Roland Schleiffer Das System der Abweichungen

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Inhaltsangabe zu „Das System der Abweichungen“ von Roland Schleiffer

Roland Schleiffer beschreibt in diesem Buch psychopathologisches Verhalten mit den begrifflichen Mitteln der modernen, von Niklas Luhmann begründeten, Systemtheorie. In den Mittelpunkt stellt er die Funktion, den „Sinn“ einer psychischen Störung. Verhaltensauffälligkeiten werden hier als Lösungsversuche für bestimmte Probleme gesehen, die sich durch funktionale Analysen „rekonstruieren“ lassen. Psychische Störungen oder Krankheiten können so als Selbsthilfemechanismus verstanden werden, mit denen Menschen versuchen, ihre gefährdete Identität aufrechtzuerhalten. Nach einer knappen Darstellung einiger Basistheoreme der Systemtheorie beschreibt Schleiffer die Entwicklung des psychischen Sinnsystems. Konkret werden Störungen aus dem Autismusspektrum, Psychosen, Depression und affektive Störungen unter diesem Aspekt behandelt und neu bewertet. Nach einer knappen Darstellung einiger Basistheoreme der Systemtheorie beschreibt Schleiffer die Entwicklung des psychischen Sinnsystems. Konkret werden Störungen aus dem Autismusspektrum, Psychosen, Depression und affektive Störungen unter diesem Aspekt behandelt und neu bewertet.

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  • Rezension zu "Das System der Abweichungen" von Roland Schleiffer

    Das System der Abweichungen

    michael_lehmann-pape

    29. May 2012 um 11:37

    Psychische Störung als Selbsthilfemechanismus im Sinnsystem Wie Fritz B. Simon im Vorwort des Buches bereits bemerkt, Roland Schleiffer legt eine äußerst innovative Studie und Betrachtung der Psychopathologie vor, auf der Basis systemtheoretischer und konstruktivistischer Konzepte. Dies als „Reflexionsdisziplin der Psychiatrie“ nicht mit dem Ziel konkreter therapeutischer Handlungsanweisungen, sondern mit dem Ziel einer „Entrivalisierung“. Dass psychische Störungen nicht einfach „krank“ sind, dass keine „Fehlfunktionen“ vorliegen, sondern zunächst, dass psychische Störungen Ausdrucksweisen des Individuums sind, die in der Welt des Individuums durchaus Sinn machen als „Lösungsversuche“ für bestimmte, individuell empfundene Probleme. Als „Selbsthilfemechanismus“, um die eigene Person in ihrer konkreten Befindlichkeit zu schützen. So ist es ein durchaus wichtiger und bedenkenswerter Zugang zu Verhaltensweisen von Menschen, zunächst die Bewertung der Phänomene außen vor lassen zu können und im ersten Schritt einen rein beschreibenden Arbeitsgang setzen zu können, um dann in einem zweiten Schritt die erhobenen und beschreibbaren Phänomene aus der Systemtheorie abzuleiten im Rahmen einer „Logik von Organisationsprozessen“. So entsteht durch Schleiffer ein Gerüst , in welchem das Verhalten als durch die Organisation biologischer, psychischer und sozialer Prozesse gelenkt verstanden wird und damit den Prozessen selbst zunächst gerecht wird. Ob nun biologische, psychische oder soziale Prozesse für bestimmte Haltungen und Verhaltensweisen überwiegend verantwortlich sind, es gilt für alle drei Systeme eine gleiche, feststellbare Prozesslogik im Sinne eines sich selbst erschaffenden und selbst erhaltenden Individuums. Mit dem Ziel, dass „die Struktur erhalten bleibt“. So legt das Buch unter anderem dar, wieweit eine konkrete Befindlichkeit, konkrete individuelle Entwicklungen immer als Folge der Geschichte bewältigter Störungen und Anpassungen zu verstehen ist. Gesundheit und Krankheit lassen sich durch „die im Prinzip selben generierenden Mechanismen“ erklären. Intensiv legt Schleiffer seinen Befund (nach einer ausführlichen Einführung, Begriffsklärung und Darlegung der Methode) an konkreten psychopathologischen Phänomenen dar. Autismus, Psychosen, Depression und affektive Störungen. Und dient hierbei als „funktionale Analyse“ im Rahmen der Psychiatrie als „Leitfaden“ bei der Suche nach funktionalen Äquivalenten Äußerst komplexe Zusammenhänge legt Roland Schleiffer in ebenso komplexer Sprache vor, die Erarbeitung des Buches bedarf einer hohen Konzentration und eines breiten Hintergrundes im Feld der Psychiatrie, mithin ist dies kein Buch für interessierte Laien, sondern ein ausgewiesenes, innovatives wissenschaftliches Werk, welches die Grundlage einer weiteren und breiten Diskussion über die vorgestellten Thesen im Rahmen der Psychopathologie bildet. In sich fundiert, stimmig und überzeugend argumentiert ist dem Buch die weitere, intensive Diskussion zu wünschen.

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