Roland Topor

 3,6 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Memoiren eines alten Arschlochs, Der Mieter und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Roland Topor

Cover des Buches Memoiren eines alten Arschlochs (ISBN: 9783257207750)

Memoiren eines alten Arschlochs

 (10)
Erschienen am 24.01.2006
Cover des Buches Monsieur Laurents Baby (ISBN: 9783879561704)

Monsieur Laurents Baby

 (1)
Erschienen am 01.04.1989
Cover des Buches Susanne - Geschichte seines Fusses (ISBN: 9783879561698)

Susanne - Geschichte seines Fusses

 (1)
Erschienen am 01.07.1988
Cover des Buches Jens Wawrczeck - Der Mieter (ISBN: 9783948210175)

Jens Wawrczeck - Der Mieter

 (0)
Erschienen am 24.01.2020
Cover des Buches Der Mieter (ISBN: 9783257203585)

Der Mieter

 (7)
Erschienen am 01.08.1999
Cover des Buches Der schönste Busen der Welt (ISBN: 9783257219470)

Der schönste Busen der Welt

 (5)
Erschienen am 01.04.1997
Cover des Buches Je T'Aime (ISBN: 9783929078718)

Je T'Aime

 (1)
Erschienen am 01.01.1999

Neue Rezensionen zu Roland Topor

Cover des Buches Memoiren eines alten Arschlochs (ISBN: 9783257207750)M

Rezension zu "Memoiren eines alten Arschlochs" von Roland Topor

Ein Angeber, der nichts zum Angeben hat
mariameerhabavor 7 Monaten

Es ist schwierig, in dieser Figur einen namhaften Künstler zu sehen. Der Autor übertreibt maßlos, verleiht der Figur die perfektesten Eigenschaften, ohne dabei ein einziges Bild zu zeigen, keinen einzigen Pinselstrich, keine Farbe, keine Arbeit. Stattdessen zählt er etliche Künstler auf, die bloß in einem einzigen Absatz Platz bekommen und nichts anderes tun, als die Arbeit des Protagonisten zu bewundern, ohne zu erklären, was ihre Bewunderung auslöst. Das funktioniert nicht. Viel mehr fühlt es sich so an, als würde der Autor mich belügen. Von der ersten bis zur letzten Zeile.

Der Protagonist ist ein richtiger Angeber ohne Tiefgang. Er beschreibt seine Qualen, aber tut das so nüchtern, dass das Mitfühlen unmöglich ist. Es gab keinen Moment, in der er mir leidgetan hat, eigentlich habe ich kaum etwas gefühlt, denn der Autor lässt keinen Platz für Gefühle, sondern versucht, ein ganzes Leben in ein dünnes Buch zu pressen und das ohne Umwege. Es werden keine wirklichen Details gezeigt, meistens fasst er einen Lebensabschnitt zusammen, presst gewaltsam alles auf eine winzige Seite und verlangt vom Leser, dass er dadurch die Figuren kennenlernt.

Der Vater ist ein Direktor, der bei seinem Scheitern sich so umbringt, wie man es in etlichen anderen Filmen kennt: Er wählt den Freitod durch die Pistole. Das ist so abgedroschen, kitschig, fast schon lächerlich. Er erzählt den Selbstmord so kalt, als würde es den Protagonisten nichts angehen, als wäre irgendein Fremder gestorben, der niemandem etwas bedeutet.

"Die Aufregung übermannte mich, und ich verlor das Bewußtsein." - Soll ich das ernsthaft glauben? Ich habe noch nie erlebt, dass jemand vor Glück das Bewusstsein verliert. Wieso sollte das Gehirn eine Notfallabschaltung vornehmen, wenn es kein Trauma hinterlassen könnte? Das Buch ist übersät mit unmenschlichen Reaktionen, die sich der Logik entziehen und meistens bloß auf einen Absatz beschränkt sind, ohne einer wirklichen Vorarbeit.

Im Grunde fühlt sich das Buch so an, als hätte der Autor sich auf eine begrenzte Seitenanzahl entschieden und würde versuchen, alles in einen einzigen Satz zu quetschen. Jedes wichtige Ereignis ist zusammengefasst, jeder Auftritt von den verschiedenen Künstlern nichtssagend und die Figur wird dem Wort "A*schl*ch" nicht einmal gerecht, weil er nichts von sich preisgibt. Das Buch ist schrott.

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Cover des Buches Der Mieter (ISBN: 9783257203585)B

Rezension zu "Der Mieter" von Roland Topor

Rezension zu "Der Mieter" von Roland Topor
Babschavor 12 Jahren

Trelkovsky, alleinstehender Mann um die Dreißig, sucht dringend in Paris eine neue Wohnung und findet sie im dritten Stock eines herunter gekommenen Mietshauses. Er erfährt, dass die Vormieterin, eine junge Frau, Selbstmord durch Sprung aus dem Fenster dieser Wohnung begangen hat. Von Beginn an fühlt sich Trelkovsky von dem Hausbesitzer und den Nachbarn in den Wohnungen ringsum massiv unter Druck gesetzt, selbst bei geringster Lärmbelästigung wird ihm mit Kündigung gedroht. Die beklemmende Atmosphäre des Hauses setzt ihm psychisch immer stärker zu, eigenartige, unerklärliche Vorgänge und Entdeckungen in seiner Wohnung führen zu der Erkenntnis, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Der Mieter igelt sich immer mehr ein, kappt zunehmend seine sozialen Bindungen. Erst nach und nach merkt er, welche Geheimnisse das Haus wirklich birgt, aber da ist er bereits Mittelpunkt eines Albtraums.

Der bereits in den 60er Jahren in leicht antiquierter Sprache und trotz der düsteren Thematik irgendwie sachlich und nüchtern geschriebene Roman ist ungeachtet dessen in einer Mischung aus Psychogramm und Horrortrip spannend zu lesen, das unterschwellige Grauen und dessen Auswirkungen auf den Protagonisten ist eingängig dargestellt. Das furiose Finale hält dann noch einen überraschenden und ganz besonderen Clou bereit. Weithin unbekanntes, jedoch durchaus lesenswertes Buch, das einen auch in der seinerzeitigen Verfilmung von und mit Roman Polanski in den Kinosessel bannte.

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