Rolf Hochhuth Der Stellvertreter

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Inhaltsangabe zu „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth

Durfte Papst Pius XII. schweigen zur planmäßigen Ausrottung der europäischen Juden durch Hitlerdeutschland? Zu Auschwitz? Er erhob selbst dann seine Stimme nicht zum Protest, als die Juden, auch die katholischen Juden, während der deutschen Besetzung Roms unmittelbar unter den Fenstern des Vatikans zusammen getrieben wurden.

Der Papst und der Holocaust. Bis heute eine Streitfrage. Dank diesem wichtigen Drama.

— Gulan

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    Der Stellvertreter

    dominona

    20. October 2014 um 09:20

    Kann die Kirche zusehen wie Juden vergast werden? Sogar als das Problem vor den Papst selbst getragen wird, entstehen nichts als Dialoge. Bedeutet für den Faschismus sein gleich gegen den Kommunismus und was ist das schlimmere Übel? Ein Religionsdrama mit viel zu vielen Opfern und der Titel passt perfekt. Es regt zum Nachdenken an und macht wiedermal deutsche Geschichte bewusst, eine, die nie vergessen sein wird.

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  • Rezension zu "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth

    Der Stellvertreter

    Heike110566

    27. June 2010 um 19:13

    Der Holocaust der deutschen Nationalsozialisten kostete etwa 6 Millionen Juden das Leben. In den Vernichtungslagern, wie zB Auschwitz, wurden täglich abertausende Juden vergast und anschließend in den Krematorien verbrannt. Und der Stellvertreter Gottes auf Erden, der Papst Pius XII. schwieg dazu. Er schwieg, obwohl er wusste, was in den besetzten polnischen Gebieten passierte. Rolf Hochhuth (geb. 1931) greift dieses Thema auf und dabei auch Fragen zum Verhalten des Vatikans in den Jahren des Genozids an den Juden. Es ist keine leichte Unterhaltungskost, die uns hier der Autor in seinem 1963 uraufgeführten epischen Drama "Der Stellvertreter" präsentiert. Der Leser wird reichlich gefordert. Schon der Umfang sprengt alle Dimensionen für ein Bühnenstück. Der Text ist knapp 300 Seiten lang und mit Sicherheit auch nicht an einem Abend am Theater aufzuführen. Der Theaterintendant und Regisseur Erwin Piscator (1893-1966) brachte es in dem Vorwort der 1962 veröffentlichten Erstausgabe dieses Stückes bei Rowohlt aber auf den Punkt, als er schrieb: "Nicht wie lang das Publikum zuhören kann, ist entscheidend, sondern wieviel ein Autor dem Publikum zu sagen hat." Und Rolf Hochhuth hat dem Publikum sehr viel zu sagen. Intensiv hat der Autor recherchiert, um dieses Thema auf- und für die Bühne zu verarbeiten. So zu verarbeiten, dass es auch überhaupt umsetzbar ist. Er hat daher auch weit mehr als ein Dialogbuch mit ein paar Regieanweisungen verfasst. Bis ins Detail gibt er im Text Regievorgaben, Vorgaben für die Bühnengestaltung, für das Auftreten und die Charektisierung der Darsteller usw. Nichts wird hier dem Zufall überlassen, um genau das dem Rezipienten nahe zu briingen, was Hochhuth selber rüberbringen wollte. So wird zB die 2. Szene des Fünften Aktes, die am Ankunftsplatz der Züge in Auschwitz spielt, von knapp fünf Seiten Regieanweisung eingeleitet. Es ist ein Schauspiel der ganz besonderen Art, besonders eindringlich und den Leser, aber auch den Theaterbesucher mitreißendes Stück. Mitreißend in dem Sinne auch, dass man sich der Menschenverachtung, die da dargestellt wird, nicht entziehen kann. Die Handlung des Stückes spielt an verschiedenen Orten und erstreckt sich über mehr als ein Jahr. Die Handlung beginnt in Berlin, wo der junge päpstliche Staatssekretär Riccardo Fontana seine Arbeit in Berlin in der Nuntiatur, der ständigen Vertretung des Vatikans, aufnimmt. Während er ein Treffen mit dem Nuntius hat, erscheint SS-Obersturmführer Kurt Gerstein und berichtet, dass er vor kurzem in Treblinka und Belzec war und den Befehl hatte zu prüfen, ob die Vergasung mit Zyklon B (Blausäure) effektiver wäre, als die bisher verwendete Methode, der Vergasung mit Kohlenmonoxid. Er ist erschüttert, was er dort erlebt hat und berichtet dies den Nuntius in der Hoffnung, dass der Papst, der mit NS-Deutschland ein Konkordat, einen Staatsvertrag zwischen Vatikan und NS-Deutschland, geschlossen hat, gegen die Judenverfolgung protestiere, Hitler anprangere und mit der Auflösung des Konkordats drohe, um Hitler zum Einlenken zu bewegen. Aber der Nuntius lehnt das Ansinnen ab, schmeißt Gerstein praktisch hinaus. Aber Riccardo haben diese Nachrichten sehr mitgenommen. Er sucht etwas später Gerstein privat auf. Beide werden Verbündete im Kampf gegen den menschenverachtenden Wahnsinn der Nazis. - Gerstein hatte in seiner Privatwohnung den Juden Jacobson versteckt. Mit Hilfe von Riccardo, der seine Soutane und seinen Pass, der ihn als Gesandten des Hl. Stuhles ausweist, hergibt, soll Jacobson versuchen über den Brenner zu fliehen. So beginnt der gemeinsame Weg von Pater Riccardo und dem SS-Obersturmführer Gerstein. In Rom versucht Riccardo den Papst zu überzeugen, der von den Greueltaten Kenntnis hat, dass er eine Stellungnahme zu den Ereignissen abgibt. Aber der weigert sich, explizit zur Judenverfolgung sich offen zu äußern. Riccardo hat genug, als der Papst auch noch schweigt, als die Juden Roms deportiert werden. Er mischt sich unter die Gefangenen, die auf die Reise nach Auschwitz gehen. Dann taucht Gerstein in Auschwitz auf ... In dem Stück gibt es reale und fiktive Figuren. Eine der realen ist Kurt Gerstein, der 1936 wegen Verteilens christlicher Widerstandsflugblätter ins KZ kam und 1937 den bekannten Pfarrer Martin Niemöller kennenlernte. Gerstein trat danach in die SS ein, weil er die Gerüchte über verbrechen wie den Genozid oder auch die Euthanasie überprüfen wollte. Und: gegebenenfalls dafür eintreten, dass dies verhindert werde. Er wollte das System von Innen heraus zerstören. Als Einzelkämpfer war er aber zum Scheitern verurteilt. Er versuchte auch andere zu gewinnen, aber entscheidende Figuren, wie Papst Pius XII., schwiegen, schwiegen und versagten. Im Mittelpunkt des Stückes stehen die Rolle des Vatikans in jener Zeit und die Frage nach den sogenannten christlichen Werten, wie Menschlichkeit und Nächstenliebe. Ergänzend gibt es im Anhang des Buches umfangreiches dokumentarisches Sachmaterial, dass auch aufzeigt, dass das, was Hochhuth in dem Stück umsetzt, leider bittere Wahrheit war. Wahrheit die niemals vergessen werden darf! Hochhuth leistet mit diesem Stück seinen Anteil daran, dass niemals die Greuel der Nazis in Vergessenheit geraten. Ich kann dieses Stück nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth

    Der Stellvertreter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. August 2008 um 19:52

    Nach bisherigem Lesen des ersten Aktes kann ich mich nur verwundert darüber äußern, dass ich nur selber über dieses Stück gestoßen bin und man nicht doch öfter von offizieller Hand darauf hingewiesen wird, welchen inhaltlichen Wert dieses Theaterstück hat und wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema, auch einmal aus dieser Sicht, auseinander zu setzen. Das Buch ist mit einer ausgezeichneiten Fülle an Informationen (Vorwort des Intendanten Erwin Piscator, der das Stück uraufführte, geschichtlichen Fakten und drei Essays zu Hochhhuth) gespickt. Es ist wichtig, dass Menschen aussprechen, was andere lieber hinter vorgehaltener Hand oder gar nicht betiteln.

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