Romain Rolland Pierre und Luce

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Inhaltsangabe zu „Pierre und Luce“ von Romain Rolland

Ein literarisches Kleinod in neuer Übersetzung Im Paris des Jahres 1918 begegnen sich Pierre und Luce. Im trunkenen Gefühl ihrer Liebe vergessen sie den Geschützdonner über der Stadt - zwei selige Kinder, die über dem Abgrund spielen. "Hier spürte ich menschliche, moralische Überlegenheit, eine innere Freiheit ohne Stolz, Freiheit als Selbstverständlichkeit einer starken Seele. Auf den ersten Blick erkannte ich den Mann, der in entscheidender Stunde das Gewissen Europas sein würde", schrieb Stefan Zweig über den Nobelpreisträger Romain Rolland, den es mit dieser Neuübersetzung wiederzuentdecken gilt. Im Paris des Jahres 1918, in das der Krieg tiefe Wunden schlägt, erleben zwei junge Menschen eine unvergleichliche Liebe. Pierre, Kind einer bürgerlichen Familie, verzweifelt angesichts der Rohheit, die ihn umgibt: Nur wenige Monate trennen ihn von der Einberufung. Luce dagegen, die sich mit Malarbeiten ihr Brot verdient, ist heiter, unbekümmert um ihre Armut wie um das Leben, das morgen schon zu Ende sein kann. Sie lieben sich, verschließen die Augen vor dem Abgrund des Krieges, verbergen sich in ihrem Glück, wissend um seine Unmöglichkeit. Romain Rolland, dessen Pazifismus ihn zeitweilig zum großen Antipoden Thomas Manns werden ließ, gibt hier eine literarische Antwort auf die Grausamkeit des Krieges.

Eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen zwei Jungen Menschen inmitten des ersten Weltkriegs. Hervorragend erzählt.

— tomraider69

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  • Rezension zu "Pierre und Luce" von Romain Rolland

    Pierre und Luce

    HomersEvil

    07. January 2011 um 02:00

    Pierre und Luce Herausgerissen aus dem alltäglichen Pariser Leben, dem scheinbaren Leben, begegnet Pierre seinem Schicksal. Sie ist in etwa genauso alt wie er. Er sieht sie, doch sieht sie ihn? Pierre ist sich nicht sicher. Sich ihr zu nähern übersteigt Pierres Kräfte. Ein glücklicher Zufall verhindert schließlich das Unglück, beide lernen sich kennen. Pierre und Luce. Das Leben ist gnädig, zumindest für eine kurze, unbeschwerte Zeit. Es ist Frühjahr 1918. Der Krieg ist überall spürbar. Die bisher bekannte Welt versinkt im Chaos. Pierre ist nur noch wenige Wochen vom sicheren Tod im Schützengraben, seiner Einberufung, entfernt. Für Pierre und Luce beginnt nun erst recht ein neues Leben. Ihr richtiges, ihr wahres Leben. Ein Leben weit entfernt von Realität und Sein. „Warum lieben wir uns so sehr?“ sagte Pierre. „Ach! Pierre, du liebst mich nicht so sehr, wenn du fragst warum.“ „Ich frage dich danach“, sagte Pierre, „um dich zu bewegen, das zu sagen, was ich ebenso gut weiß wie du.“ „Du möchtest, daß ich dir Komplimente mache“, sagte Luce. „Aber da wirst du hübsch reinfallen. Denn falls du weißt, warum ich dich liebe, ich, weiß es nicht.“ „Du weißt es nicht?“ fragte Pierre bestürzt. „Allerdings nicht!“ (Sie lachte insgeheim.) „Und ich brauche es überhaupt nicht zu wissen. Wenn man sich nach dem Warum einer Sache fragt, so deshalb, weil man ihrer nicht sicher ist, weil sie nicht gut ist. Nun, da ich liebe, gibt’s kein Warum mehr! Kein Wo, kein Wenn, kein Denn und kein Wieso mehr! Meine Liebe ist, meine Liebe ist. Das übrige ist vorhanden, fall es ihm behagt.“

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  • Rezension zu "Pierre und Luce" von Romain Rolland

    Pierre und Luce

    Leserrezension2010

    23. August 2010 um 14:52

    A118 Pierre und Luce vom Romain Rolland Kategorie: Allgemein Rezension Pierre und Luce Autor: Romain Rolland Verlag: Aufbau Verlag Erschienen: 26. Juli 2010 ISBN: 978-3351033132 Seitenzahl: 144 Seiten Grundidee der Handlung Jemand Kluges sagte einmal, die Liebe sei das unfassbarste, unwissenschaftlichste, irrationalste Phänomen. Das Einzige, was wir sicher wissen, ist, sie kann jedem begegnen. Und sie tut es. Pierre, der gebildete Sohn einer bourgeoisen Familie erhält kurz nach seinem 18. Geburtstag den Befehl, seinem Vaterland zu dienen. Der Erste Weltkrieg erschüttert die französische Hauptstadt, und auch Pierre, der nur noch sechs Monate Zeit hat, bevor er zur Armee verpflichtet wird, denkt über die Entsetzlichkeit seines Lebens nach. Gerade hat er den Krieg der ihn durcheinanderwirbelnden Gefühle gewonnen, tritt der nächste Krieg in seiner enormen Intensität in das Leben des jungen Mannes. Die Flucht in den Untergrund der Metro lässt ihn sein Leben noch trostloser empfinden. Oben wütet der Krieg, unten hat Pierre seinen Frieden noch nicht gefunden. Der Welt der Erwachsenen - er gehörte ihr noch nicht an, dennoch rief sie ihn in den Kampf. Seine wehmütigen Gedanken verschleiern seinen Blick, bis er zwischen den vielen verschwitzten Gesichtern das weiche, aparte Antlitz eines jungen Mädchens entdeckt. Während eines Bombenangriffs ergreift sie seine Hand und Pierre lässt sie nicht mehr los. Die gemeinsame verbleibende Zeit verbringen Pierre und Luce auf einer Wolke aus Poesie und Glückseligkeit, und sie lassen den Krieg nicht in ihre Welt, - „Der Krieg? Er ist da? Soll er warten!“, obgleich er sich mit all seiner Grausamkeit immer wieder hineindrängt. Pierre ist erregt, „dass die Liebe unter der Schwinge des Todes entstanden war.“ Die Liebe ist etwas so Ätherisches: Sie lässt sich nicht festhalten, nicht visualisieren. Man spürt sie kommen, und man spürt sie wieder gehen. Stil und Sprache Wer ist Romain Rolland? Stefan Zweig, der in regem Briefwechsel mit Rolland stand, erklärte in „Die Welt von gestern“ Rollands Wissen sei „beschämend vielfältig; eigentlich nur mit dem lesenden Auge lebend, beherrschte er die Literatur, die Philosophie, die Geschichte, die Probleme aller Länder und Zeiten.“ Die Verleihung des Nobelpreises 1915 war infolgedessen nur eine logische Folge. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges verfasste er kriegskritische Artikel und griff die kriegsführenden Parteien für ihre extrem patriotische und nationalistische Haltung scharf an. Schreiben hieß für ihn, dem Sujet Bedeutung verleihen, aber leider kann ein großer Schriftsteller allein das moralische Klima nicht ändern. Hinter dem harmlosen Titel Pierre et Luce, wie er im Original heißt, und erstmals 1921 in Deutschland erschien, verbirgt sich nicht nur „die zarteste Liebesgeschichte der Weltliteratur“ (so der Aufbau Verlag), sondern eine dialektische Welt, in der der latente Angriff auf eine Gesellschaft, die sich ihrer intriganten Bürgerlichkeit wohlbewusst war, und auf der Gegenseite die anarchisch verspielte Haltung der Liebenden Pierre und Luce feinfühlig und präzise veranschaulicht wird. Bevor die Geschichte beginnt, erklärt uns der Erzähler in äußerst knappen Worten den Zeitraum der Erzählung: „Von Mittwoch, dem 30. Januar 1928, abends bis Karfreitag, dem 29. März 1918“ und man ahnt schemenhaft die Entwicklung der Geschichte. Pierre, der kluge Sohn eines republikanischen Richters und einer gläubigen Christin verliebt sich in Luce, ein Mädchen aus armen Verhältnissen. Pierre, der sorglos zur Schule geht, sieht durch Luce zum ersten Mal die andere Seite seiner bürgerlichen Welt. Luce ist gezwungen, sich ihren bescheidenen Lebensunterhalt durch dilettantisches Kopieren alter Meister zu verdienen. Pierre ist zunächst angewidert von Luces Gepinsel, aber auch von der Berufstätigkeit ihrer Mutter, die in einer Fabrik für Kriegsmunitionen arbeitet. Allein, Luces unbestechlicher Blick auf die Gegenwart lässt Pierres bürgerliche Perspektive ins Wanken geraten. Das Aufeinandertreffen zweier disparater Existenzen wird von Rolland in meisterhafter Leichtigkeit erzählt. Die Liebe stürzt beide in einen psychedelischen Zustand, sodass sie sich ewige Treue schwören und sehnsüchtig auf ihren großen Tag warten. An Ostern; zur Auferstehung - bis beiden klar wird, vor der Auferstehung kommt der Tod. Weder seine noch ihre Eltern wissen von ihrer Liebe und Zuneigung zueinander, denn in der Gesellschaft ist offen gezeigte Liebe verpönt. Auch der allgemeine Sittenverfall und die nicht gezeigte, aber von allen tolerierte Promiskuität, zeichnen ein klares Bild der damaligen vorherrschenden Gesellschaftsstruktur. Der Widerspruch zwischen der Liebe als das prosperierende Leben und dem Krieg als dem Untergang desselben Lebens wird von Rolland in philosophischer Eloquenz virtuos illustriert. Befürchtungen seitens des Übersetzers im Nachwort, der Roman könnte als Kitsch rezipiert werden, sind nicht evident. Die Hintergrundmatrix, der Erste Weltkrieg, wird ausreichend erläutert, infolgedessen besteht kein Anlass den Text als Kitsch oder als Manierismus anzusehen. Die enorme Sensibilität, die Metaphorik mit der Rolland die Liebe zweier unschuldiger Kinder beschreibt, verbirgt aber auch nicht, dieser Roman ist ebenso eine gelungene Dokumentation von dem Kriegsgegner Rolland. Das Bombardement der Deutschen am 30. Januar 1918 in Paris, sowie der Einschlag einer deutschen Bombe in einer Kirche am 29. März 1918, dienen als Klammer der Erzählung, dazwischen liegt der Versuch, ein normales Leben zu führen und den Krieg als ein zu ertragendes Schicksal zu sehen. Figuren Obwohl das Buch nur 144 Seiten hat, sind Pierre Aubier und Luce, deren Nachname wir nicht erfahren, in ihrer Vielschichtigkeit anspruchsvolle Porträts, erfüllt mit Leben und Liebe. Pierre, mitten in der Adoleszenz, ist erfüllt von seiner Liebe zu der weitaus erwachsener wirkenden Luce, die das Leben ihrerseits sowohl philosophisch als auch pragmatisch sieht. Diese Widersprüchlichkeit ist die treibende Kraft ihrer beider Liebe. Pierre, auf der Suche nach seinem Ich, das bisher von seinem sechs Jahre älteren Bruder bestimmt war, verfällt der Widersprüchlichkeit Luces und betrachtet das bourgeoise Leben, aus dem er selbst stammt, als widerwärtig und spöttisch. Der schmale Grat zwischen den neuen und dem alten Ich lassen ihn seiner Adoleszenz entwachsen. Vier Freunde und Schulkameraden Pierres, die am Ende plötzlich auftauchen, dienen ausschließlich als Paradigma einer kurzen Analyse der politischen Strömungen Frankreichs zur Zeit des Krieges. Rolland zeigt sich auch hier wieder als ein sehr feiner Beobachter und scharfsinniger Analytiker der nationalen Bewegungen. Fazit Romain Rolland, der Mahner, der diesen Krieg nicht als den letzten Wahnsinn titulierte, gehört zu den in Vergessenheit geratenen großartigen Schriftstellern. Zu Unrecht! Der Krieg, der den kulturhistorischen Kontext darstellt, stellt nicht nur die stabile Gesellschaftsordnung in Frage, sondern auch die Kriegsführung Clemenceaus, der in dem letzten Kriegsjahr Ministerpräsident und Kriegsminister war. Der Aufbau Verlag tat recht daran, dieses Kleinod neu aufzulegen, denn dieser Roman ist ein symphonisches Feuerwerk. Dieses Buch verdient besondere Aufmerksamkeit, damit man sich wieder auf das wichtigste im Leben konzentrieren kann: Integrität und vorbehaltlose Liebe.

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  • Rezension zu "Pierre und Luce" von Romain Rolland

    Pierre und Luce

    Ailis

    24. July 2010 um 12:00

    Paris im Jahre 1918: der melancholische und grüblerische Pierre verliebt sich in die patente und praktische Luce. In den Wirren des Krieges kommen die beiden sich zaghaft näher und ihre zärtliche Liebe gibt Pierre die Freude am hier und jetzt zurück... Ich möchte gar nicht zu viel vom Inhalt verraten. Die kleine Geschichte um Pierre und Luce erstreckt sich nur über 117 Seiten und es lohnt sich allemal, sich selbst ein Bild von diesem literarischen Kleinod zu machen. Rolland, ein konsequenter Pazifist, lässt uns den Krieg und die Menschen durch die Augen dieser beiden Liebenden betrachten, überlässt die Bewertung aber weitestgehend dem Leser. Der Text kommt leicht und spontan daher, nie belehrend. Wie bei so vielen "klassischen" Texten mit Botschaft, wirken die Dialoge ein wenig unecht und gestelzt, aber das tut dem Gesamtbild keinen Abbruch.

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