Rolf Bauerdick Pakete an Frau Blech

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Inhaltsangabe zu „Pakete an Frau Blech“ von Rolf Bauerdick

Gerade hat Maik Kleine seinen väterlichen Freund, den exzentrischen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti, mit viel Pomp zu dessen letzter Ruhestätte begleitet, da tauchen verstörende Meldungen über eine angebliche Stasi-Vergangenheit des Toten auf. Zusammen mit Szymbo, dem Kapellmeister, und Albina, der schwebenden Jungfrau, begibt Maik sich auf eine abenteuerliche Spurensuche nicht ahnend, dass er sich nun auch seiner eigenen Familiengeschichte stellen muss: der Wahrheit über die schreckliche Tragödie, die in jener eisigen Winternacht 1978/79 in Leipzig seine beiden Geschwister das Leben und seine Mutter die Freiheit kostete.§§Ein lebenspraller, von unbändiger Erzähllust getriebener Roman, der uns vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit in Welten entführt, die unterschiedlicher kaum sein können: vom Jesuitenkolleg in die Zirkusmanege, vom Heidelberger Apothekenmuseum in eine Stasi-Giftküche in Leipzig, vom Fünfsternehotel in einen Budapester Hinterhof. Großherzig, unterhaltsam und raffiniert!§§

Guter Anfang, schwaches Ende

— schoensa
schoensa

Familiengeschichte verpackt in Manipulation der DDR. Extreme Spannung, viele Geheimnisse und überraschende Wendungen!

— Fantasie_und_Träumerei
Fantasie_und_Träumerei

Sehr spannender Roman, der zwischendrin emotional wird und einen wie im Zirkus immer nur das sehen lässt was im Licht passiert

— Klene123
Klene123

emotionale Geschichte, jedes Wort absolut glaubhaft.

— Booky-72
Booky-72

Dieser Roman ist bunt, verrückt, mysteriös, traurig und lustig - eine wunderbare Mischung!

— Estrelas
Estrelas

Dieses Buch ist ein Glücksgriff und ich kann es allen empfehlen, die gute Unterhaltung und einen hervorragenden Schreibstil schätzen.

— kriminudel
kriminudel

Eine rasante Reise in die Vergangenheit eines DDR-Flüchtlings, um endlich Licht in die dunklen Ecken im Lebenslauf zu bringen.

— miro76
miro76

Manege frei für Kompetenz, Charme und Authentizität

— Gudrun67
Gudrun67

Wilde Geschichte mit vielen Drehungen und Wendungen, mit Stasi, Zirkus, Gift, Magie und (klar ;-)) Liebe und Freundschaft. Schmökerlektüre!

— Xirxe
Xirxe

Sehr illustre deutsch-deutsche Vergangenheitsbewältigung, mal auf andere Art und Weise. Absolut lesenswert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Jesuitenkolleg, Zirkusmanege, DDR, Stasi und schwebende Jungfrauen

    Pakete an Frau Blech
    schoensa

    schoensa

    15. August 2015 um 20:58

    Worum es geht Kaum haben Maik Kleine und seine ehemaligen Zirkus-Kollegen den ehemaligen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti wie von ihm gewünscht mit Parade durch Berlin und Elefanten vorweg beerdigt, beginnen die schlechten Nachrichten: Bellmonti soll für die Stasi gearbeitet haben. Und irgendwie hängt auch alles mit Maiks Kindheit in der DDR zusammen, die tragisch 1978 endete, als seine Geschwister bei einem Brand ums Leben kamen.Wie es gefällt Zu Beginn ein Tragikroman, am Ende Klamauk - was hervorragend anfängt, wird immer chaotischer und vor allem unrealistischer. Wer damit leben kann, der bekommt eine abwechslungsreiche und vielseitige Geschichte, bei der man kaum etwas vorhersehen kann.

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  • Pakete an Frau Blech

    Pakete an Frau Blech
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    29. July 2015 um 13:15

    "Doch ich hatte kein Glück. Zu überleben und übrig zu bleiben , was soll das für ein Glück sein?" Maik Kleine, einst Beleuchter im Zirkus Bellmonti, kehrt dorthin zurück, wo seine Karriere begann. Doch nichts ist mehr wie es war, denn sein Zusammentreffen mit den ehemaligen Kollegin, Kapellmeister Szymbo und Albina, der schwebenden Jungfrau, hat einen eher unerfreulichen Anlass. Die Beerdigung des großen Zirkusdirektors Alberto Bellmonti, der ihnen allen Zuflucht und Zuhause gewährte, wird für Maik Kleine unerwartet zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, in der er, der Geschwister an ein Feuer und die Mutter an die Monster des Teufels verlor, ganz heimlich und ohne es zu merken, Opfer von Manipulation und Machtmissbrauchs seiner Heimat der Deutschen Demokratischen Republik wurde. "Vera lachte höhnisch. 'Die Staatssicherheit war immer schon Meisterschüler im Lügen, Tricksen und Täuschen. Höchst effizient. Mit dem Freikauf politischer Häftlinge fuhr die DDR eine doppelte Strategie. Sie wurde ihre unbequemsten Bürger los und kassierte gleichzeitig harte Devisen. Verkauft haben sie diesen Menschenhandel als humanitäre Maßnahme, finanziert jedoch wird damit ein teuflisches System.'" Die Spurensuche nach Bellmontis Stasi-Vergangenheit, von der im Klappentext des Romans die Rede ist, die mich überhaupt erst neugierig auf Bauerdicks neustes Werk gemacht hat, beginnt erst recht spät in der Geschichte. Meine Erwartung wird daher nicht erfüllt und dennoch bin ich alles andere als enttäuscht. Denn so bleibt Zeit Maik Kleine kennen zu lernen. Den Maik Kleine, der er jetzt ist, und den Maik Kleine, der er einst war. Sein Lebensweg, von Kindesbeinen an, bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt, fügt sich Kapitel für Kapitel zusammen. Ein interessanter Weg, auf dem Maik viel hinnehmen muss. Handlungsschritte, die dem Leser wie Schicksalsschläge erscheinen und doch in irgendeiner Form auf den Ränkespielen der Machtinhaber der deutschen demokratischen Republik basieren. "Ich begriff wie Ranke operierte. Um Menschen unter seine Kontrolle zu bringen, kippte er sie aus iher Balance. Er weckte in ihnen düstere Bilder. Mit seinem zersetzenden Mitgefühl." "Pakete an Frau Blech" ist für mich nicht nur eine sehr interessante Familiengeschichte voller Hohn und Tragik, die einen Menschen mit Charakter hervorgebracht hat, der auf seine Art und Weise immer wieder wie der Phönix aus der Asche entstiegen bzw. dieser im Gegensatz zu anderen Weggefährten gar gleich entkommen konnte, sondern ein spannender Einblick in Machtmissbrauch und Manipulation einer realsozialistischen Diktatur. Politische Machenschaften, die mir möglicherweise aufgrund meines Alters, in dieser Form nicht bewusst waren. Die Beschreibung, dass es sich in "Pakete an Frau Blech" um eine Ausführung historischer Begebenheit der Politik eines Deutschlands handelt, wie ich es nicht mehr kenne, lassen vielleicht stutzig werden, ob 416 Seiten zu diesem Thema nicht etliche zuviel sind, der Faden und das Interesse verloren gehen könnten. Dies ist überhaupt nicht der Fall, denn Bauerdick hat ein gut strukturiertes Konzept in dem sich die Familiengeschichte Maik Kleines als roter Faden durch die Informationen zum Zeitgeschehen ziehen und mit vielen überraschenden Wendungen und unvorhergesehenen Handlungen zu einem Roman zusammenfügen, der einem Spionagekrimi an Spannung definitiv das Wasser reichen kann.

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  • Ein Buch geschrieben mit der Leidenschaft eines großen Erzählers

    Pakete an Frau Blech
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. July 2015 um 13:09

    In einem so noch nie dagewesenen Trauerzug wird der Sarg des großen Zirkusdirektors Alberto Bellmonti durch Berlin getragen und auf seinen  ausdrücklichen Wunsch hin auf einem Friedhof für hochrangige DDR-Funktionäre bestattet. Auch der Protagonist des neuen Romans von Rolf Bauerdick, Maik Kleine, ist bei diesem Trauerzug für seinen väterlichen Freund dabei, genau wie alles, was in der glitzernden Zirkuswelt Rang und Namen hat. Kaum ist Alberto unter der Erde, da tauchen Meldungen und Gerüchte auf, der Tote habe eine unrühmliche Stasivergangenheit. Maik will das nicht glauben und macht sich zusammen mit dem Kapellmeister Szymbo und der schwebenden Jungfrau Albina auf eine Spurensuche, die ihn schon bald nicht nur mit der deutschen Geschichte, sondern auch mit der seiner eigenen Familie konfrontiert. Er erfährt die erschütternde Wahrheit über jene Tragödie, die seinen beiden Brüdern das Leben kostete und seiner Mutter die Freiheit nahm. „Nur wer  eine Geschichte hat, kann seien Vergangenheit hinter sich lassen“. Das ist sozusagen das Motto und die Leitidee von Rolf Bauerdick, der mit großer Erzählkunst seine Leser vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit in sehr seltsame Welten entführt. Das Buch besteht aus zwei Zeitebenen. Zum einem die Gegenwart, in der Maik und seine Freunde sich auf eine spannende Spurensuche begeben und zum anderen die Zeit, als Maik ein Jugendlicher war. Spannend konstruiert und in einer wunderbaren Sprache erzählt, öffnet Bauerdick dem Leser immer mehr Zusammenhänge. Und irgendwann  wird auch klar, was die Pakete, die Maiks Tante, Frau Blech aus dem Westen schickte, mit den tragischen Ereignissen zu tun  haben, die den Brüdern das Leben und der Mutter die Freiheit kostete. Ein Buch geschrieben mit der Leidenschaft eines großen Erzählers.

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  • Das Spiel von Licht und Schatten

    Pakete an Frau Blech
    Klene123

    Klene123

    13. July 2015 um 19:58

    Man begleitet in diesem Buch Maik Kleine wechselnd zwischen seiner Kindheit in der DDR mit Übersiedlung in die BRD und seinem heutigen Leben. Die Themen sind fesselnd und die Charaktere von der besonderen Art. Der Schreibstil ist klar, aber man merkt das hier und da auch eine Nachricht zwischen den Zeilen steckt oder auch mal in einem zitierten Songtext, den man nicht einfach überlesen sollte. Die Geschichte mutet skurril und geheimnisvoll an ist dabei sehr emotional. Denn Maik hat viel hinter sich und wählte dann wohl ein außergewöhnliches Leben im Zirkus. Das dieses Leben und seine Vergangenheit schon immer miteinander verwoben waren, wird ihm erst Stück für Stück klar. Den Stein ins Rollen bringt die pompöse Beerdigung des Zirkusdirektors Alberto Bellmonti. Dabei wird der Stein wirklich immer schneller und immer mehr Geschichten und Nebengeschichten eröffnen sich, dabei kommen auch die Charaktere nicht zu kurz und wachsen an ihren Aufgaben und auch an einander. Alle Geschehnisse wirken gut recherchiert und nicht bei den Haaren herbei gezogen. Hier wird einfach nur erzählt, kein Urteil gefällt und so dem Leser ein Stück Geschichte nahe gebracht. Denn die Charaktere recherchieren viel und man selbst lernt auch etwas dazu. Dabei wird man nie mit Informationen überladen und auch nicht vor moralische Fragen gestellt. Es ist einfach nur angenehm und unterhaltsam dieses Buch zu lesen. Den einen Stern habe ich abgezogen, weil sich zwischendrin mal alles wiederholt hat. War zwar dienlich den anderen Charakteren gegenüber aber für mich nicht nochmal relevant.

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  • Leserunde zu "Pakete an Frau Blech" von Rolf Bauerdick

    Pakete an Frau Blech
    DVA_Verlag

    DVA_Verlag

    Hallo liebe Leserinnen und Leser, mögt ihr skurrile, lebenslustige Charaktere und habt Lust, euch mit ihnen auf ein Rätselraten einzulassen? Wir starten eine Leserunde für den Roman „Pakete an Frau Blech“ von Rolf Bauerdick und stellen dafür 15 Exemplare zur Verfügung, um die ihr euch hier bis einschließlich 9.4.2015 bewerben könnt, indem ihr uns folgende Frage beantwortet (die auch dem Autor sehr am Herzen liegt): Wann fühlt ihr euch bei einem Roman bestens unterhalten? (Wenn ihr schon ein eigenes Buch besitzt, seid ihr natürlich sowieso herzlich eingeladen, mitzumachen.)   Worum geht’s? Gerade hat Maik Kleine seinen väterlichen Freund, den Zirkusdirektor und Illusionskünstler Alberto Bellmonti, mit viel Pomp zu dessen letzter Ruhestätte begleitet, da wird das Grab des Toten verwüstet. Verstörende Meldungen über Bellmontis angebliche Stasi-Vergangenheit tauchen auf. Zusammen mit Szymbo, dem Kapellmeister, und Albina, der schwebenden Jungfrau, macht Maik sich auf die Suche nach der Wahrheit. Schon bald muss das Trio erfahren, dass der Meister der Illusionen mit seiner Kunst der Verstellung auch das eigene Leben inszenierte. Maik stößt auf rätselhafte Hinweise, die in seine eigene Vergangenheit zurückführen, zu jener Tragödie in der Neujahrsnacht 1979, als der damals Dreizehnjährige in Leipzig seine beiden Geschwister verlor.  Ein von unbändiger Erzähllust getriebener Roman, in dem die Helden zu Detektiven werden und auf ihrer abenteuerlichen Spurensuche in Welten gelangen, die eigenen Gesetzen folgen. Ob im Jesuitenkolleg oder in der Zirkusmanege, in einem Apothekenmuseum oder einer Stasi-Giftküche, in einem Berliner Fünfsternehotel oder einem Budapester Hinterhof, überall sammelt Maik Kleine die Puzzleteile seiner Biografie zusammen – und es wird immer klarer, dass jene Pakete, die seine Tante Vera einst aus dem Westen in die DDR schickte, eine tragische Rolle spielen.   Wer ist der Autor?  Rolf Bauerdick, Jahrgang 1957, lebt im Münsterland. Seine Text- und Bildreportagen erscheinen u.a. in Stern, Brigitte, Spiegel, GEO, Playboy und wurden vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Natali-Award (für Menschenrechtsjournalismus) der Europäischen Union und beim Hansel-Mieth-Preis. Sein vielbeachteter Debütroman »Wie die Madonna auf den Mond kam« (2009) wurde in zwölf Sprachen übersetzt und 2012 mit dem Europäischen Buchpreis  ausgezeichnet. 2013 erschien sein Sachbuch »Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk«, auch bei DVA. »Pakete an Frau Blech« ist sein zweiter Roman.   Wir freuen uns auf den Austausch mit euch! Rolf Bauerdick und Britta vom DVA-Team

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  • Pakete anFrau Blech

    Pakete an Frau Blech
    MATOLE

    MATOLE

    31. May 2015 um 20:19

    Gerade hat Maik Kleine seinen väterlichen Freund, den exzentrischen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti, mit viel Pomp zu dessen letzter Ruhestätte begleitet, da tauchen verstörende Meldungen über eine angebliche Stasi-Vergangenheit des Toten auf. Zusammen mit Szymbo, dem Kapellmeister, und Albina, der schwebenden Jungfrau, begibt Maik sich auf eine abenteuerliche Spurensuche – nicht ahnend, dass er sich nun auch seiner eigenen Familiengeschichte stellen muss: der Wahrheit über die schreckliche Tragödie, die in jener eisigen Winternacht 1978/79 in Leipzig seine beiden Geschwister das Leben und seine Mutter die Freiheit kostete. Ein lebenspraller, von unbändiger Erzähllust getriebener Roman, der uns vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit in Welten entführt, die unterschiedlicher kaum sein können: vom Jesuitenkolleg in die Zirkusmanege, vom Heidelberger Apothekenmuseum in eine Stasi-Giftküche in Leipzig, vom Fünfsternehotel in einen Budapester Hinterhof. Großherzig, unterhaltsam und raffiniert! Meine Meinung Das Buch wird in zwei Zeitsträngen erzählt, einmal die Gegenwart , in der Maik und seine Freunde / ehemaligen Kollegen , versuchen etwas über Bellmonits Stasimitarbeit zu erfahren und einmal die Jugend von Maik. Das hat mir gut gefallen. Im Laufe des Buches stellt sich der Leser immer mehr Fragen über die Zusammenhänge und die Spannung steigt stätig. Die Charaktere sind einfach wunderbar außergewöhnlich beschrieben und bleiben sich auch im Laufe des Buches treu, was wahrscheinlich auch einen Teil des Charmes der Geschichte ausmacht. In diesem Buch wird wirklich viel geboten. Man hat von allem etwas . Es ist ein spannender Krimi , eine schlimme Familientragödie , geschichtlich lehrreich aber auch mit einer netten Prise Witz und Humor. An den Schreibstil musste ich mich erst ein wenig gewöhnen , gerade am Anfang. Doch das wurde für mich im Laufe des Buches immer besser. Dieses Buch sollte man schon in Ruhe lesen und sich Zeit dabei lassen da es doch Aufmerksamkeit fordert.  

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  • Emotional

    Pakete an Frau Blech
    Booky-72

    Booky-72

    18. May 2015 um 10:29

    Unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Seite. Perfekt wurden die Erlebnisse aus dem bewegten Leben der Hauptfigur Maik Kleine dargestellt, der in der DDR geboren ist, aber in die BRD "verschickt" wurde. Wahrheitsgetreu wurden verschiedene Ereignisse aus der Zeit der DDR wiedergegeben. Eine sehr emotionale Geschichte, die der Autor durch seinen markanten Erzählstil glaubhaft wiedergeben konnte. Und es ist wunderbar - es gibt ein Happy End. Klare Leseempfehlung von mir und 5 Sterne.

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  • Scheinwelten in Ost und West

    Pakete an Frau Blech
    Estrelas

    Estrelas

    14. May 2015 um 12:03

    Nach einer Familientragödie wird Maik als Kind in den 70er Jahren aus der DDR zu seiner Tante in den Westen geschickt. Er landet schließlich bei einem Zirkus und trifft in der Gegenwart alte Bekannte dieser Zeit wieder, die im helfen, die Verstrickungen der Vergangenheit zu entschlüsseln. Mit viel Detailtreue wird das Leben in der DDR geschildert. Und auch wenn das Zirkusleben einen krassen Kontrast dazu bildet, entdecken wir Parallelen von zwei Scheinwelten, deren Fassaden bei genauerer Betrachtung zu bröckeln beginnen. Sprachlich ansprechend, legt der Autor vor uns ein Puzzle, dessen Teile sich am Ende zu einem faszinierenden Ganzen zusammenfügen. Dieser Roman ist bunt, verrückt, mysteriös, traurig und lustig - eine wunderbare Mischung!

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  • Illusion und Wirklichkeit: Der Zirkus und die Stasi

    Pakete an Frau Blech
    JuliaSchu

    JuliaSchu

    12. May 2015 um 10:19

    Wer dieses Buch in den Händen hält, ist sich seiner Wirkung anfangs keineswegs bewusst. Rolf Bauerdick hat mit „Pakete an Frau Blech“  ein wunderbares Buch geschaffen, welches einen Ehrenplatz in jedem Bücherregal verdient. Ja, schon klar. Das klingt ein wenig dick aufgetragen, aber „Pakete an Frau Blech“ zog mich in seinen Bann und entlässt mich bis heute kaum. Sowohl aus literarischer Sicht, als auch aus historischem und narrativem Blickwinkel  ist dieses Buch einfach nur großartig. Mein Kompliment. Hier werden Geschichte und Erzählstil auf eine Art und Weise vereint, die den Leser – in diesem Falle mich  - einfach nur bezaubert. Maik ist in der DDR aufgewachsen, im einzig gerechten sozialistischen Staat. Nicht in diesem kapitalistischen Lügenland namens BRD. So zumindest wird es ihm seit Kindesbeinen an erzählt. Als Maik 14 Jahre alt ist, geschieht ein tragischer Unfall und er muss zu seiner Tante nach Heidelberg – in den Westen. Einem anfänglichen Misstrauen weicht die Realität. Doch auch im Westen geschehen Dinge, die Maiks Leben schneller ändern, als ihm lieb ist. Er macht seinen Weg – und der führt ihn in den Zirkus. Er arbeitet als Junge für alles und kämpft sich bis zur rechten Hand des Direktors: Albert Bellmann. Mit diesem Menschen beginnt eigentlich die Geschichte. Oder besser, mit dem Tod des großen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti. Maik ist gezwungen sich  mit Hilfe seiner alten Zirkusfreunde Szymbo und Albina seiner Vergangenheit zu stellen und muss den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Illusion begreifen. Welches Vermächtnis hat sein Ziehvater ihm hinterlassen? Was hat seine Mutter im Winter 1979 wirklich erlebt? Und wer war seine Tante, Vera Blech? Die Handlung von „Pakete an Frau Blech“ zusammenzufassen ist eine recht komplizierte Angelegenheit. Die Story verläuft keinesfalls so chronologisch, wie ich es gerade darstelle. Bis zur Mitte des Buches springen die Kapitel in ihrer Zeit. Eines handelt immer von der Gegenwart (2007), während das Folgende sich mit den Jahren ab 1979 beschäftigt. Natürlich laufen beide Handlungsstränge irgendwann ineinander. Insgesamt muss man sagen, dass Rolf Bauerdick sehr viele verschiedene Handlungsstränge eröffnet, die am Ende erst alle zusammenlaufen. Es gibt Geheimnisse über Geheimnisse und unaufgeklärte Ereignisse, die alle nur darauf warten endlich enthüllt zu werden. Die Themenbereiche sind vor allem das Leben in der DDR, das Stasisystem, Manipulation, Freundschaft, der Zirkus und natürlich auch die Illusion.  Das besondere Highlight ist hierbei der Erzählstil. Der Autor beschreibt so lebendig und bildreich, dass man alles um sich herum vergisst. Obwohl das Buch recht dick ist und man bei diesen ernsten Themen vielleicht davor zurückschreckt es zu lesen: Es lohnt sich! Der Stil ist nicht kompliziert, aber unglaublich schön. Man kann diesen Roman einfach nur genießen! Auch die Figuren sind wirklich gut gelungen. Die wenigsten von ihnen sind greifbar, denn irgendwie sind diese ganzen Zirkusidentitäten doch etwas abstrus. Allerdings will der Autor auch gar keine Figuren zu Identifikationszwecken schaffen, denn sonst wäre doch die Illusion dahin. Maik ist ein erwachsener,  vernünftiger, etwas schüchterner Mann. Szymbo ist ein polnischer Passionsmusiker und Albina die unnahbare russische Schönheit. Neben diesen drei Hauptfiguren spielen aber noch andere Menschen eine wichtige Rolle und besonders die Nebenfiguren, wie etwa Pater Loenard oder der Gegenspieler (Namen werden hier nicht genannt) bilden die Sympathieträger. Für mich als Geschichtsstudentin (, die im Abi auch noch das Thema DDR hatte) war dieses Buch bereits ein Lesehöhepunkt des Jahres. Lasst euch in die Vergangenheit entführen und findet heraus, was die Stasi und der Zirkus gemeinsam haben. Große Leseempfehlung meinerseits: 5 Sterne!

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  • Erstklassige Unterhaltung mit ernstem Hintergrund

    Pakete an Frau Blech
    kriminudel

    kriminudel

    05. May 2015 um 14:08

    Das Buch: Gerade hat Maik Kleine seinen väterlichen Freund, den exzentrischen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti, mit viel Pomp zu dessen letzter Ruhestätte begleitet, da tauchen verstörende Meldungen über eine angebliche Stasi-Vergangenheit des Toten auf. Zusammen mit Szymbo, dem Kapellmeister, und Albina, der schwebenden Jungfrau, begibt Maik sich auf eine abenteuerliche Spurensuche – nicht ahnend, dass er sich nun auch seiner eigenen Familiengeschichte stellen muss: der Wahrheit über die schreckliche Tragödie, die in jener eisigen Winternacht 1978/79 in Leipzig seine beiden Geschwister das Leben und seine Mutter die Freiheit kostete. Der Autor: Rolf Bauerdick, Jahrgang 1957, lebt im Münsterland. Seine Text- und Bildreportagen erscheinen u.a. in Stern, Brigitte, Spiegel, GEO, Playboy und wurden vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Natali-Award (für Menschenrechtsjournalismus) der Europäischen Union und beim Hansel-Mieth-Preis. Sein vielbeachteter Debütroman »Wie die Madonna auf den Mond kam« (2009) wurde in zwölf Sprachen übersetzt und 2012 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2013 erschien sein Sachbuch »Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk«, auch bei DVA. »Pakete an Frau Blech« ist sein zweiter Roman. Meine Meinung: Als ich dieses Buch entdeckte war ich nicht sicher ob die Geschichte hält was sie verspricht. Nach wenigen Sätzen wusste ich, dass dieses Buch ein absoluter Glücksgriff ist.Sofort hat mich der Autor geschickt in die Geschichte gezogen und ich habe förmlich mitgelebt, mitgelitten und mitgelacht. Ich habe viel vom Leben in der ehemaligen DDR gelernt, war mit Maik beim Zirkus, habe einer sehr ungewöhnlichen Beerdigungszeremonie beigewohnt und einen Jungen bei der Suche nach seinem Platz im Leben und später bei der Suche nach seiner Vergangenheit begleitet. Rolf Bauerdick hat das Buch in einem wunderbaren Erzählstil geschrieben und ein Stück deutsch-deutsche Geschichte in einen sehr unterhaltsamen Roman gepackt.Man merkt, dass der Autor nach dem Fall der Mauer viel Zeit in der damals noch existierenden DDR verbracht hat und weiss wovon er schreibt. Mein Fazit: Schade, dass ich nicht mehr als die wohlverdienten 5 Sterne vergeben kann und eine absolute Leseempfehlung an alle, die gute Unterhaltung und einen hervorragenden Schreibstil schätzen und die gerne wissen möchten wer Frau Blech ist und an wen die Pakete verschickt werden. Mich hat dieser wunderbare Roman begeistert.

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  • it's all over now, baby blue

    Pakete an Frau Blech
    miro76

    miro76

    03. May 2015 um 21:21

    „ ‚Der Zirkus öffnet dir die Tür zu einem neuen Leben‘, hatte Bellmonti gesagt. ‚Die Manege verändert die Menschen. Sie macht sie größer, heller und bedeutsamer, als sie sind. So ein Leben erscheint nicht bloß wunderbar. Es ist wunderbar. Nimm es an, Maik. Nur eines vergiss nie. Es ist ein Spiel. Ernst wird es, wenn du dich mit dem verwechselst, als der du erscheinst.‘“ (S. 103) Mit diesen Worten begrüßte Alberto Bellmonti Maik Kleine als jüngstes Mitglied seiner Zirkustruppe. Und ein neues Leben war genau das, was Maik sich wünschte. Sein Altes war wurzel- und ziellos. Aufgewachsen in der DDR, wurde er mit 14 Jahren in den Westen verfrachtet, nachdem er in einer eiskalten Silvesternacht unter mysteriösen Umständen sozusagen zum Waisen wurde. Seine Geschwister kamen bei einem Wohnungsbrand ums Leben und seine Mutter in die Irrenanstalt. Sein Vater starb schon vor Jahren bei einem Laborunfall. Angeblich hat die Mutter das Feuer gelegt. Maik wird zu seiner Tante nach Heidelberg gebracht, doch diese nimmt sich schon am nächsten Tag das Leben indem sie mit 180 km/h in eine Baustellenwand rast. Maik landet in einem Internat der Jesuiten und Pater Leonhard wird zu seinem Vormund. Er hat es nicht schlecht getroffen mit seinem neuen Mentor, doch Heimat findet er dort nicht. Daher entschließt er sich mit 18 ein neues Leben zu wagen und fügt sich in die Zirkusfamilie des Illusionskünstlers Alberto Belmont ein, um beim fahrenden Volk so etwas wie ein Zuhause zu finden. Die Manege wird nicht sein Reich. Maik Kleine steht lieber im Schatten und lässt Andere strahlen. Er verdingt sich als Beleuchter und Kurbler – d. h. er zieht die Strippen im Hintergrund und lässt die berühmte Albina Kurkova schweben. In ihr und dem Kapellmeister Pjotr Szymborski findet er Freunde, die ihn über das Zirkusleben hinaus begleiten. Als Alberto Bellmonti mit allen ihm gebührenden Ehren zu Grabe getragen wird, existiert der Zirkus schon längst nicht mehr. Auch er ist der Wirtschaftskrise erlegen. Dennoch erweisen ihm Artisten, Tierbändiger, Illusions- und Varietékünstler und sämtliche Patrone der großen Zirkusdynastien die letzte Ehre und Berlin darf einen Trauerzug erleben, den niemand so schnell vergessen wird. Doch bereits am nächsten Morgen ist Belmontis Ruhestätte verwüstet, seine Asche verstreut und er wird beschuldigt ein Spitzel der Stasi gewesen zu sein. Das können Maik und seine Freunde Albina und Szymbo natürlich nicht auf sich beruhen lassen. Bei ihren Nachforschungen treten aber immer mehr die Unstimmigkeiten in Maiks Lebenslauf in den Vordergrund und endlich ist Maik in der Lage sich seinen eigenen Dämonen zu stellen. Was geschah damals wirklich in dieser Silvesternacht? Was ist mit seiner Mutter geschehen? Und was mit seiner Tante? All diese Fragen zwingen Maik zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit und in seine ehemalige Heimat. Hilfe bekommt er unerwarteterweise von seinem früheren Vormund Pater Leonhard und von seinem ehemaligen Jugendtrainer in der DDR. Doch auch seine Freunde sind nicht untätig und so ergibt sich ein stimmiges Ganzes. Rolf Bauerdick hat hier einen äußerst spannenden Roman vorgelegt. Maik Kleines Geschichte ist eingebettet in die jüngste Geschichte Deutschlands – die Eigenheiten der DDR, die Aktivitäten der Stasi und der Fall der Mauer mit seinen Folgen. Das fand ich ausgesprochen interessant und lehrreich. Außerdem zeichnet uns Bauerdick ein wunderschönes Bild der Zirkuskunst in all seinen Farben. Zusätzlich ist es ein Roman über Familie und Wurzeln und wie wichtig es ist, sich seiner Vergangenheit zu stellen, um ein erfülltes Leben führen zu können. Von der ersten Seite an fühlte ich mich mit diesem Roman bestens unterhalten. Zwischendurch habe ich mir leichte Sorgen gemacht, ob sich alles ausgehen wird. Zu viele Fragen schienen aufgeworfen, zu viele Themen aufs Tapet gebracht. Aber Rolf Bauerdick hat keinen Handlungsstrang aus den Augen verloren, keine Figur ist ihm entglitten. Alles löst sich auf. Man könnte eventuell dieses Happy End bekritteln, aber warum soll sich nicht auch einmal bei einem anspruchsvollen Roman alles in Wohlgefallen auflösen. Daher gibt es volle fünf Sterne!

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  • Unglaublich, wie viele Geschichten auf einmal zwischen zwei Buchdeckel passen!

    Pakete an Frau Blech
    Petris

    Petris

    29. April 2015 um 10:58

    Der erste Eindruck: In der Ankündigung eine skurrile Geschichte mit lebenslustigen Charakteren und ein großes Rätselraten beschrieben, dazu zwei interessante Themen, DDR und Zirkus. Das versprach einen Roman, den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Auch das Cover mit der sachlichen Schrift und dem Elefanten, der neugierig den Rüssel aus dem Waggon streckt, fand ich ansprechend und einladend. Zweiter Eindruck: Und so startete ich voller Freude und Neugier mit der Lektüre. Schnell wurde ich ins Geschehen hineingezogen. Bauerdicks Erzählweise ist fesselnd, die Fakten sehr genau recherchiert und seine Charaktere sehr genau und vielschichtig gezeichnet. Die Geschichte: Maik Kleine ist 13 und sitzt mit lauter Erwachsenen in einer eiskalten Winternacht in einem Reisebus, der ihn aus der DDR nach Westdeutschland bringen soll. Zu seiner einzigen Verwandten, seiner Tante Vera. Hinter ihm liegt ein Ferienlager und eine Familientragödie, bei der er seine Geschwister verlor und die seine Mutter in die Nervenanstalt bringt. Leider kann auch seine Tante nicht lange für ihn da sein. Er landet in einem Internat der Jesuiten und später beim Zirkus, findet dort geistige Väter und wird gut behandelt. Äußerlich geht es aufwärts, doch seine Geschichte hat ihn geprägt. Um zu überleben und sich vor den Gefühlen zu schützen hat er sich Selbstkontrolle beigebracht, was ihm sehr gut gelingt, bis… …ja bis zum Tag des Begräbnisses seines Ziehvaters, des Zirkusdirektors Alberto Bellmonti. Das Wiedersehen mit seinen alten Kollegen, die Erinnerung an Bellmonti, das skurrile Begräbnis,… Etwas scheint aufzubrechen. Gefühle, Geheimnisse, alte Geschichten. Und die Zeit scheint reif zu werden, dass Maik sich ihnen stellt. Damit beginnt eine spannende Spurensuche. Meine Bewertung: Ein unglaublich spannender, gut recherchierter und sehr menschlicher Roman. Niemand wird verurteilt, aber auch nicht verteidigt, einfach jeder in seiner Menschlichkeit stehen gelassen. Immer mehr Handlungsstränge und Geheimnisse eröffnen sich, bis man am Schluss keine Idee mehr hat, wie das alles ausgehen und zusammenhängen könnte. Zwischendurch hatte ich Angst, dass auch der Autor den Überblick verlieren könnte! Und das Ganze im Nichts verlaufen würde. Tat es nicht. Alles ging sich aus und wurde am Schluss zusammen geführt. Und da liegt auch mein einziger Kritikpunkt. Das Ende war mir dann etwas zu perfekt und konstruiert. Es blieb gar nichts mehr offen. Auch das schnelle Happy End einer Liebesgeschichte, die gar nicht wirklich vorkam, war mir dann etwas zu viel des Guten. Résumé: Spannend, gut zu lesen, voller Informationen über DDR, Zirkus, Religion, Gifte,… Ein großes Lesevergnügen und ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Empfehlenswert!

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  • Manege frei für Kompetenz, Charme und Authentizität

    Pakete an Frau Blech
    Gudrun67

    Gudrun67

    27. April 2015 um 13:36

    Der Autor erzählt so eindrücklich, dass sich der Leser mittendrin befindet. Bereits der Beginn macht neugierig auf mehr und der Spannungsbogen wird stetig gesteigert. Im Buch wird die Geschichte um Maik Kleine erzählt, der in der DDR geboren, jedoch durch äusserst widrige Umstände in die BRD umgesiedelt wurde. Im Jahr 2007 trifft Maik aufgrund der Beerdigung des Zirkusdirektors Alberto Bellmonti auf einige seiner früheren Weggefährten. Durch regelmäßige Rückblicke in seine Kindheit werden nach und nach Missverhältnisse und Ungereimtheiten erkannt und Stück für Stück aufgedeckt. Rolf Bauerdick hat in diesem Buch Fakten, die vor allen Dingen in der DDR stattgefunden haben oder die Doktrine der DDR wunderbar mit der Fiktion seiner sehr emotionalen Geschichte in Szene gesetzt. Hier kann sich der Leser voll einfühlen und versteht die Zusammenhänge hervorragend. Mein Fazit: Manege frei für Kompetenz, Charme und Authentizität

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  • Von Zauberern, Artistinnen, Musikern, Beleuchtern und vielen mehr

    Pakete an Frau Blech
    Xirxe

    Xirxe

    26. April 2015 um 15:32

    Ein Trauerzug zieht durch Berlin, wie man ihn vermutlich nur selten gesehen hat: vorweg eine professionelle Marching Band aus New Orleans mit Posaunen, Trommeln und Tuba, gefolgt von einem Elefanten, auf dem ein falscher Maharadscha thront, der die Urne mit der Asche des verstorbenen, ehemaligen Zirkusdirektors und Magiers Bellmonti in Händen hält und immer wieder emporreckt. Eskortiert wird das Ganze von sechs schwarzen Motorrädern, die von einer ukrainischen Artistengruppe gefahren werden. Dahinter folgen die Trauergäste, die zum Teil ein ebensolch schräges und farbenprächtiges Bild abgeben, aber auch Gäste wie Maik Kleine, der sich rein äusserlich in Nichts von der durchschnittlichen Bevölkerung unterscheiden würde. Doch auch er stand dem Toten nahe, in dessen Zirkus er einige Jahre lebte und arbeitete. Als kurz nach der Beerdigung bekannt wird, dass Bellmonti ein Stasiagent gewesen sein soll, kann Maik dies ebenso wenig glauben wie zwei seiner Freunde und ehemalige Wegbegleiter. Gemeinsam versuchen sie, die Wahrheit herauszufinden, doch dabei wird deutlich, dass Maiks Vergangenheit keine unwichtige Rolle dabei spielt. Fast genauso schrägschrill wie der Beginn ist das ganze Buch. Es geht um den Teufel, Mord(?), die Stasi, unterdrückte Gefühle und Geheimnisse noch und nöcher. In zwei Erzählsträngen nähert man sich der Rätsel Lösungen, doch bevor auch nur ansatzweise etwas Licht ins Dunkel kommt, wird erst einmal für vollständige Verwirrung gesorgt. Einmal wird Maiks Vergangenheit dargestellt, beginnend mit dem Unglück das ihn aus der DDR 1979 in den Westen brachte. Parallel dazu versuchen Maik und seine Freunde, die Stasi-Vorwürfe gegen Bellmonti zu entkräften. Das ist Beides gut und spannend erzählt, doch ich habe mich bestimmt bis zur Hälfte des Buches immer wieder gefragt: Wie kann das nur miteinander zusammenhängen??? Was den Unterhaltungswert der Lektüre aber nicht mindert, bei der man nicht nur viel aus der DDR erfährt sondern auch aus dem Zirkusleben, zumindest dem magischen Teil. Lediglich das Ende fiel mir etwas zu glatt aus. Alles löst sich, die Unklarheiten sind beseitigt und so gut wie Alle sind glücklich. Nichts gegen ein Happyend, aber hier gab es zu viele Fragen die noch offen waren und praktisch mit einem Fingerschnipp beantwortet wurden - das ging mir zu reibungslos. Dennoch: es ist eine lesenswerte, unterhaltsame und spannende Lektüre - mir hat es Spaß gemacht.

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  • Deutsch-Deutsche Vergangenheitsbewältigung in Romanform

    Pakete an Frau Blech
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. April 2015 um 11:23

    Dieser Roman hat mich von der ersten Seite weg an direkt begeistert und nicht mehr losgelassen. Rolf Bauerdicks Erzählstil trug sehr viel dazu bei, aber nicht nur. Auch die Story an sich ist ihm, wie ich finde, sehr gut gelungen.  Erzählt wird hier die fiktive und sehr dramatische Familiengeschichte von Maik Kleine, Jahrgang 1965, geboren und aufgewachsen in der damaligen DDR. Was den Roman so besonders werden lässt, ist die permanente Vermischung und Einbindung realer Personen und historisch belegter Ereignisse der damaligen Zeit. Dadurch hat man fast das Gefühl keinen Roman, sondern eine Art biografische Erzählung in Händen zu halten.  Ich persönlich war kein einziges Mal zu Besuch in der DDR, habe also keinerlei Vergleichsmoment, würde aber sagen, dass die Geschehnisse rund um den Protogonisten so, oder so ähnlich, der Wirklichkeit entsprungen sein könnten.  Für meinen Geschmack wird zwar etwas zu wenig auf Maiks Seelenleben eingegangen. So gut wie nie erfährt man als Leser, wie es WIRKLICH in ihm aussieht. Was er denkt und fühlt. Andererseits spiegelt diese fast schon greifbare Unnahbarkeit einen Teil seiner Persönlichkeit wieder. Er hat im Laufe der schlimmen und eingreifenden Erlebnisse, die sein Leben prägten und sehr nachhaltig bestimmten, irgendwann gelernt, Herr über seine Gefühle zu werden. Innerlich wie äußerlich.  Irgendwann kommt diese getriebene, wurzel- und heimatlose Person an einen Punkt, an dem er erkennt, dass er erst dann mit seiner Vergangenheit endgültig abschließen kann, wenn er diese annimmt und sich den Geistern der Vergangenheit stellt. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner drei illustren Freunde begibt er sich auf Spurensuche und versucht dieses längst verstaubte Mosaik der Vergangenheit zu einem realen Bild zusammen zu setzen.  Als Leser sah ich meine eigenen Mutmaßungen immer mal wieder über den Haufen geworfen. Saß selber der oft an den Tag gelegten Taktig des „mehr Schein als Sein“ auf, wusste zeitweise nicht mehr, was ich noch glauben sollte und wurde am Ende sehr überrascht von der Wendung, die die Geschichte noch nahm.  Mein Fazit: Deutsch-Deutsche Geschichtsverarbeitung mal auf eine andere Art und Weise. Absolut lesenswert und packend zu Wort gebracht! 

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