Rolf Sprandel Verfassung und Gesellschaft im Mittelalter

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Inhaltsangabe zu „Verfassung und Gesellschaft im Mittelalter“ von Rolf Sprandel

Diese Einführung geht von folgendem Ansatz aus: Indem sie von dem Verfassungsbegriffe, wie er in der Rechtsgeschichte bisher üblich war absieht, sucht sie nicht hauptsächlich nach der Vorgeschichte der Verfassungen des 19.u.20. Jahrhunderts im Mittelalter, sondern nach den Ordnungen, in denen das Zusammenleben der Gruppen stattfand. Dabei wird ein Gefüge sichtbar, das von den familiären Bindungen bis zum Recht der Könige und Kaiser und bis zu den Gemeinsamkeiten der abendländischen Christenheit reicht.

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  • Rezension zu "Verfassung und Gesellschaft im Mittelalter" von Rolf Sprandel

    Verfassung und Gesellschaft im Mittelalter

    Sokrates

    20. November 2011 um 18:25

    Gegenstand dieser nicht mehr sehr neuen Publikation ist ein Thema, dass aktuell in Studienliteratur lediglich am Rande ausführlicher behandelt wird: das frühe Mittelalter und seine gesellschaftliche / verfassungsrechtliche Organisation. In sehr systematischer Art und Weise behandelt Sprandel Themen wie Lehenswesen, Familie, Grundherrschaft und Gefolgschaft einer noch sehr genossenschaftlich organisierten Gesellschaft, die sich erst zu individualisieren beginnt. Mit der Ausbildung der zentralistischen Königsherrschaft unter den Karolingern etabliert sich auch ein enges – später vererbliches – Lehenswesen, das Würdenträger und Herrscher an den König/Kaiser dauerhaft binden soll. Gleiches geschieht mit kirchlichen Würdenträgern und ihrem beherrschten Grundbesitz oder territorialen Machtpersonen. Mit anwachsender Bedeutung der Städte durch Handel, Kultur und Selbstverständnis ab dem Hochmittelalter etabliert sich ein Machtgefüge, das mehr und mehr durch Rechtsquellen und verbindliche Absprachen zwischen Reich und Territorien geregelt wird. Die ersten verfassungsähnlichen Rechtsgebilde entstehen, ein Verständnis für „Staatlichkeit“ formt sich aus. – Sprandel schreibt eng an den Quellen, verständlich auch für den Studenten. Trotz seines Alters ist es m.E. für diesen Themenbereich noch heute lesenswerte Lektüre, begleitend zur Vorlesung und zum besseren Verständnis für eine Epoche, die überhaupt nicht „finster“ war.

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