Roland Borgards Büchner-Handbuch

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Inhaltsangabe zu „Büchner-Handbuch“ von Roland Borgards

„Büchner wieder lesen, heißt die eigene Lage schärfer sehn.“ So umschreibt Christa Wolf die ungebrochene Aktualität Georg Büchners, dessen schmales Œuvre in seiner vielschichtigen Problematisierung historisch-kultureller Kontexte und seiner ungeheuren ästhetisch-formalen Sprengkraft bis heute immer wieder zum Nachdenken auffordert. - Das Handbuch bietet ausführliche Werkanalysen, die Entstehungs- und Gattungsgeschichte ebenso berücksichtigen wie die gängigen Forschungsansätze. Weitere Kapitel präsentieren interpretatorische Querschnitte durch das Gesamtwerk Büchners. Diese sind zum einen an gesamtkulturellen und wissenschaftlichen Themenfeldern (Religion, Recht, Biopolitik, Tier, Geschlecht, Melancholie, usw.) und zum anderen an ästhetischen und poetologischen Fragestellungen (Montage und Intertextualität, Dokumentation und Fiktion, etc.) orientiert. Abgerundet wird das Handbuch durch Beiträge zur Editionsgeschichte, zu Rezeption und Wirkung von Büchners Werk, sowie einer biographischen Skizze. Aus dem Inhalt: Vorwort - Werk – Kultur und Wissenschaft – Ästhetik und Poetik – Rezeption und Wirkung - Anhang

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  • Fundierte, übersichtliche und hervorragend strukturierte Darstellung

    Büchner-Handbuch

    michael_lehmann-pape

    10. August 2015 um 12:56

    Fundierte, übersichtliche und hervorragend strukturierte Darstellung Allein schon der (unübliche) Verzicht auf Fußnoten im laufenden Text dieses Buches ergibt, vereint mit der doppelspaltigen Darstellungsweise, der klaren und verständlichen Sprache und der klar erkennbaren Unterteilung in die (teils auch kleinteiligen) einzelnen Themenkapitel eine hohe Übersichtlichkeit für den Leser. Sowohl in „klassischer Form“ vom Beginn zum Ende zu lesen, als auch zu den jeweils persönlich interessierenden Themenbereichen und Kapiteln zu „springen“ ist mit diesem Handbuch gleichermaßen möglich. Getreu der Vorgabe der Herausgeber, der hohen Vielschichtigkeit des Werkes Büchners nachzugehen (welche im Buch fundiert und gut umgesetzt ist), wenden sich die verschiedenen Autoren im Buch klar gegliedert den vielfachen Ebenen der Person des jung Gestorbenen, dem Werk und der ebenso vielfachen Denklinien und Wirkungen Büchners zu. Das „Werk“ bildet dabei den Auftakt zum Handbuch, beginnend mit Schriften aus der Schulzeit, einer differenzierten Betrachtung der einzelnen Werke und endend mit einem breiten Blick auf die naturwissenschaftlichen Schriften, die philosophischen Schriften und die Briefe Büchners. Der erste Hauptteil gibt damit einen profunden Einblick in das „Multitalent“ des promovierten Philosophen, naturwissenschaftlichen Forschers und Privatdozenten, des Schriftstellers und des „politischen Menschen“ Georg Büchner. Wie sich Büchner in seinem, teils fast ausufernd zu nennenden, Denken in Kultur und Wissenschaft und Ästhetik und Poetik bewegte, ist das Thema der beiden folgen Hauptteile, bevor komprimiert, aber nicht zu knapp, auf die breite Wirkung und Rezeption Büchners eingegangen wird. Das Einfließen seines Gedankengutes in das „junge Deutschland“, seine Bedeutung für den Realismus und den Naturalismus, die Abwehr damaliger Versuche, Büchners Werk als „Vorläufer der nationalsozialistischen Revolution zu vereinnahmen, der persönliche und konkrete Blick auf die Rezeption Büchners in der deutschen Kunstwelt (die „Büchner-Preis Reden“ von Heiner Müller, Celan, Elfriede Jelinek, Christa Wolf, Durs Grünbein sind im Buch aufgenommen und sprechen für sich), all das und mehr vermittelt im dritten Hauptteil des Buches dem Leser einen tiefen Einblick in die wichtige Bedeutung Büchners für die kulturelle Gedankenwelt in Deutschland. Eine Bedeutung, die weit über einzelne literarische Stücke wie „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ hinausgeht und die bei seiner Grundhaltung zur „politischen Freiheit“ nicht endet. Das Buch bietet insgesamt einen hervorragenden Überblick mit notwendigen Vertiefungen über die gesamte Breite von Werk, kultureller Bedeutung und Wirkung Büchners und eine eher kurze, aber völlig ausreichende und übersichtliche Biographie im Anhang. Am Ende jedes der thematischen Kapitel findet der Leser eine Literaturauswahl, die zur Vertiefung der dann persönlich interessanten Themen anleitet, wie am Ende des Buches eine Auswahlbibliographie zur Verfügung gestellt wird. Sowohl was die reine Faktenvermittlung (im Sinne eventueller Prüfungen) angeht, als auch, was einen breiten Überblick und eine vertiefende Hinführung an Büchner betrifft, setzt dieses Handbuch einen hervorragenden Standard und ist rundweg zu empfehlen.

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