Roland Springer

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Spurwechsel

Spurwechsel

 (2)
Erschienen am 12.06.2017
Survival of the Fittest

Survival of the Fittest

 (0)
Erschienen am 15.10.2009

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Rezension zu "Spurwechsel" von Roland Springer

Ein ernüchterndes Buch
WinfriedStanzickvor einem Jahr



Ob die Vorschläge, die der Autor in seinem hier vorliegenden Buch „Spurwechsel“ macht, „ wie Flüchtlingspolitik wirklich gelingt“ tatsächlich umsetzbar sind bei den Prioritäten der gegenwärtigen Politik, ist unsicher, denn neben einer Begrenzung der Zuwanderung sollen Migranten mehr oder weniger gezwungen werden, sich über einen Ausbildungskredit den deutschen Anforderungen anzupassen.

Ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert, formuliert Roland Springer eine ernüchternde Einsicht, die allerdings schon 2015 schon so mancher gesunde Menschenverstand kannte und dafür von einer großen Mehrheit als fremdenfeindlich oder islamophob in die rechte Ecke gestellt wurde: sowohl in der Arbeitswelt als auch "bei den Werten und Normen des außerberuflichen Alltagsleben bestehen zwischen den muslimischen Flüchtlingen und ihrem gesellschaftlichen Umfeld deutliche Diskrepanzen. Diese sind nicht einfach zu überbrücken, zumal nicht wenige Flüchtlinge zwar in den Genuss der materiellen Vorzüge der westlichen Welt kommen wollen, wesentliche Aspekte der westlichen Lebens- und Arbeitsweise für sich aber ablehnen."

Selbst gebildete muslimische Zuwanderer können und wollen sich in der Regel nur schwer oder gar nicht in Deutschland integrieren. Von den anderen, und das ist die große Mehrheit, ganz zu schweigen. In der Zukunft sehen wir uns vor weiteren vom Steuerzahler alimentierten Parallelgesellschaften. Ein Perspektive, die hoffnungslos aber sehr realistisch ist. Nur will das im Augenblick keiner wirklich hören.

Ein ernüchterndes Buch.




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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Spurwechsel" von Roland Springer

Eine sehr aufschlussreiche Beschreibung der Realität und ein unrealistischer Vorschlag
R_Mantheyvor 2 Jahren

Roland Springer arbeitet nebenbei als "außerplanmäßiger Professor im Bereich Personal und Organisation an der Universität Tübingen". Seit 2016 "engagiert er sich nebenberuflich außerdem in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit". Das liest man über den Autor am Ende seines Buches. Seine Tätigkeit in der "Flüchtlingsarbeit" benutzte Springer, um sich ein realistisches Bild von der Lage der Zugewanderten zu machen. Diese Studie an einem jungen Afghanen und einer syrischen Familie kann man hier nachlesen, und sie macht inhaltlich und vom Umfang den weitaus größten Teil dieses Buches aus. 


Springers Vorschlag am Ende des Buches, der seiner Meinung nach zu einem Gelingen der "Flüchtlingspolitik" beitragen kann, ist eigentlich kaum der Rede wert, weil er erstens der Politik der Bundeskanzlerin entgegensteht, da  er eine von ihr heftig abgelehnte jährliche Obergrenze an Zuwanderung voraussetzt, und zweitens neben vielen anderen nicht ganz trivialen Problemen, nicht die Frage beantwortet, ob er von den Betreffenden überhaupt angenommen werden wird. 


Das deutsche Asylrecht ist weder vom Grundgedanken, noch von der Kapazität für eine Masseneinwanderung ausgelegt und erdacht worden.  Auch der Autor unterscheidet nicht zwischen Asyl und Migration, obwohl ihm dieser Unterschied eigentlich völlig klar ist. Aus seiner sehr sachlichen Studie kann man jedoch deutlich ablesen, dass die sogenannte "Flüchtlingspolitik" der Bundesregierung weder vernünftig, noch moralisch ist und in eine Sackgasse von zukünftig erheblichen Problemen führen wird. 


Der von ihm betreute Afghane ist angeblich bei seinem Eintreffen in Deutschland minderjährig gewesen. Untersuchungen in Skandinavien ergaben übrigens, dass diese Minderjährigkeit in den allermeisten Fällen vorgetäuscht wird. Der junge Mann hatte wie üblich keine Papiere bei sich. Unglücklicherweise hat er nun auch noch sein Smartphone verloren. Springer berichtet, dass alle Integrations- und Bildungsversuche bei ihm ins Leere liefen, sich aber gleichzeitig eine überdimensionierte Anspruchshaltung entwickelte. Diese offenbar  nicht untypische Situation bedeutet nichts anderes, als eine dauerhafte Alimentierung arbeitsfähiger junger Männer durch den deutschen Steuerzahler. Das syrische Ehepaar zählt offenbar zu den in Syrien hochgebildeten Menschen. Der Mann arbeitete dort als Pharmahändler, die Frau ist eine universitär in Syrien ausgebildete Software-Ingenieurin. 


Für eine Anstellung in deutschen Apotheken oder als Pharmavertreter reichen weder die Sprachkenntnisse noch die Ausbildung dieses Syrers. Eine Weiterbildung, die zu einer eventuellen Anpassung an die deutschen Anforderungen erbringen würde, lehnte er ab, da es ihm um eine gut bezahlte Arbeit in der Gegenwart geht. Die syrische Software-Ingenieurin absolvierte Praktika in deutschen Unternehmen, die jedoch nicht zu einer Übernahme führten, da ihre Kenntnisse und ihre Anpassungsfähigkeiten nicht ausreichten. 


Sowohl der Afghane als auch die syrische Familie wollten so schnell wie möglich in eine eigene Wohnung ziehen. Auch das ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, wenngleich es wenigstens hier gelungen ist. Der Autor kommt am Ende seines Textes zu folgender Einsicht:  In der Arbeitswelt und "bei den Werten und Normen des außerberuflichen Alltagslebens  …  bestehen zwischen den muslimischen Flüchtlingen und ihrem gesellschaftlichen Umfeld deutliche Diskrepanzen. Diese sind nicht einfach zu überbrücken, zumal nicht wenige Flüchtlinge zwar in den Genuss der materiellen Vorzüge der westlichen Welt kommen wollen, wesentliche Aspekte der westlichen Lebens- und Arbeitsweise für sich aber ablehnen." 


Mit anderen Worten: Selbst nach eigenen Maßstäben hochgebildete muslimische Zuwanderer können und wollen sich in der Regel  nur schwer oder gar nicht in Deutschland integrieren. Stattdessen werden wohl neue vom Steuerzahler alimentierte Parallelgesellschaften aus unzufriedenen Menschen entstehen. Weil Springer das durch seine Tätigkeit verstanden hat, schlägt er einen "Spurwechsel" vor, den Kanzlerin Merkel vehement ablehnt. Neben einer Begrenzung der Zuwanderung sollen Migranten mehr oder weniger gezwungen werden, sich über einen Ausbildungskredit den deutschen Anforderungen anzupassen. Anderenfalls wird ihnen die Einwanderung nicht ermöglicht. Dieser sicher gut gemeinte Vorschlag scheitert mit Sicherheit nicht nur an der Kanzlerin, sondern auch an der Realität. Eine rechtliche Bewertung  findet man im Anhang des Buches. Aus ihr kann man entnehmen, dass der Vorschlag auch einige juristische Tücken beinhaltet. 


Kurz: Dieses Buch besitzt seine Stärken in der Beschreibung der tatsächlichen Zustände, in die uns die Kanzlerin durch ihre merkwürdige Politik geführt hat. Die Lage ist im Grunde hoffnungslos. Wer das nicht glaubt, sollte sich die Zustandsbeschreibungen in diesem Buch zu Gemüte führen. Sie sind mehr als ernüchternd. 

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