Roland Steinacher Die Vandalen

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Inhaltsangabe zu „Die Vandalen“ von Roland Steinacher

406 n. Chr.: Die Vandalen überrennen die Grenzen des Römischen Reiches. Ihr mächtiger Anführer Geiserich erobert Rom. Lebendig und mitreißend erzählt Roland Steinacher die Geschichte des berüchtigsten Germanenvolkes und zeichnet ein von Mythen und Legenden befreites, modernes Bild der barbarischen Invasoren. Vandalen, Alanen und Sueben – ihre Namen stehen bis heute für Zerstörung und Verwüstung. Sie zogen quer durch Europa, kämpften in Gallien und Spanien in römischen Bürgerkriegen oder auf eigene Rechnung. Schließlich gelang es ihnen, das römische Afrika zu erobern. Der Autor revidiert unsere Auffassung von den Vandalen als unzivilisierten Horden. Vielmehr waren sie Pioniere bei der Umgestaltung der römischen Welt. Unter den vandalischen Herrschern wurden die ehemals römischen Provinzen zu einem wohlhabenden und gut funktionierenden Königreich. Zum ersten Mal bettet der Autor die Geschichte der Vandalen in die Verhältnisse des römischen Mittelmeerraums im 5. und 6. Jahrhundert ein. Zugleich erfährt der Leser, wie der Vandalenname bis heute in unserem historischen Bewusstsein fortlebt.

Geschichte der Spätantike, fokussiert auf die Vandalen

— Matzbach
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  • Aufstieg und Fall der Vandalen

    Die Vandalen
    Matzbach

    Matzbach

    09. October 2016 um 11:07

    Es ist schwer, dieses Buch mit Sternen zu bewerten. Anerkennung verdient in jedem Fall der Versuch, die Geschichte der Spätantike durch die Sicht auf dieses Volk, das seinen kurzen, aber nachhaltigen Auftritt in der Zeit der Völkerwanderung hatte, zu fokussieren. Aber genau darin liegt auch die "Schwäche" des Buches. Denn Zeugnisse über die Vandalen lassen sich nur aus römischen Geschichtsquellen ableiten, Selbstzeugnisse sind so gut wie nicht vorhanden. Insofern erfährt der Leser wenig Neues, sofern er bereits Bücher über die Spätantike, den Untergang des römischen Reiches oder die Völkerwanderung gelesen hat. Die Vandalen sind als Zaungäste immer dabei gewesen, in Steinachers Darstellung stehen sie im Mittelpunkt. Wenig weiß man über die Ursprünge dieses kriegerischen Volkes, das immerhin für gut hundert Jahre das römische Afrika beherrschte und einmal Rom eroberte und plünderte, was ihren Namen zum Inbegriff des Vandalismus machte. Doch dabei waren sie so gar nicht anders als andere Stämme der Völkerwanderungszeit, die ebenfalls zum Untergang des weströmischen Reiches beitrugen. Anders als die Franken hielten die Vandalen als Herrscherkaste in Nordafrika an ihrem Arianismus fest, anders als die Goten kam es auch nicht zu einem friedlichen Nebeneinander von Arianern und Katholiken, im Gegenteil, letztere wurden von den Vandalen heftig verfolgt. Dies erklärt vielleicht auch zum Teil, warum sich das Vandalenreich nicht gegen das relativ schwache oströmische Expeditionsheer durchsetzen konnte und sang- und klanglos aus der Geschichte verschwand. Doch mit dem Verschwinden der Vandalen war Nordafrika keineswegs befriedet, immer wieder kam es zu Aufständen einzelner verbliebener Vandalengruppen und der Mauren, bis die Provinz im Zuge der Islamisierung endgültig verloren ging. Steinachers Buch über Aufstieg und Fall eines Barbarenreiches, so der Untertitel, vermag in jedem Fall den Leser zu fesseln, auch wenn dessen Wissen nur bedingt erweitert wird.  

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  • Fundiert, umfassend und differenziert

    Die Vandalen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. May 2016 um 15:09

    Fundiert, umfassend und differenziertEs gibt unüberschaubar viele wichtige Daten der Weltgeschichte und ebenso viele wichtige und einflussreiche Gestalten derselben.Anders aber schon sieht es aus, wenn man den Begriff „Zeitenwende“ zu Grunde legt. Dann reduzieren sich vielfach Daten und Ereignisse auf einige wenig, aber umso nachhaltiger die Welt verändernde Momente.Der Untergang des römischen Reiches als politische und militärische Großmacht spätestens 406 n.c. durch den „Barbarenstamm“ der Vandalen mitsamt der lückenlosen Eroberung des West-Römischen Gebietes mitsamt der Stadt Rom, ist eindeutig eine solche „Zeitenwende“, innerhalb derer die politischen Verhältnisse ganz Europas neu ausgerichtet wurden.Eine Neuausrichtung, ein Übergang von der „Spätantike in das Mittelalter“, den Franken, Goten und eben, maßgeblich der Stamm der Vandalen entscheidend verursacht und getragen haben.Roland Steinacher wendet sich im Hauptteil des vorliegenden Werkes diesen Vandalen zu und beruft sich dabei in weiten Teilen auf die vorliegende schriftliche Überlieferung zur Geschichte der Vandalen, die von der Mitte es ersten Jahrhunderts nach Christi bis in die Mitte des 6. Jahrhunderts in etwa 500 Jahre überspannt.Wobei Steinacher diese Geschichte sehr klar strukturiert, aber auch in bisweilen oft vernachlässigter Weise aufarbeitet. Denn der Einfluss und das Ergehen der Vandalen in Afrika, die wichtige Phase in Spanien, der eben nicht nur europäische, sondern auch der außereuropäische Teil der Geschichte dieses germanischen Stammes, findet ebenso seinen Niederschlag im Buch, wie die „engere“ Geschichte im Rahmen der Völkerwanderung und der Eroberung Roms selbst. Zu einer Zeit, in der das römische Reich bereits breit diffundierte und in sich zerfaserte.Dennoch ist die Geschichte der Vandalen im Grundsatz, wie Steinacher verdeutlicht, vor allem immer auch römische Geschichte, denn lange dauerten die Verbindungen und Vermischungen zwischen Vandalen und Rom. Nicht wenige Vandalen machten Karriere in der römischen Armee, bis sich Anfang des 5. Jh. die Verhältnisse dramatisch änderten. Dabei spielten die Übernahme der Macht in Afrika und die Ausweitung der Macht der Anführer (beginnend unter rex Geiserich) wichtige Rollen bei der stetigen Ausbreitung der Vandalen.Wie aber genau diese Gemengelage sich ergab, wie aus „römischen Barbaren“ „fremde Eroberer“ wurden und, vor Allem; was sich im Laufe der darauffolgenden Jahrhunderte als eine eigene „vandalische Identität“ sich herausbildete, in welchen Strukturen die Herrschaft der Vandalen intern und extern organsiert war, all das legt Steinacher verständlich formuliert und überzeugend argumentiert im Buch Schritt für Schritt vor.Wie aus dem, zwar schon geschwächten, aber noch organisatorisch vereinigten weströmischen Reich das fränkische Gallien, die spanischen Westgoten und eben die afrikanischen Vandalen als „neue Mächte“ sich entwickelten und was dies für die spätere Entwicklung Europas durch das Mittelalter hindurch bis zur Neuzeit bedeutet, das ist hochinteressant zu lesen und nimmt den Leser mitten hinein in eine zwar vergangen, bis heute aber nachwirkende hoch-lebendige Phase der Geschichte.Von den Namen und der Frühgeschichte der Vandalen über die Ausbreitung bis nach Afrika im Rahmen der Völkerwanderung, von der Konsolidierung der Eroberer als „Könige von Karthago“ bis hin zur Darstellung der straff organisierten Organisation dann in Karthago, von Vorurteilen (Dekadenz oder Keuschheit? Vandalen als „Verwüster“?) hin zu innervandalischen Aufständen. Die Ereignisse nach dem vierten punischen Krieg werden dabei ebenso ausführlich beleuchtet, wie die „Machtübergabe“ nach dem Tod Geiserichs und die dann folgenden Abläufe eines auch „Hin- und Her“ im politischen Sinne, bis hin zu einem „schnellen Sieg und einem langen Verlust des Friedens“ ab 533 n.C..Wie es „nach den Vandalen“ sich verhielt und welche inneren Bedeutungen der „Vandalen-Name“ in Mittelalter und Neuzeit erhielt (teils auch zu Unrecht), bildet dann den Abschluss dieses umfassenden und einen Standard in Bezug auf die Geschichte der Vandalen setzendes Werk.Eine Lektüre mit hoher Qualität und umfassendem Informationsgewinn.

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