Rolf Arnold Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren

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Inhaltsangabe zu „Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren“ von Rolf Arnold

Wenn wir in die Seelen und Herzen unserer Kinder blicken könnten, dann würden wir feststellen, wie wenig wir mit ihnen oft wirklich noch in Kontakt sind, wenn wir sie erziehen. Dabei ist das die entscheidende Frage für die Wirksamkeit von Erziehung: Bin ich mit meinem Kind – oder meinem Schüler – (noch) in Kontakt? Erziehung ohne Beziehung ist wie Schwimmen ohne Wasser – man kann keine Kinder erziehen, zu denen man nicht in einer wirklichen Beziehung steht. Wirksame Erziehungsmaßnahmen sind deshalb in ihrem Kern stets auf die Gestaltung der Beziehung gerichtet. Es kommt auf die Art der Beziehung an, in der man sich als Erwachsener gegenüber den Kindern positioniert. Es gibt keine partnerschaftliche Erziehung, und unsere Kinder sind nicht unsere Freunde – sie sind etwas anderes und mehr: Sie brauchen unsere erwachsene Stimme, aber auch Zuwendung und Führung – im positiven, d. h. Perspektiven schaffenden, Sicherheit stiftenden, aber auch Grenzen markierenden Sinne. Rolf Arnold hat in diesem Buch 29 Regeln für eine kluge, wirksame Erziehung zusammengestellt. Seine beziehungsgestaltenden Intervention helfen besonders gut in Erziehungssituationen, in denen sich Eltern und Lehrkräfte mit ihrer bisherigen Weisheit am Ende glaubten.

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  • Rezension zu "Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren" von Rolf Arnold

    Wie man ein Kind erzieht, ohne es zu tyrannisieren

    WinfriedStanzick

    27. April 2011 um 14:42

    Inspiriert und geprägt von der systemisch-konstruktivistischen Theorie und Praxis, hat der Pädagogikprofessor Rolf Arnold, der 2007 eine vielbeachtete und sachliche Kritik an Bernhard Buebs „Lob der Disziplin“ geschrieben hatte, nun einen verständlichen Ratgeber für Eltern und Erzieher geschrieben. „29 Regeln für eine kluge Erziehung“ listet er auf, erklärt sie und erläutert sie mit anschaulichen Beispielen. Dabei lehnt er das „Lob der Disziplin“ ebenso als nicht hilfreich und weiterführend ab, wie die zahlreichen vermeintlichen Erziehungsideale von der partnerschaftlichen Erziehung, in der die Kinder unsere Freunde seien, die in den letzten Jahren sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen. Meiner Meinung nach deshalb, weil sie es den Erwachsenen einfach machen und kein eigenes Erwachsensein von ihnen fordern. Mit erheblichen Folgen für die Reifung der Kinder. Rolf Arnold ist hingegen fest davon überzeugt, dass Kinder unsere erwachsene(!) Stimme brauchen (kein kindliches „könntest du vielleicht mal?“). Sie brauchen unsere erwachsene Zuwendung und sie brauchen Führung. Erziehung muss den Kindern Sicherheit geben und ihnen sowohl Perspektiven schaffen als auch Grenzen setzen. Eltern und Lehrkräfte erfahren hier besonders für Situationen, wo sie am Ende ihres Lateins sich wähnen, konstruktive Hilfe. Und einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt, wie ich finde: indem sie die systemisch- konstruktivistisch geprägten Regeln in der Erziehung ihrer Kinder peu a peu anwenden und internalisieren, lernen sie etwas unschätzbar Wertvolles und Bereicherndes für ihre Beziehung und Kommunikation mit anderen Erwachsenen, ihrem Partner, ihren Kollegen und Freunden.

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