untersuchung und Darstellung im Buch unterzogen werden.

 

Ob Literatur auf Wissen reagiert, ob Literatur Wissen enthält, ob Literatur gar Wissen ist, was es bedeutet, dass der Begriff der Literatur selbst wechselnden Interpretationen und Transformationen unterliegt, das sind die Leitfragen, denen das Buch aus verschiedensten Richtungen nachgeht und in diesem Nachgang die Entwicklung zu diesen Fragen und Themen darstellt, ohne selbst den Anspruch zu erheben, letztgültige oder fest umrissene Antworten zu geben.

 

Wie das Verhältnis der Gebiete ein dynamisches ist, so spiegelt sich dieses Dynamik auch im Handbuch selbst. Auf diesem Weg gelingt es in anspruchsvoller und fundierter Weise, die Schnittstellen, die Divergenzen, die Reibungen zwischen Literatur und Wissen teils sehr präzise zu benennen und den Strom der Entwicklungen, wie auch grundsätzliche Entwicklungselemente darzustellen.

 

Im Aufbau ist es auf diesen Grundüberlegungen her logisch, dass das Buch mit einer Darstellung der Ansätze in den Bereichen und der Überlegungen zu möglichen Synthesen einsetzt. Gerade die „Poetologie des Wissens“ als kulturwissenschaftliches Verfahren mit seiner Untersuchung der spezifischen Korrespondenz zwischen Wissen und Darstellungsweisen lohnt hier die konzentrierte Erarbeitung als möglicher Ansatz für Schnittpunkte und Synthesen der beiden Gebiete.

 

Ansätze, die sich in einer Vielzahl von Disziplinen (von der Anthropologie über die Botanik, die Medizin, Meteorologie, Psychologie und vielen anderen bis zur Zoologie hin) durchziehen, wie auch in verschiedensten Paradigmen zum Tragen kommen (Mythologie, Theologie, System, Normalismus, Kybernetik u.a.).

 

Nach diesen intensiven darstellenden Betrachtungen der Breite des Feldes legen die Autoren und Herausgeber im vierten Hauptteil des Buches den Fokus auf Verfahren und Formen der Herangehensweise. Vom wissenschaftlichen Experiment bis zum Essay, von einer Darstellung des (neuzeitlichen) Begriffes der Kreativität mit seinen Verbindungen zum „Lernen“, zur „Wirtschaft“, vor allem aber als „anthropologische Grundausstattung“, die sich (vor allem, aber nicht nur zur Goethezeit) „singulär im Künstler, kollektiv im Volk“  als „Gestaltungskraft“ zeigt sind in den Einlassungen zur Kreativität grundlegende Dynamiken zu Literatur und Wissen je für sich und zur Verbindung beider ableitbar.

 

Vor allem hilfreich dann aber ist der „Praxisteil“, den die Herausgeber im fünften Hauptteil des Buches vorlegen.

 An 23 „exemplarischen Lektüren“ quer Literaturgeschichte erarbeiten die Autoren das „Wissen“ in der „Literatur“ und legen Erkenntnisse und Hintergründe der Wissensgeschichte und der Erkenntnisse innerhalb fest umrissener literarischer Texte von Goethe bis Büchner, von Shelley bis Musil offen. Gerade dieser exemplarische Teil ist ein Höhepunkt des Handbuches und bildet in sich die Erkenntnisse der Dynamik aus den vorhergehenden Einlassungen überzeugend ab.

 

Alles in allem eine, auf hohem Niveau sich befindenden, Erfassung der Dynamik des Verhältnisses zwischen Wissen und Literatur, die in gegenseitiger Beeinflussung in grundlegenden Bereichen miteinander verbunden sind, wenn auch eine vollständige Synthese nicht mehr abzusehen ist.

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