Roland Jäger Ausgesessen!

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Inhaltsangabe zu „Ausgesessen!“ von Roland Jäger

Zögern und zaudern, warten und aufschieben treffen wir heute an allen Ecken und Enden an: im Arbeitsleben (ich halt das einfach mal aus), in der Politik (Hauptsache, ich bleib am Hebel), in der öffentlichen Verwaltung (wird schon keiner merken, dass ich nichts mache), im Umgang mit der eigenen Gesundheit (es wird schon nichts kommen). Die Krux dabei: Wenn wir selbst keine Entscheidung treffen, treffen sie die anderen. Wir werden entweder Opfer von Fremdentscheidungen oder es passiert gar nichts mehr - eine Entwicklung, die persönliches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Wachstum verhindert. Die Folgen dieser neuen Mentalität des chronischen Nicht-Entscheidens betreffen uns alle: Öffentliche und private Haushalte sind überschuldet, Unternehmen übersubventioniert, Sozialsysteme nicht mehr finanzierbar, die allgemeine Gesundheit nimmt ab, die Geburtenquote ist rückläufig. Mit gewohnt scharfer Zunge zeigt Bestseller-Autor Roland Jäger auf, wie wir unsere Gestaltungsfreiheit und Souveränität aufgegeben haben und es vorziehen, elementare Herausforderungen unseres Lebens auszusitzen. Der Preis, so Roland Jäger, ist hoch. Es geht um nichts Geringeres als unsere Zukunft. Mit seinem neuen Buch greift er ein heißes Thema auf und hält uns den Spiegel vor: Denn Nicht-Entscheiden ist immer auch eine Entscheidung - für den Worst Possible Case.

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  • „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

    Ausgesessen!
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    22. May 2013 um 16:43

      Der mittlerweile an den Rollstuhl gefesselte Helmut Kohl hat es in seinen langen Regierungsjahren, aber auch in seiner eigenen Partei vorgemacht, und je länger Angela Merkel regiert, desto mehr bekommt man den Eindruck, sie sei gerade darin eine gelehrige Schülerin des Mannes, von dem sie sich doch so klar distanziert hatte auf ihrem Weg zur Macht. Gemeint sind das Aussitzen von Problemen, das bewusste Abwarten und die dezidierte Nicht-Entscheidung.   Man hat nicht nur in der großen Politik und da auch nicht nur in Deutschland schon seit langem den Eindruck, dass die wichtigen Probleme nicht angegangen, die nötigen Entscheidungen nicht gefällt und die wichtige Fragen nicht beantwortet werden. Eine „Kultur des Nicht-Entscheidens“ nennt das der Autor des vorliegenden Buches, Roland Jäger. Eine Kultur, die nicht auf die Sphären der großen Politik beschränkt bleibt, sondern die sich bis weit in das private und berufliche Leben der einzelnen Menschen ausgebreitet hat. „Wir alle träumen von einem erfüllten Leben“, schreibt er in seinem Vorwort“, sind aber erstaunlich oft sehr weit davon entfernt und geben uns mit schalen Kompromissen zufrieden.“   Doch wer glaubt, dieses Aussitzen sei seine eigene Sache und gehe auch nur ihn  selbst etwas an, den belehrt Roland Jäger eines Besseren. Das Nicht-Bearbeiten von Problemen, das Nicht-Entscheiden bleibt nie nur privat beim Einzelnen, sondern es hat Folgen für seine Umwelt, meist keine positiven. Und das Aussitzen in der Politik, man hat es schon geahnt, geht zu Lasten unser aller Zukunft und erst der unserer Kinder und Enkel.   Roland Jäger setzt, obwohl er mit Kritik an der politischen Kultur des Aussitzens nicht spart, beim Individuum an. Er will den Einzelnen mit seinem Buch ermutigen aufzustehen und Ja zum Nein zu sagen und die Chancen, die sich ihm bieten zu ergreifen: * nicht leugnen sondern hinschauen * aus der Position des Opfers zur Selbstbestimmung kommen * nicht Legitimation durch die Masse suchen, sondern eine eigene Meinung entwickeln * von der Alternativlosigkeit (TINA) zur Handlungsvielfalt gelangen * aus Stagnation Wachstum machen * von der sorglosen Kurzsichtigkeit zur Weitsicht sich entwickeln * die Angst vor Veränderung verwandeln in Expertenschaft für Wandel   Er ist sicher: „Hinschauen, Selbstbestimmtheit, Mut zur eigenen Meinung, Handlungsvielfalt, Wachstum Weitblick und Experte für Veränderung - das sind also die Meilensteine auf einem Weg, der zu dem führt, was wir uns alle wünschen: Glück. Unser individuelles Glück, das nicht darin besteht, das möglichst erfolgreich zu tun , was alle anderen uns vorgeben und vorleben, sondern das umzusetzen, was wir selbst wollen. Herauszufinden, was das ist, und die nötigen Veränderungen dazu angehen sind die größten Herausforderungen unseres Lebens.“   Und wer das meistert, sorgt auch dafür, dass auf den Makroebenen unserer Gesellschaft nicht mehr so viel ausgesessen wird: „Die Realität folgt der Geisteshaltung“, sagt Jäger und zitiert am Ende Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

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  • Ein Plädoyer für den Mut, Entscheidungen zu treffen

    Ausgesessen!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    24. April 2013 um 12:22

      Helmut Kohl sagte man nach, in seiner aktiven Zeit als einflussreicher Politiker, Entscheidungen gerne „ausgesessen“ zu haben. Eine Haltung des Abwartens, der Hoffnung darauf, dass sich so manche Probleme und Konflikte von alleine lösen würden (wobei zumindest im Blick auf Kohl deutlich ist, dass der durchaus nicht entscheidungsschwach war, sondern genau da oft zugegriffen hat, wo Entscheidungen gut vorbereitet waren).   Dennoch beleuchtet dieses Beispiel eine Befindlichkeit der modernen westlichen Gesellschaft, die sich in Roland Jägers Augen in der allgemeinen Kultur einer „Nicht-Entscheidung“ niederschlägt. Aus Unsicherheit, aus dem Wunsch heraus, vorweg bereits völlige Kontrolle über zukünftige Ereignisse zu haben (was nicht geht, daher lieber auch keine klare Entscheidung). Auch aus den „Vorbildern“ der Politik heraus gespeist. Möglichst vage zu verbleiben, nicht nachher festgenagelt werden zu können, wenn der Wind sich dreht.   „Wir alle teilen nämlich ein sehr ausgeprägtes Talent: Wir können Dinge richtig gut aussitzen“, und aufschieben, wenn wir unangenehme Folgen als Konsequenz einer Entscheidung befürchten. Das „Neue“ macht Angst, das „Alte“ ist auch nicht sonderlich befriedigend, aber immerhin ein „bekanntes Elend“ und somit zumindest vertraut und sicher in den Abläufen.   Abwarten, „es sich offen halten“, das ist eine verbreitete Neigung, folgt man Jäger in seiner durchaus überzeugenden Argumentation der Darlegung der Verhältnisse. Eine Haltung, die allerdings selten zur „Erfüllung“ führt und die nicht nur individuell destruktive Folgen nach sich zieht, sondern auch für das Wirken in und für die Allgemeinheit schädlich ist.   Aber mit Folgen, die ein klar denkender Mensch so bestimmt nicht auf Dauer zementieren möchte. Stagnation, Überschuldung der Staaten, Reformunwilligkeit, Protest gegen allzu neue Neuerungen, Subventionsdschungel, Lobbyismus und vieles mehr.   „Wir alle träumen von einem erfüllten Leben, sind aber erstaunlich oft sehr weit davon entfernt und geben uns mit schalen Kompromissen zufrieden“.   Warum das eigentlich so ist, was man dagegen tun könnte und wie man zu der Fähigkeit gelangt, Entscheidungen zu wagen, das erläutert nun im Folgenden Roland Jäger auch aus seiner Praxis als Berater und Coach heraus. Und das in einer ebenso klaren Struktur, wie Jäger seine Beratungen aufbaut. Zunächst erfolgt eine ausführliche Beschreibung des „Ist-Zustandes“, daraufhin legt Jäger die (negativen) Folgen des „Aussitzens“ offen, um zum Schluss Instrumente der „Überwindung“ aufzuzeigen („Aufgestanden!).   In der Sprache sehr verständlich, eingängig und praxisnah zeigt Jäger letztendlich auf, dass die von klein auf an im Raume stehende Erziehung zu Konsens und Kompromiss, die Angst, sich „alleine zu stellen“ (und sei es auch nur für einen Augenblick) und, zumindest bei den ersten Schritten, die Angst vor dem „alleine gehen“, entscheidende Motive sind, die Dinge lieber „auszusitzen“. Was uns „unser Leben kostet“, zumindest in dem, was an persönlicher (und gesellschaftlicher) Erfüllung möglich wäre.   Hier anzusetzen und eben nicht auf den Kompromiss ausgehen zu müssen, nicht den Konsens über alles zu stellen, sondern den eigenen Weg zu wagen, das wäre die zu erlernende Haltung für ein konstruktives individuelles und gesellschaftliches Leben.   In der Logik bestechend, in der Analyse überzeugend, so stellt sich Jägers Buch dar. Dennoch muss klar sein, dass ein Appell alleine eine lebenslang zementierte Haltung nicht „einfach so“ verändern wird. Für die innere Einsicht aber, das eine „aufschiebende, dogmatische Kompromiss- und Konsenshaltung“ mehr Probleme verursacht als dass sie in einer vagen „Harmonie“ läst, dafür ist die Lektüre des Buches bestens geeignet und motiviert dann für die notwendigen, eigenen Schritte zur Veränderung der eigenen Kultur des Nicht-Entscheidens.

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