Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte

von Romain Puértolas 
3,4 Sterne bei91 Bewertungen
Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (46):
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Ein gutes und lustiges Buch :D

Kritisch (18):
susiunis avatar

Lustiger Road-Trip-Roman. Hatte mir allerdings mehr erzählerische Raffinesse und Tiefgang erhofft.

Alle 91 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte"

Aya, charmanter Hochstapler in Turban und Seide, reist eines Tages aus seinem kleinen indischen Dorf nach Paris. Er möchte dort das Objekt seiner Begierde erstehen: ein brandneues Nagelbett von Ikea. Kaum angekommen und mit nichts als einem falschen Hundert-Euro-Schein in der Tasche, nistet er sich über Nacht in einer Ikea-Filiale ein. Prompt gerät er in einem Schrank auf eine turbulente Reise quer durch Europa, die seinen Blick auf die Welt für immer verändern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596030286
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.07.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.04.2014 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    andre-neumanns avatar
    andre-neumannvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nette Idee
    Nette Idee

    Ganz netter Idee, einen Inder in Europa stranden und einige Abenteuer erleben zu lassen. Aber leider war das Buch weder besonders lustig, noch vermochten die beschriebenen Abenteuer, mich zu fesseln. Immerhin ist das Buch leicht zu lesen, so dass ich es bis zum Ende durchgehalten habe - wenn auch nur mäßig gut unterhalten.

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    L
    Lesebegeistertevor 9 Monaten
    ...wirklich eine unglaubliche Reise...

    Der Fakir, dessen Name unaussprechlich ist, wollte sich eigentlich nur das neueste Nagelbrett kaufen. Doch stattdessen erlebt er das Abenteuer seines Lebens. Er bereist per Zufall Städte wie Paris, England, Barcelona und Rom. Auch die Liebe seines Lebens lernt er kennen. Ein wunderbar schräges und witziges Buch.

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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 3 Jahren
    Humor und Ernst in einer verrückten Geschichte

    Taschenbuch: 304 Seiten
    Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-13: 978-3596030286
    Originaltitel: L'extraordinaire voyage du fakir qui était resté coincé dans une armoire Ikea
    Preis: 9,99 €

    Humor und Ernst in einer verrückten Geschichte

    Inhalt:

    Der Fakir Ayarajmushee reist von Indien nach Paris, um bei IKEA ein neues Nagelbett zu erstehen. Plötzlich findet er sich in einem Schrank wieder, der dummerweise verschickt wird. Adjö Nagelbett, hallo Europa! Es verschlägt den Inder immer wieder in ein anderes Land, er lernt die verschiedensten Menschen kennen und wird schließlich selbst ein besserer Mensch.

    Meine Meinung:
    Anfangs konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Es schien mir erzwungen komisch, und ich konnte über die wenigsten Gags lachen. Penetrant fand ich die Verballhornung der indischen Namen, die im Deutschen nicht immer glücklich war, z.B. „Diring Yogoor (sprich Trinkjoghurt)“ (S. 22). Besser war da schon „Kishloorayin (sprich Quiche Lorraine)“ (S. 22).

    Auch die Ereignisse, die unserem Fakir, der eigentlich ein Trickser ist und gar kein echter Fakir, widerfahren, fand ich nicht so witzig bzw. nicht besonders witzig erzählt. Nach der Wende in dem Buch, nämlich in dem Moment, wo die Reise des Inders eine unvorhergesehene Richtung nimmt, kommen weitere Aspekte hinzu. Hier wird es eigentlich ganz schön ernst, es sprudelt nur so vor Gesellschaftskritik, es geht um Flüchtlingspolitik und andere aktuelle Themen, wenngleich die Verpackung immer noch humorvoll ist. So langsam hatte ich mich wohl auch mit dem Humor angefreundet, denn je weiter ich las, desto mehr konnte ich schmunzeln. Vielleicht lag es aber auch daran, dass mich der ernsthafte Inhalt mehr ansprach und ich deshalb wohlmeinender war.

    Es ist ein Buch von der Art ähnlich dem Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, aber ein ganz anderer Humor und eine andere Erzählweise. Mir hat das Kurze, Knappe fast besser gefallen als das Ausschweifende beim Hundertjährigen.

    ★★★★☆

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    MelEs avatar
    MelEvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Angriff auf die Lachmuskeln. So viel Pech / Glück hat doch kein Normal Sterblicher. Voller Ironie und Bissigkeit.
    Angriff auf die Lachmuskeln und gnadenlos übertrieben dämlich ☺

    Schon alleine der Titel des Buches "Die unglaubliche Reise des Fakirs,  der in einem Kleiderschrank feststeckte" ist der Oberbrüller und daher freute ich mich sehr, das dieses Buch mir vom Verlag zugesandt wurde. Ob ich es mir gekauft hätte, lasse ich einfach mal dahingestellt. Wer auf eine Lektüre Lust hat, die man nicht allzu ernst nehmen sollte, ist mit diesem Buch wirklich gut bedient. So viel Pech / Glück wie dieser beschriebene Fakir im Buch kann wirklich kein Mensch haben. Ich habe oft tief in mich hineingegrinst und flog förmlich durch die Seiten um immer mehr Pechsträhnen, die sich im Nachhinein als Glücksgriff herausstellen, mitzuverfolgen. Ayarajmushee wie unser Fakir heißt, ist ein echter Schurke und fällt duch seinen Durchtriebenheit wirklich auf die Nase, denn wer so frech ist und sich viele Dinge herausnimmt wie Ayarajmushee muss einfach Strafe zahlen, auch wenn dieses bedeutet in einem Schrank ohne Schuhe nach Barcelona zu reisen. 
    Natürlich darf man das Buch nicht so ernst nehmen, denn dann verspricht es wirklich jede Menge Spaß im Irrsinn des Fakirs Ayarajmushee.
    Amüsant und ein Angriff auf meine Bauchmuskeln. Eigentlich ist Ayarajmushee zwar ein Betrüger, wie er im Buche steht, aber auch ein schlaues Köpfchen, welcher er nutzt um ein Buch zu schreiben. Was bleibt ihm auch anderes übrig, wenn man im Frachtraum festsitzt und nur einen Hund als Begleiter hat? 
    So ein irrsinniges Buch habe ich ehrlich gesagt noch nie gelesen, aber deshalb hat es wohl auch Seltenheitswert. Ich habe mich wirklich wohlgefühlt, da ich meine Gehirnzellen auch nicht sonderlich anstrengen musste und einiges an Lachern garantiert bekam.
    Lest das Buch nur, wenn ihr alles was ihr erwartet verwirft und euch einfach mal veräppeln lassen wollt von einem Trickbetrüger, der erstens nicht auf den Mund gefallen ist um sich herauszureden und zweitens die Fettnäppfchen anzieht, wie die Motten das Licht. Ehrlich gesagt bin ich froh, das dies nur eine fiktive Geschichte ist, denn in Wahrheit könnte ich sie kaum ertragen ☺ Auch so Namen wie RaschmelkdieKuh würde ich kaum verkraften können und hoffe sie sind nur aus einer Laune heraus entstanden. 

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Bücher können auch Verschwendung von Ressourcen sein...
    Irrungen, Wirrungen und Wut einer enttäuschten Lesesüchtigen

    Eine Abbruch Rezension.

     

    Warnung: Buch wurde nicht beendet, dafür gleich die Abrissbirne in Gang gesetzt.

     

    Etwaiges weiterlesen auf eigene Gefahr und in ebensolcher Verantwortung.

     

    Als Lesejunkie schätze ich bei meinem präferierten Dealer, der „Stadtbibliothek unten am Fluss“ (Stabi), erstens die in der ersten Stunde kostenfrei Parkmöglichkeit, mit fast immer garantiertem Parkplatz. Zweitens die günstige Möglichkeit zuverlässig an Stoff zu kommen. Dazu noch das meist freundliche und hilfsbereite Personal, welches nicht nur fachlich engagiert sondern nebenbei auch noch kompetent ist. Selten heutzutage, denn erstaunlicherweise findet man dies in der Buchhandlung des Vertrauens leider nicht, dabei ist der Stoff dort erheblich teurer.

    Drittens und mir als Buch Junkie immens wichtig: Die Möglicheit durch die Regale zu huschen und nach momentanem Gusto Bücher zu grabschen, die mit Cover, Titel oder sonstwie locken.

    Jaja, ich weiß; „don’t judge a book by it’s Cover“. Völliger Quatsch! Nur gültig für Kauf Bücher, nie für Leihstoff, weshalb auch?

    So gibt es auch bei den Leih CDs manchmal herrliche Überraschungen, etlich hörenswerte Mucke wäre mir so schlicht entgangen, aber, andere Baustelle; die Abrissbirne ruft.

     

    Letztens griff ich also bei den Neuerscheinungen zu: „Die unglaubliche Reise des Fakirs der in einem Ikea Schrank feststeckte“  Debüt Roman des Franzosen Romain Puértolas.

    France Culture urteilt auf dem Klappentext: „So ein Buch gibt es ganz ganz selten“; L’Indépendant: „Erfrischend komisch. Puértolas hat einen höllisch scharfen Sinn für Humor“

    Dazu noch der Spiegel Bestseller Aufkleber, skurriler Titel und grelles Cover; der Fakir durfte in den Rucksack.

     

    Nett las er sich an, sofortiger Einstieg in die Story, locker zu lesen, doch nach den ersten 50 Seiten sprang sie mich an. DIE UNLUST. Augen auf und durch, 20 Seiten weiter hatte sie sich bereits soweit ausgebreitet, dass Wachstum, analog zur globalökonomischen Situation, gar nicht mehr möglich war, und dennoch wurde die UNLUST zusehends größer.

     

    Der Plot um den Nagelbett Schnäppchen erreisenden indischen Fakir, dessen Dorf ihn mit einseitig bedrucktem hundert Euro Schein nach Paris zu Ikea schickte las sich ganz nett, die Sprache flüssig, locker, wie erwartet. Der Stil annehmbar mit kleinen auflockernden Slapstickeinlagen, Ikea Kritik mit naturgegeben hohem Wiedererkennungswert und seichten Gedankengängen des Protagonisten zur Globalisierung. Kurz alles dabei was das Herz eines arrivierten Linken, der mal unterhalten werden möchte beglückt. Wäre da nicht das billige Strickmuster des Romans nach Schema M, wie massenkompatibel, Massenware, müde machend, mainstreamtauglich, massiv uninspiriert!

    Schon auf S. 15 hätte man es wissen müssen: „Fakir seines Zeichens, hatte Ayarajmushee (sprich Ayran in der Moschee)

    beschlossen seine erste Reise nach Europa inkognito zu unternehmen. .....gegen den glänzenden Seidenanzug und die Kravatte eingetauscht, die er beide für einen Kanten Brot bei Aujituvay (sprich Oh je tut weh) ausgeliehen hatte....“

     

    Bitte wie , echt jetzt die Aussprache der Namen in lautmalersicher Form vereinfacht in Klammern???!! Ne, oder??!!

    Wie auch immer, ich habe weitergelesen. Auf S. 95 wird es dann extrem tiefsinnig und berührend: „Der Fakir konnte sich die Tränen verbeißen, dennoch lastete ein bleischweres Gewicht auf seinen schmächtigen Schultern, fast als befände er sich nicht mehr im Schrank, sondern darunter......Dabei war das Leben auch für ihn kein langer ruhiger Ganges gewesen. Seine Kindheit war alles andere als das, was man auf unserer Seite des Erdballs als glücklich, oder gar vorbildlich bezeichnen könnte Erst der Tod der Mutter, dann das Abtauchen seines Vaters, gefolgt von sexuellen Übergriffen und der fortwährenden Gewalt, die ein hübsches und etwas aufsässiges Kind in einer Gesellschaft, wo das Recht des Stärkeren gilt, auf sich zieht ohne etwas dafür zu können. Für ihn hatte es geheißen: Gehen Sie ins Leben der Erwachsenen, lassen Sie die Kindheit hinter sich.“

     

    Danch war ich geistig erledigt. Der Rest der Story lag so uninspiriert, unüberraschend , glasklar vor mir; matt dachte ich: Buch zurück und gut ist, soviel Hirn blieb noch, bis die Empörung kam. Ergriffen von ungebetenem Sendungsbewusstsein möchte ich andere, arglose Leser warnen!

     

    Damit folgt die zweite Warnung. Wer bisher noch nicht ausgestiegen ist... Oha! hartnäckige Buchstabenverfolgungmanie und annerkennenswertes Sitzfleisch, fast schon kohllike. RESPEKT! ;) Ich machs jetzt kurz. Auf Seite 162 angekommen und mich dort in einem Roman im Roman wiederfindend (irre komisches und außergewöhnliches Stilmittel gähn) , der Protagonist hockt im Gepäckraum eines Flugzeugs, das Ganze stilistisch mittlerweile weit unter Mittelmaß glaube ich zu ahnen wohin Buch und Fakirs Reise führen. Quer durch Europa, durch die Untiefen des Banalen, völlig losgelöst von jeglichem Esprit und weit entfernt von Humor der diese Bezeichnung verdient, steuern Fakir und Handlung unter Einbeziehung bemüht lustiger Gesellschaftskritik und eindimensionalen Nebencharakteren, die alle einsam, Verlierer des Systems und irgendwie alleine gelassen in der Globalisierungswüste sind, einem flachen faden Happy End mit Marie der einsamen Französin aus dem Ikea Restaurant zu. Dabei wühlen sie sich durch Klischees und Platituden und beglücken alle wehrlosen, erreichbaren, unaufmerksamen, oberflächlichen Gutmenschen die dachten hier lesend gemütlich die Seele baumeln lassen zu können, während sie ein politisch korrektes Buch lesen. Machbar ist es. Wenn man das Hirn gleich mitbaumeln lässt. Zuvor eventuell noch gut ausschütteln, die Hirnwindungen rauszupfen und zum Trocknen in die Sonne legen.  Dann graust es einem vor nichts mehr. Auch nicht vor dem vermutlich seichten Ende eines weichgespülten in 36 Ländern erschienenen Bestseller Debüt Romans.

     

    Sollte ich mich täuschen was das Ende betrifft. Ist mir schnurz. Mehr als 162 Seiten sind nicht auszuhalten. Wie gut, dass es ein Stabi Exemplar ist!

    Merke:
    Don’t judge a book by it’s Cover

     

     

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    Sindyy1s avatar
    Sindyy1vor 3 Jahren
    Die zehntägige Reise durch Europa

    Wer schon lange nicht mehr nach einem Buch gegriffen hat, für den ist dieses Buch ein guter Start. 
    Es ist eher etwas lockeres, nicht sehr tiefgründig, aber trotz allem gut, finde ich. Das hat es bisher noch nicht gegeben.

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 4 Jahren
    Moderner Schelmenroman

    Was macht ein indischer Fakir, wenn er ein neues Nagelbett braucht? Er leiht sich Geld und fliegt damit nach Paris. Denn nur dort ist es erhältlich, bei IKEA: Modell ‚Likstupiksta‘, schwedische Kiefer, 15.000 Nägel (rostfrei), Farbe pumarot, für 98,45 Euro, handlich verpackt zum Mitnehmen. Kaum ist Ayarajmushee, so heißt der Gauner und Hochstapler, am Flughafen Charles de Gaulle angekommen, erweckt er auch schon die Mordgelüste eines Taxifahrers, den er um den Fahrpreis prellt. Im Ikea-Restaurant lernt er Marie kennen, die ihm gerne den Eifelturm zeigen möchte und in die er sich unsterblich verliebt. Da er bereits für den nächsten Tag seinen Rückflug geplant hat, versteckt er sich der Einfachheit halber in der Schlafzimmer-Abteilung, um dort zu nächtigen. Als dann plötzlich einige Personen auftauchen bleibt ihm nur die Möglichkeit, in einen Schrank zu verschwinden – und eine irrwitzige Odyssee quer durch Europa bis nach Afrika beginnt … 

    Einfach köstlich, dieser moderne Schelmenroman. Dem Autor Romain Puértolas gelingt es meisterhaft, Alltägliches ins Absurde zu verwandeln. Er führt den Leser auf eine Gratwanderung zwischen Ironie und Slapstick, hält ihm manchmal den Spiegel vor, aber immer auf eine liebenswerte Art und Weise. Man muss ihn einfach lieben, unseren Protagonisten mit dem gewaltigen Schnurrbart, der von einem Abenteuer ins andere stürzt, immer ungewollt, versteht sich. Hinreißend grotesk auch die Personen, auf die er während seiner Irrfahrten trifft: ein Taxifahrer vom Volke der Roma, eine liebebedürftige Französin mit einem Porzellanpuppengesicht, eine Kommissarin mit dem bezeichnenden Namen Trottelle, eine hilfsbereite Schauspielerin, ein prahlerischer Agent und noch einige mehr. Doch nicht alles in der Geschichte ist komisch und überzogen. Ayarajmushee trifft auf eine Gruppe afrikanischer Asylsuchender, erfährt von ihren Sorgen und Nöten und findet einen Freund fürs Leben. Auch erfährt er auf seiner irrwitzigen Reise einige wichtige Dinge über das Leben, dass es glücklicher macht zu geben statt zu nehmen und dass es befriedigender ist zu helfen statt zu betrügen.

    Fazit: Eine herrlichere Mischung aus Ironie, Humor und Nonsens, dabei mit durchaus ernsthaftem Hintergrund – kein literarisches Meisterwerk, sondern ein modernes Märchen, ein schelmisches Lesevergnügen.

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    B
    bookscoutvor 4 Jahren
    The Ikea side of life

    Als der indische Fakir Ayarajmushee mit dem Plan, bei Ikea ein neues Nagelbett in pumarot zu erstehen, in Paris Charles-de-Gaulle landet, hat er zu diesem Zweck nur einen einzigen gefälschten 100-Euro-Schein in der Tasche. Er muss also tun, was er seit seiner turbulenten Kindheit in Indien am besten kann: tarnen, tricksen und die Leute hinters Licht führen. 

    So prellt er zunächst den prolligen Roma-Taxifahrer Gustave um den Fahrpreis zum prominenten gelb-blauen Möbelhaus – der ihm diese Frechheit nachhaltig übelnimmt und grausame Rache schwört. Bei Ikea angekommen macht er im Restaurant der bezaubernden Französin Marie weis, sie hätte durch eine Ungeschicklichkeit seine Sonnenbrille zerstört, woraufhin sie ihn als Wiedergutmachung zum Essen einlädt. Hier hört sich allerdings der Spaß auf, denn der Fakir beginnt Gefallen an seinem betörenden Gegenüber und ihrem schüchternen Flirt zu finden.

    Nichtsdestotrotz schlägt er Maries Angebot aus, den Abend zusammen zu verbringen - schließlich muss er pünktlich am nächsten Morgen sein Nagelbett in Empfang nehmen und es postwendend zurück in sein Geburtsland bringen, um es dort gewinnbringend weiter zu veräußern (wovon sein Dorf, das das Geld für die weite Reise zusammengelegt hat, selbstverständlich nicht den leisesten Schimmer hat). 

    Die Nacht plant Ayarajmushee direkt in einem schwedischen Musterschlafzimmer zu verbringen. Dumm nur, dass nächstens plötzlich das Dekorationsteam eintrifft, woraufhin der Fakir sich vorübergehend (wie er denkt) in einem Schrank verstecken muss – der kurz darauf verpackt und gen Großbritannien abtransportiert wird, an Bord den schnurrbärtigen Inder, der kaum weiß, wie ihm geschieht. 

    So beginnt die abenteuerliche und unfreiwillige Reise des Fakirs von Großbritannien über Spanien nach Italien: Immer wieder muss er vor dem rachlüstigen Gustave und seinen Mannen auf skurrilste Art und Weise Reißaus nehmen und landet derart beispielsweise im luxuriösen Louis-Vuitton-Schrankkoffer von Sophie Marceau, die nach einer ersten Schrecksekunde Gefallen an ihrem blinden Passagier findet und ihn nach Leibeskräften unterstützt. 

    Berührt von der Hilfsbereitschaft, die ihm trotz seiner Betrügereien wiederholt widerfährt, beschließt Ayarajmushee, sein Leben zu ändern und fortan Gutes zu tun. Doch wie soll er das anstellen – und vor allem mit welchen Mitteln, wenn er doch nicht mehr stehlen möchte? 

    "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte" ist Romain Puértolas' Überraschungsdebüt, das mittlerweile in 36 Ländern erscheint. 

    In der einen oder anderen Szene plaudert der Autor, der selbst als DJ, Zauberkünstler und Flugverkehrsmanager tätig war, ganz offensichtlich aus dem Nähkästchen, andere Momente erinnern dafür stark an französische Slapstick-Komödien à la "Taxi, Taxi". Mir persönlich ist der Humor hier streckenweise etwas zu brachial, zu gewollt flapsig und komisch. 

    Pluspunkte sind dafür sicherlich die ungewöhnliche Idee und die exzentrische aber sehr liebenswert herausgearbeitete Hauptfigur des bekehrten Fakirs, der erkennt, wie viel Glück im Geben verborgen liegt.  

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    Delgados avatar
    Delgadovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Nicht schlecht – aber Nr.1 Bestseller?
    Geht so

    Diesen Roman kann man so oder so sehen. Das zeigen sicher auch die doch sehr divergierenden Rezensionen auf dieser Seite. Der indische Fakir mit leichtem Kulturschock versteckt sich abends in einem Ikea-Haus in Paris in einen Schrank, der aber nach England umgelagert wird. Dies ist der Auftakt zu einer mehr oder weniger abenteuerlichen und mehr oder weniger originellen Reise über Großbritannien und Rom nach in das von Kriegs- und Flüchtlingswirren zerrissene Libyen.

     

    Das lässt sich teils amüsant, teils einfältig, teils sehr oberflächlich – angesichts der doch nur sehr gestreift angeschnittenen Misere in Flüchtlingsfragen – und teils sehr bemüht auf der Jagd nach einer Pointe lesen. Meines Erachtens muss man schon einen Sinn für ausgesprochene Albernheiten besitzen, um das wirklich gut zu finden. Nun ja, ein bisschen scheine ich diesen Sinn zu haben, denn ich habe mich über eine ganze Strecke nicht schlecht von diesem Werk unterhalten gefühlt. Und ich schätze, dass es nicht mehr, aber auch nicht weniger erreichen will. Deshalb die drei Sterne, auch wenn ich schon deutlich Witzigeres gelesen habe.

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    TanteGhostvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Geistiger Dünnschiss oder einfach nur eine Verunglimpfung aktueller Probleme, die weltweit für Schlagzeilen sorgen...
    Geistiger Dünnschiss oder Genial?

    Auf jeden Fall scheint der Autor ein Fan von Ikea zu sein. Es hätte ja auch ein ganz beliebiger Billigschrank sein können, in dem der Betrüger seine Reise macht.
    Ja, der Protagonist ist im Grunde ein Betrüger. Er hat die Leute in seinem Dorf belogen und einen Taxifahrer um den Fahrpreis geprellt...
    Doch der seltsame Reisende sieht im Laufe des Buches ein, dass er auf der Schiene nicht weiter machen kann. Er besinnt sich eines Besseren, schreibt mal eben einen Roman und verdient damit auf Anhieb richtig gutes Geld.

    Die Geschichte ist auf ihre art genial. Die Handlung scheint nur so dahin zu rasen. - Deswegen hatte ich das Buch wohl auch in Rekordzeit durch.
    Was mir allerdings etwas aufstößt, ob es richtig sein kann, das Flüchtlingsproblem so derart zu verunglimpfen und zu missbrauchen.... Das wird teilweise richtig heftig ins Lächerliche gezogen.
    Außerdem arbeitet der Autor stellenweise mit richtig krassen Zufällen. Ich glaube kaum, dass man einem flüchtig Bekannten mal eben so in einem ganz anderen Land begegnet. Und dann die Sache, dass der Protagonist mal eben so einen Roman schreibt und den Vorschuss in Bar ausgezahlt bekommt...
    Ich schwanke hier extrem zwischen genial abgedreht oder geistigem Dünnschiss.
    Außerdem merkt man dem Text stellenweise stark an, dass der Autor krampfhaft versucht lustig zu sein. An der Stelle schwer zu beurteilen, ob das an der Übersetzung liegt, oder im Originaltext auch schon so war.
    Ich habe auf jeden Fall nicht den Hauch einer Ahnung, wie so etwas auf der Bestsellerliste landen konnte. Da hat wohl irgendeine geschickte Marketingkampagne ihren Teil dazu beigetragen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Nele75s avatar
    Und schon ist wieder die zweite Adventswoche....und somit startet auch die zweite Verlosung auf meinem Blog....zu gewinnen gibt es unter anderem das Hörbuch "Zwei Sommer" von Britta Keil, dazu das Buch "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem IkeaSchrank feststeckte" und ein ziemlich süßes Glückstagebuch für Bücherfreunde aus dem CoppenrathVerlag.

    Hinterlasst einfach einen Kommentar auf meinem Blog und schon seit ihr mit im Lostopf, dort stehen auch die Teilnahmebedingungen.

    Viel Spass beim Mitmachen!

    www.elasbookinette.wordpress.com
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    Pressestimmen

    […] erzählt Puértolas in einem liebevoll-ironischen Ton, der das eigentlich Bezaubernde an diesem Buch ist.

    […]mit satirischer Note und auf der Höhe der Zeit. Sein Buch, das sich auch als ironischer und gleichzeitig märchenhafter Abenteuerroman lesen lässt, bereitet vergnügliche Stunden.

    Das Prinzip, mit leichter, humoriger Fiktion eine großes Leserschaft zu begeistern, könnte wohl auch in Deutschland aufgehen.

    Eine Lektüre bei der man sich gut fühlt, lachen und weinen zugleich kann.

    könnte der neue ›Hundertjährige […]‹ werden: genauso schön bekloppt, witzig und liebenswert ist er auf jeden Fall.

    Romain Puértolas erzählt ein irrwitziges Abenteuer […] Der staunende und schmunzelnde Leser sympathisiert in jedem Augenblick mit dem stets zuversichtlichen und immer auch rührend naiven Inder.

    Wunderbar komisch und bestens geeignet für ein sonniges Wochenende auf dem Balkon.

    Die Geschichte wird Ihnen Spaß machen, denn sie ist erfrischend komisch.

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