Roland

Autor von Mankurt.

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Mankurt

Mankurt

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Erschienen am 01.01.1991

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Roland_M_Horns avatar
Hallo,

an dieser Stelle möchte ich ein weiteres Buch von mir vorstellen. Diesmal handelt es sich nicht um ein alternatives Sachbuch, sondern um eine Novelle. Allerdings geht es um ein alternatives Thema, nämlich um Zeitreisen. In diesem Buch treffen Religion, Wissenschaft und Originalpassagen aus der Bibel zusammen.

Inhalt:

Die Novelle spielt in ferner Zukunft in Israel – im Friedensreich, das von den biblischen Propheten vorhergesehen wurde. Allabendlich trifft sich die vierzehnjährige Ziva mit ihrem Großvater vor dessen Haus und lässt sich von ihm alte Geschichten erzählen. Bis sie ihn eines Tages aufgrund seiner Verbindungen in die höchsten Kreise danach fragt, ob er etwas über angebliche Zeitreisen weiß. Der Großvater, Nathaniel, weiß darüber Bescheid und kennt auch die politischen Hintergründe, die er versucht, seiner Enkelin verständlich zu erklären.

Leseprobe:

Kapitel 1

Es war Sommer. Die vierzehnjährige Ziva und ihr Großvater Nathaniel saßen wie so oft auf ihrer Bank Richtung Tempelberg in Jerusalem. Es war Abend, und die Temperaturen waren angenehm. Schon oft hatten die beiden hier gesessen, und Nathaniel hatte seiner Enkeltochter von der Vergangenheit ihres gemeinsamen Volkes erzählt. Dabei zitierte er gerne aus der Bibel – sogar aus dem Neuen Testament, obwohl dieses eigentlich nicht Glaubensinhalt seiner jüdischen Religion war.

Doch diesmal hatte sie etwas ganz Besonderes auf dem Herzen: „Opa“, sagte sie, „ich habe gehört, dass unsere Agenten schon Zeitreisen durchgeführt hätten. Weißt Du etwas darüber?“ Ziva wusste, dass ihr Großvater als hochangesehener Religionswissenschaftler gute Kontakte zu höchsten Kreisen hatte. Sie fragte sich schon lange, ob sie ihrem Opa diese Frage stellen sollte, denn schließlich hatte sie nur ein- zweimal von dem Gerücht gehört und sie fragte sich, ob dies wirklich wahr sein könnte, oder ob dieses Gerücht nur eine Geschichte war, die das Sommerloch füllte.
Nathaniel überlegte lange. Ziva konnte die Spannung kaum aushalten, bis ihr Opa endlich antwortete: „Weißt Du Ziva, den allumfassenden Frieden, den wir hier er-reicht haben, hatten wir nicht immer. Besonders im 20. und 21. Jahrhundert wurde uns übel mitgespielt. Nachdem es unseren Vorfahren gelungen war, unseren Staat wieder zu errichten, wurde er von allen Seiten angefeindet.“
Ziva entgegnete ungeduldig: „Ja, ich weiß das Opa, das habe ich schließlich schon in der Schule gelernt!“
Nathaniel antwortete: „Kleines, ich will Dir doch nur den Unterschied zu heute klarmachen. Heute leben wir in einer Zeit, in der es wohl keine Möglichkeit gibt, uns zu schaden. Alle Völker leben in Frieden, der Geheimdienst hat keine Probleme mehr, ein eventuell entstehendes Ter-rornest ausfindig und kampfunfähig zu machen. Wie Du weißt, sind Waffen seit langem verboten, und wenn jemand welche herstellen würde, würde unser Geheimdienst das sicher bald erkennen. Doch es gab tatsächlich ein heimliches Widerstandsnest, das allerdings von Wis-senschaftlern geführt wurde, die am Bau einer Zeitmaschine arbeiteten. Der Geheimdienst übersah allerdings, dass die Motive dieser Zeitreisenden nicht edel waren. Seit der Entstehung des Friedensreiches war der Geheim-dienst wenig gefordert, vielleicht sind wir da nachlässig geworden. Das Ziel dieser Wissenschaftler, und jenen die dahinterstanden, war es allerdings, unser Friedensreich vor dessen Entstehung zu verhindern, denn sie wollten kein Friedensreich, das von Juden angeführt wurde. Ja, wie Du noch hören wirst, wollten sie sogar das Entstehen
und später die Entwicklung unseres Volkes verhindern. Doch unsere Regierung hatte schnell ihre eigenen Agenten in die Vergangenheit geschickt, um unsere Zeitlinie zu retten, das heißt einfach ausgedrückt, die ‚richtige Vergangenheit‘ wiederherzustellen bzw. soweit es möglich war, das Ändern der Vergangenheit von vornherein zu unter-binden.“
Opa, Du hast schon oft erzählt, dass es vor diesem Friedensreich Kriege gab. Ich kann mir das gar nicht vor-stellen“, fiel Ziva ein. „Der Prophet Micha hat doch auch von einer Zeit gesprochen, in der Schwerter zu Flugscharen gemacht würden. Ist das die Zeit, in der wir jetzt leben?“
„Ja“, sagte Nathaniel, „das hast Du richtig erkannt. In dem christlichen Buch der Offenbarung des Johannes heißt es, dass dieses Friedensreich auf tausend Jahre beschränkt ist. Danach, so heißt es, würde der „Satan“ – das heißt ‚Widersacher‘ und soll gewissermaßen der Gegen-spieler Gottes sein –, der seit Beginn des Friedensreiches gefesselt war, nachdem 1000 Jahren vergangen sind, wie-der freigelassen wird, um unsere Feinde an den Enden der Erde – was immer Johannes damit meint – anzustacheln, wieder gegen uns zu kämpfen. Ziva, ich glaube nicht, dass es den Satan als Person wirklich gibt. Ich glaube aber, dass es nach einer gewissen Zeit eine Krise im Friedensreich gab, in der die Feinde, von denen ich Dir gerade erzählt habe, aktiv wurden – und das waren die angesprochenen Zeitreisenden. Zum Glück konnten unsere Agenten aber alles wieder richten. Sonst hätten wir jetzt kein Friedensreich, von unserem Volk wären nur noch wenige übrig, und die wären wahrscheinlich immer noch in alle Welt zerstreut. Doch davon später mehr.“
Ziva hörte gespannt zu.
„Du kennst doch die Geschichte von Abraham und seinem Sohn Isaak, als Gott von Abraham verlangte, dass er seinen eigenen Sohn opfern sollte und in letzter Sekunde von Gott aufgefordert wurde, es nicht zu tun?“, fragte Nathaniel.
„Ja, Gott wollte Abraham prüfen, ob er wirklich Gott blind gehorsam war.“, antwortete Ziva mit entschiedener Bestimmtheit.
„Ja, siehst Du, Ziva, genau das ist das Problem: blinder Gehorsam ist nie gut. Hätte Abraham seinen einzigen von seiner Frau Sara geborenen Sohn tatsächlich getötet, hätte unser Volk niemals entstehen können, denn der Vater Ja-kobs, Isaak, der der Stammvater unseres Volkes war, wäre dann nie geboren worden. Er wäre tot gewesen und hätte so niemals Jakob zeugen können – aber genau das war es ja, was Gott Abraham versprochen hatte. Wäre Abraham blind gehorsam gewesen, hätten die Prophezeiungen Gottes niemals eintreten können.“
„Was wäre, wenn der, der diesen blinden Gehorsam forderte, gar nicht Gott gewesen wäre?“
„Er war es auch wirklich nicht, sondern einer unserer in die Vergangenheit gereisten Feinde. Der, der Abraham von dieser Tat abhielt, war nicht derselbe, der ihn dazu aufforderte! Es war einer unserer Zeitagenten, der die Entstehung unseres Volkes retten sollte!“
Ziva staunte. So etwas hatte sie noch nie gehört. Und ihr Großvater, jetzt ganz in seinem Element, legte noch eine Schippe drauf:
„Du hast sicher noch nie darüber nachgedacht, dass Gott gegen seine eigenen Gebote verstieß, indem er es zuließ, dass Isaaks zweiter Sohn Jakob seinem älteren Bruder Esau das Erstgeburtsrecht abluchste, der dann später auf der Basis von Betrug der Gründer unseres Volkes wurde.“
„Aber würde ein gerechter Gott so handeln? Da wüsste ja keiner mehr, woran er ist. Ich habe zwar keine Ahnung, wie das in der ursprünglichen Geschichte – also bevor die Zeitreisenden sich einmischten – ablief und was unsere Feinde veränderten, aber ich weiß, dass unsere Zeitagen-ten Jakob zum Gründer des Volkes Israels machen mussten, um es zu retten.“
Ziva staunte: „Hat Jakob nicht auch mit einem Engel gekämpft, der ihm dann später den Namen Israel gab?“
„Ja, Ziva, das ist eine merkwürdige Geschichte. Da kommt ein Engel, der wie ein Mensch aussieht und kämpft mit Jakob. Wie es zu diesem Kampf kam, wissen wir nicht, doch er dauert bis zur Morgenröte. Der mysteriöse Engel verliert den Zweikampf gegen Jakob, und plötzlich ist die Rede von Gott und nicht mehr von dem Engel. Jakob aber hatte sich den Muskel über der Hüft-pfanne verrenkt, und zahlreiche Israelis essen heute noch der Tradition folgend, nicht von diesem Muskel. Dieser Brauch geht auf dieses Ereignis zurück.“
„Dann wollte Jakob plötzlich von dem Fremden gesegnet werden. Das lief sogar auf Erpressung hinaus, denn der Fremde bettelte Jakob an, ihn gehen zu lassen, da es bereits Morgen war. Wieso ließ sich Gott von einem Menschen in einem Zweikampf schlagen und ihn auch noch am Fortgehen hindern?“
„Und der Fremde sagte zu Jakob: ‚Ab sofort sollst Du nicht mehr Jakob, sondern Israel‘ – das bedeutet: Gottes-kämpfer – heißen, denn Du hast gegen Gott und Menschen gekämpft und gesiegt‘.“
„Nun wollte Jakob den Namen des Fremden wissen, der ihm diesen Namen gegeben hat. Findest Du das nicht merkwürdig? Da bittet Jakob darum, von einem Fremden, den er im Zweikampf besiegt hat, gesegnet zu werden, obwohl er nicht einmal weiß, wie der Fremde hieß? Und der verrät Jakob seinen Namen nicht, sondern antwortet mit einer Gegenfrage: ‚Wieso willst Du meinen Namen wissen? ‘, und dann – segnete er ihn!“
„Ach diese Unsitte, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, konnte bis heute noch nicht ausgemerzt werden “, stöhnte Nathaniel beiläufig.

(...)


Gruß

Roland

Zur Leserunde
Roland_Krauses avatar
Liebe Lovelybooker,

Zur Erscheinung meines neusten Buches "Hurenballade" hat das Literaturradio Bayern eine kurze Lesung von mir mitgeschnitten.
Hier kann man sie anhören:
Lesung

In "Hurenballade sind dreizehn meiner Stories versammelt. Skurril unf heftig gehts zu, manchmal abenteuerlich oder  auch melancholisch.

Mehr dazu

(und für all jene die meine Sandner-Krimis gelesen haben und sich am Bayrisch erfreut haben -diese Geschichten kommen vorwiegend hochdeutsch daher)

Viel Spaß und gutes Lesefutter wünscht
Roland Krause

Roland_Krauses avatar
Letzter Beitrag von  Roland_Krausevor einem Monat
Zum Thema
Prolibris_Verlags avatar
Liebe Krimifreundinnen und -freunde,

für unseren neuen Harz-Krimi von Roland Lange "Drei freundliche Tage und ein Todesfall" suchen wir Leser/innen, die gemeinsam mit Kommissar Ingo Behrends und Journalist Holger Diekmann ermitteln wollen. Der Autor wird ebenfalls an der Leserunde teilnehmen, so könnt ihr nicht nur Fragen zum Buch stellen, sondern erhaltet auch einen tollen Einblick in die Arbeitsweise von Roland Lange.

Das Buch
Es ist eigentlich unmöglich, und doch entdeckt der Journalist Holger Diekmann in Osterode die junge Frau, in die er sich vor über zwanzig Jahren während der Drei freundlichen Tage verliebt hat! Leider wurde sie nach dem letzten Konzert der Rockband „Paper Plane“ von einem Bandmitglied abgeschleppt. Und nun sitzt sie auf dem Marktplatz vor der Eisdiele und ist keinen Tag gealtert! Tatsächlich ist es aber ihre Tochter, die im Harz auftaucht, gerade als die alten Herren von „Paper Plane“ ihr Comeback feiern wollen. Sie sucht ihren Vater, den Bassisten der Band! Doch deren neuen Auftritt erleben Vater und Tochter nicht …
Ein Fall für Kommissar Behrends, der einerseits in die Welt des Rock ’n’ Rolls entführt, anderseits in die Abgründe der Zwangsprostitution blicken lässt.

Leseprobe

Der Autor
Roland Lange, Jahrgang 1954, studierte in Hamburg Geodäsie und arbeitete als Vermessungsingenieur im Katasteramt in Osterode am Harz. Nebenher begann er zu schreiben: Romane, Liedtexte und Theaterstücke, seit 2010 auch Kriminalromane. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben und ist so etwas wie ein krimineller Botschafter des Harzes, denn auf seine Initiative fand 2011 das erste Mordsharz-Festival statt. Seither gehört er zu den Organisatoren, die in jedem September hochkarätige europäische Krimi-Autorinnen und -Autoren in den Harz einladen. Im Prolibris Verlag erschienen bislang sieben Harz Krimis: Höhlenopfer, Todesstreifen, Die Goldregen-Intrige, Brockendämmerung, Der letzte Sprung, Stöberhai und Drei freundliche Tage und ein Todesfall.
Roland Lange ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), der 42er Autoren und im Syndikat (Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur).

Die Leserunde
Verratet uns bis einschließlich 22. Mai 2018 welche Band/welcher Sänger euch ganz besonders fasziniert und erhaltet mit etwas Glück eines von zehn Exemplaren des neuen Harz-Krimis.*


*Bitte bewerbt euch nur, wenn ihr an der Leserunde wirklich teilnehmen wollt. Wir freuen uns auf eure Meinung zum Buch.
abetterways avatar
Letzter Beitrag von  abetterwayvor 5 Monaten
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