Rolf Peter Sieferle Das Migrationsproblem

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Inhaltsangabe zu „Das Migrationsproblem“ von Rolf Peter Sieferle

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwächen und das Scheitern des permissiven Staates, sondern auch die grassierenden Verständnis- und Erklärungsnöte der Öffentlichkeit. Während der deutsche Staat in seiner Führung handlungsunfähig erscheint, fehlt es dem medialen Establishment an krisenfesten Begriffen: der Einbruch der Wirklichkeit wird mit bundesrepublikanischen Wohlfahrtsideen und One-World-Phantasien quittiert: Wohlstand für alle, Grenzen für niemand. Dabei übersieht man die Fragilität eines Gemeinwesens, das durch den Sozialstaat getragen wird. Es fußt auf Solidarität und Vertrauen – Werte, die in einem Land mit ungeregelter Einwanderung gefährdet sind. Der Sozialstaat und seine Segnungen lassen sich nicht ins Unendliche expandieren. Denn im Globalisierungsstrudel, in dem die Ansprüche universal werden und jeder Ort erreichbar scheint, wird das Wohlfahrtsversprechen zu einem Anachronismus, dessen Verheißungen für die meisten Migranten uneinlösbar sind. Die Unvereinbarkeit von Masseneinwanderung und Sozialstaat verdeutlicht der im September 2016 verstorbene Historiker Rolf Peter Sieferle in seiner letzten Studie. Sie ist Aufklärung, weil sie die Irreführungen einer »emphatischen Politik« entlarvt. Die Sentimentalisierung der »Flüchtlings«-Debatte kontert der Autor mit ebenso nüchternem Blick wie die Narrenfeuer der Medien. Rolf Peter Sieferle widerspricht der Akklamation, die an die Stelle der Kritik getreten ist und überwindet die Sprachverbote der »offenen« Gesellschaft.

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  • Wo gelogen wird, gibt es etwas zu verbergen

    Das Migrationsproblem
    R_Manthey

    R_Manthey

    12. May 2017 um 16:16

    Als sich im Herbst 2015 ganze Kolonnen von Menschen in Richtung Mitteleuropa befanden um dort Asyl zu fordern, hörte man etwas von ankommenden Fachkräften, die nicht nur unser Rentenproblem lösen werden, sondern auch noch den aktuellen Mangel an qualifiziertem Personal in Deutschlands Hightech-Unternehmen beheben können. Eigentlich bedurfte es schon damals keiner großartigen geistigen Voraussetzungen, um diese offensichtlichen Lügen zu durchschauen. Inzwischen herrscht Gewissheit, dass tatsächlich mit voller Überzeugung gelogen wurde. Wenn man also liest, dass dieses hervorragende Buch “Pflichtlektüre” für Politiker werden sollte, dann haben diejenigen, die so denken, noch immer ihre Naivität nicht verloren. Rolf Peter Sieferle zerpflückt die regierungsoffiziellen Argumentationslinien gnadenlos und mit bestechender Logik. Nun könnte man meinen, dass das nicht sehr schwer ist. Schließlich muss man nicht lange überlegen, um zu begreifen, dass eine Masseneinwanderung in diesen Ausmaßen den sowieso schon hoffnungslos überspannten deutschen Sozialstaat völlig überfordern wird. Doch Sieferle durchleuchtet die gesamte Problematik, angefangen bei den angeblichen Fluchtursachen und der tatsächlichen Situation in den Zielländern, dem dortigen Protest, der nach Sieferles Meinung keineswegs irrational oder gar dumpf, sondern völlig verständlich ist, über die verschiedenen Legitimation dieser Bewegungen durch europäische Politiker bis hin zu deren wirklichen Motiven. Nur die wenigsten potentiellen Migranten kommen als Kriegsflüchtlinge oder Verfolgte. Sie wollen einfach nur in ein Land auswandern, das ihnen bessere Chancen bietet. Es kommen auch in der Regel nicht die Ärmsten, denn die könnten diese Wanderung gar nicht bezahlen. Sieferle erklärt in seinem Text, was das tatsächlich bedeutet. Und er macht deutlich, dass die Erwartungen dieser Menschen in der Masse niemals in Erfüllung gehen können. Sie werden zwar ihre wirtschaftliche Situation solange verbessern, wie der Sozialstaat sie auf Kosten der ursprünglichen Bevölkerung alimentiert, doch ihre soziale Lage wird sich erheblich verschlechtern, denn wie sollen sich mehrheitlich Ungebildete in eine hochtechnisierte Volkswirtschaft einbringen? Und das wird Folgen haben, auf die keine Seite wirklich vorbereitet sein wird. Abgesehen davon muss man davon ausgehen, dass die kulturellen Unterschiede so erheblich sind, dass heftige Konflikte unvermeidlich sein werden. Einen Rechtsstaat kennen die illegal Zugewanderten nicht. In ihren Herkunftsländern löst man Probleme anders als in Deutschland. Und eine über die Jahrhunderte in Fleisch und Blut übergegangene Kultur lässt sich nicht einfach abstreifen, auch wenn das noch so oft kühn behauptet wird. Sieferle geht auf solche Konflikte und ihre möglichen Folgen und Auswirkungen sehr detailliert ein. Besonders aufschlussreich sind seine historischen Betrachtungen und Anmerkungen, die das Geschehen in einen größeren Zusammenhang stellen. Man kann in einer Rezension nicht auf die Tiefenschärfe dieses Buches eingehen. Dieser Text ist in der Tat das Tiefgreifendste und Klarste, das ich bisher über die sogenannte Migrationskrise gelesen habe. Sehr empfehlenswert für alle, die sich ein umfassendes Bild machen wollen und die Dinge aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachten möchten. Weil Sieferle eine solche Herangehensweise wählt, denn eine andere gab es für ihn gar nicht, besticht dieses Buch durch seine innere Logik. Einfach brillant. 

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