Rolf Steininger

 3,9 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Der Nahostkonflikt, Der vergessene Krieg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Rolf Steininger

Rolf Steininger, Dr. phil., geb. 1942 in Plettenberg/Westfalen, ist Ordentlicher Universitätsprofessor; er studierte in Marburg, Göttingen, München, Lancaster und Cardiff, war bis 1983 Professor an der Universität Hannover und von 1984 bis zu seiner Emeritierung 2010 Leiter des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und lehrt seit 2008 auch an der Freien Universität Bozen; er ist Senior Fellow des Eisenhower Center for American Studies der University of New Orleans und Jean Monnet-Professor; er war Gastprofessor an den Universitäten Tel Aviv, Queensland (Australien) und New Orleans sowie Gastwissenschaftler in Hanoi, Ho-Chi-Minh Stadt (Saigon) und Kapstadt; 2010 erhielt er den Tiroler Landespreis für Wissenschaft; zahlreiche Veröffentlichungen sowie preisgekrönte Fernseh-, Film- und Hörfunkdokumentationen zur Zeitgeschichte. www.rolfsteininger.at

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Rolf Steininger

Cover des Buches Der Nahostkonflikt (ISBN: 9783596195190)

Der Nahostkonflikt

 (4)
Erschienen am 08.03.2012
Cover des Buches Der vergessene Krieg (ISBN: 9783789283123)

Der vergessene Krieg

 (3)
Erschienen am 01.12.2008
Cover des Buches Geschichte Südtirols (ISBN: 9783406734120)

Geschichte Südtirols

 (2)
Erschienen am 16.03.2020
Cover des Buches Fischer Kompakt: Der Vietnamkrieg (ISBN: 9783596161294)

Fischer Kompakt: Der Vietnamkrieg

 (2)
Erschienen am 20.10.2004
Cover des Buches Südtirol (ISBN: 9783706513487)

Südtirol

 (2)
Erschienen am 21.05.1999
Cover des Buches Berlinkrise und Mauerbau (ISBN: 9783789283024)

Berlinkrise und Mauerbau

 (1)
Erschienen am 25.05.2009
Cover des Buches Fischer Kompakt: Der Kalte Krieg (ISBN: 9783596155514)

Fischer Kompakt: Der Kalte Krieg

 (1)
Erschienen am 15.09.2011

Neue Rezensionen zu Rolf Steininger

Cover des Buches Geschichte Südtirols (ISBN: 9783406734120)W

Rezension zu "Geschichte Südtirols" von Brigitte Mazohl

Schwacher Beginn, aber dann sehr interessant.
wsnheliosvor einem Jahr

Nachdem ich letztens das großartige Buch zur Geschichte Burgunds gelesen habe, war ich hochmotiviert weiter in die Geschichte einzutauchen und habe dann hier zugegriffen, ein Buch über meine alte Heimat. Ein Buch, welches die gesamte Geschichte dieser Region umfasst, hatte ich leider noch nie in der Hand, habe ich mir aber schon lange gewünscht. Also die perfekte Gelegenheit.
Als ich das Buch hier dann begann, kam jedoch die Ernüchterung. Während nämlich das Buch zu Burgund einen tollen literarischen Stil hatte, ist das hier halt sehr nüchtern und sachlich gehalten. Das ist nicht schlecht, man muss sich halt anpassen. Und da kommt leider das eigentlich Problem zum Tragen: Dem Autorenteam fehlt ein drittes Mitglied. Mazohl ist Expertin für österreichische Geschichte und Steininger für Zeitgeschichte. Und daher sind die drei Anfangskapitel, die mich persönlich am meisten interessiert hätten, nämlich Urgeschichte, Römerzeit und Völkerwanderung, leider sehr spärlich und überhastet ausgefallen. Ein dritter Autor, ein Experte für diese Zeit, hätte hier sicherlich gut getan. Nichtsdestotrotz wird das Wesentliche berichtet und ab dem vierten Kapitel, Karl dem Großen, wird das Buch dann richtig tief, ausführlich und detailreich. Man merkt, dass da nun die Autoren zuhause sind. Ab da ist das Buch dann auch richtig spannend zu lesen, mit vielen interessanten Begebenheiten und Informationen.
Obwohl ich Südtirol als meine „alte Heimat“ bezeichne, hatte ich leider nie ein klares Bild über die lokale Geschichte im Kopf. Viele Namen, viele Orte, viele Begebenheiten, aber kein roter Faden. Und daher bin ich diesem Buch sehr dankbar, denn genau das erhält man hier. Außerdem gibt es im Anhang sechs tolle Karten. Was fehlt, ist eine Zeitleiste. Für viele mag das egal sein, aber mir persönlich ist das schon wichtig, weil ich diese immer gerne parallel zur Lektüre studiere und auch später immer wieder gerne darin schmökere, um mein Wissen aufzufrischen. Auch Bilder gibt es keine. Das ist natürlich eine Kostenfrage, aber ein paar Fotoseiten in der Mitte des Buches wären schon schön gewesen.
Insgesamt finde ich das hier ein sehr gelungenes Buch, das die Geschichte Tirols allgemein und Südtirols speziell schön darstellt und auch hilft aktuelle Situationen ins korrekte Licht zu rücken.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Cover des Buches Geschichte Südtirols (ISBN: 9783406734120)W

Rezension zu "Geschichte Südtirols" von Brigitte Mazohl

Weder Italien noch Österreich --> Südtirol eben!
wschvor einem Jahr

Die wundervolle Landschaft Südtirols zieht jährlich alleine aus Deutschland hunderttausende Gäste an. Die 10.278 Südtiroler Beherbergungsbetriebe stellten 2017/18 insgesamt 224.618 Betten zur Verfügung; in denen während des genannten Zeitraumes 16,5 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste gezählt wurden.

Dass Südtirol derart beliebt ist, ist absolut verständlich. Landschaft, Natur, Klima, Gastronomie - alles super. Aber wie sieht es mit der sehr bewegten Geschichte dieser Landschaft aus? Diese interessanten Fragen beantwortet das Autorenteam Brigitte Mazohl und Rolf Steininger auf knapp 270 Seiten des Taschenbuches. 

Brigitte Mazohl, geboren in Bozen, also Südtirol ist Professorin für Geschichtswissenschaften an der Universität Innsbruck , also Nordtirol. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die österreichische, deutsche und italienische Geschichte in der Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg. Perfekt, um dieses interessante und bei aller Geschichtswissenschaft sehr gut lesbare Buch mit zu verfassen.

Rolf Steininger, leitete von 1984 bis 2010 das Institut für Zeitgeschichte der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Steininger beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie der Geschichte Südtirols und Österreichs.in Westfale, leitete von 1984 bis 2010 das Institut für Zeitgeschichte der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Steininger beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie der Geschichte Südtirols und Österreichs.

Das Buch befasst sich aber nicht nur mit den Entwicklungen Südtirols seit etwa 1790. Es beginnt mit der Frage, ob 'Ötzi' ein, neudeutsch gesagt, Österreicher oder doch ein Italiener war. Gefunden wurde die vom Gletschereis mumifizierte und für ihr Alter bestens erhaltene Leiche samt Bekleidung, Waffen, Werkzeugen erst im Jahr 1991. Ötzi dürfte etwa zwischen 3350 und 3100 v. Chr. gelebt haben, genauere Vermessungen seines Fundortes ergaben, dass er knapp 100 Meter von der Grenze zwischen dem heutigen Italien und Österreich entfernt verschied. Demnach also nach heutigem Sprachgebrauch Südtiroler war. Was dazu führte, dass der in der Jungsteinzeit gefriergetrocknete Mann seine letzte Ruhe bei -6°C in einem eigens dafür neu errichteten Archäologischen Museum in Bozen fand.  

Wer nicht derart weit in der Geschichte zurück gehen will, was allerdings Schade wäre, findet mehr als genug Interessantes, Wissenswertes. Vom Imperium Romanum mit der Unterscheidung zwischen Raetia (im Westen bis einschliesslich der Bodenseeregion, im Norden hoch bis Regensburg, im Osten verlief die Grenze grossteils am Inntal entlang), Noricum (zu dem auch Salzburg und Lienz gehörte) und der Regio X Venetia et Histria. Über das adlige, königliche Geklüngel im Mittelalter, als aus macht- und geopolitischen Gründen die abenteuerlichsten Heiraten verabredet wurden. Bis hin zu den zahlreichen Kriegen und Schlachten im Ersten Weltkrieg (Stichwort Dolomitenkrieg), der mit dem infamen Vertrag von Saint-Germain sein völkerrechtlich bindendes Ende fand. Und Südtirol dem italienischen Staat zugeschlagen wurde. 

Die Zeit der italienischen Faschisten unter Benito Mussolini, der Südtirol zwangs-italienisierte, wird ebenso behandelt wie die krichenrechtlichen Aspekte. Der Vinschgau (Reschenpass bis Meran) gehörte beispielsweise einst zum Fürstbistum Chur, der heutigen Hauptstadt des Schweizer Kantons Graubünden.

Wer sich heute auf der erst in den 1960er und 1970er Jahren gebauten und somit eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt an den kilometerlangen Kolonnen von Sattelschleppern vorbei müht, wird sicher nicht wissen. dass das Eisacktal, welches die Autobahn längs zerschneidet, so beschwerlich zu überwinden war, dass der Warentransport einst über den Ritten durchgeführt wurde. 

Oder dass der Bergbau (Silber und Kupfer), unter anderem im Raum Sterzing, durch die billigen Silber'importe', besser gesagt den Silberraub der Spanier in Südamerika, sein Ende fand.

Wer weiß, dass "bei Schlanders im Vinschgau, im Eisacktal bei Brixen und vor allem im Raum um Rovereto, wo die Seide auch industriell verarbeitet wurde" (Seite 214) Seidenraupen gezüchtet wurden?

Die Aktionen des 'Berfreiungsausschusses Südtirol' (BAS) hatte ihren Höhepunkt im Juni 1961, In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni wurden von den Aktivisten 37 Hochspannungsmasten gesprengt. In der Absicht, Südtirol wieder zu einer politisch nicht zu Italien gehörenden Region zu machen. 

Erst die im Rahmen der EU geschlossenen Verträge beendeten diese ganzen offen ausgetragenen Auseinandersetzungen.

Wobei auch heute ein Südtiroler mit Fug und Recht sagen wird: 

"Ich bin kein Italiener, ich bin kein Österreicher, kein Deutscher - ich bin Südtiroler!"


Warum dem so ist, das steht in diesem Buch.


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Cover des Buches Südtirol (ISBN: 9783706513487)Emotionens avatar

Rezension zu "Südtirol" von Rolf Steininger

Südtirol, bis heute gespalten, seinen Weg in eine Zukunft des friedlichen Zusammenlebens gehend!
Emotionenvor 5 Jahren

Das Buch "Südtirol - Vom ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart" wurde von Rolf Steininger, einem deutsch-österreichischen Historiker verfasst und spiegelt die Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Südtirol wider.


Handlung
Einerseits werden die trockenen Fakten der Geschichte wiedergegeben, andererseits wird dies auf eine angenehme Art und Weise getan. Natürlich ist das Buch kein Roman, doch die Handlung lässt sich doch ein bisschen wie eine Geschichte lesen, dafür sorgen zusammenhängende Texte, die nur selten von Bildern oder Aufzählungen unterbrochen werden. Die Ereignisse werden alle sehr ausführlich dargestellt, wer sich ein genaues Bild von Südtirol machen will, der ist hier bestimmt gut bedient, ich hätte mir oft die eine oder andere Seiten weniger gewünscht - vor allem weil wir ziemlich viel des Buches als Hausaufgabe lesen mussten :D


Charaktere
Hierzu lässt sich bei diesem Buch nicht viel sagen, denn ein Sachbuch hat ja keine Protagonisten wie sie in belletristischen Büchern zu finden sind. Steininger ist jedoch in diesem Punkt sehr ausführlich, denn sowohl die Standpunkte der Faschisten, der deutschsprachigen Südtiroler als auch der Nazis werden präsentiert. Südtirol - ein gebeuteltes Land, das als Spielball zwischen Duce und Führer hin und her wechselt. Gut dargestellt wird hier auch der Konflikt zwischen den Südtirolern, als sie sich im Zuge der Option entscheiden müssen, ob sie im faschistischen Italien bleiben wollen oder für Hitler und damit für das Dritte Reich optieren.


Schreibstil
Das Buch soll nicht unterhalten, es soll informieren. Das ist dem Autor auch gelungen. Als Universitätsprofessor ist er dabei auch sehr objektiv vorgegangen, soweit ich das beurteilen kann. Wer sich für Geschichte interessiert, der wird das Buch sicher spannend finden.


Fazit
Ich finde es sehr wichtig, über meine Geschichte Bescheid zu wissen, auch wenn ich mich nicht in dem Ausmaße dafür interessiere, wie das andere vielleicht tun. Hätte ich das Buch selbst in der Buchhandlung gesehen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gekauft, aber als Lektüre im Geschichtsunterricht hat es nicht geschadet. Nicht die Art von Buch die ich sonst leben würde, aber für den einen oder anderen sicher lesenswert. Für mich war es okay.

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