Roland Buti

 3,6 Sterne bei 103 Bewertungen
Autor*in von Das Leben ist ein wilder Garten, Das Flirren am Horizont und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Roland Buti

Roland Buti, geboren 1964 in Lausanne, arbeitet als Geschichtelehrer am Gymnasium und widmet sich daneben Forschung und Literatur. Sein Roman Das Flirren am Horizont (Nagel & Kimche 2014) war nominiert für den Prix Médicis pour le meilleur roman und wurde mit dem Schweizer Literaturpreis 2014 ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Roland Buti

Cover des Buches Das Leben ist ein wilder Garten (ISBN: 9783552059993)

Das Leben ist ein wilder Garten

 (88)
Erschienen am 17.08.2020
Cover des Buches Das Flirren am Horizont (ISBN: 9783312006366)

Das Flirren am Horizont

 (15)
Erschienen am 25.08.2014
Cover des Buches Le milieu de l'horizon (POCHE) (ISBN: 9782889273195)

Le milieu de l'horizon (POCHE)

 (0)
Erschienen am 04.05.2016

Neue Rezensionen zu Roland Buti

Cover des Buches Das Flirren am Horizont (ISBN: 9783312006366)
Emilis avatar

Rezension zu "Das Flirren am Horizont" von Roland Buti

Erwachsenwerden in der Zeiten der Not
Emilivor 9 Monaten

                                                                         

Hitzewelle 1976

Im Sommer 1976 war es zudem extrem trocken und die Landwirte beklagten enorme Ernteausfälle, Felder waren komplett vertrocknet. In weiten Teilen Europas gab es eine große Dürre. Im Westen und Südwesten Deutschlands gab es gebietsweise mehr als zwei Wochen am Stück 30 Grad und mehr!      

Ein Zitat von der Wetterkanal.com Seite. In dieser Zeit findet der Roman von Roland Buti statt.  Den Hof der Sutters in der französischen Schweiz trifft es besonders hart: Der Bauer und Familienvater hat sein ganzes Vermögen in die Hühnerzucht gesteckt, und die Küken, wie auch erwachsene Hühner sterben in der Hitze weg. Die ganze Familie kämpft mit der Hitze, doch der Kampf scheint vergeblich zu sein.

Die Hauptcharaktere des Romans sind Gus, der Junge von 13 Jahren, Ruby ein entfernter Verwandter, den der Vater bei sich aufgenommen hat, da Ruby an Downsyndrom leidet, und auf dem Hof dem Vater zur Hand gehen sollte. Wie auch die Mutter und die Schwester, die eine Rolle in der Erzählung spielen.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Gus erzählt, der auf der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Dieser Sommer würde ihn grundlegend verändern. Denn die Sorglosigkeit, mit welcher er sein Leben auf dem Hof bislang betrachtet hatte, geht mit den Problemen und Schwierigkeiten dieses Sommers weg. Denn der Junge wie die ganze Familie haben nicht nur mit der Hitze und Verlusten zu kämpfen, sondern auch mit plötzlichem Ansinnen seiner Mutter wie auch tragischen Verlusten.

In einer bildhaften einerseits, und nüchternen andererseits Sprache beschreibt der Autor treffend die Vorkommnisse. Der Leser fungiert eher als ein Betrachter des Geschehens, Dank der kräftigen und präzisen Sprache des Autors, hat man ein treffendes Bild von der Natur, Tieren, Leben auf dem Hof und auch natürlich der Protagonisten.

Roland Buti ist ein überzeugender, sprachlich schöner Roman gelungen. Es ist einer der Bücher, die mit wenigen Seiten, ca. 200, viel vermitteln.  

Ausgezeichnet mit dem Schweizer Literaturpreis 2014 ist dieser Roman auf jeden Fall für die Liebhaber einer ruhigen Erzählung, die stellenweise dramatisch ist, zu empfehlen.

Von mir gibt es  4 Sterne.

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Cover des Buches Das Leben ist ein wilder Garten (ISBN: 9783552059993)
W

Rezension zu "Das Leben ist ein wilder Garten" von Roland Buti

Gärten der Erinnerungen
wortzaubervor 2 Jahren

Achtung Spoiler




Kurzinhalt:


Carlo Weiss ist alleinstehende und arbeitet als Landschaftsgärtners. Ihm zur Seite steht der Hilfsgärtner Agon , ein Berg von Mensch mit einer empfindlichen Seele.  Seine Frau hat ihn verlassen, die Tochter studiert in London und seine demente Mutter lebt im Heim. Als sie von dort eines Tages spurlos verschwindet macht er sich mit Agon auf den Weg sie zu finden. Dabei entdeckt er eine ganz neue Seiten an seiner Mutter, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. 


Sprache und Stil:


Der Erdzählstil ist vielschichtig, realistisch und voller genauster Beobachtungsgabe. Hierdurch ist der Leser ganz nah an den Romanfiguren. 



Eindruck:


Persönlich hat mir der Roman gut gefallen. Die Personen wachsen einem schnell ans Herz und mach will erfahren, was es mit der Vergangenheit der Mutter von Carlos auf sich hat. 

Vereinzelt war es schwierig, der Handlung aufgrund diverser Zeitsprünge und einer losen Aneinanderreihung von Handlungselementen zu folgen.  



Zusammenfassung:

Ein leiser und stimmungsvoller Roman, der sich als angenehme Urlaubslektüre herausgestellt hat. Definitiv eine Empfehlung. 

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Cover des Buches Das Flirren am Horizont (ISBN: 9783312006366)
Aus-Liebe-zum-Lesens avatar

Rezension zu "Das Flirren am Horizont" von Roland Buti

Sprachlich toll
Aus-Liebe-zum-Lesenvor 2 Jahren

Mein zweiter Quartalskauf bei der @buechergilde war „Das Flirren am Horizont“ von Roland Buti, das 2014 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Die Geschichte spielt im Hitzesommer 1976 In der Schweiz auf einem Bauernhof und wird aus Sicht des 13-jährigen Gus erzählt, dessen gewohntes Leben sich innerhalb weniger Wochen zerbricht. 

Das Beeindruckende an dem Roman sind allerdings nicht in erster Linie die Geschehnisse, sondern die Stimmungen, die Sprache, die Lethargie, mit der Gus die herannahende Katastrophe erlebt und über allem liegt die erdrückende Hitze wie ein Schleier, durch den man auf den Schauplatz sieht.

Mir hat die Sprache unheimlich gut gefallen, auch die Art und Weise, wie man manches aus Gus naiver Sicht für den Leser eher zu erahnen war und nicht plakativ von einem außenstehenden Erzähler geschildert wurde. Ich tue mir allerdings mit Gus schwer, ich kann mich nicht richtig in ihn einfühlen. Für mich war es schwer mit anzuschauen, wie die Katastrophe ihren Lauf nimmt und der Protagonist ebenso wie der Leser nur tatenlos zuschaut bzw. zuschauen kann. Die Taube, die Gus über den ganzen Sommer auf der Schulter sitzt und zu seinem Begleiter und quasi einzig Vertrauten wird, fand ich sehr befremdlich, was aber vielleicht auch an meiner Vogelphobie liegen kann.

 

Das Flirren am Horizont ist definitiv lesenswert, man darf sich aber auf ein flaues Gefühl in der Magengrube einstellen.

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