Roland Reitmair Innergebirg

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Inhaltsangabe zu „Innergebirg“ von Roland Reitmair

Das ist die skurrile Geschichte eines Wanderers, der bei einem Bergunfall sein Gedächtnis verloren hat und auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist … Arthur, der Protagonist der Geschichte, erwacht mit Gedächtnisverlust und versucht, sich in der „neuen“ Welt zu orientieren. Zuvor wurde das schwer verletzte Opfer eines Bergunfalls in einem Kloster durch die kundigen Hände von Nonnen wiederbelebt und gerettet. Doch Arthur ist skeptisch, ob er den Mitmenschen vertrauen darf. Arthur beginnt mit der Suche nach sich selbst, seiner Identität, seinem Leben. Immer weiter weg und höher hinein ins Gebirge führt diese Suche, doch wirklichen Antworten auf seine Fragen bleiben im Dunkel der vergessenen Vergangenheit. Durch Begegnungen mit Robert, einem Wilderer, mit Seifert, einem Bergmann, und Helena, einer Biwakwirtin, bestärkt, gibt Arthur seiner unbestimmten Ahnung nach und beschließt in die Nordwand des Gebirges einzusteigen, um dort entweder Antworten oder aber Erinnerungen zu finden.

Mysteriös, chillig, heimatverbunden

— EvyHeart

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    Innergebirg

    EvyHeart

    29. June 2014 um 12:18

    Das Cover Auf dem Titelbild sieht man zwei Felsen, die ein V bilden, sowie ein paar Bäume. Die aufgehende Sonne hinter einem der Berge setzt einen leichten Farbakzent und lenkt den Blick ins Zentrum. Dazwischen befindet sich Nebel, der mit steigender Höhe immer hellere Grautöne bildet, die eine ideale Grundlage für den Autorennamen in Mittelgrau und den Titel in Schwarz liefern. Auf der Rückseite findet sich ein ähnliches Motiv. Ich finde das Cover sehr stimmig, die Farben passen, alles ist gut lesbar und die neblige Stimmung passt zum Buch – man nimmt sie mit, sie ist immer im Hintergrund. Leider stört der Name des Verlages, weil er serifenlos und mit vielen Formatierungen gedruckt ist, außerdem hat er - passend zur weißen Schrift – eine weinrote Unterstreichung. Schade. Inhalt Arthur verletzt sich bei einer Klettertour schwer und wird von Nonnen gefunden. Diese pflegen ihn mit Kräutern, was ihnen den Ärger der Vorsteherin einbringt, denn er stirbt fast. Um die Tat zu vertuschen, beerdigen sie statt seiner einen Haufen Steine und kümmern sich um ihn, bis es ihm besser geht. Dann setzen sie ihn aus. Auf der Suche nach seinem Gedächtnis zieht es ihn zu einem Berg. Er streunt umher, findet in Johanna eine Frau, mit der er leben könnte, zieht aber weiter, verbringt Wochen bei Johannas Vater am Rande des Berges, kommt immer höher und seinem Geheimnis auf die Spur.. Die Hauptfigur Arthur ist ein relativ erfahrener Bergsteiger, der sich in der Gegend auskennt – mehrmals gibt es Anspielungen darauf. Das Dorf und seine Bewohner sind ihm aber unbekannt. Man weiß über Arthur genausowenig wie er über sich – vermutlich wurde er 1973 geboren, das war es. Mit steigener Höhe wird immer klarer, dass Arthur Schuld auf sich geladen hat und am Berg Buße tun will. Er ist naturverbunden und lernt schnell, er bleibt aber ein Besucher und integriert sich nicht in das Dorf. Die Landschaft bzw. das Dorf Die Umgebung ist von Bergen geprägt und liegt abgelegen. Das Kloster vermittelt etwas Traditionalles und gibt es einen Gasthof. Außerdem gibt es Hinweise auf eine Goldmine, also Bergbau. Dieser scheint nicht mehr betrieben zu werden, es gibt nur noch einen alten Mann, der daran fest hält. Im Dorf kennt man sich zwar, bildet aber keine Gemeinschaft – Sonderlinge haben sich zurückgezogen. Stimmung Das Buch schwankt stetig zwischen alter und neuer Zeit – während das Dorf eher traditionelle Strukturen zeigt und es Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg gibt, wird der Euro als Währung verwendet und der Alpinismus hat ein gewisses Niveau erreicht. Außerdem ist die Ausrüstung, mit der Arthur klettert, ziemlich professionell. Als Leser ist man, obwohl das Buch nicht klischeemäßig 'alt' ist, in der Umgebung gefangen, die Hinweise auf die Neuzeit holen einen zurück. Man fühlt sich fremd. Schreibstil Die Sprache ist der Jetzt-Zeit angepasst und sehr ruhig. Interessant ist, dass es kaum österreichische Wörter gibt – sehr angenehm, da man nichts nachschlagen muss :-) Das Geschehen wird unaufgeregt erzählt, manchmal fließen Gedanken des personalen Erzählers ein, an einigen Stellen auch Humor, der auflockert. Dennoch wirkt alles betrübt. Man hat aber auch nie das Gefühl, dass der Autor bewusst diesen 'trockenen' Stil gewählt hat, dem Leser etwas beweisen möchte. Stattdessen wird die Ratlosigkeit der Figur spürbar. Interessant sind Gedichte, die der Autor zitiert – sie haben meistens etwas mit Glauben zu tun und tauchen vermehrt an Anfang und Ende auf. Die Quelle ist nicht klar, ich vermute aber, dass es sich um Gedichte des Autors handelt, da die Zeichensetzung (keine Kommata) und Orthografie (Kleinschreibung) sowie einige Begriffe für Werke der Neuzeit sprechen. Außerdem vermutet Arthur bei einem Gedicht, dass es von Reitmair stammen könnte – quasie ein literarisches Cameo. Die Gedichte tragen maßgeblich zur mystischen Stimmung bei und verleihen dem Buch Tiefe bzw. zeigen Interpretationsansätze auf. Gliederung und Gestaltung Das Buch besteht aus sieben Kapiteln, die mit römischen Zahlen, aber ohne Titel, überschrieben sind. Innerhalb eines Kapitels wird mit einem Symbol gegliedert, außerdem arbeitet der Autor mit Leerzeilen. Auch nutzt er Kursiv-Formatierung. Die Schriftart erinnert mit ihren Serifen an Times New Roman, ist nur etwas höher. Das wird betont durch den breiten Seitenrand. Der Text wirkt wie ein Berg inmitten der Seite und etwas haltlos. Fazit Das Buch ist kein Krimi, sondern eine Hommage an die Umgebung. Es gibt Rätsel, die ungelöst bleiben, aber einiges, über das man nachdenken kann. Das Buch ist leicht zu lesen und passt in jede Handtasche, allerdings finde ich den Preis etwas hoch. Trotzdem war es spannend zu lesen!

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