Romain Gary Frühes Versprechen

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Inhaltsangabe zu „Frühes Versprechen“ von Romain Gary

Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen. ›Frühes Versprechen‹ enthüllt das fabelhaft bunte Leben von Romain Gary als Sohn einer ebenso despotischen wie liebevollen Mutter. In Wilna geboren, kommt er als 14jähriger nach Nizza und Paris, er wird Pilot, französischer Konsul und der einzige Autor, der zweimal den Prix Goncourt erhielt. Von diesem einzigartigen Fall, in dem mütterliches Wunschdenken von der Wirklichkeit noch übertroffen wurde, erzählt Romain Gary selbstironisch und mit unendlicher Liebe für die verrückteste, anstrengendste, ungewöhnlichste Mutter der Welt.

Ich finde es verstörend, diese Bindung...

— diemeeresindblau
diemeeresindblau

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  • Rezension zu "Frühes Versprechen" von Romain Gary

    Frühes Versprechen
    Sokrates

    Sokrates

    11. October 2011 um 11:46

    Romain Gary wurde 1914 in Vilnius geboren, siedelte jedoch nach Frankreich über, wo er auch 1980 in Paris starb. Gary war ein Alleskönner: so war er nicht nur Schriftsteller, sondern auch Pilot, Regisseur und Diplomat. . Erste Liebe – letzte Liebe ist ein autobiographischer Roman, der erst kürzlich bei SchirmerGraf in neuer Übersetzung unter dem Titel Frühes Versprechen veröffentlicht wurde. Mir lag allerdings die bereits 1960 bei dtv veröffentlichte Ausgabe vor. Im Mittelpunkt des Buches steht Garys Mutter: eine in den Wirren der Zeit recht gescheiterte Persönlichkeit, die nun alles daran setzt, dem Sohn ein bes-seres Auskommen zu sichern. Ihr Lebenszweck besteht also einzig darin, dem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Entsprechend ist ihr Einsatz. Und hier bringt Gary auch eine Erkenntnis zu Papier, die universal ist: die Liebe der Mutter weckt Erwartungen, schafft eine Sehnsucht, die nach ihr keiner, selbst die idealste Partnerschaft nicht an Vollkommenheit ersetzen kann. – Hier hat Gary Recht, denn nur die Liebe der Mutter ist allumfassend, toleriert, trägt nicht nach, verblasst nie. Sie ist unverbrüchlich und unhinterfragt. (Und gerade deshalb hat wohl auch dieses Zitat in Das Labyrinth der Wörter Eingang gefunden.) . Die Roman-Biographie liest sich gut; Garys Schreibstil ist angenehm. Wer sich für Schicksale in den Wirren des 20. Jahrhunderts interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen. Zur Übersetzung sei jedoch angemerkt, dass mir beim Querlesen der aktuellen Ausgabe Frühes Versprechen im Buchladen bereits im ersten Absatz aufgefallen ist, dass sie formvollendeter ist als die Ausgabe der 1960er Jahre.

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  • Frage zu "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger

    Das Labyrinth der Wörter
    linda_wohlgemuth

    linda_wohlgemuth

    Hallo zusammen,
    ich war gestern im Kino und habe mir "Das Labyrinth der Wörter" angesehen...jetzt versuche ich verzweifelt die Buchtitel, die im Film geannt werden, zusammen zu bekommen aber abgesehen von "Die Pest" ist leider nicht sehr viel hängen geblieben. Ich hoffe jemand hat ein besseres Gedächtnis als ich:)

    • 5
  • Rezension zu "Frühes Versprechen" von Romain Gary

    Frühes Versprechen
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 13:23

    Der literarische Proteus - Die vielen Gesichter des russisch-französischen Schriftstellers Romain Gary - In seinem 1961 erstmals auf Deutsch erschienen Roman "Frühes Versprechen" hat Romain Gary seiner Mutter ein monumentales Denkmal gesetzt. Sie war der Dreh- und Angelpunkt seines Lebens. Entstanden ist ein empathisches, aber auch sehr selbstironisches Buch über einen verletzlichen Mann, der letztendlich an zu hoch gesteckten Zielen zerbrach. "Noch heute staunen die französischen Kritiker und Biografen über die vielen Gesichter des 'Chamäleons' Romain Gary. Er führte ein abenteuerliches Leben wie Stendhal, er war ein schreibender Diplomat wie Giraudoux, er arbeitete ähnlich produktiv wie Balzac und heiratete eine deutlich jüngere amerikanische Schauspielerin, genau wie Arthur Miller." So ist es im Nachwort von Sven Crefeld in Romain Garys Roman "Frühes Versprechen" zu lesen. Romain Gary machte einer Gestalt aus der griechischen Mythologie - dem Proteus - alle Ehre. Auch Gary nahm im Laufe seines Lebens viele Gestalten an. Unter sechs Pseudonymen veröffentlichte er sein weit gespanntes Werk, gab getürkte "Interviews" in ausschweifender Länge und schlug dem Pariser Literaturbetrieb das wohl größte Schnippchen, indem er das Unmögliche möglich machte und den Prix Goncourt zweimal erhielt: 1956 für seinen Roman "Les racines du ciel" (deutsch: "Die Wurzeln des Himmels") und 1975 für "La vie devant soi" (deutsch: "Du hast das Leben noch vor dir"), veröffentlicht unter dem Pseudonym Émile Ajar. Der Betrugsfall wurde erst nach seinem Selbstmord enthüllt - von ihm selbst. Beinahe groteske Liebes- und Lebensgeschichte Aus ärmsten Verhältnissen stammend, sagte ihm seine Mutter - Nina Kacew - bereits als Kind eine strahlende Karriere voraus: Er werde einmal Botschafter von Frankreich und ein berühmter Schriftsteller (nachdem die Karriere als Geigenvirtuose, Sänger und Balletttänzer mangels Talent ausschied). Anfänglich verständlicherweise von allen verlacht, bewahrheitete sich letztendlich alles. Ausschlaggebend waren sicherlich der exorbitante Ehrgeiz seiner Mutter, ihr unerschütterlicher Glaube und ihr unbeugsamer Wille zur Verwirklichung der eigentlich undenkbaren Laufbahn ihres abgöttisch geliebten Sohnes. Romain Gary hat ihr dieses Buch - welches erstmals 1960 in Frankreich erschien - gewidmet: ein größtenteils autobiografischer Roman seiner Kindheit und Jugend, der den Aufstieg vom einfachen Jungen aus dem russischen Wilna, über ein gefährdetes Emigrantenschicksal in den 30er Jahren an der Cote d'Azur bis zur schillernden Karriere eines hoch dekorierten Piloten der Royal Air Force erzählt (mit der Rückkehr aus dem Krieg endet der Roman). Gleichzeitig oder vor allem ist es jedoch eine zärtliche Hommage an die Frau, deren alles beherrschende Mutterliebe ihn leitete, lenkte, aber auch überforderte. "Frühes Versprechen" offenbart eine manchmal beinahe als grotesk zu bezeichnende Liebes- und Lebensgeschichte, gewürzt mit den "expressionistischen Herzensergüssen" seiner Mutter und einer gehörigen Portion Selbstironie. "Humor ist das Manifest der Würde", so Gary. Es ist eine charmante und ansprechende Geschichte der Selbstentdeckung, geprägt von gleichzeitiger gedanklicher Tiefe. Mit Nietzsche gesprochen: Es ist eine Geschichte über das Leben als Kunstwerk. Nicht alles ist wahr, einiges wurde hineinfabuliert, anderes pittoresk herausgeputzt und große Teile der zeitweise düsteren Lebensumstände aufgehellt, "aber der Kern der unerhörten Geschichte, dass eine Frau die strahlende Zukunft ihres Sohnes ausmalt und nach ihrem Tod ziemlich exakt Recht bekommt, dieser Kern ist wahr.", ist im Nachwort zu lesen. Unstillbares Verlangen Die zum Teil erdrückende Mutterliebe und das Implizieren von allzu hochgesteckten Zielen und Erwartungen machten aus dem kleinen Roman Kacew den ruhelosen Romain Gary: Ein Mann, ständig auf der Suche und der Gefahr ausgesetzt, "verdurstend an jeder Quelle zu sterb'n" und letztendlich den Widerständen der Realität nicht gewachsen. Permanente Ruhelosigkeit zeichnete ihn im Erwachsenenalter aus. Gary bezeichnete es selbst als verzweifelte homerische Schlacht, "um die Welt wieder in Ordnung zu bringen und sie mit dem naiven Traum jener Frau in Einklang zu bringen, die [er] über alles liebte." In seinen Büchern lässt er seine Protagonisten - die sicher einen großen Teil seiner eigenen Identität ausmachten - die Liebe leben, die er selbst nicht lebte. Diese Helden können - im Gegensatz zu ihm - ihre Biografie verlassen und sich eine neue erfinden. Garys "Heißhunger auf Leben" triebt ihn zum Schreiben und zum Ortswechsel. In dem fingierten Gespräch mit François Bondy, das 1974 unter dem Titel "La nuit sera calme" erschien, sprach es der Autor aus: "Wenn ich zu lange in meiner Haut bleibe, fühle ich mich beengt, mir selbst aufgehalst und klaustrophobisch. (...) Ich beginne einen Roman, um dahin zu laufen, wo ich nicht bin (...), um mich zu verlassen, um mich wiederzuverkörpern." Dieses unstillbare Verlangen konnten weder eine Frau - "Ich bin ein Gefangener der Erinnerung geblieben. Einer unauffindbaren Weiblichkeit…" - noch die Kunst stillen. Romain Gary nahm sich am 2. Dezember 1980 das Leben. Fazit: Ein beeindruckendes Buch über die Offenbarung der Schattenseiten einer allzu engen Symbiose, gleichzeitig jedoch eine mit viel Wärme, Zuversicht und Humor geschriebene Hommage an eine äußerst enge Mutter-Sohn-Beziehung.

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  • Rezension zu "Frühes Versprechen" von Romain Gary

    Frühes Versprechen
    Clari

    Clari

    19. June 2008 um 18:46

    Romain Gary ist in die Literaturgeschichte eingegangen als erster und einziger Dichter, der den Prix Goncourt zweimal erhalten hat. Für den Roman „ Die Wurzeln des Himmels „ 1956 und 1976 noch einmal für seinen Roman „ Du hast das Leben noch vor Dir “, den er unter dem Pseudonym Émile Ajar veröffentlicht hatte. Im vorliegenden Roman hat er seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet und seiner skurrilen, abenteuerlichen und einmaligen Mutter ein Denkmal gesetzt. In den legendären zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, einer dekadenten Epoche, spielt sich das Leben der beiden zuerst in Polen und später in Nizza/Frankreich ab. Cit: Sie kam nach Hause, setzte sich in die Ecke, zündete sich eine Zigarette an und schaute ihn strahlend an. Komm her und gib mir einen Kuss! Cit Ende. Mit Sätzen wie diesen hat seine Mutter Nina Kacew ihren Sohn umgarnt, geliebt, verwöhnt und in den Himmel gehoben. Eine seltsame und abgöttische Mutterliebe hat hier Eingang in die Literatur gefunden. Gary hat mit Ironie und Sarkasmus, humorvoll und sensibel die Welt seiner Kindheit wieder belebt, die im Roman als eine einzige große Inszenierung erscheint. Die Mutter, Schauspielerin ohne Fortune, redet sich selber und ihrem Sohn täglich ein, wie berühmt, großartig und einzigartiger er seinem eigenen und ihrem Leben zu Glanz verhelfen wird. Nachdem sie für ihn den Beruf des Geigers, Balletttänzers und Sängers mangels Talents verworfen hat, soll er Offizier, Diplomat oder Schriftsteller werden. Leidenschaftlich Francophil ist sie und bleibt es ihr Leben lang. Voller Träume und irrwitziger Anstrengungen, sich an der Realität vorbei zu mogeln, schafft sie es immer wieder, ihren Lebensunterhalt auf die abenteuerlichste Weise zu sichern. Sie scheut dabei keine Erniedrigungen und keinen Größenwahn, um sich und anderen den Rausch der Berühmtheit vorzugaukeln. Mit umwerfender Grandezza demonstriert sie bei jeder Gelegenheit ihre Größe. Als Hutmacherin, Besitzerin eines Couture Salons, Hotelbetreiberin und auf vielen Zwischenstationen bis dahin: Gary lässt keinen Zweifel an der Hochachtung, mit der er ihre Bemühungen anerkennt. Sie war nicht nur eine Jongleurin im täglichen Überlebenskampf, sondern auch eine begnadete Altruistin, die um des Sohnes willen enorme Leistungen und Entbehrungen auf sich genommen hat. Anrührend und herzergreifend hört sich die Szene an, in der ein älterer Bewerber bei Romain um die Hand seiner Mutter anhält,--vergebens! Wo blieb er selbst hinter der Fassade? Er hat das Beste daraus gemacht: ein wenig Hochstapler, ein wenig Gentleman und Casanova kann er vor allem hinreißende Geschichten aus seinem Leben erzählen. Mit Leichtigkeit und im Wissen um die Vergänglichkeit auch der schönsten Träume, berichtet er von waghalsigen Unternehmungen, seiner unwiderruflichen Treue zu sich selber und zu seiner Mutter und über die Lebensumstände, die sie beide, als er 12 Jahre alt war, von Polen nach Nizza in Frankreich führte. Mutter und Sohn hatten ein tollkühnes Leben. Die Abenteuer, die Gary mit ihr erlebt, sind legendär, und sie finden in den Geschichten des gemeinsamen kleinen und großen Alltags ihren Niederschlag. Ob alles am Ende genau so gewesen ist? In einem letzten Teil ist er im Krieg, und da geht es eher ernst zu. Seine Überlebenskraft zieht er aus der steten inneren Präsenz der Mutter. Literatur sei zur Wirklichkeit geworden, wird im Begleittext vermerkt. Keiner kann sich dem Charme der verstiegenen Traumwelt entziehen. Mit sprühenden Einfällen gibt der Autor seinen Schilderungen einen Glanz, der ihm zu Recht Literaturpreise eingetragen hat! Die enge und dominante Mutter- Sohnbeziehung wird mit erstaunlicher Liebe und Distanz zugleich beschrieben. Sie bleibt frei von allen Deutungen. Nur ein Gutachten der Prinzessin Marie Bonaparte, der Psychoanalytikerin und engen Mitarbeiterin S. Freuds, in dem seine vermeintliche psychische Abnormität erörtert wird, zeigt er spielerisch und belustigt herum. Hat seine Seele wirklich Schaden genommen? Er wurde Pilot im zweiten Weltkrieg, Diplomat, und am Ende Schriftsteller, -----und er wurde berühmt! Den mit unglaublicher poetischer Kraft ausgezeichneten Roman liest man in einem Zug und versinkt in der fernen Welt der zwanziger Jahre, die so viele Möglichkeiten für Müßiggang, Hochstapelei, Reichtum und Überlebenskunst bot. Das Buch ist sorgfältig ediert. In einem Nachwort von Sven Crefeld kann man erfahren, welche Intention Gary mit seiner Romanversion verfolgte. Außerdem sind seine Lebensdaten aufgeführt. 1980 hat Roman Gary seinem Leben ein Ende gesetzt. Sein Ruhm wird mit der Neuauflage seines Bestsellers aus den sechziger Jahren in der hervorragenden Übersetzung von Giò Waeckerlin Induni in den Focus einer geneigten Leserschaft gerückt und wird seinen Bekanntheitsgrad sicher festigen.

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