Rolf Waller

 3.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Noch ist es Zeit.

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Noch ist es Zeit

Noch ist es Zeit

 (8)
Erschienen am 10.02.2017

Neue Rezensionen zu Rolf Waller

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Rezension zu "Noch ist es Zeit" von Rolf Waller

Etwas langatmig
Curinvor 2 Jahren


Zürich in den 50er Jahren: Der junge Roger kommt aus einem Dorf in die Großstadt und verspricht sich davon ein besseres und aufregendes Leben. Schnell merkt er jedoch, dass sich viele seiner Träume in der Realität nicht verwirklichen lassen. Bald verliebt er sich in Simone, doch es verläuft alles anders als gedacht... .
Das Buch beginnt etwas schwerfällig und mir fiel es nicht leicht,richtig in die Handlung einzusteigen. Ohne viele Erklärungen ist man direkt mit Roger im ,,Niederdorf", der sogenannten Amüsiermeile in Zürich und erlebt, welchen Eindruck die verschiedenen Orte auf ihn machen, wen er dort alles trifft und vor allem, was er darüber denkt.
Anders als ich nach dem Klappentext erwartet habe, ist Roger nicht der gedankenlose ,,verlorene Sohn", sondern ein junger Mann, dem ziemlich viel durch den Kopf geht. Alles, was ihm begegnet, wird genau reflektiert und von ihm durchdacht. Dabei wundert man sich manchmal, dass er dennoch viele Dinge erst spät durchschaut und sehr lange braucht, um aus gewonnenen Erkenntnissen seine Schlüsse für sein Leben zu ziehen. Die Nebenfiguren im Buch fand ich relativ farblos und auch mit dem Mädchen Simone konnte ich nicht richtig warm werden.
Den Schreibstil habe ich als sehr ungewöhnlich empfunden und musste mich lange daran gewöhnen. Vor allem die geführten Gespräche und die Gedanken von Roger wirkten oft sehr künstlich und irgendwie unecht. Oft konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich wirklich jemand so unterhält. 
Was das Buch allerdings besonders macht, ist die enthaltene Botschaft, dass bestimmte Vorstellungen und Versprechungen, die uns gemacht werden, der Realität nicht stand halten können. Letztendlich zeigt mir Rogers Geschichte, wie man mit dieser Erkenntnis umgehen kann und das nur der Glaube an Gott wahre Freiheit und wahres Glück schenken kann.
Auch wenn ich mich persönlich nicht so ganz mit ,,Noch ist es Zeit" anfreunden konnte, denke ich doch, dass das Buch auf jeden Fall lesenswert ist. Daher empfehle ich es gerne hier weiter.

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W

Rezension zu "Noch ist es Zeit" von Rolf Waller

Dieses Buch sucht sich seine Leser selbst aus
Waschbaerinvor 2 Jahren

Bei dem Roman „Noch ist es Zeit“ von Rolf Waller handelt es sich um ein sehr spezielles Buch. Wäre es ein Film, man würde diesen sicherlich im Programmkino oder unter der Bezeichnung „der besondere Film“ auf die Leinwand bringen. „Noch ist es Zeit“ spricht daher eher ein spezielles Klientel an und wird wohl weniger von der breiten Masse gelesen werden. Dazu kommt noch diese teilweise sehr altmodische Sprache, die mich mitunter mehr an Shakespeare erinnerte als an ein Buch des 20. Jahrhunderts.

Doch dann muss ich wiederum sagen, dieses Buch hat etwas, was man in vielen Romanen der heutigen, schnelllebigen Zeit vermisst – Tiefgang und eine Seele. Je stärker man sich auf die Handlung einlässt, umso tiefer taucht man ab in menschliche Zweifel und Abgründe.

Im Mittelpunkt des Romans steht Roger, ein junger Mann vom Lande, der in den 50ern des letzten Jahrhunderts nach Zürich kommt. Aus der ländlichen Beengtheit in dieses weite und pralle Leben der Großstadt. Es sind keine Eltern mehr zur Stelle die Ermahnungen aussprechen und Roger sagen, was gut oder schlecht für ihn ist.

Anfangs ist dieser Protagonist nicht recht greifbar in seinem äußeren Erscheinungsbild. Der Leser weiß nicht einmal, welchen Beruf er nun ausübt. Das erfährt man erst später - so nach und nach. Was man weiß ist, dass er in einer Pension wohnt und die Besitzerin großen Wert auf eine familiäre Atmosphäre in ihrem Hause legt. Oft genug ist sie Zuhörerin und Seelentrösterin ihrer Gäste.

Roger, geblendet von dem Nachtleben der Großstadt, erliegt der Faszination des schönen Scheins, der Leichtigkeit des Seins unter Alkoholeinfluss. Er trifft auf Frauen die sich verkaufen um selbst zu überleben oder ihren Kindern eine Zukunft zu ermöglichen, jedoch für ihre Arbeit die Freier verachten, die wiederum selbst keinerlei Achtung vor diesen Frauen haben. Siehe S. 141: „... Oder haben Sie sich vielleicht in den Kopf gesetzt, das Schlechte aus der Welt zu schaffen? Dann verpuffen sie ihre Kräfte allerdings am falschen Ort. Denn mein Verschwinden würde bestenfalls ein neues, vielleicht noch unverdorbenes Geschöpf auf die Bühne locken. Und glauben sie nicht, dass eine Schließung der Lokale oder die Verhaftung all meiner Kolleginnen Sie Ihrem Ziel näherbringen würde. Wir existieren ja nur, weil man uns sucht, nimmt, bezahlt – und wieder stehen lässt. Und man wird uns immer brauchen – solange es Männer gibt. Um dem Übel Herr zu werden, müssten Sie an die Ausrottung des männlichen Geschlechts denken. Nun, vielleicht beginnen Sie am besten mit sich selbst.“

Wir begegnen den Herren in dunklen Anzügen,  weißen Kragen und Krawatten. Zu Hause biedere Ehemänner, aber zu Tode gelangweilt und sich deshalb in zwielichtigen Kreis ihre aufregenden, erotischen Abenteuer suchend.

Aber wir lesen auch von der Liebe, der falschen Moral der damaligen Zeit, in der sich ein Mädchen als gefallen und minderwertig betrachtet, sich selbst nur deshalb schuldig fühlt, weil ein Mann ihre Liebe und ihr Vertrauen ausnützte. Das Opfer sieht sich als Täter.

Wie anfangs gesagt, es ist ein vielschichtiges Buch mit Blick in die Abgründe des menschlichen Verhaltens und der menschlichen Psyche. Ein Ehemann (S. 64) der die Bedürfnisse seiner Frau ignoriert und sich später wundert, dass sie sich von ihm trennt. Wie oft kommt dies im realen Leben vor? Ein Partner ist so mit sich selbst und seinem eigenen Tun beschäftigt, dass er den anderen nicht mehr sieht.

Wie oft spielen Menschen nur eine Rolle, in der sie sich selbst gefallen? Seite 81 unten: „Aber hatten seine spontanen Äußerungen auch tatsächlich seinen wahren Gedanken entsprochen, fragte er sich nun. Und gab es unter den vielen Anklägern auch nur einen einzigen, der im Verborgenen nicht selber tat, was er in der Öffentlichkeit, ja, selbst in seiner vertrauten Umgebung, entschieden zu verheimlichen pflegte?“

Auf S.  89 geht es um den Stierkampf. „... der für viele Spanier nichts ist als eine Zwiesprache mit dem Tod...... Was wollen wir sie deshalb verachten, wir zivilisierten Tierfreunde, die wir uns nicht scheuen, Pferde und Hunde zu unserem Vergnügen zu Tode zu hetzen..... Dabei behandeln wir unsere Tiere nicht anders. ... Wir genießen vakuumverpacktes Fleisch, bei dem der Tod des Tieres gewissermaßen weggepackt wurde.“

Der Autor dieses Romans legt an vielen Stellen seine Finger in Wunden, dass der aufmerksame  Leser den Schmerz bis in die tiefsten Winkel seiner Seele verspürt. Es werden Dinge und Wahrheiten angesprochen, von denen man im Grunde nichts hören will. Es ist eben ein etwas altmodisches Buch. 

Erst im Gespräch mit Francois findet Roger wieder sich selbst, sieht einen Weg, der zu ihm passt und den er gehen kann.

Wie ich schon zu Beginn schrieb, dies ist kein Buch für die großen Massen, sondern ein Roman, der sich seine Leser selbst aussucht. Jedoch, der interessierte Leser, der sich finden lässt, wird mit vielen Denkanstößen belohnt werden.

 

 

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irismarias avatar

Rezension zu "Noch ist es Zeit" von Rolf Waller

in der Schweiz der 50er Jahre
irismariavor 2 Jahren

Rolf Wallers Roman "Noch ist es Zeit" handelt von einer Jugend in der Schweiz der 50er Jahre. Roger kommt vom Land in die Stadt und erlebt in Zürich eine neue ungewohnte Welt. Seine kleinkarierte Erziehung macht ihm das nicht leicht und die Liebe zu einem Mädchen scheitert letztlich daran, dass sich beide nicht als wert für diese Liebe erleben.
Mich konnte das Buch leider nicht begeistern. Die Sprache hat mich gar nicht angesprochen, ich konnte mich nicht in die Zeit eindenken und die Handlung war nicht spannend. Vermutlich bin ich von dieser Zeit zu weit entfernt.

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Gespräche aus der Community

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Arwen10s avatar
Ein etwas anderer Roman ist gerade im fontis Verlag erschienen. Ich danke dem Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

Rolf Waller Noch ist es Zeit










Zum Inhalt:

Zürich. 50er Jahre. Im „Niederdorf“, der legendären Amüsiermeile, tummeln sie sich: die vom Leben Gezeichneten, von den Lichtern und Verlockungen Angezogenen. Auch Roger. Der verlorene Sohn ist aus der dörflichen Enge seiner Jugendjahre geflüchtet. Er dringt tief hinein in den sagenumwitterten Glanz, den all die Bars und Clubs anzubieten haben. Frauen, Freuden und Freiheiten inklusive. Prägung und Realität krachen ineinander. Aufgewachsen im strengkatholischen Milieu, fehlt ihm jegliches Handwerkszeug, um im Leben der Stadt zu bestehen. Zweifel und Verzweiflung wachsen. Alles wird infrage gestellt. Kein Stein bleibt auf dem anderen.


Infos zum Autor:

Rolf Waller wurde mit 29 Jahren Personalchef im Warenhaus „Globus Basel“ mit 900 Angestellten, sieben Jahre später erster Zentraler Personalchef von Basel-Stadt, um beim größten Betrieb der Region (mit 20.000 Mitarbeitenden) ein modernes Personalwesen aufzubauen. Er schrieb ein Fachbuch über Personalmanagement, außerdem Kurzgeschichten und
zwei Romane.


Der Link zur Leseprobe:

https://www.fontis-verlag.com/buch/rolf-waller-noch-ist-es-zeit/




Falls ihr eines der 5 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 15. März 2017, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen ?






Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!





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Letzter Beitrag von  Waschbaerinvor 2 Jahren
Meine Rezi ist nun auch online. https://www.lovelybooks.de/autor/Rolf-Waller/Noch-ist-es-Zeit-1430142779-w/ Außerdem stelle ich diese immer auf weltbild, Thalia, buecher.de und natürlich meiner fb Seite ein. Nochmals danke, dass ich diese Buch mitlesen durfte.
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