Das Buch macht schnell deutlich, dass es das praktische Üben der Kata nicht ersetzen kann. Die Inhalte eignen sich zur Vertiefung, Reflexion und Korrektur. Man sollte von diesem Buch nicht erwarten, dass man dadurch eine Kata selbst erlernen kann.
Die einleitenden Kapitel sind ausführlich formuliert und recht einfach zu verstehen. Gleichzeitig wirken sie durch ihre Länge und Textfülle beinahe überwältigend. Man hat gelegentlich das Gefühl, von Informationen überrollt zu werden, bevor man überhaupt bei den eigentlichen Kata angekommen ist.
Die Bildqualität ist okay, aber man hätte sie moderner gestalten können. Sie erfüllen aber dennoch ihren Zweck.
Ganz stark fand ich die detaillierten Technikbeschreibungen. Die Techniken werden nicht nur in ihrer Endposition gezeigt, sondern auch in ihrem Bewegungsverlauf. Sowohl die Bilder als auch die Texte führen Schritt für Schritt durch die Ausführung. Ein wertvoller Ansatz, der das Verständnis der Kata deutlich vertieft.
Allerdings besteht ein praktisches Problem durch die räumliche Trennung von Abbildungen und Schrittbeschreibungen. Die ausführlichen Erklärungen stehen oft mehrere Seiten vor den entsprechenden Bildern, was ständiges Hin- und Herblättern nötig macht. Eine direkte Zuordnung wie etwa kurze Schritttexte direkt unter den Bildern oder daneben würde die Nutzung deutlich erleichtern.
Ein deutlicher Schwachpunkt ist die fehlende Transparenz bezüglich der Verbandszugehörigkeit. Die Darstellung der Kata orientiert sich nicht klar an einem Verband. Ich trainiere im DJKB und mir fehlten hier insbesondere die neueren Anpassungen des JKA-Verbands. Diese wurden (noch) nicht berücksichtigt. Das kann zu Verwirrung führen, besonders für Karateka, die sich an aktuellen JKA-Standards orientieren. Zudem trainieren wir 26 Shotokan-Kata und nicht wie in diesem Lehrwerk 30 Kata.
Mein Fazit:
Aus Alt macht Neu - es ist mehr oder weniger eine Neuauflage. Es ist ein fundiertes, detailreiches Werk, das vor allem fortgeschrittenen Karateka als wertvolles Nachschlagewerk dient, ist aber eher ungeeignet für Anfänger. Die Fülle an Informationen, die Komplexität der Abläufe und die teilweise sehr dichten Textpassagen setzen ein gewisses Grundverständnis voraus.













