Roland Kachler Meine Trauer wird dich finden

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Inhaltsangabe zu „Meine Trauer wird dich finden“ von Roland Kachler

Der Autor, Psychotherapeut mit Erfahrung in Trauerbegleitung, spürt nach dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes, dass die Trauermodelle, zu denen er selbst seinen Patienten geraten hatte, ihm nicht helfen konnten, seinen Schmerz zu überwinden. Deshalb hat er einen neuen Weg der Trauerbewältigung gesucht und gefunden. Statt den Verstorbenen "loszulassen", zielt die Methode des Autors darauf, dass, was an Liebe für den Verstorbenen bei den Lebenden geblieben ist, so zu kompensieren, dass der Tote in einer anderen Weise bei den Lebenden bleiben kann, ohne dass daraus seelische Störungen erwachsen. Die praktischen Übungen, Hinweise und Tipps am Ende jedes Kapitels helfen, diesen neuen Weg zu gehen.

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  • Trauern als Beziehungsarbeit, basierend auf Sehnsucht und Liebe

    Meine Trauer wird dich finden
    Sophia!

    Sophia!

    07. October 2013 um 12:28

    „Was bleibt, ist die Liebe. Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten, und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe – das einzige Bleibende, der einzige Sinn.“ _ Diese Worte Thornton Wilders beschreiben in treffender Weise den neuartigen Ansatz innerhalb der Trauerarbeit, den Roland Kachler, Psychotherapeut und durch den Verlust seines 16-jährigen Sohnes selbst Trauernder, vorschlägt. Denn der schmerzliche Verlust eines geliebten Menschen angesichts der Endgültigkeit des Grabes kann häufig nicht nur durch bloßes Abschiednehmen oder Loslassen überwunden werden. Die Sehnsucht nach dem Verstorbenen bleibt. Wie aber können Hinterbliebene die durch den Tod eingetretene, radikale Veränderung ihres bisherigen Lebens verarbeiten, ohne daran zu zerbrechen? _ Kachler zeigt seinen Lesern einen Weg auf, die bleibende Sehnsucht und verbindende Liebe zu nutzen, um in eine neue, ganz andere Beziehung zu dem Verstorbenen zu treten. Trauern bedeutet demnach wesentlich Beziehungsarbeit. Aus der inneren Verbindung zur geliebten Person kann auch über den Tod hinaus Trost erfahren, der Verlust überwunden werden. Neben theoretischen Erkenntnissen, zu denen etwa die typischen Phasen der Trauer gehören, präsentiert der Autor in angenehm lesbaren, kurzen Kapiteln eine regelrechte Spiritualität der Trauer. Das Grab fungiert als Ort der Begegnungserfahrung, Erinnerungen werden zur kreativen Fähigkeit, dem geliebten Menschen nahe zu sein und auch die Natur kann letztlich als Brücke dienen, vergangene Ereignisse wieder lebendig werden zu lassen. Eine Vielzahl konkreter Imaginationsübungen verfolgt das Ziel, die mit dem Tod verbundenen Emotionen bewusst zuzulassen, zu verarbeiten oder zum Trost positiv einzusetzen. Erkenntnisse aus der systemischen Familienberatung oder der Traumatherapie, wie z.B. die Suche nach einem sicheren Ort, werden nun auf den Bereich der Trauerarbeit übertragen. Dabei sind die einzelnen Übungen so gestaltet, dass sie sich bequem und ohne größere Vorbereitung durchführen lassen. Zentrale Informationen sind am Ende eines jeden Kapitels zusammengefasst und vom übrigen Text graphisch hervorgehoben. Zudem nimmt der Autor ebenso praktische Themen wie Grabpflege, Erinnerungsrituale oder Gedanktage in den Blick und liefert auch hierzu wertvolle Hinweise. _ Fazit: Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist dieser Ratgeber überaus hilfreich und tröstlich. Er verhilft dazu, im Genießen des eigenen Lebens, im Lachen, in Freude und Glück den Verstorbenen in dankbarer Erinnerung weiterleben zu lassen.  

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  • Rezension zu "Meine Trauer wird dich finden" von Roland Kachler

    Meine Trauer wird dich finden
    boskoop

    boskoop

    06. November 2008 um 08:40

    sehr hilfreich

  • Rezension zu "Meine Trauer wird dich finden" von Roland Kachler

    Meine Trauer wird dich finden
    Kristina_mit_K

    Kristina_mit_K

    28. February 2008 um 21:19

    ~ NICHT „LOSLASSEN“, SONDERN DIE LIEBE BEWAHREN ~ Es gibt Dinge, über die spricht man nicht. Paradebeispiel: der Tod. Das weckt unangenehme Gefühle, die man nicht zulassen möchte. Die man lieber aus seinem Alltag aussperrt. Schnell das Thema wechseln – oder noch besser – die Straßenseite, sobald ein Trauernder in Sichtweite erscheint. Kein Sterbenswort … Von den Hinterbliebenen wird erwartet, möglichst schnell „zur Tagesordnung“ überzugehen. Selbst Ärzte agieren meist hilflos. Betäuben (medikamentös). Abhaken. Ausblenden. So die gängige Strategie. Jeder, der nicht betroffen ist, weiß selbstredend genau, wie man eine solche Krise meistert. Stärke beweist … Nach vorne schaut … „Kopf hoch!“ „Die Zeit heilt alle Wunden …“ „Das Leben muss weitergehen.“ „Ihr dürft Euch nicht hängen lassen!“ Die Reaktionen gehen von Ignoranz, über sinnlose und banale Phrasen bis hin zu den irrwitzigsten Kommentaren und Vergleichen mit (oder ohne) Gott und der Welt. Jeder meint es natürlich „nur gut“. Aber reicht das? Ist es zuviel verlangt, sich nach etwas Feingespür, Takt und Verständnis zu sehnen? Mehr und mehr fühlt man sich als Familie isoliert. Mitsamt des Toten ausgegrenzt von der funktionierenden Gesellschaft, für die „alles normal weiterläuft“. Die Trauer ist ein individueller Prozess. Jeder sollte auf seine eigenen Bedürfnisse hören und dem Herzen folgen. Dazu ermutigt der Autor in seinem Werk. Viele Jahre berief sich auch Roland Kachler beim Umgang mit Angehörigen auf allgemeine Fachliteratur. Er stellte dabei zwar immer wieder fest, dass seine Klienten nicht wirklich bereit waren, diese Empfehlungen und Ratschläge anzunehmen, bloß lösen konnte er sich davon nicht. Es war schließlich die Lehrmeinung der Experten. Als sein eigener Sohn im Alter von 16 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, änderte sich seine Haltung schlagartig. Plötzlich wurde ihm klar, dass Trauerbewältigung durch „Loslassen“ nicht mehr ist, als ein Davonlaufen von der Wirklichkeit. Wenn man versucht, Schmerz zu unterdrücken, ihn im Keim zu ersticken, dann wird er ewig unter der Oberfläche brodeln. Je intensiver die Beziehung zum „verlorenen Menschen“ war, desto mehr wird sich die Seele dagegen sträuben. Es wird nicht als Trost, sondern vielmehr als Bedrohung empfunden, in die Zukunft zu blicken. Was sind es schon für Aussichten, ohne den eigenen Sohn, Bruder, etc. Gerade bei Unglücksfällen „aus heiterem Himmel“, bei denen junge Menschen von uns gerissen werden. In solchen Fällen werden zwar die Tage verstreichen, aber die Narben werden bleiben. Wer das nicht anerkennt, der kann kein wahres Mitgefühl zeigen. Als mein 23-jähriger Bruder am 30. September 2007 tödlich verunglückt ist, blieb die Welt für mich stehen. Ich wollte gar nicht, dass sie sich weiterdreht. Niemals könnte ich ihn freigeben. Er wird mich für immer begleiten. Die Überbringung der Nachricht durch meine Eltern, der Anblick des Autowrackes, das Berühren seines eiskalten Gesichtes im Sarg ... Roland Kachler plädiert dringend dafür, auch traumatisierende Bilder in der Erinnerung zu behalten und sie nicht zu verdrängen. Nicht tabuisieren oder „loslassen“, sondern die Liebe bewahren. Noch ist es unendlich schwer, die Beziehung (fernab des irdischen Daseins) neu zu definieren. Aber für mich gibt es keine Alternative. Ganz bewusst haben wir folgenden Spruch in der Anzeige und für den Grabstein gewählt: "Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, werde ich immer bei euch sein." ~ Rainer Maria Rilke ~ Ich habe mich instinktiv für diesen Umgang mit Johannes entschieden, versuche ihn einzubinden, mit ihm zu kommunizieren, über ihn zu reden. Bereits vor der Lektüre. „Meine Trauer wird dich finden“ wird diejenigen bestärken, die bislang in ihrem Schicksal allein gelassen und missverstanden wurden.

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