Pampa Blues

von Rolf Lappert 
3,9 Sterne bei68 Bewertungen
Pampa Blues
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Neue Kurzmeinungen

J

Hat den Jugendliteraturpreis bekommen...völlig zu recht. Super Buch und passend zur echten Weltkrise

R

Nettes Jugendbuch für zwischendurch mit überzeugenden Charakteren, aber nichts, was man gelesen haben muss.

Alle 68 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Pampa Blues"

Ein mitreißender Roman in einem filmreifen Setting

Ben ist 16 und sitzt in dem verschlafenen Kaff Wingroden fest, weil seine Mutter mal wieder mit ihrer Band durch die Lande tingelt und er auf seinen greisen Großvater und die Gärtnerei achtgeben muss. Ein bisschen Schwung in sein Leben bringt Lena, die mit ihrem klapprigen Peugeot ebenfalls hier gestrandet ist. Aber auch Maslow, der Visionär des Dorfes, sorgt mit seinen ausgefallenen Ideen für ausreichend Aufregung. Denn bald kreuzen nicht nur UFOs den Himmel über Wingroden, sondern auch junge Hochzeitspaare pilgern in Scharen herbei.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423625647
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.11.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.02.2012 bei Silberfisch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Antoninavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch war ok, volles Potential leider nicht erreicht. Würde aber jüngeren Lesern, die Humor und Romance mögen vllt empfehlen.
    Es war ok...

    Die Geschichte selbst fand ich jetzt nicht sehr schlecht.Am meisten störte mich jedoch der Klartext im Zusammenhang mit dem Buch, da man so viel mehr erwartet als man bekommt. Ich finde das buch hat nicht sein volles Potential erreicht, und auch wenn ich manche Stellen echt lustig fand und diese auch sehr gemocht hatte, störte mich am meisten der Teil mit dem Romance am meisten. Die Beziehung zwischen den Charakter entwickelt sich viel zu schnell, und dann wird diese irgendwie vollkommen absurd... Man entwickelte eine viel tiefere Beziehung zu den Nebencharactern als zu dem Protagonisten. Das find ich traurig, dabei hat dieser eine sehr Interessante Geschichte hinter sich. 
     Ich würde es den Leuten empfehlen die einen Quickread suchen mit ein paar klischeehaften geschehenissen. Wer Humor mag würde das ganze auch wahrscheinlich sehr mögen, da dieser echt nice in diesem Buch ist.

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    NorbiNorbs avatar
    NorbiNorbvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Oh so schön und auch spannend.... Sehnsucht und Realität mit ein bisschen mehr Sehnsucht.... die real wird.
    Ein ich muss es fertig lesen Buch

    Kann man eine Geschichte mit Herzschmerz und Gefühlen wie damals als Jugendliche/r erzählen und gleichzeitig sehr erwachsen? Man kann es, da hat jemand sein inneres Kind gut bewahrt. Großes Kompliment, ich lese sehr viel, dieses Buch ist sehr schön. Es geht sehr tief aber wird nie schwülstig. Es bleibt ganz scharf und nüchtern aber wird nie kalt oder langweilig. Es ist wirklich spannend, war aber nie ein Krimi. Es schreibt auch über Seltsames, aber nicht wirklich seltsam, schon gut möglich. Es passiert Schlimmes und es passierte Schlimmes, aber nicht wirklich schlimm. Eher richtig und passt sich zusammen. Das Leben bleibt gut. Die Charaktere wissen das und leben das. Und das, weil sie so starke Personen sind, jede/r für sich, und das, weil sie so authentisch sind. Auch die Mutter von Ben, wenn sie auch nur Weniges und Erwartetes wiederholt spricht am Telefon. Auch der Vater von Lena, wenn er auch nur ganz am Ende des Buches sagen wir einmal „vorkommt“. Passt es dann noch, wenn im letzten Kapitel „Ein Jahr später“ auf nur noch sieben ein halb Seiten der Ausgang der Geschichte zusammengefasst wird? Auch das passt. Warum maße ich mir an, überhaupt so eine Frage zu stellen bei so einem schönen Buch? Weil man natürlich noch viele solcher Seiten gerne gelesen hätte...

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    Code-between-liness avatar
    Code-between-linesvor 4 Jahren
    Von Träumen im Nirgendwo

    Zum Inhalt: Ben ist sechzehneinhalb Jahre alt und hasst sein Leben. Er lebt in dem kleinen Ort Wingroden, einem Ort, an dem die Zeit still zu stehen scheint, in dem der letzte Einwohner vor über fünfzig Jahren geboren wurde und die Landwirte der Umgebung sich allabendlich in der Dorfkneipe treffen, um ihre Langeweile im Bier zu ertränken. Urprünglich sollte er eine Gärtnerlehre, zu der seine Mutter ihn gedrängt hat, in der Gärtnerei seines Großvaters machen, doch die Demenz seines Großvaters Karl veränderte alles. Heute ist Ben Karls Pfleger, Aufpasser, sein Koch, wäscht seine Wäsche, hält das Haus in Ordnung und fragt sich, wann er endlich seine großen Pläne im Leben – Wingroden verlassen, in einer großen Stadt als Automechaniker, seinem wahren Traumberuf, zu arbeiten und seine lang geplante Reise durch Afrika – umsetzen kann. Doch zunächst sieht es nicht so aus, als könnte er diese Pläne so schnell umsetzen. Bens Mutter, eine Jazzsängerin, ist seit Wochen mit ihrer Band in Europa auf Tour, und wenn sie sich meldet, dann zumeist, um Ben wissen zu lassen, dass sich ihre Abwesenheit "leider nochmal verlängern" werde. Keine Chance für Ben, an seiner Rolle als Aufpasser seines Großvaters etwas zu verändern.

    Seine einzige Abwechslung in dieser Situation sind seine Besuche bei Maslow, in dessen Werkstatt er das Handwerk des Automechanikers gelernt hat, und der vor verrückten Ideen und Plänen nur so sprudelt. Maslow hat große Pläne für Wingroden und ist davon überzeugt, dass es ihm gelingen wird, den von aller Welt vergessenen Ort aus der Bedeutungslosigkeit zu holen.

    Und sein neuester Plan wirbelt Bens Leben kräftig durcheinander, obwohl er zunächst nach Kräften versucht, sich herauszuhalten. Doch plötzlich ist er mittendrin im Geschehen, die Ereignisse überschlagen sich in für Wingroden untypischem Tempo und mit der jungen und hübschen Lena klopft plötzlich die erste Liebe an Bens Tür und bringt ihn dazu, sein bisheriges Leben grundsätzlich in Frage zu stellen.

    Eigene Meinung: Bisher kannte ich nur den Roman "Nach Hause schwimmen" von Rolf Lappert und durch diesen Roman war mir der Autor als "zweiter John Irving" ein Begriff. Diese Assoziation wurde allerdings durch den Schreibstil und die in seinem Jugendbuch "Pampa Blues" erzählte Geschichte nicht geweckt. Dennoch hat mir die Art, wie der Autor die zum größen Teil kauzigen Charaktere in dem verschlafenen Nestchen Wingroden – ein Anagram für "Nirgenwo" – schildert, sehr gut gefallen.

    Zunächst passiert wirklich einfach nur - nichts - in diesem Ort, irgendwo am Ende der Welt, wo selbst die Tageszeitung erst mit zwei Tagen Verspätung eintrifft, worüber sich aber auch niemand beschwert, denn eigentlich interessiert sich niemand so wirklich für das Leben in der restlichen Welt. Ben und sein Großvater Karl sind mir schnell ans Herz gewachsen, und gerade in dem Moment, in dem ich das Gefühl hatte, die Handlung müsste nun endlich mal ein bisschen an Fahrt aufnehmen, beschleunigte sich auch der Erzählfluss, auch wenn sich für mich beim Lesen bis zum Ende die ganz große Aufregung nicht eingestellt hat.

    Es ist eine gut erzählte Geschichte, mit liebenswerten Charakteren, deren Hauptthema die großen Träume im Leben sind, und wie wichtig es ist, für sie zu kämpfen. Ben wird im Lauf der Geschichte erwachsen, und durch Lena lernt er den Wert seines Zusammenlebens mit seinem Großvater Karl und seine Bedeutung für diesen zu schätzen und erkennt, dass seine Zeit in Wingroden, so langsam sie auch vergehen mag, nicht zum Grab für seine Zukunftsträume werden muss.

    Das Ende hält schließlich für jeden der Charaktere (bis auf eine Ausnahme) ein typisches Happy End bereit, welches mit einem Augenzwinkern genau so plakativ und teilweise klischeehaft geschildert wird, wie das Dorf und seine Einwohner im Verlaufe des gesamten Buches geschildert werden.

    Insgesamt eine runde und angenehme Lektüre, die mir einen neuen und sehr gegensätzlichen Eindruck des Autors Rolf Lappert vermittelt hat.

     

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Irgendwo im Nirgendwo

    Ich hasse mein Leben. (1.Satz)


    Dieses  Taschenbuch wurde von Rolf Lappert verfasst und beim Hanser Verlag veröffentlicht. Freuen kann man sich auf 272 Seiten, die für 14.90€ erhältlich sind.

    Irgendwo im Nirgendwo der Pampa liegt Wingroden. Was übrigens ein Anagramm von "Nirgendwo" ergibt. Dort wohnt Ben Schilling mit seinen 16 Jahren, auf seinen mental nicht mehr ganz so fitten Großvater aufpassend und eine Ausbildung zum Gärtner machend. Wo er doch lieber mit seinem alten VW - Bus durch Afrika fahren würde, doch lieber Mechaniker werden würde, doch lieber nie in Wingroden gelebt hätte. 

    Meine Mutter hat mir von ihren Tourneen eine CD mit Naturgeräuschen mitgebracht, [...]. wenn ich mir das anhöre passiert etwas ganz eigenartiges mit mir. Ich spüre großes Glück und noch größere Sehnsucht. (S. 71)

    Und obwohl er gerne woanders wäre, kann er nicht weg, weil er sich um seinen Großvater Karl kümmern muss. Was würdet ihr machen?

    Ben, der eher rational veranlagt ist, bleibt vorerst am Rande der Zivilisation in dem Kleinkaff, das man als Leser mehr zu schätzen weiß, als der Protagonist Ben.
    Habt ihr gedacht, ihr wohnt irgendwo in der Pampa? Am Ende der Welt, wo sich noch Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen? Dann macht am einen Abstecher nach Wingroden!

    Den großen Anteil der Bewohner machen überwiegend Männer aus. Genau genommen gibt es nur eine Frau, die den Krämerladen/Friseursalon betreibt. Die Dorfbewohner zeichnen sich vor allem als etwas eigenbrötlerische Einsiedlerkrebse aus, die dem stereotypischen Landei entsprechen. Stamm man jedoch selbst aus einem Dorf, wird man genug Parallelen finden, um hin und wieder mehr als nur ein Schmunzeln über die Situation hervorzubringen.
    Ben, Karl, Maslow, Jojo, Kurt, Horst, Alfons, Willi, etc. sind nichtsdestotrotz sehr sympathische Charaktere, die einem mit der Zeit ans Herz wachsen. Irgendwann hat man das Gefühl selbst mit einer Flasche Bier in der Hand am Stammtisch neben ihnen zu sitzen und sich über den Alltag zu unterhalten. Noch eins bitte! 

    Bens schon älterer Kumpel Maslow aber hat beschlossen, dass sich schleunigst was ändern muss. Bereits des Öfteren kommt er mit amüsanten Plänen, wie um Beispiel einen Freizeitpark zu bauen auf. Dieses Mal will er das Dorf zu einer Pilgerstätte für UFO-Narren machen. Ben ist strikt gegen Maslows Plan, der das Projekt ohne Wissen der anderen Wingrodener durchführen will. Und schon bald ist ein UFO unterwegs.

    Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt schafft es Rolf Lappert all seinen Charakteren Geist einzuhauchen, Dimension zu geben und niemanden zu kurz kommen zu lassen. Als dann aber auch die vermeintliche Reporterin Lena auftaucht, wird Lapperts Aspekt des Erwachsenwerdens verdeutlicht. Denn es ist wie es ist und kommt wie es kommt: Ben verliebt sich zum ersten Mal.
    Die Entwicklung des Träumers, der er ist, zum jungen Mann ist deutlich zu sehen. Lena spielt dabei keine unbedeutende Rolle. Obwohl das Buch zu diesem Zeitpunkt schon zur Hälfte vorüber ist, vorher seicht vor sich hin plätscherte, nimmt das Buch nun Fahrt auf. Das UFO fliegt weg, ein Mord geschieht und Lena ist vielleicht doch keine Reporterin. Fragen über Fragen, überraschende Antwort, oder nicht, das Ende kommt auf jeden Fall unerwartet und das Buch ist schneller zu Ende als gedacht.
    Auch wenn sich die Geschichte teilweise zäh liest, wird das durch die Charakterbesetzung wieder wett gemacht. So schräge, schrullige, wie herzliche Menschen findet man in Büchern mehr schlecht als recht. In "Pampa Blues" hat man eine ordentliche Auswahl. Ein kleines Highlight, war der Großvater Karl, dessen Auftreten immer eine kleine Portion Humor mit sich bringt.

    Schlussendlich ist die mit Witz erzählte Geschichte rund um Wingroden, seine Bewohner, Ben und das Erwachsenwerden empfehlenswert. Und ich hoffe bald mehr Jugendbücher des Autors zu sehen zu bekommen. 

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    -Lesemaus-s avatar
    -Lesemaus-vor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Meine Emotionen und meine Begeisterung hielten sich in Grenzen.
    Nicht herausragend

    Jeder hat seine Träume. Sei es einen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten, die Welt zu bereisen oder ein eigenes Haus mit Garten. Ben Schillings größter Wunsch ist es, aus der Einöde in Wingroden zu entkommen und mit seinem selbstreparierten VW-Bus in Afrika den Spuren seines verstorbenen Vaters zu folgen. Doch er ist wie gefangen: Seine Mutter tourt als Jazz-Sängerin durch ganz Europa und überlässt Ben die mühsame Pflege seines senilen Großvaters Karl, weshalb Ben jeden Tag aufs Neue sein Leben und seinen Heimatort verflucht. Einzig allein Maslow glaubt an Wingroden und versucht mittels einer erfundenen UFO-Geschichte Touristen anzulocken.  Zu diesem Zeitpunkt trifft Lena ein und bringt zahlreiche Missverständnisse gleich mit sich. So kommt es zu einem Mord, zu einem Einbruch und Ben gerät in eine Situation, in der er eine schwere Entscheidung treffen muss.


    Eine nette Idee und leicht zu lesen – allerdings ohne wirkliche Höhen und Tiefen. Meine Emotionen und meine Begeisterung hielten sich in Grenzen.

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    Glossyellievor 5 Jahren
    Mochte ich

    Hat mir gut gefallen. Das Buch liest sich eher einfach, der Schreibstil ist locker. Die versteckten Details machen diesen Roman noch besser - so das Anagramm Wingroden, was Nirgendwo bedeuten könnte. 

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    loveisfriendshipvor 5 Jahren
    Wenn man in Wingroden wohnt, ...

    Wenn man in Wingroden wohnt, ...

    ... dann reicht es jemandem, der sich hierher verirrt, zu erklären, dass sich aus den Buchstaben dieses Örtchens ein wohl äußerst passendes Anagramm bilden lässt, nämlich: Nirgendwo.
    Dann wäre eigentlich alles gesagt.
    Denn in Wingroden passiert einfach nichts. Jedenfalls nichts Erfreuliches...
    So sieht es der 16-jährige Ben, der ziemlich gefrustet ist von seinem Dasein in diesem Kaff.
    Doch dann überschlagen sich die Dinge - Ben erlebt seine erste Liebe und wird im Laufe des Sommers immer erwachsener.

    Rolf Lappert lässt seinen unkonventionellen Helden Ben in einem herrlich lakonischen und auf dem Boden der Tatsachen gebliebenen Ton von seinen Eindrücken, Erlebnissen, Einsichten, Erfahrungen, Sehnsüchten und seinem Leben und Leiden in Wingroden mit dessen verschlafenen Einwohnern und deren schrulligen Macken und Einfällen erzählen.
    Pampa Blues ist sehr originell, sympathisch und Rolf Lappert beweist großen Einfallsreichtum. Einige Ideen sind jedoch sehr skurril, wirken aber nie übertrieben oder gar an den Haaren herbeigezogen.

    Der Autor konzentriert sich sehr auf die Hauptfigur, weshalb man  Bens Beweggründe, Gefühle und Gedanken gut verstehen und nachvollziehen kann.
    Die meisten Nebencharaktere bleiben dagegen relativ farblos, kommen zwar hin und wieder vor, aber nach einer geraumen Zeit habe ich es immer noch nicht geschafft, die Namen mit den einzelnen Figuren zu verbinden.

    Pampa Blues liest sich leicht, da es mit ein klein wenig Tiefe und Tragik überwiegend komisch und amüsant ist und ich so vor allen Dingen meinen Spaß an diesem Roman hatte. Es wird aber nichts ins Lächerliche gezogen, was mir sehr positiv aufgefallen ist.

    Auch die Milieustudien sind eher locker gehalten, dafür aber treffend auf den Punkt gebracht.
    Das Buch schlägt, wie gesagt, auch ernste Töne an, doch die meisten dieser Probleme sind sehr typisch und schon ziemlich "ausgelutscht". Jedoch finde ich die Erwähnung des Schreckens des Tschetschenienkriegs und dessen Folgen für einen einfachen Soldaten sehr gut.
    Pampa Blues ist somit auch ein Buch, das mich nachdenklich stimmt.

    Fazit: Ein Mauerblümchen erzählt mit einer trockenen Aufrichtigkeit von seinem Leben in der Pampa. Erfrischend, zu Herzen gehend und mit einer gewissen Tragik: Das ist für mich Pampa Blues.

    "Ich lege das Skizzenheft weg. Die Sonne ist gewandert. Sie steht jetzt genau vor uns, drei Handbreit über dem leeren Feld. Karl macht noch immer seine Schnipsel. Er erinnert sich nicht daran, einen Sohn namens Paul gehabt zu haben, der vor acht Jahren in Afrika ums Leben gekommen ist. Manchmal beneide ich ihn fast darum, dass er vergessen kann."

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    nw0783s avatar
    nw0783vor 5 Jahren
    langweilig ...

    Obwohl es ein Jugendbuch ist, habe ich es sprachlich nicht so empfunden. Dennoch ist es eine langweilige Geschichte die immer wieder an die (österreichische) Fernsehserie Braunschlag erinnert. Es finden sich sehr viele Parallelen.

    Es ist langweilig und zäh erzählt. Man hofft immer wieder auf Spannung welche aber nicht aufkommt. Auch das Ende überrascht nicht ...

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    TA_Wegbergs avatar
    TA_Wegbergvor 6 Jahren
    Rezension zu "Pampa Blues" von Rolf Lappert

    Ben ist sechzehn und der einzige Jugendliche in Wingroden. Müsste er sich nicht um seinen senilen Opa Karl kümmern, so wäre er schon längst weg, am liebsten in Afrika, dem Land seiner Träume. Sein Vater ist tot, seine Mutter tingelt als Jazzsängerin durch die Welt, und Ben steckt in einem abgelegenen Dorf fest, dessen Bewohner bis auf eine Ausnahme alle männlich sind und seine Väter, wenn nicht gar seine Großväter sein könnten. Er macht eine vorgebliche Gärtnerausbildung und schraubt leidenschaftlich an alten Fahrzeugen herum.

    Der Alltag ist öde und wird durch die abendlichen Zusammenkünfte im Gasthaus „Schimmel“ auch nicht spannender. Worüber sollte man auch reden, wenn den ganzen Tag nichts passiert ist?

    Wenn das so weitergeht, wird Wingroden in Kürze von der Landkarte verschwinden, aber das will Kneipenwirt Maslow, der hier geboren wurde und trotz finanzieller Erfolge wieder zurückgekehrt ist, unbedingt verhindern. Sein Plan ist ehrgeizig: Mithilfe eines selbst gebauten UFOs soll Wingroden weltweite Aufmerksamkeit erregen und zu einem Wallfahrtsort für Journalisten, Wundergläubige und Sensationslustige werden.

    Leider zeigen die lokalen Zeitungsredaktionen sich kaum interessiert an den ersten UFO-Sichtungen. Dann taucht Lena auf, die angeblich eine Autopanne hatte. Ist sie eine getarnte Reporterin? Warum sonst hat sie eine so professionelle Fotoausrüstung dabei? Zumindest ist sie jung genug, um Bens Fantasie zu beflügeln, und sie scheint ihren Automechaniker auch gar nicht so übel zu finden. Wenn da bloß nicht Opa Karl wäre, den man keine Minute aus den Augen lassen kann!

    Schon auf den ersten Seiten zieht Rolf Lappert den Leser mitten in das schräg-charmante Universum von Wingroden. Der liebenswerte Ich-Erzähler Ben mit seinen nur allzu menschlichen Schwächen und Träumen ist ein wunderbarer Beobachter und charakterisiert die Dorfgemeinschaft präzise, illusionslos und dennoch immer mit respektvoller Zuneigung. Hier wird niemand abgeurteilt oder ausgegrenzt, die Schrullen der Alteingesessenen werden einfach wertfrei beschrieben. Auch Ben ist ja einer von ihnen und wird trotz seiner jungen Jahre genauso selbstverständlich integriert wie sein dementer Opa Karl, der traumatisierte Russe Georgi oder der Bier trinkende Hund Rühmann.

    Genau das macht für mich den größten Reiz dieses Romans aus: dass die Charaktere keine Schwarz-Weiß-Abziehbilder sind, sondern liebevoll gestaltete Persönlichkeiten mit sämtlichen Spleens und Momenten innerer Größe, die Menschen nun mal so haben. Hinzu kommt die wirklich witzige Story rund um das falsche UFO, das dem rührigen Maslow ziemlich außer Kontrolle gerät, und natürlich die hauchzarte Liebesgeschichte zwischen Ben und Lena. Es gibt sogar einen mutmaßlichen Mord in Wingeroden. Ganz so öde ist es eben doch nicht auf dem platten Land im hohen Nordosten.

    Pampa Blues ist im höchsten Maße empfehlenswert, und das keineswegs nur für jugendliche Leser!

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    Jimmys avatar
    Jimmyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Pampa Blues" von Rolf Lappert

    Erster Satz:
    ICH HASSE MEIN LEBEN.

    Inhalt:
    Der Traum vom großen Reißausnehmen schlummert schon lange im 16jährigen Ben. Er sitzt in einem verschlafenem Dorf fest und sorgt sich um seinen debilen Großvater. Während seine glamouröse Mutter durch Europa tourt, weiß er noch nicht mal, wie es sich anfühlt, ein Mädchen zu küssen. Um ein wenig frischen Wind in das kleine Örtchen zu bringe, entschließt sich Bens bester Freund Manlow zur Umsetzung seiner schlechtesten Idee überhaupt. Er möchte Gerüchte über ein UFO ins Land streuen, damit die Presse ihm hilft, das Dorf aufregender wirken zu lassen.
    Als dann tatsächlich das Mädchen Lena von der Zeitung auftaucht, wissen die Anwohner nicht mehr was sie glauben sollen. Die Presse eilt auf einmal einem Mordverdächtigen hinterher und Ben merkt: Er hat sich verliebt.

    Meine Meinung:
    Das Buch kommt unscheinbar daher, aber für mich ist dieses wirklich das Cover Highlight des Jahres 2012! Es ist natürlich und kommt ohne viel Photoshop aus. Es wirkt für sich ohne Glitzer, überlagerte Bilder oder ineinanderverschlungende Schriftzüge. Obendrein ist es ein sehr witziges Motiv: eine alte Zapfanlage einer Tankstelle - mitten im Nirgendwo. Und genau dort spielt auch die Geschichte natürlich hat da auch eine Tankstelle seinen Auftritt. Das Foto sieht also nicht nur toll ländlich aus, sondern passt auch perfekt zum Inhalt des Romans, was den Verlagen in letzter Zeit nicht mehr viel Wert zu sein scheint.. Veredelt wird die ansehnliche Gestaltung noch vom breiten Rahmen, der ebenso schlicht schwarz gehalten wurde wie die Lettern, in denen Titel und Autor abgedruckt wurden. Für mich stimmt hier einfach alles und das beste, es ist mal kein 0815 Verschnitt.
    Auch die Geschichte ist etwas außergewöhnlicheren Kalibers. Langsam lernt man den Hauptprotagonisten Benjamin kennen und erwährt nach und nach seine Einstellung zum Leben und seine Probleme. Ich hätte nur ungern mit ihm getauscht. Wer will schon im jugendlichen Alter für seinen uralten und senilen Großvater verantwortlich sein, ohne Taschengeld, ohne Freizeit und ohne Freunde. Das macht sicher keinen Spaß. Deswegen konnte ich Bens Wunsch, nach Afrika auszuwandern, so wie es einst sein Vater getan hatte, sehr gut nachvollziehen. Seine Träume und Sorgen werden von ihm selbst so ehrlich und nackt erzählt, dass ich mich schon peinlich berührt fühlte. Dieser Junge gibt so viel, da kann man es ihm nicht verübeln, am liebsten woanders zu sein, oder? Spannend empfand ich auch die Entwicklung, die Ben durchlebt. Bereits zu Beginn wirkt er viel älter und reifer als man es bei einem 16jährigen für möglich halten könnte. Doch fehlende Klassenkameraden, Partyräusche und das Hinwegsetzen über elterliche Regeln haben aus ihm einen verantworungsbewussten, jungen Mann gemacht. Ich habe ihn mit der Zeit wirklich in mein Herz geschlossen.

    Wie in einem Blues spürt man bereits von der ersten Seite an die tragische Komponente.

    Nicht nur, dass Ben sich in ein anderes Leben wünscht. Er muss ohne Eltern auskommen. Zwar wird dem Leser diese Information nicht zurück gehalten, aber man verweilt auch nicht lange an diesem traurigen Wendepunkt in Bens Leben. Die Erwähnung scheint genug, es gibt anderes, worüber man sich Sorgen machen muss - so wirkt Benjamin. Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendromanen haben wir hier keinen zu sehr selbstbemitleidenden Jungen sitzen, der an allem rumnörgelt und zutiefst naiv ist. Endlich habe ich meinen Helden gefunden, mit dem es Spaß macht, den abenteuerlichen Geschichten Betrunkener zu lauschen oder Luftschlösser in den Himmel zu bauen.

    Seite 61

    >> Ich erwische mich wieder bei dem Gedanken, dass es mir nicht viel ausmachen würde, wenn sie mit mitteilen würde, Karl sei krank und müsse bald sterben.
    Ich hasse mich dafür und wünschte, ich würde anders ticken. <<

    So sehr mich die Erzählung auch berührte .. leider passierte einfach nichts. Es blieb bei dem einsamen Jungen am Ende der Welt, um ihn herum viele alte Menschen. Erst nach etwa 100 Seiten scheint die Geschichte Fahrt aufzunehmen, plötzlich kommt Bewegung in die Gesellschaft. Denn bislang diente das Gewort nur dazu, um einem die Figuren vorzustellen. Die Eigenheiten der verschiedenen Dorfbewohner wurden in kleinen Szenen liebevoll und detailreich präsentiert. Nun brennen einem die Charakterzüge im Kopf und man kann frei dem weiteren Verlauf des Romans folgen, ohne sich in jedem dritten Satz fragen zu müssen, wer jetzt noch einmal Otto und wer dieser liebeskranke Jojo war. Das macht viel aus und kitzelt auch hier einen Bonuspunkt für das Buch aus mir heraus. Doch die Taktik allein macht die angenehme Atmosphäre, in der die Protagonisten schweben, nicht aus. Ein entscheidender Faktor ist auch die Schreibe. Dieses Detail ließ micha auch die anfängliche Durststrecke überstehen, denn sie war durch den flüssigen Text nur von kurzer Weile.
    Nachdem endlich etwas Spannung aufkommt, entwickelt sich der bislang sehr erwachsene Roman in ein regelrechtes Feuerwerk aus jugendlichen Emotionen, kindlicher Zurückhaltung und sprudelnder Neugierde! Lappert bietet nun mit dem auf, was aus seiner einfachen Idee ein Jugendbuch werden lässt. Er erzählt vom Erwachsenwerden, vom ersten Kuss und dem unwiderstehlichem Traum, einfach abzuhauen - weit weg!
    Da ich glaube, dass diese Geschichte dennoch eher die ältere Generation ansprechen wird, möchte ich es ein gelungenes jugendliches Erwachsenenbuch nennen. Lest es und fühlt euch noch einmal wie 16!

    Mein Fazit:
    Die Frische und Freiheit, der Mut zu träumen und darum zu kämpfen werden zwischend den Buchseiten verborgen gehalten. ~ 4 Sterne ~

    papierkruemel.blogspot.com

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