Roland Girtler Aschenlauge

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Inhaltsangabe zu „Aschenlauge“ von Roland Girtler

Mit Aschenlauge wuschen die Bäuerinnen bis ins vorige Jahrhundert die Wäsche. Sie stellten sie selbst her und mussten keine Seife kaufen. Aschenlauge steht damit für eine Zeit, in der die Bauern selbstständig waren und die meisten Dinge des Lebens selbst herstellten. Roland Girtler lässt diese Zeit lebendig werden. In Roland Girtlers Buch kommen Mägde, Knechte, Bauern und Handwerker zu Wort, die selbst die alte bäuerliche Kultur bis zum tiefgreifenden kulturellen Wandel der 1950er Jahre erlebt haben. Sie erzählen von Armut und harter Arbeit, aber auch von tiefem Zusammenhalt und Zufriedenheit. Sie erinnern sich an die oft schlechte Behandlung von Mägden und Knechten, die Bedeutung der Wilderer, die Freizeitgestaltung und die Feste, die Kontakte zwischen Burschen und Mädchen, die Stellung der Frau, die medizinische Versorgung, den Umgang mit dem Tod und vieles mehr. Diese Erinnerungen zeichnen ein anschauliches Bild vom bäuerlichen Leben wie es früher einmal war.

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  • Rezension zu "Aschenlauge" von Roland Girtler

    Aschenlauge
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    05. November 2012 um 12:53

    Dieses Buch ist 1987 unter dem Titel „Aschenlauge. Bergbauernleben im Wandel“ zum ersten Mal erschienen. Seit dieser Zeit hat sich im Leben und im Alltag der sehr viel weniger gewordenen Bauern noch mehr verändert als in den hundert Jahren zuvor. Als ich 1982 meine erste Stelle in einem südhessischen Dorf von etwa 1300 Einwohnern antrat, gab es dort noch 27 vollerwerbstätige Bauern. Als ich den Ort 1996 verließ, waren es gerade noch vier. Daran mag man ablesen, wie stark sich die Landwirtschaft verändert hat, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, auf das sich Roland Girtler bezieht. Sein wunderbares Buch hilft, die alte Kultur der Bauern am Leben zu erhalten. Er bezieht sich auf einen ganz konkreten Ort, Spital am Pyhrn und seine Wirtschaft, seine Bevölkerung und seine Geschichte. Er schreibt über die „Dornen der Armut“ und beleuchtet auch kritisch die Attraktivität des Nationalsozialismus für die Bauern damals. In mehr als einem Dutzend Kapiteln gegliedert, beschreibt Roland Girtler den Alltag, die Alltagswelt und die Gebräuche und Sitten dieser Bergbauernbevölkerung. Entstanden ist so ein auch mit Bildern versehenes kulturgeschichtliches Werk, das eine vergangene Welt lebendig macht. Obwohl es um ein Bergbauerndorf in Österreich geht, sind viele Traditionen und Bräuche auch in anderen Gegenden zu finden gewesen. Deshalb ist das Buch auch für einen Leser aus Deutschland von großem Interesse, besonders dann, wenn er einen Teil seines Lebens in einer solchen bäuerlich geprägten Kultur verbracht hat.

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